Schulsoftwaresystem unter Linux oder OS-ungebunden möglich?

SE. schrieb:
dort gibts Pages, Numbers und Keynote schon ab Werk dazu.
Office 365 besteht nicht nur aus Word, Excel und PowerPoint...
 
mschrak schrieb:
Ich vermute, dass hier irgendwelche Schulbehörden aus Unwissen oder sonstigen unsachlichen Gründen diese Lösung vorschreiben wollen (die mich eine Stange Geld kosten und meine Wohnung für Kamera und Mikro des IPads öffnen würde.)

Ich denke die Schule macht eine Kosten/Nutzen Analyse. Nur weil man Jitsy kostenlos bekommt kann man es nicht einfach so nutzen. Das würde bedeuten die Schule müsste einen Server aufstellen wo Jits drauf läuft, das wiederum heisst man braucht jemand der diesen Server wartet und das kostet eine Menge Geld.

Wenn man Microsoft Team einkauft, hat man eine klare Kostenstruktur, kann langfristig planen und wenn etwas nicht geht hat man eine Telefonnummer wo man anrufen kann und Hilfe bekommt.

Und gerade der letzte Teil ist nicht zu verachten. Ich betreue für einige Kunden ein paar Linux Server die mit RHEL laufen. Theoretisch könnte dort auch ein Debian laufen für die Applikation ist das nicht wirklich relevant. Der Kunde will aber, dass wenn ein Problem auftritt eine Telefonnummer haben und kein Community-Forum ^^ - und deswegen bezahlen die etwas das sie (aus technischer Sicht) gar nicht wirklich brauchen.

mschrak schrieb:
Meine Frage ist daher: Gibt es aus Eurer Sicht (und ich bin mir sicher, hier im Forum mehr Kompetenz anzutreffen als landesweit in den Ministerien oder Schulbehörden) all das auch in der Welt der freien Software bzw. als Kombinationen mit zB Browseranwendungen, also OS-unabhängig? Oder sind in diesem Bereich die beiden Big Player tatsächlich absolut konkurrenzlos und ich kann mir die Arbeit sparen und einfach aufgeben?
Man kann alles irgendwie OS unabhängig machen. Aber iPads haben hal auch den Vorteil, dass der Lehrer gewisse Dinge sperren und wieder freischalten kann und so verhindert das während dem Unterricht YouTube geschaut wird. Auch kann man mit AirPlay Bildschirminhalte direkt auf einen TV/Beamer knallen und etwas präsentieren, etc.

Das alles ist irgendwie auch mit freier Software möglich, aber ein enormer Konfigurations Aufwand. Ich denke es könnte eine Marktlücke sein, eine Firma ähnlich wie RedHat zu gründen die eine Distribution genau für solche Einsatzzwecke baut und auch professionellen Support anbietet (und evtl. auch entsprechende Hardware verkauft) - kann mir vorstellen das das im Bildungsbereich funktionieren kann. Zurzeit gibt es aber sowas nicht. Daher wird die Wahl "heute" immer auf eine Microsoft/Apple/Google Lösung fallen - da diese Konzerne die Bedürfnisse von Bildungseinrichtung erkannt und entsprechende Lösungen auch im Angebot haben.
 
andy_m4 schrieb:
Klar kannst Du dem widersprechen. Das führt aber nicht dazu, das die Schule zeitnah auf etwas anderes umsteigt (selbst wenn Du etwas vorschlägst). Es führt (leider) dazu das Dein Kind nicht am "Unterricht" teilnehmen kann. Was halt nicht nur bedeutet, das es ausgeschlossen ist und zurückbleibt, sondern das man Dir mit Schulpflicht noch um die Ecke kommt.
Richtiger Ansatz aber falsche Annahme des Ergebnisses.
Stimmen nicht alle zu, kann die Lösung nicht umgesetzt werden. Ergebnis ist also: Keiner bekommt damit digitalen Unterricht.
Beispiel: https://www.berliner-zeitung.de/ler...rauchen-einen-geschuetzten-lernraum-li.123798

Auch ist es Quark, dass sich Schulen selbst irgendetwas hosten sollen. Dafür haben diese weder das Geld noch die Kompetenzen. Sowas sollte mindestens auf Länderebene zentral bereit gestellt werden, wie es beispielsweise in BaWü gemacht wird.
Wer da mehr zu lesen will und warum nicht Cloud, der kann das zum Beispiel hier nachlesen: https://blog.koehntopp.info/2021/01/12/600000-user-in-baden-wurttemberg.html

