Streik im öffentlichen Dienst

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Original erstellt von Fairy
Das Bild der Beamten wird grad durch solche Überheblichkeit und Arroganz, wie Du Sie hier an den Tag legst, überdeutlich gefestigt....vielleicht haben Beamte ein Image Problem, an dem Sie selbst erstmal arbeiten muessten.
Arroganz ist da bestimmt nicht hilfreich.....das beweist nur wieder genau das Gegenteil dessen, was Du hier propagierst....
Mag sein, dass ich schnell arrogant werde, aber das ist ein Problem meiner Person nicht meines Berufes, denn da bin ich Dienstleister und professionell genug meinen Kunden freundlich gegenüber zu treten. Ich rege mich nunmal leicht darüber auf, wenn jemand der augenscheinlich von einer Sache keine Ahnung hat, sich hier hinstellt und so tut als hätte er die Weisheit mit dem Löffel gefressen.
 
Original erstellt von n0com
Davon mal abgesehen, kommt es nicht selten vor, dass ich als Beamter mein Wochensoll von 40 Stunden bereits am Mittwoch voll habe, und 270 Überstunden vor mir herschiebe.
Wenn du dich anstrengst, dann bekommste vielleicht ein halbes Jahr eher Rente.
Ist ja auch was wert :D
 
Na dann Golfproll....mal sehen ob ichs halbwegs hinbekomme...

Fangen wir mal ganz von vorn an:

Ausgangssituation: Verdi will 3% mehr Lohn.

Ok Analyse: Welche Auswirkung wird die 3% Lohnerhöhung haben? Großes Problem hierbei ist zunächst einmal das sie weit über der momentanen Inflation liegt. Es ist also keine Lohnerhöhung um nur den Real-Lohn auf dem gleichen Niveau zu halten sondern hier soll der Real-Lohn erhöht werden. Für eine Erhöhung des Real-Lohns müsste aber eine äquivalente Leistungssteigerung dem gegenüberstehen. Ich habe keine konkreten Zahlen für alle Gewerbe die Ver.di umfassst zur Hand, aber nehmen wir als proximation mal einfach das generelle Wirtschaftswachstum. Das ist aber leider auch bei nahe null momentan.

Resultat: eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, ergo also eine erhöhung der Betriebskosten. Das Argument das die Erhöhung der Löhne auch den Konsum ankurbeln läuft an folgender Stelle fehl: Die 3% Erhöhung wird nicht komplett in Konsumsteigerung umgesetzt. In der momentanen Wirtschaftslage wird das soger sehr wenig sein. Ein Teil der 3%igen Einkommenserhöhung wird über die Spar-Quote direkt in den Investment-Markt wandern. Der Investment-Markt ist aber (unter anderem wegen der niedrigen Inflation) momentan aber auch sehr zurückhaltend, d.h. das Geld wird im Kapital-Markt gebunden bzw. fließt ins Ausland ob wo lukrativere Investment-Möglichkeiten bestehen. Die paar Promille der einstigen 3% Lohnerhöhung die tatsächlich in gesteigerten Konsum umgesetzt werden verteilen sich aber auf die gesamte Marktwirtschaft und lassen deswegen die Bereiche die die 3%ige Erhöhung als Kosten zu tragen haben größtenteils mit diesen Kosten ungdeckt dastehen.

Diese Kostenerhöhung von Arbeitskraft wird zwangsweise zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen. Zwar ist die arbeitende Bevölkerung in der BRD vor Kündigung exzellent geschützt, allerdings setzt sich Arbeitslosigkeit aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen der Rate mit dem Leute ihren Job verlieren, zum anderen aus der Rate mit dem neue Leute eingestellt werden. Da man keine Firma zwingen kann neue Leute einzustellen wird der effekt der erhöhten arbeitslosigkeit also primär über die gesenkte Rate der Neueinstellungen abgestrahlt, währen die Rate des Leute die entlassen werden auf nur leicht steigt. Der Endeffekt bleibt der gleiche: Eine erhöhung der Arbeitslosigkeit. Diese erhöhte Arbeitslosigkeit würde in einer freien Marktwirtschaft nun automatisch Druck auf die Löhne ausüben und sie wieder zurück in ein Equilibrium treiben, das wird aber durch die Tarifverträge verhindert. Es ensteht also eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskraft: Der Arbeitslosen-Anteil der arbeitenden Bevölkerung. Diese Diskrepanz verursacht zunächsteinmal weitere Kosten beim Staat in form von erhöhten Sozialausgaben. Sie wirkt sich aber weiterhin indirekt auf die Leistungsfähigkeit des Landes aus indem ein Teil der arbeitenden Bevölkerung Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzieht ohne dafür eine produktive Gegenleistung zu erbringen.

