Schüler & Studenten - Wieviel könnt ihr euch noch merken?

phil. schrieb:
Für die weiterführende Schule / Studium lernt man bis auf Ausnahmen nicht mehr auswendig.
Man muß es "nur" verstanden haben...

Allerdings bin ich kein Schüler oder Student mehr, deswegen schreibe ich hier zusätzlich noch aus Erfahrung.

Ich weiß ja nicht wann und ob du studiert hast, aber selbst bei den heutigen Ing. BA Studiengänge gibt es jede Menge Fächer wo es 100% nur auf auswendig lernen ankommt. Das muss man sich einfach reinprügeln.

Im Job später spielt das aber keine so große Rolle mehr, da ist es wichtig(er), dass du vor allem die Probleme/Sachlagen erkennst, Sachen verknüpfen kannst und weißt wo du suchen musst.

Unser Prof meinte damals: "Alles was ihr 3x im Studium hört wäre empfehlenswert es sich zu merken"
 
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Ich bin nun im 9. Semester angekommen (Master 3. Semester).


Meine Erfahrung sagt mir, dass es drei Arten von Prüfungen gibt:

1. Die Lernprüfung
Üblicherweise muss man hier Stoff von ca. dem Umfang eines Buches lernen, idealerweise auswendig. Bei einem Skript, dass schnell mal mehrere hundert Seiten umfasst, ist das ein aussichtsloses Unterfangen. Wie sagten die Profs? "Hab Mut zur Lücke!" Es wird dann eben selektiv gelernt und gehofft, dass nicht die Dinge drankommen, die man ignoriert hat.

2. Die Versteh-Prüfung
Mathe ist ein typischer Vertreter dieser Zunft. Hier muss man weniger auswendig lernen und mehr verstehen, was wie zusammenhängt. Das ist insofern problematisch, weil gerade weiter hinten im Studium die Zusammenhänge sehr abstrakt werden und dann der normale Menschenverstand nicht mehr ausreicht.

3. Die mündliche Prüfung
Das ist mein persönlicher Favorit, weil man hier etwas schludern kann. Steht man mit den Profs auf gutem Fuß, ist die Prüfung schon halb bestanden. Die Fragen sind oft auch einfacher, weil keine Zeit ist, umfangreiche Aufgabenstellungen zu bearbeiten.


Um jetzt zum Threadthema zurückzukehren:
Ja, ich merke, wie ich immer mehr Probleme beim Lernen bekomme. Ich werfe neues und altes Wissen durcheinander und vergesse ruckzuck einfachste Dinge. Früher konnte ich ein Gedicht nach ~5maligen Durchlesen auswendig. Heute müsste ich es vermutlich 30mal lesen.


Nachtrag:
Ein großes Problem ist das Bulimielernen. Der Stoff ist teilweise so umfangreich (siehe oben, Punkt 1), dass man mit üblichen Lernmethoden nicht zurande kommt. Dann wird dann eben kurz vor der Prüfung alles noch 2-3 Mal durchgelesen und darauf gesetzt, dass das Kurzzeitgedächtnis das bis zur Prüfung auch alles behalten kann. Anschließend wird das meiste davon wieder vergessen. Die Reste, die übrig bleiben, sorgen dann für Verwechslungen, weil die Zusammenhänge ja auch vergessen wurden.
 
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Ich merke gerade das ich in meiner Schulzeit so gelernt habe, das es auch sitzt.
Beispielsweise das Wissen aus meinem Informatik LK kann ich zu 80% noch abrufen um merke das wenn der Stoff mal in der Uni vorkommt.
Ich merke das ich immer noch fast so aufnahmefähig und merkfähig bin wie in der schule. (bin auch 'nur' 21).
aber in der uni lern ich bewusst nicht alles so, das es in 3 jahren noch abrufbar ist, sondern nur bis zur Prüfung reicht :)
Aber das Prinzip bzw, welches hinter dem Stoff steckt, das lerne ich schon richtig.
Z.B. in der Informatik:
man muss nicht jeden Befehl einer Programmiersprache kennen, sowas kann man schnell nachschlagen. Falls man die Möglichkeit dazu in einer prüfung nicht hat, lernt man halt kurz das es bis zur Prüfung hält.
Aber was objektorientiert bedeutet, sollte man sich schon länger merken :)
 