@mschrak Wenn die Schule feste Hersteller oder Software voraussetzt wie z.B. iPads, dann ist die Schule bzw. der Schulträger idR auch dazu verpflichtet, diese bereit zu stellen. Du müsstest also gar nix kaufen und außerhalb der schulischen Verwendung kann man es ausschalten, dann "lauscht und filmt" da gar nix zumal das eine gern genannte These mancher ist, die bisher nie bestätigt wurde. Ja ich bin auch kein Freund digitaler Wanzen aber am Ende ist das immer eine persönliche und individuelle Risikoabschätzung. Wer mich zu Besuch einlädt und solche Wanzen ohne Absicherung nutzt muss halt mit zufällig programmierten Weckern rechnen 🤷‍♂️
Aber zurück zum Thema. Alternativen gibt es viele. Moodle + BigBlueButton ist gefühlt eine der am häufigsten genutzten oder genannten Lösungen. Aber solche Lösungen müssen nicht nur angeschafft sondern betrieben werden.

Oder hier ein positives Beispiel aus den Niederlanden, wie Schule und Digitalisierung funktionieren kann und was dafür aber notwendig ist: https://blog.koehntopp.info/2020/06/23/schulen-digitalisieren.html
Nur halt mit Chromebooks anstatt iPads. Funktioniert, sogar mit Datenschutz.
 
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Gnah schrieb:
Klar, der Datenschutzaspekt bleibt, aber in Sachen Einfachheit kommt ein Open Source System nichtmal in Sichtweite ran.
Kommt darauf an, was man unter einfach versteht. Wenn man es im Wesentlichen auf Klicki-Bunti reduziert, hast Du recht. Wenn man mehr langfristig guckt auf Effizienz usw. dann eher nicht.
Nicht umsonst sind Profiwerkzeuge (egal jetzt ob Open Source oder nicht) für den Neuling eher schwer zu bedienen.
 
Gnah schrieb:
Diese "fähigen ITler" müssen aber eben vorhanden sein und sich mit den zu verwendenden Systemen auch auskennen. Und selbstverständlich ist es Frickelarbeit im Vergleich zum Paket iOS + MS Teams. Ich mag Apple-Produkte auch nicht, aber trotzdem muss neidlos anerkennen wie einfach das Deployment und der Support sind.
Und wenn ich am Ende nur einen "fähigen ITler" weniger anheuern muss, weil die Verwaltung so viel einfacher ist, dann habe ich im Jahr schon sehr viel mehr gespart als die popligen 20k CHF, hatte weniger Aufwand und habe auch kein Problem woanders Support zu bekommen weil einfacher jede Rumpelbude Support für Office365 und iOS bietet.

Klar, der Datenschutzaspekt bleibt, aber in Sachen Einfachheit kommt ein Open Source System nichtmal in Sichtweite ran.

Langsam ist mir klar, wieso die IT-Landschaft in Deutschland an Schulen so sch.... ist.
iPads und Office kannst du auch in einer Open Source Umgebungen betreiben und auch andere Hybrid Lösungen sind kein Problem. Wo ein Wille ist, ist ein Weg.

Apropos Handling. Dieses kannst du idotensicher automtisieren, neu Geräte einstecken, werden automatisch per PxE geimaged und nach 30 min komplett konfiguriert.

Mein Honorar für die Umstellung war übrigens knapp 5000.-, für 15k kann man ein paar Notebooks für die Schüler kaufen. ;)
 
snaxilian schrieb:
Stimmen nicht alle zu, kann die Lösung nicht umgesetzt werden. Ergebnis ist also: Keiner bekommt damit digitalen Unterricht.
Was die Situation auch nicht bessert. Weil dann hast Du zwar MS-Office und Co nicht am Hals, aber den Unmut anderer Eltern.
Wie man es dreht und wendet: Letztlich ist das eine Art Erpressung gegenüber den Eltern. Ein Angebot, was sie nicht ablehnen können.

snaxilian schrieb:
Auch ist es Quark, dass sich Schulen selbst irgendetwas hosten sollen. Dafür haben diese weder das Geld noch die Kompetenzen.
Genau hier würde ich ja nachbessern wollen. Ist natürlich keine Sofort-Lösung. Aber langfristig wäre das zu überlegen. Muss ja auch nicht jede Schule für sich sein. Es läuft ja nur deshalb in der Praxis darauf hinaus, weil es keine einheitliche Schulstrategie gibt.