Tja und so könnte man das endlos fortsetzen. Eine gewisse Kontrolle des Staates auf die freie Marktwirtschaft ist vielleicht nicht abzustreiten um gewisse grundlegende soziale Aspekte zu wahren. Was aber momentan passiert ist eine schwere Verzerrung des Arbeitsmarktes der die Angebotskurve und die Nachfragekurve für Arbeit völlig auseinanderreisst.
 
Eine kurze Frage, nehmen wir mal einen fiktiven Behördenzweig. Vor ein paar Jahren schlossen die Personalräte, die Gewerkschaften und das Land eine Vereinbarung, dass statt des damaligen Personalstandes von ca. 1400 ein Zielbeschäftigungsvolumen von 930 im Jahre 2003 erreicht sein soll. Dieses solle ohne Anstriche in der Qualität und der Bearbeitungsdauer erreicht werden. Im Rahmen dieses Prozesses wurden, Verbindungen geschlossen um den Kunden eine ganzheitliche Betreuung anzubieten, die er bis dahin nicht hatte, usw usw.

Und nun möchten die Beschäftigten dieses Behördenzweig 3% mehr Geld, können sie aber nicht, weil eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, eine erhöhung der Betriebskosten darstellt. Ähm ... Ein um über 400 Stellen verringerter Personalkörper leistet bei gleicher Qualität nicht mehr als der nicht reduzierte? Naja .. Du wirst schon wissen warum das so ist ..

Und dieses findet zur Zeit in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes statt, nur wird es nicht bemerkt oder man sieht grosszügig darüber hinweg. Auch wird gerne übersehen, dass der öD auch eine soziale Verantwortung hat, im Gegensatz zum privaten Arbeitgeber, wir stellen Menschen mit Behinderungen ein oder beschäftigen sie weiter, nicht nur zum Zwecke der PR.
 
@n0com
Für ein Privat-/ Kleinunternehmer ist es schlichtweg unzumitbar Schwerbehinderte einzustellen, die Fürsorge scheint wohl grösstenteils der Staat zu tragen.
Dafür sind größere Betriebe (ab 500 Arbeiter oder weniger?) staatlich verpflichtet welche einzustellen, diese tragen sogar einen besonderen Kündigungsschutz was man ja eben einem krieselten Kleinbetrieb unzumutbar wäre.
Nun zu heute, Stunden nach den Warnstreiks.. die hätten es ruhig vorher ankündigen können.
Ich glaube früher hat man Informationsblätter neben Fahrpläne hinter der Sichtvitrine angebracht und Durchsagen über DB-Lautsprechern.
Aber zum Glück haben wir diese Woche einen milden Wetter, bei Minusgraden wie noch in der letzten Woche hätte es bestimmt einen Toten durch erfrieren gegeben und ich müsste meine streikbedingte Ausfallzeit im Betrieb nicht nachholen.
 
Original erstellt von n0com
Und nun möchten die Beschäftigten dieses Behördenzweig 3% mehr Geld, können sie aber nicht, weil eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, eine erhöhung der Betriebskosten darstellt. Ähm ... Ein um über 400 Stellen verringerter Personalkörper leistet bei gleicher Qualität nicht mehr als der nicht reduzierte? Naja .. Du wirst schon wissen warum das so ist ..