tree-snake schrieb:
Ich weiß ja nicht wann und ob du studiert hast, aber selbst bei den heutigen Ing. BA Studiengänge gibt es jede Menge Fächer wo es 100% nur auf auswendig lernen ankommt.
Daß ich studiert habe, wurde hier mitgeteilt - letztes Jahrtausend.
 
Ist es nicht erwiesen, dass man 2-3 Tage braucht um Dinge ins Langzeitgedächtnis zu bekommen? Ich finde es jetzt nicht schlimm, wenn man 3-4 Tage brauch zum lernen. Aber es gibt ja auch immer unterschiedliche Lerntypen. Ich studiere derzeit auch und ich fang lieber 4 Wochen vorher an mein ganzes Zeugs zu sortieren und zu lernen als 2 Tage vorher, weil ich mir da nur einen Bruchteil merken kann.
 
bei mir wird es nach 5-6 semester und mitte20 jahren immer besser, bin konzentrierter und schneller beim lernen als je zuvor und kann mir selbst kleinigkeiten unterbewusst merken wenn ich einmal drüber gelesen hab

ahja und was komisch ist ist dass ich dieses semester wahrscheinlich soviel alkohol getrunken hab wie sonst in 3 semestern und dachte dasses eher nichts wird mit dem lernen.. kann mich aber tatsächlich zurzeit besser konzentrieren und insgesamt effektiver lernen als je zuvor -_-
 
@sayhi
Das hängt vor allem von den Fächern ab, die man hat. Die ersten drei Semester des Bachelors fand ich sehr einfach, weil da nur die Grundlagen dran kamen - die ich teilweise schon kannte. Das erste Semester des Masters hingegen war wie eine Keule. Da wusste man kaum mehr ein noch aus.
 
Hm, meine Meinung:

- mit Anfang 22 altert dein Hirn definitiv nicht so, dass du dir Dinge schlechter merken kannst als noch vor ein paar Jahren.
- Gute Merkfähigkeit ist zum Großteil ein Produkt der Kenntnis deiner eigenen Wege und Möglichkeiten, Dinge ins Hirn zu schaffen
- Geistige Fähigkeiten werden extrem von deiner Umwelt, deiner Stimmung, ... beeinflusst!

- Leider haben Ärzte sehr wenige Möglichkeiten, Vorgänge im Hirn zu messen und zu beurteilen. Die Vorgänge sind sehr schlecht verstanden.

Wenn du also den Eindruck hast, dass deine Merkfähigkeit im Vergleich zu vor ein paar Jahren wirklich nachlässt, dann kann man nicht ausschließen, dass irgendetwas nicht stimmt. Das bedeutet aber auch nicht, dass irgendetwas sein muss. Erstmal kannst du aber versuchen, rauszufinden, ob irgendwelche äußeren Faktoren deine Leistung beeinflussen. Vielleicht versuchst du jetzt auch nur auf eine andere Art und Weise zu lernen / völlig andere Dinge zu lernen?


Vielleicht hilft das ein wenig. Bleib dran!

Gruß,

jos
 
Nach meinem Studium (BA - Mathe, MA - Päda), ist für mich eines ganz sonnenklar. Wer nur auswendig lernt, bekommt zwar den Abschluss, und vielleicht auch Bestnoten - hat den ganzen Kram aber ein paar Monate nach seiner Abschluss-Party wieder vergessen.
Dennoch habe ich nicht nur einen Studenten des Typs "Learning for the Test" gesehen - und seit der Umstellung auf BA/MA sind das ganz sicher mehr geworden.

