Soundkarte Empfehlung für VST Musikproduktion

RonnyDepp

Cadet 4th Year
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Dez. 2023
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Hallihallo!

Bei Musikproduktion am PC mit vielen VST Spuren ist u.a. die Latenz ein wichtiges Thema.

Ich habe hier ein MSI MAG Tomahawk Board mit i7 14700k plus normaler OnBoard Soundkarte.
Welche Soundkarte USB/PCIe würdet ihr im Bereich bis 200 Euro empfehlen wenn es um geringste Latenzen geht?
Man hört immer wieder die Focusrite 2i2 oder die ESI Maya 44eX.

Erwähnen möchte ich noch, dass keine Inputs für analoges Recording benötigt werden. Ich will weder Stimmen noch irgend welche Instrumente aufnehmen. Solche Eingänge wären rausgeschmissenes Geld. Allerdings hat selbst die kleine ESI einen Audioeingang.
Ich denke die PCIe Variante wird noch schneller sein als jedwede USB Lösung oder?

Als DAW ist Tracktion Waveform geplant

Danke euch schon mal für Tipps. 👍 😃
 
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Wenn es dir um möglichst niedrige Latenzen geht würde ich an USB-Interfaces eher zu folgenden raten:

https://www.thomann.de/de/audient_id4_mkii.htm (159€)

https://www.thomann.de/de/arturia_minifuse_1_black.htm (91€)

Julian Krause hat sehr gute Audiointerface-Reviews auf Youtube, in jedem Video gibt es das Segment "Round Trip Latency", dort hat er die Latenzen bei verschiedenen Buffergrößen und Samplerates getestet, da kommen die beiden von mir genannten besser weg als z.B. das Focusrite. Ich besitze selber ein Audient und bin damit absolut zufrieden, absolut cleaner Sound, niedrige Latenzen, top Verarbeitung und stabile Treiber.

Wenn dir der Kopfhörerausgang auch wichtig ist, gibt es in den Videos auch entsprechende Vergleichstabellen.

EDIT @Rickmer
Soweit ich weiß wird alles VST doch vollständig auf CPU berechnet, ein Offloading auf Soundkarte gibt es nicht...
Das sind zwei verschiedene Dinge. Die VST(i)s werden zwar ansich von der CPU berechnet (es gibt aber auch Audiointerfaces mit eingebautem DSP, so ist es nicht), die Ein- und Ausgabelatenz hängt aber dennoch stark von dem Audiointerface ab, das fängt schon damit an, dass es für Onboard-Soundchips oft keinen ASIO-Treiber gibt, ohne den man das unter Windows direkt vergessen kann. Aber selbst mit ASIO-Treiber gibt es teils massive Unterschiede.
 
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Ob PCIe oder USB hat in der Praxis keine signifikante Auswirkung auf deine Latenz. Aufgrund der enorm geringen Anzahl an PCIe Modellen, schränkt man sich dadurch jedoch stark ein. Da würde ich USB nehmen.

Welches Modell? So wirklich nehmen die sich alle nicht viel. Je mehr man zahlt, desto mehr Features/Inputs/Outputs. Mir persönlich ist im Alltag wichtig einfach zwischen Kopfhörer und Boxen zu switchen - da hat Audient meines Wissens nach einen Button, den man dafür belegen kann.

Ansonsten beliebt Motu M2, Audient iD4 MKII, Behringer UMC204HD, Focusrite Scarlett 2i2, Steinberg UR24C. Gerade das Behringer ist hinsichtlich Preis/Leistung top. Kannst davon eigentlich jedes nehmen und erfüllt seinen Job.

Ansonsten als Frage an dich, was du unter guten Latenzen verstehst. Alle Interfaces können via ASIO Treiber und in Verbindung mit dem 14700k super geringe Latenzen ermöglichen. Geht es dir um die Ausgangslatenz? Bist du dir bewusst, dass einige Plugins null Latenz einführen, aber andere Plugins welche einführen? Der Flaschenhals ist im seltensten Fall das Interface, sondern die Summe der ganzen Plugins. Die Latenz kommt noch zur Ausgangslatenz on top.
Beispiel: Interface zeigt dir knackige 6ms Ausgangslatenz an. Nun hast du in deiner DAW aber zwölf Plugins, die eine Latenz von 100ms erzeugen. Am Ende sind es dann 106ms, die man spürt. Da rettet dich kein Interface. Da muss man sich bewusst sein welche Plugins eine Latenz erzeugen und welche auch nicht.
Häufig wird angenommen, dass die Latenz dadurch entsteht, wie schnell eine CPU die Plugins berechnet. Es ist jedoch die Frage, wie das Plugin programmiert wurde. Ein Kompressor mit 4ms lookahead hat mindestens eine Latenz von 4ms (egal ob ein 14700k oder Taschenrechner es berechnet).
 