Au contraire, mon ami. Die Reduzierung der Arbeitskräfte bei gleichbleibendem Service-Level bedeutet logischerweise eine prozentuale Mehrbelastung pro Mitarbeiter. Sollte der Service-Level wirklich auf dem selben Stand wie vorher bleiben dann wäre das eine Leistungssteigerung pro Mitarbeiter und folglich auch bei der erhöhung des Real-Lohns zu berücksichtigen. Schließlich steigt die Profitmarge ja auch wenn die selbe Leistung mit weniger Kosten (=weniger Mitarbeiter) erbracht wird. Ich bin in meinem Beispiel aber nicht von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl bei gleichbleibender Leistung ausgegangen weil ich es nicht zu sehr komplizieren wollte.
 
Original erstellt von Crazy_Bon
@n0com
Für ein Privat-/ Kleinunternehmer ist es schlichtweg unzumitbar Schwerbehinderte einzustellen, die Fürsorge scheint wohl grösstenteils der Staat zu tragen.
Dafür sind größere Betriebe (ab 500 Arbeiter oder weniger?) staatlich verpflichtet welche einzustellen, diese tragen sogar einen besonderen Kündigungsschutz was man ja eben einem krieselten Kleinbetrieb unzumutbar wäre.
Wenn ein Betrieb, egal welcher Grössenordnung, einen Schwerbehinderten Menschen einstellen will, dann werden die durch die Behinderung Kosten von den Itengartionsämtern der Länder übernommen. Daher verstehe ich nicht, warum es einem kleinen Betrieb unzumutbar sein soll. Die Verpflichtung zur Zahlung einer Ausgleichsabgabe für eine nicht erfüllte Quote an Schwerbehinderten, trifft auch kleinere Betriebe, nagel mich jetzt nicht fest, aber es müssen um die 25 Beschäftigte sein. Den Kündigungsschutz für Menschen mit Behinderungen gemäß SGB IX, soll auch nur eine Kündigung aufgrund der Behinderung verhindern, bzw. es soll im Falle von betriebsbedingten Kündigungen dazu führen dass versucht wird, den Menschen mit Behinderungen auf einem anderen Arbeitsplatz einzusetzen. Wenn es für den SB keine geeinete Tätigkeit gib kann ihm natürlich auch gekündigt werden, nur muss hier das Integrationsamt zustimmen. Ich könnte hier jetzt noch einiges zur Rechtslage sagen, habe keine Lust dazu, da Details, mich eingeschlossen, eh keinen interessieren.

Nun zu heute, Stunden nach den Warnstreiks.. die hätten es ruhig vorher ankündigen können.
Ich glaube früher hat man Informationsblätter neben Fahrpläne hinter der Sichtvitrine angebracht und Durchsagen über DB-Lautsprechern.
Aber zum Glück haben wir diese Woche einen milden Wetter, bei Minusgraden wie noch in der letzten Woche hätte es bestimmt einen Toten durch erfrieren gegeben und ich müsste meine streikbedingte Ausfallzeit im Betrieb nicht nachholen.
Wer soll denn Durchsagen wegen eines Streiks machen? Die Streikenden nicht, denn die dürfen die Anlagen wohl kaum benutzen.

Original erstellt von Daria Ich bin in meinem Beispiel aber nicht von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl bei gleichbleibender Leistung ausgegangen weil ich es nicht zu sehr komplizieren wollte.
Eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl mit der damit verbundenen Arbeitsverdichtung ist seit ca. 6-7 Jahren jedoch gängige Praxis im öD. Nur leider sieht das niemand, der nicht dafür interessiert.

Dass der Aufwand für Personalkosten trotzdessen steigt, ist mit den immensen Pensionslasten zu erklären. Wenn man davon abgehen würde und Beamte endlich in die Sozialversicherung integriert, wäre das einige Jahre erheblich teurer, als irgendwann rechnet es sich und die Pensionsberechtigten sterben aus. Aber das ist eine andere Geschichte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Original erstellt von Daria
Na dann Golfproll....mal sehen ob ichs halbwegs hinbekomme...

Fangen wir mal ganz von vorn an:

Ausgangssituation: Verdi will 3% mehr Lohn.

Ok Analyse: Welche Auswirkung wird die 3% Lohnerhöhung haben? Großes Problem hierbei ist zunächst einmal das sie weit über der momentanen Inflation liegt. Es ist also keine Lohnerhöhung um nur den Real-Lohn auf dem gleichen Niveau zu halten sondern hier soll der Real-Lohn erhöht werden. Für eine Erhöhung des Real-Lohns müsste aber eine äquivalente Leistungssteigerung dem gegenüberstehen. Ich habe keine konkreten Zahlen für alle Gewerbe die Ver.di umfassst zur Hand, aber nehmen wir als proximation mal einfach das generelle Wirtschaftswachstum. Das ist aber leider auch bei nahe null momentan.

