Spezialist vs Generalist (Berufschancen)

Die "Mischung" klingt doch gut. Breit aufstellen ist nicht verkehrt, du weißt ja jetzt noch nicht, wohin es dich verschlägt und konkrete Ziele hast du auch noch nicht definiert.

Ein Studium ist nur eine Vorbereitung auf ein zukünftigen Job. Es soll zeigen, dass du fähig bist dir auch selbstständig komplexere Themen zu erarbeiten.
 
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Es kommt schon sehr darauf an, ob du in einem typischen "Mathematikerberuf" arbeiten willst oder nicht.
Ich arbeite ja in der R&D der Automobilbranche mit Schwerpunkt Simulation, musste aber noch nie beweisen, dass ein super fancy Optimierungsalgorithmus konvergiert. 😉
Die richtig abgefahrenen Sachen brauchst du meiner Meinung nach nur in der Uni-Forschung. In der Industrie nimmt man fertige Sachen.
 
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silberherz schrieb:
Es kommt schon sehr darauf an, ob du in einem typischen "Mathematikerberuf" arbeiten willst oder nicht.
Ich arbeite ja in der R&D der Automobilbranche mit Schwerpunkt Simulation, musste aber noch nie beweisen, dass ein super fancy Optimierungsalgorithmus konvergiert. 😉
Die richtig abgefahrenen Sachen brauchst du meiner Meinung nach nur in der Uni-Forschung. In der Industrie nimmt man fertige Sachen.
Dass ich in der Industrie nirgendwo irgendwas beweisen muss, das ist mir absolut klar und damit habe ich auch absolut kein Problem. Industrie-Mathematik ist sicherlich nicht vergleichbar zur Uni-Mathematik. Ich will nur nicht in einen Job kommen, wo ich mir denke: "Ja, das hätte ich auch nach dem Abitur gekonnt".
 
Peter_2498 schrieb:
Ich will nur nicht in einen Job kommen, wo ich mir denke: "Ja, das hätte ich auch nach dem Abitur gekonnt".

hust hust. Damit schließt du aber 98% der Jobs aus. Was meinst du wieso alle so viel Wert auf Berufserfahrung legen?
 
Stimmt. Und das wirklich dumme ist: es gibt zumindest in der Wirtschaft viel zu wenig Jobs für die vielen fertig Studierten mit Bachelor. Die meisten Jobs kann ein kaufmännisch Ausgebildeter besser. Und selbst bei Master muss man auch einfachste Tätigkeiten machen.
 
uincom schrieb:
Damit schließt du aber 98% der Jobs aus.
Mir fällt es irgendwie schwer das zu glauben. Ich weiß natürlich, dass man nur sehr wenig von dem was man im Studium macht, auch in der Wirtschaft benötigt aber bestimmte Sachen muss man dann doch wissen und mit dem Studium kommen auch andere Qualitäten als nur das was man inhaltlich gelernt hat.
 
Welche denn? Komm mir nicht mit Problemlösen und Recherchieren. 80% der Leute über 50 können gerade einmal Office starten und die haben gut bezahlte Jobs.
 
Peter_2498 schrieb:
und mit dem Studium kommen auch andere Qualitäten als nur das was man inhaltlich gelernt hat.
Genau das ist, neben dem Nachweis fundierter Kenntnisse in einem Gebiet (welches der Arbeitgebere aber auch verstehen/kennen muss), oft der Grund, einen Master-Absolventen einzustellen. Da vermutet man einerseits, dass er/sie die Dinge auch wirklich verstanden und nicht nur gut auswendig gelert hat. Und anderrseits, dass er analytisch/strukturiert arbeiten kann.

Wie Du ja selber schon geschrieben hast ist es extrem selten, dass man in seinem Fach-/Vertiefungsgebiet in der Wirtschaft eine Stelle findet ohne dort bereits studienbegleitend die passenden Kontakte aufgebaut zu haben.

MilchKuh Trude schrieb:
Und das wirklich dumme ist: es gibt zumindest in der Wirtschaft viel zu wenig Jobs für die vielen fertig Studierten mit Bachelor.
Das wird sich vermutlich erst ändern, wenn die Verantwortlichen für die Rekrutierung ihr Verantwortung abgegeben haben, die noch mit dem System aus Vordiplom und Diplom aufgewachsen sind.
 
@uincom
Nur dass das klar ist, ich beziehe mich auf den Arbeitsmarkt für Mathematiker. Also grob die Jobs, wo vorwiegend auch Mathematiker vorzufinden sind. Das sind zum Beispiel:

-Data Analyst
-Versicherungsmathematiker
-Wirtschaftsprüfer
-Leute die sich um Optimierungsprobleme kümmern
-Statistiker

Bei keinem dieser Felder kann ich mir vorstellen, dass diese auch genau so gut ein Abiturient hinbekommen könnte. Was man auch nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass man sich in vielen Berufen auch immer wieder weiterbilden muss.

Hier kann ich nur für meinen Studiengang sprechen:
Das Zentrale was ein Mathematiker einem Abiturienten voraus hat, ist "mathematische Reife". Die Zeit die ein Abiturient braucht um sich in mathematische Methoden einzuarbeiten ist im Regelfall!(Genies gibt es immer) bedeutend höher als es beim Mathematiker der Fall wäre (ja, auch Mathematiker müssen sich hier und da irgendwo einarbeiten, da wir uns auch nicht alles merken. Was am Ende bleibt ist die mathematische Erfahrung).
 
Wobei hier der Versicherungsmathemtiker der einzige ist, der sich wirklich schon im Studium auf dem Job festlegen sollte. Alle anderen können relativ breit aus dem MINT bereich rekrutiert werden z.T. auch mit Quereinsteigern.

Und es gibt durchaus eine softskills die man in einegen Studiengängen zwingend erwirbt, in allgemeinen aber nicht. So wird bei Mathematikern wie bei Juristen die Fähigkeit der formalen Sprache deutlicher ausgebildet als in anderen Feldern.
 
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