Hi TE,
ich geb jetzt auch noch mal meinen Senf dazu.

Wurde schon mal weiter oben gestellt, aber trotzdem nochmals die Frage:
Welche Art von Street- Photgraphy?
Willst Du Personen in Bezug auf die Umgebung/ Architektur (Schwerpunkt auf den Personen) ablichten?
Oder willst Du die Umgebung ablichten und die Person(en) als Beiwerk und zur Stimmungverstärkung?
Wenn es Dir um die Personen geht würde ich von 35mm eher abraten. Würde dann mehr im Telebereich bleiben. Denn bei 35mm rückst Du den Personen ggf. schon sehr nah auf die Pelle. Könnte sich neg. auswirken (Menschen, die sich beobachtet fühlen, egal ob vorher abgesprochen, oder nicht reagieren immer "künstlicher" als wenn der Fotograf weiter weg ist). Da braucht es dann schon fast "Model- Profis".
Wenn es Dir mehr um die Umgebung geht und die Menschen "nur" als Beiwerk dienen sollen um bestimmte Stimmungen einzufangen muss ich ich ein wenig weiter ausholen.
Der, an einer Canon mit APS-C- Sensor "eingefangene" Bildausschnitt bei 35mm entspricht (wegen des Crop-Faktors") etwa 52mm KB- Äquivalent.
Man kann das zwar nicht so 1:1 übertragen, aber in etwa kommt das hin.
Der Bereich 50mm (bei KB) entspricht in etwa der Brennweite des menschlichen Auges. Also eine der menschlichen Sichtweise sehr vertraute Brennweite.
In diesem Bereich zu fotografieren lenkt den Betrachter also nicht so sehr vom eigentlichen Thema (Inhalt) des Bildes ab.
(Vorteil: Der Betrachter ist schnell beim Thema- worum geht es. Nachteil: Das eigentliche Motiv muss genügend Spannung als solches in sich haben, dass es eine "Effekt- Hascherei", wie durch z.B. ein Fish-Eye- Objektiv, nicht mehr "nötig" ist.)
Also, so gesehen wäre eine Linse im Bereich 35mm nie verkehrt, stellt aber höhere Anforderungen an Thema und Bildkomposition.
Mein Rat: Nimm' erstmal noch eine ganze Zeit lang Deine "Kit- Scherbe" und setz Dich mit Bildkomposition auseinander in Bezug auf Brennweiten und deren Wirkungen. Denn von der Quailtät her geht es deutlich schlechter.
Da Du ja in Richtung Festbrennweite schielst (was ich pers. toll finde) stell das Kit auf eine bestimmte Brennweite, geh los und mach Fotos auch wirklich NUR mit der von Dir vorher festgelegetne Brennweite. Dann merkst Du was Dir am meinsten liegt.
Und wenn Du dann "Deins" gefunden hast. Sorry, aber dann ist es Schei...- egal ob auf dem Ding Sigma, Tamron oder Canon drauf steht. Dann gehen Dir und den Betrachtern Deiner Bilder Aspekte, wie Schärfe, Bouquet, usw. am Ars.. vorbei.
(
Dieses Foto war z.B. Foto des Jahres 2008. Und ich glaube nicht das der Fotograf dabei gedacht hat, welches Bouquet seine Linse hergibt. Und auch die Schärfe war nicht unbedingt der "zentrale" Punkt beim Bild.)
Und wenn Du dann gut in dem "Brennweiten- Bereich bist, der Dir persönlich gut liegt, dann kannst Du über andere/ extremere Brennweiten nachdenken. Aber die liegen dann eher im Bereich von, z.B. bei Weitwinkel, 8-12 mm.
Und im Tele- Bereich bei 100 mm und mehr.
Sorry, für den sehr langen Post. Aber ich finde es halt immer sehr schade sich bei der Fotografie sooo viele Gedanken um technische Fragen zu machen. Wir sind da heute so dermaßen "fett" im Speck. Davon hätte ein Ansel Adams nur träumen können. Und dessen Bilder bezaubern uns noch heute.
Hoffe, ich konnte ein paar Anregungen geben.
LG
Hagen