Resultat: eine erhöhung des Real-Lohns ohne gleichzeitge Steigerung der Leistung, ergo also eine erhöhung der Betriebskosten. Das Argument das die Erhöhung der Löhne auch den Konsum ankurbeln läuft an folgender Stelle fehl: Die 3% Erhöhung wird nicht komplett in Konsumsteigerung umgesetzt. In der momentanen Wirtschaftslage wird das soger sehr wenig sein. Ein Teil der 3%igen Einkommenserhöhung wird über die Spar-Quote direkt in den Investment-Markt wandern. Der Investment-Markt ist aber (unter anderem wegen der niedrigen Inflation) momentan aber auch sehr zurückhaltend, d.h. das Geld wird im Kapital-Markt gebunden bzw. fließt ins Ausland ob wo lukrativere Investment-Möglichkeiten bestehen. Die paar Promille der einstigen 3% Lohnerhöhung die tatsächlich in gesteigerten Konsum umgesetzt werden verteilen sich aber auf die gesamte Marktwirtschaft und lassen deswegen die Bereiche die die 3%ige Erhöhung als Kosten zu tragen haben größtenteils mit diesen Kosten ungdeckt dastehen.

Diese Kostenerhöhung von Arbeitskraft wird zwangsweise zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit führen. Zwar ist die arbeitende Bevölkerung in der BRD vor Kündigung exzellent geschützt, allerdings setzt sich Arbeitslosigkeit aus zwei Faktoren zusammen. Zum einen der Rate mit dem Leute ihren Job verlieren, zum anderen aus der Rate mit dem neue Leute eingestellt werden. Da man keine Firma zwingen kann neue Leute einzustellen wird der effekt der erhöhten arbeitslosigkeit also primär über die gesenkte Rate der Neueinstellungen abgestrahlt, währen die Rate des Leute die entlassen werden auf nur leicht steigt. Der Endeffekt bleibt der gleiche: Eine erhöhung der Arbeitslosigkeit. Diese erhöhte Arbeitslosigkeit würde in einer freien Marktwirtschaft nun automatisch Druck auf die Löhne ausüben und sie wieder zurück in ein Equilibrium treiben, das wird aber durch die Tarifverträge verhindert. Es ensteht also eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskraft: Der Arbeitslosen-Anteil der arbeitenden Bevölkerung. Diese Diskrepanz verursacht zunächsteinmal weitere Kosten beim Staat in form von erhöhten Sozialausgaben. Sie wirkt sich aber weiterhin indirekt auf die Leistungsfähigkeit des Landes aus indem ein Teil der arbeitenden Bevölkerung Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzieht ohne dafür eine produktive Gegenleistung zu erbringen.

Tja und so könnte man das endlos fortsetzen. Eine gewisse Kontrolle des Staates auf die freie Marktwirtschaft ist vielleicht nicht abzustreiten um gewisse grundlegende soziale Aspekte zu wahren. Was aber momentan passiert ist eine schwere Verzerrung des Arbeitsmarktes der die Angebotskurve und die Nachfragekurve für Arbeit völlig auseinanderreisst.



Bla, bla, bla...und dafür hat der öffentliche Dienst einige Jahre auf einen Inflationsausgleich verzichtet. Außerdem wurde in unserer ÖPNV Firma (http://www.rheinbahn.de/) die Frührente mehr oder weniger abgeschafft, Junggesellen (fertige Azubis) werden nicht mehr richtig übernommen, von 4000 wurde auf 3000 Stellen abgebaut und auf Lohn verzichten (zum Teil wurden viele abgestuft). Mit den Resultat, das wir Mehrarbeit haben, der Vorstand (Blumenthal und Co.) sich die Taschen voll gemacht haben, wir seit Jahren verzichten und auch mal endlich etwas dem gesparten Geld haben wollen!!! Wo sonst fließen die Milliönchen hin? Ach, ihr habt keine Ahnung solange ihr nicht selber einer der Fuzzis in den Betrieben seid.