snaxilian schrieb:
Wenn die Schule feste Hersteller oder Software voraussetzt wie z.B. iPads, dann ist die Schule bzw. der Schulträger idR auch dazu verpflichtet, diese bereit zu stellen. Du müsstest also gar nix kaufen und außerhalb der schulischen Verwendung kann man es ausschalten
Das klappt ja schon bei den Schulbüchern super. Die muss zum Glück auch niemand kaufen und die werden von der Schule gestellt. :-)
 
Siehe meinen ersten Link in #23 oder vergleichbares. Es gab und gibt ja Eltern, die dieses "Angebot" ablehnen und das zurecht denn hier wird versucht das schwarze Schaf an Einzelne zu geben anstatt an diejenigen, die es seit 10 Jahren verbockt haben.

Bei den Büchern kommt es oft drauf an, gefühlt musste ich bzw. meine Eltern nur einen geringen Teil der Bücher kaufen da für die meisten Fächer die Bücher tatsächlich von der Schule gestellt wurden. So oder so ist das aber zum einen eine ganz andere finanzielle Belastung und ich muss nicht in irgendwelche AGBs und EULAs von Herstellern einwilligen.
 
kim88 schrieb:
Wenn man Microsoft Team einkauft, hat man eine klare Kostenstruktur, kann langfristig planen und wenn etwas nicht geht hat man eine Telefonnummer wo man anrufen kann und Hilfe bekommt.
Es sei denn, Teams fällt mal wieder großflächig aus. Das Problem ist: Fällt mal irgendein Server in einer Schule aus betrifft das halt nur die Schule. Fällt so ein Cloud-Kram aus, betrifft das alle Anwender.
Außerdem ist Teams so ne nette eklige electron-App die Ressourcen verbraucht und sicherheitstechnisch uns auch künftig noch viel "Freude" bereiten wird.

kim88 schrieb:
Das alles ist irgendwie auch mit freier Software möglich, aber ein enormer Konfigurations Aufwand. Ich denke es könnte eine Marktlücke sein, eine Firma ähnlich wie RedHat zu gründen die eine Distribution genau für solche Einsatzzwecke baut und auch professionellen Support anbietet (und evtl. auch entsprechende Hardware verkauft) - kann mir vorstellen das das im Bildungsbereich funktionieren kann.
Als langfristiges Projekt sollte man das ins Auge fassen.

Ansonsten hat ja Open Source mehrere Aspekte die es interessant machen (also jetzt auch abgesehen vom finanziellen Aspekt).
Open Source bedeutet auch Unabhängigkeit. Man ist nicht mehr auf das Wohl und Wehe einer einzelnen Firma angewiesen. Notfalls kann man das Projekt auch weiter führen wenn der Hersteller das Interesse daran verloren hat (oder pleite gegangen ist). Man kann selbst Erweiterungen und Änderungen machen.

Aber natürlich ist auch der finanzielle Aspekt interessant. Das kommt nicht zum tragen, wenn es eine einzelne Schule macht.
Was ich mir vorstellen könnte ist das man eine Lösung schafft die gängige Sachen (die also jede Schule hat) irgendwie abbildet. Dank Open Source kann das dann jede Schule einsetzen und zum Beispiel dann noch um länder- und/oder schulspezifische Funktionalitäten ergänzen.

Und bevor jetzt der Einwand a-la die Schulen haben gar nicht die Kompetenz etc. kommt:
Müssen ja auch die Schulen nicht selber machen. Die können ja auch jemand beauftragen. Wird ja in anderen Bereichen auch gemacht. So lange solche Sachen immer so organisiert sind, das engagierte Lehrer das irgendwie in ihrer Freizeit wuppen müssen wird das natürlich nix.
 
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Toms schrieb:
Office 365 besteht nicht nur aus Word, Excel und PowerPoint...
Weiß ich, aber hier gehts wohl um eine Grundschule bzw. deren Ausstattung.

@mschrak
Ich hätte noch ein paar Links für dich:
https://netzpolitik.org/2020/mit-linux-rechnern-zur-digitalen-nachhaltigkeit/
https://lernenwiedieprofis.ch/praxis/
https://lehrerfortbildung-bw.de/st_digital/medienwerkstatt/dossiers/bbb/index.html
https://schuleonline.bildung-rp.de/digitale-werkzeuge/videokonferenzen.html

Mit BigBlueBotton scheint wohl viel kollaboratives arbeiten abdeckbar zu sein. Erfahrungen mit der Software hab ich keine.

 
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