Suche nach Distribution fürs Programmieren

thekillerbounty

Lieutenant
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Hallo liebe CB-Community,

ich suche nach einer Linux Distribution zum Programmieren. Im Besonderen suche ich nach einer sowohl ressourcen- als auch energieeffizienten Version. Da sie auf einem Notebook zum Einsatz kommen soll (i5 + 8 GB Ram) ist ein niedriger Ressourcenverbrauch des Betriebssystems wichtig, weshalb ich Windows auch zunächst den Rücken kehren möchte. Außerdem arbeite ich viel in öffentlichen Verkehrsmitteln, die Akkulaufzeit ist also relevant.

Außerdem wäre eine übersichtliche Oberfläche wichtig, besondere Ansprüche stelle ich nicht an diese.

Die Welt der Linux-Distributionen ist unglaublich umfassend und deshalb dachte ich, vielleicht wisst ihr, welche Distribution sich gut eignet. Lediglich einigermaßen einsteigerfreundlich sollte das System sein, auch wenn ich durchaus lernbereit bin.

Ich würde mich freuen, wenn ihr mir gute Derivate vorschlagen könntet. Bisher habe ich mir Kubuntu und Mint angeschaut, beide fand ich nicht schlecht, weiß aber nicht, ob sie auch etwas taugen.

Beste Grüße
Dominik
 
Bei 8GB ist der Ressourcenverbrauch irrelevant.
Auch bei der Akkulaufzeit ist die Distro (fast) irrelevant.
Du kannst jede Distro mit LXDE, XFCE oder gleich openbox betreiben, du musst den Standarddesktop nicht nutzen. Um die Akkulaufzeit zu optimieren wirst du selbst Hand anlegen müssen und Dinge wie powertop, TLP, etc. nutzen.
 
Zur Akkulaufzeit: Die ist von den Angaben des Herstellers vorgeben. Linux frisst nicht mehr und nicht weniger als ein Windows.

Zum Desktop: Das muss du selbst wissen mit was du zu recht kommst. Übersichtlich sind sie alle.

Fang doch mal damit an um welches Gerät es sich handelt. Das man passend zur Hardware etwas empfehlen kann.

Und unter welcher Software möchtest du den Programmieren?
 
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Natürlich ist die nicht vom Hersteller vorgegeben sondern (auch) von der Belastung durch die Distro. Standardmäßig frisst Linux so gut wie immer mehr weil die Hersteller unter Windows optimieren, es aber unter Linux nicht tun oder können. Die Distro natürlich auch nicht für jeden Laptop, deswegen muss der User es selber machen. Deswegen gibts ja Projekte wie TLP für Thinkpads.
 
Wenn eine aktuelle Distru. die Hardware nativ durch den Kernel steuern kann, dann braucht es nichts. Ob ein KDE, Mate, XFCE frisst das selbe. Ich kann die Zeit von 2,5 Std - 4.5 Std oder länger die ein Hersteller gibt, durch Linux nicht verlängern oder wesentlich verschlechtern, wenn der Bildschirm in der Helligkeit aufgedreht und das Gerät ausgelastet ist.

Aber nicht umsonst stelle ich auch die Frage nach der Hardware.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zum Programmieren eignet sich jede Distro. Letztlich kommt es nur darauf an, dass die Hardware komplett unterstützt wird und Du mit der Oberfläche zurecht kommst. Für letzteres hilft nur ausprobieren.

Ich persönlich nutze i3wm als Oberfläche, aber damit kommt nicht jeder klar. Auf dem Notebook habe ich deswegen zusätzlich Gnome installiert, damit auch die Verwandtschaft ohne Mühe zum Zuge kommen kann.

Bei den Distros nimmst Du am Ende irgendwas Debian, Arch oder Fedora-basiertes.
 
obz245 schrieb:
Fang doch mal damit an um welches Gerät es sich handelt. Das man passend zur Hardware etwas empfehlen kann.

Und unter welcher Software möchtest du den Programmieren?

Hi,

ich verwende ein Lenovo U430T Notebook (i5-4200U, 8 GB Ram und 500 GB SSHD), wobei mir egal ist, ob die GT 730M unterstützt wird, auf dem Notebook soll nicht gespielt werden.

Aktuell verwende ich hauptsächlich die IntelliJ IDE zum Programmieren von Java Programmen, Android Studio für Android Applikationen und Sublime-Text für Haskell.

Wenn die Desktops einfach ausgetauscht werden können, dann ist das ja kein großes Entscheidungskriterium, ich werde mich darüber informieren, danke für die Info.

Auch bezüglich der Tipps von HominiLupus in Punkto Akkulaufzeit werde ich mich genauer Umschauen.

