Streaming in der Medizin: Telepräsenezroboter vs Kamera

lordg2009

Lt. Commander
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Hi,

ich bin Hautarzt an einer Uniklinik und mein Chef trat kürzlich an mich heran, ich solle mich doch einmal mit Telepräsenzrobotern auseinandersetzen. Er möchte sie im Studentenunterricht einsetzen und stellt sich vor, dass einer dieser Roboter während der Visiten, im OP oder bei der Diagnostik mitfährt und das Geschehnis live an die Studenten überträgt, die aufgrund von Abstandsregeln nicht in die kleinen Patientenzimmer gehen können. Wenn ich eine solche Visite in meinem Kopf durchspiele, stelle ich mir das recht unpraktisch vor. Ein Arzt muss diesen Roboter steuern, man muss aufpassen, dass die Ärztetraube nicht reinläuft, Hautbefunde kann man wahrscheinlich nur schlecht abbilden, usw. Ich denke, es wäre praktikabler, wenn man eine handliche Kamera besorgen würde, die einen Live-Stream überträgt. Derjenige, der diese Kamera mit sich führt, könnte, dann direkt an Hautbefunde herangehen und niemand stünde im Weg. Einziger Nachteil ist, dass Studenten hinter dem Monitor über den Roboter direkt mit den Ärzten und Patienten in der Visite kommunizieren könnten, das wäre über ein Headset aber vielleicht diskreter und besser zu lösen. Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob mein technikbegeisterter Chef vielleicht unbedingt einen solchen Roboter haben möchte, weil in die Materie interessiert.

Ich vermute mein Chef hat Folgendes im Sinn:
Double3

Hat jemand von euch Erfahrungen mit solchen Telepräsenzrobotern?
Ist ein solcher Roboter für das angesprochene Einsatzszenario geeignet?
Welchen Roboter könnte man empfehlen? Man bräuchte sicher einen mit Zoomfunktion und schwenkbarer Kamera
Welche kompakte Handkamera könnte man empfehlen, die eine Live-Stream-Funktion bietet?

Liebe Grüße und vielen Dank für eure Hilfe
 
Wäre es da nicht um ein vielfaches einfacher dem Arzt auf Visite ne GoPro auf den Kopf zu schnallen, anstatt einen Hundsteuren Mindstorm zu nehmen, der an jeder Treppe scheitert?
 
Wir hatten damals in der Klinik dafür einen Wagen benutzt - dieser wurde von Hand geschoben, hatte Monitor, Lautsprecher, Kamera und nen NUC für den Kram. Was du da für Hardware (Kamera etc. dran hängst) is ja bei nem PC dir überlassen.
 
Was ich mich eher frage ist, ob du das Datenschutz technisch legal streamen kannst. Es wird nicht erlaubt sein quasi Patienten Daten über Facebook etc. zu verbreiten.
 
Pittiplatsch4 schrieb:
Was ich mich eher frage ist, ob du das Datenschutz technisch legal streamen kannst. Es wird nicht erlaubt sein quasi Patienten Daten über Facebook etc. zu verbreiten.
Wo holst du nun Facebook her? Es soll an die Studis gestreamt werden, da kann davon ausgegangen sein, dass es um eine geschlossene Lösung handelt die nur den berechtigten Personen zugänglich ist.
 
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Facebook war nur ein Beispiel was mir grad eingefallen ist. Sicherlich gibt es da dutzende Services mehr worüber man streamen kann. Du solltest halt nur überprüfen wo die Daten hingehen. Wenn das über nicht EU Server läuft ist das definitiv ein no go. Ggf. sind da die medizinischen Datenschutzbestimmungen sogar nochmal strenger. Safe bist du mit einer self hosted Lösung.
 
Wir haben in meiner alten Firma u.A. Gemeinderatssitzungen und Landtagssitzungen übertragen - Cloud-Encodinginstanz innerhalb der EU, Ablage innerhalb der EU, kein Problem.

Was ist mit PTZ-Kamera(s) statt einem Roboter? Auf ein Stativ stellen und ab geht die Post, Strom bzw. Ethernet braucht sie halt, wobei die meisten eh PoE können. Die kann dann - richtig konfiguriert - überall im ganzen Haus ferngesteuert werden. Die Dinger kann man auch diskret an die Decke montieren, so denn eine Fixinstallation gewünscht ist - dann hängt sie nicht im Weg.
 
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