Ich wünsche euch, die was gegen uns aus den öffentlichen Dienst haben, das ihr im späteren Berufsleben mal so richtig auf die Fresse fallt bzw. vom Arbeitgeber abgezogen werdet.
 
Original erstellt von Das Kriterium
Ich wünsche euch, die was gegen uns aus den öffentlichen Dienst haben, das ihr im späteren Berufsleben mal so richtig auf die Fresse fallt bzw. vom Arbeitgeber abgezogen werdet.

Och Kriterium...das Post war nu aber wirklich verschwendung von Bandbreite. Machst du das immer wenn dir kein richtiges Argument mehr einfällt?

Es kann niemand bestreiten das auch von Vorständen und Arbeitgebern viel Geld abgezogen wird, was eigentlich nicht rechtens gewesen wäre. Allerdings muss man auch sagen das der normale Busfahrer, Fabrikarbeiter oder sonst was leider keine Ahnung hat von hochkomplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen. Das ist keine Beleidigung, sondern lediglich eine Natur der Sache. Nur da's hier ums eigene Geld geht will natürlich jeder mitreden, ob er nun Ahnung hat oder nicht. Das wär so als würde ich dem Strassenbahnfahrer auf dem Weg zur Arbeit ständig Tips geben wir er seine Gondel zu fahren hat. Genau dasselbe ist es nämlich wenn wieder irgendwelche Leute a la Bsirske mit ihren Bild-Parolen versuchen ihre Forderungen durchzudrücken.
 
Ich finde, das wir mal differenzieren müssen, zB. finde ich, das eine Krankenschwester, ein Polizist...absolut unterbezahlt sind, da reichen auch keine 3%, ich habe am eigenem Leib erfahren
Genau das meinte ich - Super das Du es mal ansprichst!
Grüße hunny :)
 
Jo, und zur Finanzierung der Krankenschwester schrauben wir dann auch gleich die Krankenversicherungsbeiträge um 5% nach oben.

Polizist = Beamter!

Grundgehalt
Ortszuschlag
Zuschlag für Dienst zu Ungünstigenzeiten
Außendienstzulage
etc. pp

Keine Sozialvers. Abgaben
75% Übernahme der Kosten für Krankenversicherung (da privat Versichert)

Beamte haben i.d.R. kein hohes Bruttogehalt, dafür aber ein entsprechendes Nettogehalt.

Während meiner Bw-Zeit bekam ich z.B. DM 3111,- Brutto und DM 2.789,- Netto.
Na, klingelts?
Würde man einem Arbeitnehmer in der Freien Wirtschaft 3.111,- Brutto zahlen, würde er in etwa DM 2.400,- netto bekommen unter der Voraussetzung, dass er verheiratet ist und somit in Steuerklasse 3.

Mir kann keiner erzählen das Polizisten die armen der Armen sind. Dafür gibt es komischerweise zuviele Bewerber.
 
Original erstellt von GRAKA0815
Während meiner Bw-Zeit bekam ich z.B. DM 3111,- Brutto und DM 2.789,- Netto.
Na, klingelts?
Klar klingelts, Du hast vergessen zu schreiben, dass Du als SaZ freie Heilfürsorge hattest, damit für Dich auch keine Notwendigkeit bestand eine Krankenversicherung abzuschliessen um die das Netto noch zu mindern ist. Besonders wenn noch Kinder mit zu versichern sind.

Würde man einem Arbeitnehmer in der Freien Wirtschaft 3.111,- Brutto zahlen, würde er in etwa DM 2.400,- netto bekommen unter der Voraussetzung, dass er verheiratet ist und somit in Steuerklasse 3.
Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, etc. sind Dir ein Begriff? Natürlich hat ein abhängig Beschäftigter höhere Abgaben und dadurch ein geringes Netto, nur liegt das Netto bei einem vergleichbaren Angestellten höher als beim Beamten. Wenn es nach mir ginge, wäre ich sofort Pflichtversicherter.

