Da haben etliche Journalisten Samsung Electronics zu früh abgeschrieben. Angefangen hat es mit dem viel beachteten Youtube-Beitrag von südkoreanischem Sender KBS (
) mit dem Titel "Samsung, verlorene 10 Jahre" vor einem Jahr. Dann gab es Probleme, weil das Unternehmen die strenge Spezifikation für die neuen HBM-Speicher für NVidia nicht erfüllen konnte. Spott und Häme verbreiteten sich wie Fegefeuer bei den Journalisten und Forenschreibern.
Wer aber das Speichergeschäft schon länger verfolgt, wusste, dass das HBM-Geschäft erst letztes Jahr so richtig an Fahrt aufgenommen hatte und zwischen den beiden führenden in dem Sektor, nämlich SK Hynix und Samsung Electronics, immer ein ständiger Wechsel der technischen Führerschaft gegeben hat. Natürlich gab es wegen des Choi Soon-sil Skandals, worin auch Samsung verwickelt war, und wegen rechtlichen Problemen bei der Umstrukturierung der Unternehmensteile in der Samsung-Gruppe, weswegen der Gruppen-Chef Lee Jae-yong lange Zeit mehr mit juristischen Dingen beschäftigt war, als mit den strategischen Entscheidungen der Samsung-Gruppe.
Nach dem Lee Jae-yong vom Gericht freigesprochen wurde und einige personelle Änderungen an den Spitzen durchgeführt wurden, scheint mit dem Unternehmen wieder bergauf zu gehen. Nicht nur das Problem mit HBM (riskante Entscheidung mit 1c DRAM) hat das Unternehmen in den Griff bekommen, sondern auch das lange defizitäre Foundry-Geschäft scheint aus dem langen tiefen Tal zu kommen. Kürzlich hat die Samsung-Gruppe deutsche Unternehmen wie die Fläkt-Gruppe und die Sparte für Fahrerassistenzsysteme von der ZF-Gruppe (ADAS) übernommen. Kürzlich hat das Unternehmen angekündigt, dass es eigene GPU entwickelt hat.
Samsung Electronics ist ein bedeutendes Unternehmen für das ganze Land Südkorea. Es hat einen vergleichbaren Stellenwert wie die deutsche Auto-Industrie für Deutschland. Daher sollten vor allem Journalisten, die viel Zeit für Recherche und Analysen aufwenden, Fakten hervorheben und nicht in die Falle tappen, populistische Beiträge zu liefern.