SSD - Sicheres Löschen leichter als bei HDD?

MrFink

Cadet 2nd Year
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Hallo CP-Community,

wenn man Dateien einer HDD "sicher" löschen will gibt es ja eine Vielzahl an möglichen Löschverfahren (z.B. nach Gutmann), was jedoch ziemlich viel Zeit kostet.

Mir ist klar dass eine SSD schneller arbeitet, aber mal abgesehen von der Geschwindigkeit interessieren mich die Löschverfahren die bei einer SSD von Nöten sind, damit man die Dateien nicht wiederherstellen kann.

Gibt es einfachere Verfahren, aufgrund der anderen Bau- bzw. Arbeitsweise von SSDs?
Oder muss man, um sicher zu gehen, die gleichen Sicheres-Löschen Methoden anwenden?

Und wie sieht es aus bei z.B. Brandunfällen, wo ja bekanntlich auch relativ gute Ergebnisse in der Datenwiederherstellung bei HDDs erzielt werden?

LG
MrFink
 
Genau wie bei einer HD reicht ein einfaches Formatieren (ab Windows 7) aus. Kein Schnellformat!
 
man möge mich korrigieren aber ich hab mal gelesen dass es auf ner ssd noch unwahrscheinlich ist nach einer vollen Formatierung was wiederherzustellen als auf HDD
 
Und was ändert der Trim Befehl daran das ich die Daten gerade mit Nullen überschrieben habe?
 
Tatsache ist eher, dass Langzeiterfahrungen noch etwas fehlen. Festplatten sind seit über 40 Jahren gängig im Business und ca. genau so alt sind die Überlegungen bezüglich Datenschutz. Man weiß relativ gut was Sache ist. Bei SSDs läuft viel davon noch unter "Annahme". Tatsache ist leider außerdem, dass du nicht viel tun kannst, außer das, was für HDDs designt wurde, um dann anzunehmen, dass es bei SSDs ebenso funktioniert.

Ich würde aktuell nicht davon ausgehen, dass es bei SSDs einfacher ist als bei HDDs. Ich weiß es halt auch nicht, aber annehmen würde ich sogar eher das Gegenteil. Und spätestens wenn die SSD defekt ist gelten die HDD Vorgehensweisen definitiv nicht mehr. Da bleibt dann nur die physikalische Zerstörung.
 
Weil du nicht wie bei einer Festplatte alle Sektoren nacheinander überschreibst, sondern der Controller die Daten verteilt.
 
Jede SSD hat Reservesektoren und andere die von einem Format nicht betroffen sind. Sie besitzen aber auch ein Secure Erase. Also nicht blos formatieren.
 
Kräftiger Piezozünder aus einem Gasgrill (also nicht diese Spielzeugdinger aus dem Feuerzeug, wobei auch diese für Chips tödlich sind) dürfte genug Energie liefern, um die Flash-Bausteine zu "entwerten". SSD aufmachen, jeden Flash-Chip 2x von unterschiedlichen Seiten "zünden" und dann dürfte das vorbei sein mit Daten auslesen.

Mit einem Labornetzteil könnte man die Chips einzeln (nach dem Auslöten) auch "ausheizen", aber gesund sind die entstehenden Dämpfe nicht gerade.

Edit: Wenn man die SSD noch gebrauchen möchte (oder verkaufen), dann sind diese Methoden natürlich nicht praktikabel. Dann muss man halt zu Methoden greifen, die dem TE "zu lange" dauern.
 
Zuletzt bearbeitet:
tnoay schrieb:
Festplatte sicher löschen (inkl. Reserve-Sektoren) geht exakt genauso. Geht auch schneller als Formatieren/Überschreiben mit Windows. Auch Festplatten, die schon Garantiefälle sind (SMART-Status FAIL, defekte und unlesbare Sektoren usw.) können dieses Kommando meist noch ausführen.

Man braucht allerdings für diese Anleitung einen älteren Rechner ohne ATA Security im BIOS/UEFI, sonst wird die Funktion gesperrt.
 
Zuletzt bearbeitet:
smuper schrieb:
Genau wie bei einer HD reicht ein einfaches Formatieren (ab Windows 7) aus. Kein Schnellformat!
Wenn TRIM wirklich funktioniert, also nicht z.B. aufgrund eines zu alten Treibers oder einer RAID Konfiguration nicht wirkt, dann reicht sogar ein Schnellformat aus, da dabei alle LBAs des Partition getrimmt werden.

DunklerRabe schrieb:
Tatsache ist eher, dass Langzeiterfahrungen noch etwas fehlen. Festplatten sind seit über 40 Jahren gängig im Business
Tatsache ist aber auch, dass sich die Technologie bei HDDs seidher weiter entwickelt hat und seid PMR mehrfaches Überschreiben unnötig ist. Andererseits haben inzwischen auch HDDs einen On-Disk Cache und man überschreibt daher nicht unbedingt die Daten, wenn man die LBAs überschreibt, weil die neue Daten eben erst auf dem On-Disk Cache landen und erst später die alten Daten überschreiben.