Mir kann keiner erzählen das Polizisten die armen der Armen sind. Dafür gibt es komischerweise zuviele Bewerber.
Das ist halt so, zwei Gründe für die vielen Bewerber:

- es gibt viel Geld und gute geregelte Arbeitszeiten
- "Ich kann nichts, ich bin nichts - gebt mir eine Uniform"

Davon mal abgesehen, vielleicht gibt es noch Menschen die einen Beruf idealistisch sehen, und nicht nur geldgeil nach den bestbezahlten Jobs suchen.
 
Original erstellt von n0com
Davon mal abgesehen, vielleicht gibt es noch Menschen die einen Beruf idealistisch sehen, und nicht nur geldgeil nach den bestbezahlten Jobs suchen.
:volllol:
 
Original erstellt von n0com
Klar klingelts, Du hast vergessen zu schreiben, dass Du als SaZ freie Heilfürsorge hattest, damit für Dich auch keine Notwendigkeit bestand eine Krankenversicherung abzuschliessen um die das Netto noch zu mindern ist. Besonders wenn noch Kinder mit zu versichern sind.

Klar hatte ich freie Heilfürsorge, dafür aber keine freie Arztwahl!
Daher erhalten ja auch andere Beamte (ausser SaZ und BS) als privatversicherte 75% Zuzahlung zu ihrer Krankenversicherung.
Dann läßt man die Frau noch einen halbtags Job machen und somit ist die Frau und evtl. vorhandene Kinder pflichtversichert bei der Frau. Spart auch nochmal Geld für die Private KK. Selbst wenn die Frau nicht arbeitet, bezahlt auch hier der Staat 75% KV für die Familienangehörigen.

Und sind die Privaten KV Beiträge nicht auch noch steuerlich absetzbar?
War ne ernste Frage, weiss es ehrlich nicht. Dürfte aber sein.
Meine Pflicht KK Beiträge kann ich nicht steuerlich absetzen.
 
@ Graka0815,
Außendienstzulage?
Dienst zu ungünstigen Zeiten:
von 20.00 h - 06.00 h : pro Std. 0,75 €
Sonntags: 2 €

Ja, das zieht meine Bezüge in astronomische Höhen:)
Abgesehen davon hast Du Recht. Ich nage nicht am Hungertuch und habe nicht vor hier rumzujammern.

@N0com,

Das ist halt so, zwei Gründe für die vielen Bewerber:

- es gibt viel Geld und gute geregelte Arbeitszeiten
- "Ich kann nichts, ich bin nichts - gebt mir eine Uniform"

Das zeugt von Kenntnis der Materie! Na ja, Du als Dienstleiter wirst schon wissen, wovon Du schreibst:D :D



Gruß


Elessar
 
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Original erstellt von Elessar
Das zeugt von Kenntnis der Materie! Na ja, Du als Dienstleiter wirst schon wissen, wovon Du schreibst:D :D
Kann man in diesem Land nichts schreiben, ohne Ironie-Tags zu setzen?

Original erstellt von GRAKA0815 Klar hatte ich freie Heilfürsorge, dafür aber keine freie Arztwahl!
Daher erhalten ja auch andere Beamte (ausser SaZ und BS) als privatversicherte 75% Zuzahlung zu ihrer Krankenversicherung.
Dann läßt man die Frau noch einen halbtags Job machen und somit ist die Frau und evtl. vorhandene Kinder pflichtversichert bei der Frau. Spart auch nochmal Geld für die Private KK. Selbst wenn die Frau nicht arbeitet, bezahlt auch hier der Staat 75% KV für die Familienangehörigen.
Richtig ist, ich muss/kann mich zu 50% versichern, nicht 75%. Und selbst wenn ich meine Frau einen Halbtagsjob machen lasse (welch eine Ausdrucksweise einer Akademikerin gegenüber :) ), wären die Kinder bei mir zu versichern, denn ich habe das höhere Brutto und darauf achten die gesetzl. KK in der Regel. Wenn ich Pflichtversichert wäre, wären (eine nicht arbeitenden Frau vorausgesetzt) alle ohne zusätzliche Kosten bei mir versichert. Aber wie gesagt ich wäre lieber heute als morgen Pflichtversichert, denn das wäre günstiger, wenn es erstmal zwei Kinder sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Der steuerlich Vorteil bei meinem 2. Kind war der, dass ich keine Kirchensteuer mehr zahlen brauchte. Waren ungefähr DM 7,-
Toll was?:D

50% ?
Also ich weiß von meinem ehem. Verteidigungskollegen, das er 75% für seine Frau als Zuzahlung zur versicherung erhalten hat.
Hat die Bw da eine Sonderregelung?
Oder betrifft das nur Familienangehörige?
 
