Ich finde es ja faszinierend, wie Sony hier versucht, ein extrem in die Jahre gekommenes technisches Fundament mit ein bisschen Edelstahl und Kunstleder als exklusives Lifestyle-Produkt zu verkaufen. Wenn man sich die nackten Fakten anschaut, bleibt das unter der Haube der altbekannte WH-1000XM5, dessen Treiberarchitektur und DSP-Abstimmung im Vergleich zu echter Hi-Fi-Konkurrenz oder modernem Planar-Magnetraten-Kopfhörern einfach an ihre Grenzen stößt.
Ein optisches Facelift ändert rein gar nichts an der verbauten DAC-Sektion oder der Tatsache, dass wir hier immer noch über verlustbehaftete Bluetooth-Codecs reden, bei denen selbst LDAC bei maximaler Bitrate an die Grenzen der Bandbreite stößt. Wer wirklich audiophilen Klang sucht, lacht über so ein Marketing-Konstrukt doch nur müde. In meinem Setup daheim setze ich auf ganz andere Kaliber, wo Frequenzgang, Bühnendarstellung und Impulstreue nicht künstlich durch einen Equalizer hingebogen werden müssen, sondern nativ durch die Hardware geliefert werden.
Sony liefert hier ein schönes Accessoire für die Generation Kaffeelasche, aber mit kompromisslosem High-End-Audio hat dieser verpackte Plastikbomber trotz der neuen Hülle absolut nichts zu tun. Wer für den exakt gleichen Klang nur wegen ein bisschen Edelstahl tiefer in die Tasche greift, hat die Kontrolle über seine Prioritäten verloren.