DunklerRabe schrieb:
Ich würde aktuell nicht davon ausgehen, dass es bei SSDs einfacher ist als bei HDDs.
Da SSDs heute i.d.R. TRIM unterstützen, macht es das schon einfacher, etwa bei Linux mit blkdiscard einfach mal alle LBAs zu trimmen.
DunklerRabe schrieb:
Und spätestens wenn die SSD defekt ist gelten die HDD Vorgehensweisen definitiv nicht mehr. Da bleibt dann nur die physikalische Zerstörung.
Das ist bei einer defekten HDD aber nicht anders, wenn die Köpfe auf der Parkposition festhängen oder die Elekotronik hin ist, dann kann man auch dort die Daten nicht mehr von den Schreiben löschen und letztlich ein Auslesen, was hier wie da sehr aufwenig wäre, nur durch physikalische Vernichtung des Speichermediums (NANDs bzw. Plattern) wirklich verhindern.

miac schrieb:
Jede SSD hat Reservesektoren und andere die von einem Format nicht betroffen sind. Sie besitzen aber auch ein Secure Erase. Also nicht blos formatieren.
Nur werden diese Reseveblöcke des NANDs einmal vor allem für Verwaltungsdaten genutzt und nur zum Teil als Free Area für Userdaten und dann werde die Blöcke der Free Area auch immer gelöscht, das ist ja die Resever die der Controller beim Schreiben braucht um nicht erst mühsam Blöcke auswählen, noch gültige Daten kopieren und dann löschen zu müssen, während der Schreibvorgang schon läuft. Aber selbst wenn da irgendwo noch Reste von Nutzdaten stehen, dann sind diese trotzdem nicht mehr über den Controller einfach auslesbar, da ihnen ja kein LBA mehr zugewiesen ist, sobald ein LBA überschrieben wurde werden die Daten ja in eine andere Page geschrieben auf die der LBA dann auch gemappt wird und die alten Daten des LBAs sind dann ungültig, werden also bei Gelegenheit von der GC oder Idle-GC entsorgt. Um da ran zu kommen, müsste die FW ein Hintertürchen haben oder man muss die NANDs ablöten und von Hand auslesen, anders geht es nicht.

Überschreiben hat aber gegenüber dem Secure Erease einen klaren Vorteil, denn einmal muss für SE ein Passwort gesetzt werden und wenn die SW das automatisch macht und man das nicht kennt, es dann aber zu einem Problem kommt und der Vorgang nicht beendet wird, dann hat man eine gesperrte SSD und zum anderen könnte der Controller bei verschlüsselten SSDs auch einfach den Schlüssel wechseln, aber den alten Schlüssel ggf. irgendwo hinterlegen damit bestimmte Stellen weiterhin Zugriffe haben. Überschreibt man aber die ganze Kapazität (ggf. mit Zufallsdaten die nicht komprimiert werden können), so muss der Controller weniges den größten Teil der Daten löschen, da er einfach keinen Platz hat die alten Daten noch irgendwo aufzubewahren.

Auf jeden Fall sollte man auch zuwischen den Hausgebrauch, also den einfachen Verkauf der gebrauchten Platte und einer konkreten Bedrohnung sehr sensibler Daten unterscheiden, wenn man also davon ausgehen muss, dass der Bieter auf die gebrauchte Platte einen Schlapphut trägt und diese konkrete Platten unbedingt haben will, weil man dort ganz besonders sensible Daten drauf hatte. Aber Leute die derart brisante Daten haben, sollte auch keine Datenträger aus der Hand geben, die nicht gründlich (auch mechanisch) zerstört worden sind, das verbieten i.d.R. auch die Sicherheitsbestimmungen entsprechender Firmen und Behörden.

Beim Heimanwender mit seinen normal sensiblen Daten reicht einmaliges Überschrieben mit h2testw und dann noch einmal Formatieren (gerne auch langsam) i.d.R. mehr als aus, ebenso reicht ein DISKPART CLEAN ALL, was dann auch alle LBAs mit 00 überschreibt. Aufpassen sollte man, wenn es eine HPA gibt, aber wer richtet sich sowas schon ein und schreibt dann dort noch sensible Daten rein? Meinst steht dort eher ein Backup des BIOS drin, das interessiert dann auch niemanden wirklich.
 
Viel Text.

Überlege mal, warum einige SSD z.B. 240 GB als freien Platz ausgeben und nicht 256 GB. Und dann schaue mal nach Over-Provisioning. An den Platz kommst Du nicht mit herkömmlichen Überschreiben.

Bezüglich Controller: Für normale Nutzer ist da sicher die Hürde. Wenn der Controller nicht verschlüsselt, kann man aber die Bausteine einfach ausbauen und auslesen.
 
miac, an den Platz kommt nicht durch überschreiben, aber da kommt man auch nicht lesend ran und da stehen auch kaum bis keine Daten darin, denn die werden vom Controller gelöscht um eine Free Area mit frisch gelöschten NANDs für den nächsten Schreibvorgang zu haben. Außerdem haben alle 256GB SSD auch wenigstens 256GiB NAND, also etwa 7% mehr!
 
Was hat der Link mit noch so einer unseeligen Anleitung für komplett überflüssige Optimierungen mit dem Thema zu tun? Und wer so geheime Sachen auf seine SSD hat, dass er fürchten muss, dass sich jemand die Mühe macht die NANDs abzulöten und auszulesen, der sollte seine gebrauchten SSDs nicht verkaufen sondern effizient vernichten, z.B. durch Schreddern.
 
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