Und selbst wenn ich meine Frau einen Halbtagsjob machen lasse (welch eine Ausdrucksweise einer Akademikerin gegenüber :) ), wären die Kinder bei mir zu versichern, denn ich habe das höhere Brutto und darauf achten die gesetzl. KK in der Regel.

Das ist falsch. Hab gerade nochmal meinen Steuerberater dazu angerufen. Wenn Mann & Frau arbeiten, ist es vollkommen egal bei wem die Kinder mitversichert sind.
hat mit dem Einjkommen garnichts zu tun. Da kann der Mann jeden Monat Millionen verdienen und die Kinder trotzdem bei der Frau in der Gesetzl. Versicherung mitversichert sein.
 
@Daria
Deine Expertise in Ehren, aber hier solltest du etwas vorsichtiger argumentieren. Nahezu alles, was du hier ausführst, ist richtig - aber du hast Informationen ausgeklammert, die in deine Rechnung auch hineingehören. Namentlich der Personalabbau bei gleichbleibender Leistung (= Mehrleistung für die Verbliebenen Arbeitnehmer) und der bereits geschehene Verzicht auf einen Inflationsausgleich.
Wenn die Gewerkschafter dir diese Informationen nachreichen, dann solltest du sie nicht leichtfertig abtun. Das sind in meinen Augen Informationen, die du ehrlicherweise in dein Modell aufnehmen mußt. Dann solltest eigentlich auch du nichts mehr gegen die Forderungen einzuwenden haben. Oder habe ich etwas übersehen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Original erstellt von [UTC]VADER
Der Bundesinnenminister hat für den Fall einer hohen Abschlusses ja schon Entlassungen angekündigt, da sollte man sich schon fragen, was einem bei der aktuellen Kassenlage und dem aktuellen Arbeitsmarkt lieber ist - ein sicherer Job oder mehr Geld, dafür aber das Risiko entlassen zu werden.

Wobei dieser Aspekt der Geschichte schon wieder deutlich komische und satirische Züge trägt: Der Bundesinnenminister, der u.a. aufgrund der eindeutigen Wahlkampfhilfe seitens der Gewerkschaften seinen Job behalten konnte, verhält sich auf einmal wie der vielgescholtene Buhmann-Unternehmer, wenn Bsirske & Co. nun den Preis für ihre Unterstützung einfordern wollen.

Aber er kann nicht anders, gewisse wirtschaftliche Grundregeln und Notwendigkeiten gelten nun einmal für jeglichen Arbeitgeber, sei es im öffentlichen Dienst oder in der Privatwirtschaft. Und eines der wichtigsten Gesetze ist nunmal, daß Lohnerhöhungen nur dann keine Auswirkungen auf die Beschäftigungslage haben, wenn sie dem Produktivitätszuwachs entsprechen. Daraus abgeleitet: Höhere Lohnsteigerungen kosten Arbeitsplätze, geringere Zuwächse hingegen tragen zur Arbeitsplatzschaffung bei.

Hinzu kommt, daß insgesamt gesehen die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen tendenziell teurer und ineffektiver ist als ein vergleichbares Angebot privatwirtschaftlicher Anbieter. @Das Kriterium: Warum hat denn die Rheinbahn vor einigen Jahren nichts besseres zu tun gehabt, als einen privaten ÖPNV-Anbieter, der zu geringeren Kosten besseren Service bieten konnte, mit allerlei Tricks und juristischen Finessen aus dem Markt zu drängen?

