Ach Du meine Güte @el-mujo, das ist doch Panikmache³ und stellt völlig voreingenommen die Möglichkeiten künftiger Technologie als böse Dämonen dar, die uns alle das Blut aussaugen wollen.
Dass die Möglichkeiten des altbackenen 32bit basierten BIOS inzwischen (v.a. im kommerziellen Bereich) mehr als erschöpft sind, ist vermutlich querbeet unbestritten und nur Fanatiker oder "Vorwärts, nimmer!"-Kerle würde wohl was anderes behaupten.
Eines der zentralen Kennzeichen von UEFI ist, dass es
modular ist. Das heißt, es bietet die Möglichkeit gewisse Funktionen zu implementieren. Zwischen Möglichkeit und Zwang besteht m.E. auch heute noch ein entscheidender Unterschied - was wohl auch mitunter einer der Gründe für das letztendliche Scheitern des TPM war.
Gerade die künftige Möglichkeit zur Treiberimplementierung in einer möglicherweise von Betriebssystemen unabhängigeren Form ist doch ziemlich sexy, vor allem wenn man dabei bedenkt dass beinahe 99% der PC Probleme auf solche Dinge zurückzuführen sind. Natürlich ist dahin noch ein steiniger Weg.
Ebenso sind Themen wie die Möglichkeit zur Diagnose und Fernwartung von Systemen ein Kostenfaktor der beinahe jegliche Vorstellung in der Gesamtbetrachtung übertrifft. Aber Hauptsache mal über theoretische Fallstricke ausgelassen, die für 99% sämtlicher PC Anwender sowieso völlig irrelevant sind.
Zudem ist die Annahme, dass man sich -dort wo es auch von Belang ist- nicht um die entsprechende Sicherung dieser Mechanismen sorgen und auch kümmern wird einfach nur absurd.
Selbst das gescholtene TR-069 ist bspw. für sicherliche Millionen von unerfahrenen Usern ein Segen, man denke nur an Routerkonfiguration.
Im Großen und Ganzen werden auf lange Sicht, erst Recht mit Einführung von IPv6 (IPsec implementiert) die Sicherheitsaspekte sogar überwiegen und womöglich gar irgendwann -nun drifte ich aber auch in etwas wildere Spekulation ab- eine softwarebasierte Anti-Malware Kontrolle völlig entfallen können.
Sämtliche Funktionen wie auch DRM sind ohnehin optional und eigentlich für den Consumerbereich gedacht und auch hervorragend geeignet - es stellt ohnehin nur eine Verschlüsselungsform dar, die Softwarepiraten langfristig mal aussperren soll. Ob das letztendlich klappt bleibt abzuwarten, aber begrüßenswert wäre es, solange das auf eine Art und Weise geschieht, die Datenschutzrechtlich vertretbar ist.
Kritik könnte man insofern dann üben, dass es bestimmten Konsortien (die alte Leier des Trusted Computing *gg*) möglich wäre auf Basis der vergebenen Lizenzen Nutzungsprofile zu erstellen.
Aber, man höre und staune, daher ist es bislang zum Einen ohnehin noch
optional und in 1000fach anderen Bereichen (div. einkaufskarten, Kundenaccounts, Soziale Plattformen im Netz etc.pp) lassen sich das die Leute sogar bereitwillig gefallen in dem Wissen (oder auch Glauben) dafür eine Gegenleistung irgendwelcher Art zu erhalten.
Also lächerliche Panikmache die Du hier betreibst, die mind. so altbacken ist wie das von Dir favorisierte klassische BIOS.
mein Fazit:
Für den Privatanwender sind die geäußerten Sicherheitsbedenken völlig unbeachtlich und zudem nicht zwangsläufig. Die Einzigen die über lange Sicht auf der Strecke bleiben werden (und m.E. auch sollten!) sind alle jene die das Internet in der derzeiten Form ausschließlich als die ultimative Möglichkeit sehen, das geistige Eigentum und die kommerziellen Leistungen anderer ohne Gegenleistung nutzen zu wollen.
Sämtliche sicherheitsintensive Bereiche wie ggf. Banken, Regierungen und sonstiges werden vermutlich entweder die jeweiligen Module gar nicht verwenden oder aber tatsächlich auf eigene Systeme (die dann wohl auch kein OpenSource wie CoreBoot sein werden) setzen.
zu guter Letzt:
Letztendlich kommt noch dazu, dass Du vermutlich auch einem Irrglaube erliegst.
Selbstverständlich ist das BIOS auf den neueren Gigabyte-Boards modular erweiterbar und prinzipiell UEFI konform.
Nur weil da auf der Packung BIOS draufsteht, bedeutet das noch lange nicht dass die da diesen lupenreinen 32bit-Uralt Ramsch drunter stecken haben.
Und was folgt aus dieser modularen Erweiterbarkeit? Ja! Richtig, UEFI...
Sämtliche von Dir so verteufelten "Anti-Features" sind also ganz genauso für die Gigabyte Boards denkbar.
Nur weil die noch Ihre altbackene GUI verwenden und Angst hatten ggf. in Kompatibiltätsprobleme bei einer kompletten Umstellung zu laufen, heißt das noch lange nicht dass das verwendete BIOS nicht EFI konform wäre.
"Vorteile aus beiden Welten", das heißt gewohntes BIOS Interface mit Placebo-Effekt (dem Du auferliegst) sowie modularer Erweiterbarkeit und sämtlichen EFI Features unter der Haube.
Ich weiß jetzt nicht ob man dazu recht einfach genaueres herausfinden könnte, aber bei Anandtech war das so ähnlich zumindest seinerzeit schon bei den Board-Vorstellungen und -Testvergleichen zu lesen.
http://www.anandtech.com/show/4130/the-battle-of-the-p67-boards-asus-vs-gigabyte-at-190/5 schrieb:
Yes, that is right – BIOS. No UEFI here. Well, that's not strictly true, as one of the latest BIOS updates at the time of writing (F6) implements an EFI into the BIOS, reportedly allowing bootable access to hard drives over 2.2TB. This is due to, as Gigabyte explained, that their board is actually UEFI, but without a proper GUI interface like other boards. They've used the old BIOS-style interface for now, as after years of plugging away they believe it's quick, stable and recognisable for consumers to understand.
http://www.anandtech.com/show/4241/h67-a-triumvirate-of-tantalizing-technology/10 schrieb:
While still not on the full graphical UEFI bandwagon yet, Gigabyte’s BIOS-like UEFI system is relatively rock solid and simple to use..
Die begriffliche Vermarktung als "BIOS" gepaart mit dem Spruch "best of both Worlds" ist nur der werbetechnische Aufhänger für die optische Präsentation. Funktionell steckt da wohl nichts anderes dahinter als bei sämtlichen anderen Herstellern.