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Steam Input, Trackpads und Shooter - eine Einführung

Kupfer

Cadet 1st Year
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Juli 2019
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Der Steam Controller 2 da - leider konnte ich noch keinen kaufen, aber immerhin reservieren. Ich muss also warten, aber die Zeit nutze ich jetzt, um zu erklären, warum ich ihn haben will.

Die meisten Beiträge zu dem Thema gehen leider am Kern der Sache vorbei. Gerade erst habe ich den Test von RockPaperShotgun gelesen und der Autor schreibt ganz ungeniert "Gyroskop-Steuerung ist ja nicht so mein Bier". Warum schreibt der dann die Kritik zu dem Teil...? Auch wenn hier im Forum jemand sagt, er fände den Controller komisch oder unnötig, geht aus dem Post meist gleich hervor, dass die Person nicht weiß, wozu und wie man einen Steam Controller sinnvoll benutzt.

Es gäbe viel zu erzählen, besonders zu Steam Input, der Konfigurationssoftware. Um diesen Text überschaubar zu halten, konzentriere ich mich auf eine Frage, die oft für Verwirrung sorgt: Was stellt man mit den Trackpads an?

Als Fan des Controllers von 2015 versichere ich euch: Ich würde niemals mit einem Laptop-Trackpad einen Shooter spielen wollen! Aber ich habe mit meinem Steam Controller mit Freude Doom 2016, Black Mesa und weitere durchgespielt. Wo ist also der Unterschied?

Mit einem Steam Controller funktioniert Zielen auf 3 Arten; eine für grobe, schnelle Bewegungen, eine für mittlere und eine für feine. Alle funktionieren gleichzeitig und wenn man sich daran gewöhnt hat, ist die Steuerung schnell und präzise. Ich persönlich habe keine Sehnsucht danach, wieder mit einer Maus zu spielen. Man muss den Controller allerdings in Steam Input konfigurieren, damit das klappt. Die vorgefertigten Konfigurationen sind selten gut. Wer das nicht will, braucht eigentlich auch keinen Steam Controller.

Die erste Art zu zielen ist die Trackball-Simulation. Man wischt mit dem Daumen über das Touchpad und lässt dann los. Steam Input verarbeitet das so, als hätte man einen Trackball angeschoben und als drehe dieser sich durch seine Trägheit noch ein Stück weiter - aber nur bis man den Daumen wieder auf das Pad legt, das stoppt die Bewegung. So kann man sich schnell umschauen und auch auf einem kleinen Trackpad große Bewegungen umsetzen.

Die zweite Art ist die ganz normale Touchpad-Bedienung, wie beim Laptop. Das funktioniert gut für mittelgroße Bewegungen, etwa um das Fadenkreuz von einem Gegner zum nächsten zu lenken. Der Unterschied zur ersten Art ist nur, dass man den Daumen nicht in der Bewegung hochhebt, was man aber natürlich jederzeit machen kann, wenn man sich weiterdrehen möchte.

Die dritte Art, für die Feinarbeit, ist dann das Gyroskop. Ich will hier keine Diskussionen über kompetitives online-Gaming und die Auflösung von Gaming-Mäusen führen, aber beim entspannten Spielen auf der Couch finde ich das Gyroskop ähnlich gut wie eine Maus - und viel, viel genauer als alles was Joysticks leisten können. Hier gibt es noch einen wichtigen Aspekt: Das Gyroskop sollte nicht immer aktiv sein, sonst würde ja jede Handbewegung erfasst und man müsste ständig verkrampt auf seine Körperhaltung achten.

Damit das nicht nötig ist, wird das Gyroskop nur aktiv, wenn man den Daumen auf das Trackpad legt. Wenn man dann an den Rand des komfortablen Bewegungsradius kommt, hebt man den Daumen ab und positioniert die Hände wieder neutral. Das ist im Grunde das gleiche wie eine Maus hochzuheben und zurück an eine bequeme Position zu setzen.

Und das ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Steam Controllers (und des Steam Decks), denn kein anderer Controller ermöglicht dieses mühelose Aktivieren/Deaktiveren des Gyroskops. Der DualSense kann es im Prinzip auch und man kann den in Steam Input genau so konfigurieren, aber das Trackpad ist dort so unbequem zu erreichen, dass man damit nicht lange spielen möchte. Beim Steam Deck sind außerdem die Joysticks berührungsempfindlich, die kann man also genauso mit dem Gyroskop kombinieren, wenn man auf Trackpads keine Lust hat. Der neue Steam Controller hat auch solche Joysticks und zusätzlich noch Berührungssensoren in den Griffen für den gleichen Zweck.

Damit wisst ihr jetzt über einen der wichtigsten Aspekte von Valves Eingabegeräten Bescheid. Steam Input kann natürlich noch viel mehr, ich habe auch schon DCS damit gespielt. Mit der richtigen Konfiguration funktioniert das super, wobei man natürlich einige Zeit investieren muss, um alles einzustellen. Über Steam Input könnte man Bücher schreiben, hier wollte ich nur mal ein paar Grundlagen erklären. Ich hoffe einige von euch verstehen jetzt ein bisschen besser, was den SC besonders macht und ob er für euch interessant ist.
 
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