Ich will hier keineswegs diejenigen angreifen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, sicherlich zu Recht über eine hohe Arbeitsbelastung klagen und ihre Jobs verantwortungsvoll und gut erledigen. Nur leider hat das subjektive Empfinden des einzelnen Mitarbeiters nicht zwangsläufig etwas mit der Gesamtsituation zu tun. Die Frage muß aus Eurer Sicht dann doch eigentlich lauten: Warum ist trotz Eurer effektiven Arbeit das Gesamtsystem ineffektiv? Ansatzpunkte für die Beantwortung dieser Frage habt Ihr ja bereits gegeben, z.B. indem zu viel Verwaltungsaufwand betrieben wird bzw. zu viele "Sesselpfurzer" mit durchgezogen werden müssen. Ein weiterer Ansatzpunkt ist sicherlich auch, daß sich unter konkurrenzfreien Bedingungen zahlreiche ineffiziente Arbeitsabläufe halten konnten. Wie gesagt, mit dem subjektiven Arbeitsempfinden hat das nichts zu tun!

Nehmen wir doch als Beispiel mal den Polizisten, der seinen überbordenden Papierkram noch mit einer alten, klapprigen Schreibmaschine erledigen muß, weil in seiner Dienststelle das PC-Zeitalter noch nicht eingezogen ist oder bestenfalls der vorhandene PC nicht kompatibel zu den Systemen anderer Dienststellen ist. Dieser Polizist kann letztlich gar nicht effektiv arbeiten, auch wenn er persönlich noch so schuftet.

An dieser Stelle kommen dann auch die Gewerkschaften in´s Spiel, die sich die letzten Jahre und Jahrzehnte vor allem als Besitzstandswahrer und damit als Modernisierungsverhinderer profiliert haben. Das alles unter den absolut falschen Grundannahmen, daß die Gesamtmenge an Arbeit und Beschäftigung konstant ist und sich Arbeitslosigkeit damit auf eine ungelöste Verteilungsproblematik reduzieren läßt, und daß Lohnkosten keine Kosten sind, die sich substituieren (z.B. durch Rationalisierung) oder außerhalb des deutschen Arbeits-"Markts" verringern (z.B. durch Verlagerung in das Ausland) lassen. Die historischen Verdienste der Gewerkschaften stelle ich in keiner Weise in Abrede, allerdings wäre es für die Gewerkschaften dringend notwendig, sich aus dem frühkapitalistischen, klassenkämpferischen Gedankenmodell aus der Zeit, aus der diese Verdienste stammen, zu verabschieden. Die aktuelle Entwicklung mit beständig sinkenden Mitgliederzahlen spricht doch hier eine deutliche Sprache, offensichtlich ist die Mehrheit der Arbeitnehmer hier schon wesentlich weiter als ihre eigentliche Interessenvertretung.

Besonders paradox wird die Rolle der Gewerkschaften, wenn man sich die Gewerkschaften als Arbeitgeber ansieht. Auf einmal gibt es dann Dinge wie Kostendruck, betriebsbedingte Kündigungen etc., und den eigenen Beschäftigten werden teilweise die Mindeststandards verweigert, die auf der anderen Seite von anderen Arbeitgebern gefordert werden. Willkommen in Absurdistan!

Auch wenn ich jetzt in die Gefahr gerate, genau wie Daria, Vader oder Golfproll verbal ein wenig niedergeknüppelt zu werden, so ist genau das ein gutes Spiegelbild unserer Situation in Deutschland: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, werden sämtliche Denkansätze erst einmal einer ideologischen Kontrolle unterworfen, ob sie denn auch dem spezialdemokratischen Weltbild z.B. eines Herrn Müntefering entstprechen oder sich mit der Beharrungsperspektive der Gewerkschaften vereinbaren lassen. So ist es Herrn Hartz ergangen, dessen Vorschläge bis zur Wirkungslosigkeit weichgespült wurden. Bei Herrn Rürup geht man sicherheitshalber noch weiter, seiner vermeintlich unabhängigen Reformkommission wurden aktuell gleich im Voraus entsprechende Denkverbote verpaßt. Oder nehmt Herrn Gerster, der als neuer Chef der Bundesanstalt für Arbeit den Finger in einige Wunden legte, was ihn den Job auch gleich fast wieder gekostet hat.

Weiter so, Deutschland, mit Vollgas gegen die Wand!

Ciao, Tiguar

P.S.: Welcome back, Kwuteg! :D
 
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