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Rickmer schrieb:
Was erhoffst du dir von einer Soundkarte, was die Latenz von VST angeht?
So wie ich das verstanden habe, berechnet natürlich alles die CPU.

Aber von dort zum D/A Wandler der internen Soundkarte entsteht offenbar die "Grund Latenz", die scheinbar höher ist, als wenn man von der CPU zu einer dedizierten Soundkarte (über PCIe oder USB) und deren schnelleren D/A Wandler geht . Zumindest hat mir das Gemini so erklärt, die auch meinte das PCIe Lösungen kürzere Latenzen hat als eben USB, weil PCIe einfach noch näher an der CPU als über USB Kabeln zur externen Audio-BOX. Vor Jahren hatte ich mal ne Soundblaster Audigy EX mit so ner Breakoutbox...das ist heute ja ähnlich nur angenehm über USB und nicht mit so nem gigantisch dickem proprietärem Kabel von Creative :-)

Klar, dass jedes VST mehr die Gesamtkomposition "verlangsamt" (gerade Diva soll ja auch CPU hungrig sein) Muss ja auch mehr berechnen die CPU. Aber die letzte Meile zum D/A Wandler sollte halt so schnell wie möglich sein. Aber ich denk, ich werde da keine Wissenschaft draus machen und eine der Empfehlungen von @KnolleJupp oder @perkyagnostic auswählen.

Was ich bei Focusrite gesehen habe, muss man sich (und das Gerät) aber registrieren um an den hauseigenen ASIO Treiber zu gelangen...Kann aber sein, dass das bei der Konkurrenz genau so ist. Vielleicht ist ein Microphone Input eh auch ganz gut für ein paar Vocoder Effekte :-)
 
@RonnyDepp:
Wenn du keine Ein- und Ausgänge benötigst, kannst Du es auch erst einmal mit dem Onboardsound in Verbindung mit ASIO4ALL als Treiber versuchen. Ggf. reicht dir die damit erreichbare Latenz ja schon aus.

Ansonsten: Sofern die Latenz tatsächlich entscheidet ist, würde ich zum Motu M4 tendieren. Niedrigere Latenzen erreichst du sonst nur bei Interfaces mit Thunderbolt. Die spielen preislich aber in einer ganz anderen Liga ...
 
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Danke, den ASIO4ALL hab ich schon probiert.
Motu M4...auch interessant, dank euch allen für den konstruktiven Input!
Ich schau mir gerade die Videos vom Julian Kraus an 😊
 
Wenn viele VSTs gleichzeitig verwendet werden, ist die Latenz im prinzip egal weil man den Sample Puffer hochstellen muss um ein großes Arrangement ohne Aussetzer berechnen zu können.

Ich habe mich für ein UMC204HD entschieden weil es der €/L König mit der besten Ausstattung im Bereich um die 100€ ist. Als Oberfläche und fürs Routing nehme ich Voicemeeter Banana. Das kleinere UMC202HD basiert auf dem gleichen Chipsatz und die Treiber kann ich nur als extrem stabil beschreiben. Ich hatte in den vergangenen 4/5 Jahren nicht ein Problem mit meinem 204.

Von ASIO4ALL kann ich nur abraten. Das ist für onboard Sound gedacht und eher Alibi-ASIO mit miesen Latenzen und schlechter Stabilität. Von Routing fang ich erst gar nicht an, das ist absoluter pita. Gute Interfaces bringen einen richtigen, eigenen ASIO Treiber mit.

Wie ernst sind den die Producer Ambitionen? Wenn das nur Hobby ist, macht mehr als ein UMC kaum Sinn, denn klanglich nehmen sich alle Interfaces bis 200€ so gut wie nichts.