Genau deswegen haben unsere Päda-Profs die Klausuren auch grundsätzlich so gestellt, dass sie durch bloß auswendig gelerntes Wissen nicht zu beantworten waren. Allesamt Verständnisfragen, und ein Script haben die Jungs fast prinzipiell nicht rausgegeben.
Bei Mathe wein ganz anderes Bild - ca 15% der Klausuren bestanden aus MC-Aufgaben. Die Profs und Tutporen gaben zu diesen Aufgaben allerdings immer eine Empfehlung:
"MC geht schnell, beantworten sie zunächst die Fragen, bei denen sie sich sicher sind. Und kreuzen sie bei allen übrigen Fragen die selbe Antwort an"
Standardmäßig gab es 3 Antwortvarianten - wusste man nich eine einzige sicher, so hatte man immerhin schon eine 33% Chance, zufällig die richtige Variante zu erswischen. Zum Bestehen der Klausur waren die MC's nicht notwendig, wenn man den Rest verstanden hatte.
Genau deswegen hielten die meisten Mathe-Profs MC für "eigentlich extrem ungeeignet zur Leistungskontrolle". Manchmal hatte ich das Gefühl, die hätten MC nur deswegen eingebaut, damit nicht ALLE Auswendiglerner ganz durchfallen.

Zum Thema:
Ich habe in meinem ganzen Studium nie etwas auswendig gelernt - nur angewandt/vertieft und wiederholt.
Eine gute Lernmethode ist übrigens der Spickzettel. Ich habe mal eine Untersuchung gelesen, die belegt hat, dass die Hälfte der Schüler die vor einer Klausur SELBST einen Spickzettel angelegt hatten, diesen in der Klausur dann nicht mehr brauchten. Wer sich seinen Spickzettel hatte schreiben lassen (z.B. vom großen Bruder), konnte von diesem Effekt allerdings nicht profitieren.
Die Notwendigkeit, auf wenig Platz (je kleiner, desto besser lässt sich der Spicker verstecken) möglichst viel Stoff in verständlicher Weise zu komprimieren, schafft in der einen Nacht vor der Klausur oft mehr Lernerfolg, als wochenlanges stumpfes Pauken.

Mein Tipp: Du kannst es ja mit Pauken probieren, aber du solltes zusätzlich auf jede nur erdenkliche "Rehearsal" - Methode zurückgreifen. Versuche das gerade eingepaukte Wissen mit deinen eigenen Worten wiederzugeben. Auch "Unwissende" sind mächtige Verbündete bei der Vorbereitung auf Klausuren. Einfach mal Mama oder Papa den Stoff erklären - dumme Nachfragen von Laien sind manchmal viel mehr Wert als der Rat von 10 Experten. Du verstehst dein Wissen durch's Erklären immer besser, und vergisst es auch nicht einfach wieder.

Aber das wichtigste: MACH MAL 'NE PAUSE.
Ein Hirn, das 24/7 von Vorlesunsscripten und Übungszetteln gepiesackt wird, kann irgendwann einfach nichts mehr aufnehmen. Es braucht ZEIT, das bereits Aufgenommene zu verarbeiten und in bestehende Gedächtnisstrukturen einzubetten. Letzteres ist nebenbei meine persönliche Definition von "Lernen". Aufnehmen - Verarbeiten - Verknüpfen mit anderen Gedächtnisinhalten - Wiederholen/Vertiefen - Abrufbar machen. Nur so entsteht mMn auch später noch nutzbares Wissen.

Es ist unter Umständen schwer, ganz abzuschalten (mir kommen gerade dann, wenn ich eigentlich nichts mehr machen möchte, oft die besten Ideen), aber es ist absolut notwendig, damit dein Hirn neue Infos auch verarbeiten kann - statt sie nur auf die "to do" - Liste zu setzen.
 
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