Beim motu ist der KH Amp etwas schwach, der vom UMC ballert mir bei 12 Uhr auf meinem HD-25 fast das Trommelfell weg und verzerrt über 12 Uhr nur minimal, wird aber schon unangenehm laut.

PS: auch von mir ein ❤️ für den Julian Krause, super Kerl, schau den sehr gerne! :D
 
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Das Motu M4 hat gegenüber dem M2 zwei weitere Ausgänge und Eingänge (daher auch der Name). Ansonsten gleiches Fundament/Innenleben. Bei deinem Anwendungsfall könntest du da bedenkenlos auf das kleine M2 gehen.
 
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Also Motu baut sehr gute Interfaces, aber die absolut niedrigste Latenz hat man damit bei weitem nicht. Gut genug, aber eben nicht das niedrigste was über USB geht, wie hier behauptet.
 
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Das ist das niedrigste was ich mit meinem UMC204HD für den 24/7 ASIO Betrieb einstellen kann ohne Probleme mit der Soundausgabe zu bekommen, also Knackser oder Artefakte. Das funktiniert auch sauber für die Kommunikation per Discord & Co., und auch für Videospiele.

Das bringt einem aber nichts wenn die DAW-Software wesentlich mehr CPU-Last anlegt und mehr Samples für eine saubere Wiedergabe benötigt werden. In einem solchen Fall erhöht man auf 512 Samples, reduziert die Belastung der CPU und erhöht somit logischer Weise die Latenz. Das ist aber alles wie gesagt abängig vom Arrangement mit dem man arbeitet, der Menge der VSTi's und der DAW.

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Man achte bitte auf die CPU-Last oben rechts in der Ecke bei 512 Samples:
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Und das gleiche noch mal bei 128 Samples:
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Die Last variiert natürlich, je nachdem wieviele VSTs gerade aktiv sind. Native Instruments VST sind durchaus mal hungrig, so wie Diva, Maschine oder Reaktor. Da kommt es natürlich noch auf die Presets an die man in den VSTs lädt.


Meiner Meinung nach ist es recht egal welches Interface man sich zulegt, man kommt im Schnitt immer auf die gleichen Latenzen +/- ein paar ms. Wenn man ein wirklich gutes Audiointerface möchte, schaut man nach RME (zumindest war das vor geraumer Zeit noch so, aber seit dem hat sich viel getan), die sind aber richttig teuer und mit 200€ kommt man nicht sehr weit.
 
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Ich denke auch, dass man mit einem "kleinen" Interface wie z:B. dem Behringer für den Anwendungsfall gut hinkommt. Da ja vermutlich mit Midi-Keyboard eingespielt werden soll, würde ich persönlich drauf achten, dass ein Midi-Anschluss verfügbar ist. Idealerweise hätte ich am liebsten auch die Option, ein Netzteil anschließen zu können. Aber die Sachen funktionieren ja regelmäßig auch ohne diese beiden Optionen stabil.

Falls es dann bei Projekten dazu kommt, dass es plötzlich zu spürbarer Latenz beim Einspielen kommt, kann man sich ja auch damit helfen, dass man das bisherige Projekt als downmix exportiert, diesen file dann in ein neues Projekt zieht und hier nun die neue Spur latenzfrei einspielen kann. Idealerweise kann man die neu eingespielte Spur dann wieder in das bisherige Projekt ziehen....

Ich würde das Interface jedenfalls in einem der bekannten Musikhäuser kaufen, weil man da im Fall von Problemen meistens schnell kompetente Leute am Telefon hat.
Ergänzung ()

RonnyDepp schrieb:
Was ich bei Focusrite gesehen habe, muss man sich (und das Gerät) aber registrieren um an den hauseigenen ASIO Treiber zu gelangen...Kann aber sein, dass das bei der Konkurrenz genau so ist.
Nein, das wäre eher sehr unüblich....
https://downloads.focusrite.com/focusrite/scarlett-4th-gen/scarlett-2i2-4th-gen
 
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coxon schrieb:
Wie ernst sind den die Producer Ambitionen? Wenn das nur Hobby ist, macht mehr als ein UMC kaum Sinn, denn klanglich nehmen sich alle Interfaces bis 200€ so gut wie nichts.
Nee, mehr als Hobby ist es nicht :-) Drum scheidet auch RME aus, die sich ja weit über der 1000 € Marke bewegen ;-)
 
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