Sind Mint und Kubuntu dafür verwendbar? Die beiden sind mir bisher sehr sympathisch :D

Beste Grüße und vielen Dank
 
Zum Programmieren würde ich Mint nicht empfehlen, da es nur alle 2 Jahre größere Versionssprünge gibt. Für den 0815-Anwender Ok, aber nicht für Entwickler. Z.B. ist ja Ubuntu LTS das für Android-Entwicklung empfohlene OS. Vor der Veröffentlichung von Ubuntu 16.04 war Java 8 schon einige Monate draußen, was ab Marshmallow glaube ich schon verpflichtend wurde. Aber in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu 14.04 war es nicht enthalten, es gab auch kein PPA.
Andererseits ist "rolling release" auch kein Allheilmittel. Als ich mal ein Freetz-Image bauen wollte, hat das unter Arch partout nicht geklappt, da nicht alle benötigten Pakete in den Quellen waren. Habe dann eins vom AUR genommen, dessen Kompilierung aber fehlschlug... Und dann hat man irgendwann keine Lust mehr, sich durch 30 Suchseiten zu hangeln, bis man evtl. mal auf die Lösung kommt.
Daher lieber eine Distro, die öfter Upgrades bekommt und eine möglichst breite Paketbasis hat. (K/L/X)Ubuntu oder Debian Testing sind da wohl die beste Wahl.
 
Die Entwicklungstools installiere ich nie mit dem Paketmanagement. Das hat mir früher ein paar Mal die sorgfältig zusammengestellte Entwicklungsumgebung zerschossen - nie wieder. Und ein Java 9 wird man mit großer Wahrscheinlichkeit auch noch auf einem Ubuntu 14 installieren können, jedenfalls hatte ich mit Java nie größere Probleme auf alten Plattformen.

Rolling Release Distributionen finde ich auch nicht so prall. VMware unter Arch Linux war ein nie endender Alptraum, weil es das bei jedem Kernel Update zerschossen hat und es dauerte Wochen bis Monate, bis da Patches von VMware kamen. Selbst mit dem LTS Kernel gab es oft genug Probleme. Zugegebenermaßen ist so etwas systemnahes wie VMware der Extremfall, aber es reicht ja schon, wenn irgendeine Bibliothek plötzlich mit der Java Installation inkompatibel ist. Übrigens bin ich damals von VMware auf VirtualBox umgestiegen. VirtualBox wird von Arch Linux unterstützt und angepasst, aber selbst da hat es teilweise Wochen gedauert, bis Pakete kamen, die zum aktuellen Kernel gepasst haben.
 
Entwicklungsumgebungen von Drittanbietern wie Android Studio sind oftmals auf Ubuntu und die darauf vorhandenen Pakete optimiert.
Mit einer Ubuntu-basierten Distribution sollte daher alles problemlos klappen.

Das Problem des größeren Akkuverbrauchs unter Linux ist kein generelles, sondern betrifft einzelne Notebook-Modelle. Falls zu deinem Modell keine Informationen im Internet verfügbar sind, hilft nur ausprobieren.
Ergänzung ()

grünerbert schrieb:
Zum Programmieren würde ich Mint nicht empfehlen, da es nur alle 2 Jahre größere Versionssprünge gibt. Für den 0815-Anwender Ok, aber nicht für Entwickler. Z.B. ist ja Ubuntu LTS das für Android-Entwicklung empfohlene OS.
Linux Mint ist im Wesentlichen Ubuntu LTS.

fax668 schrieb:
Rolling Release Distributionen finde ich auch nicht so prall. VMware unter Arch Linux war ein nie endender Alptraum, weil es das bei jedem Kernel Update zerschossen hat und es dauerte Wochen bis Monate, bis da Patches von VMware kamen. Selbst mit dem LTS Kernel gab es oft genug Probleme.
Wenn man immer einen aktuellen Kernel verwenden möchte, dann sind VMWare und VirtualBox in der Tat keine gute Wahl. Da setzt man besser auf Lösungen, die in den Kernel aufgenommen wurden wie KVM, Xen oder LXC.
 
Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich werde über das Wochenende Xubuntu auf meinem Rechner aufspielen und prüfen, ob alles einwandfrei funktioniert. Es sagt mir bisher einfach am meisten zu.

// Edit und zusätzliche Nachfrage:

Ich habe inzwischen Xubuntu am laufen und bin eigentlich sehr zufrieden. Die Geschwindigkeit begeistert mich, das System tut was es soll und ich kann sehr gut damit arbeiten. Allerdings fehlt mir eine wichtige Komponente aus der Windows-Welt und ich wollte erfragen, ob ich das ähnlich einrichten kann. Mit "Windows + Pfeiltaste" kann ich hier ein Fenster an eine Seite des Bildschirms bewegen. Unter Linux habe ich das noch nicht hinbekommen, es gibt zwar die Funktionen "Tile window to the right/left/top/bottom", die ergeben bei mir aber keine Funktion.

Ich würde mich ein mal mehr über eure Hilfe freuen :D

Beste Grüße
 
Zuletzt bearbeitet:
So eine Programmiererdistro gibt es nicht. Linux hat den Ursprung des selbermachens. Deshalb sind alle Distros ganz gut zum Programmieren geeignet.
Hast du eine Lieblings IDE, die du nutzen möchtest? Es kann evtl. sein, dass einige Hersteller nur .deb oder .rpm Dateien bereitstellen. Dann würde es die Auswahl ein wenig einschränken.
Zur Oberfläche: Du kannst auf jedem Linux die gleiche Oberfläche installieren. Du kannst auf Mint (welches Standardmäßig Cinnamon nutzt) auch KDE installieren (Die Standardoberfläche von KUbuntu).
Also:
KDE ist super. Sieht schick aus und ich unglaublich anpassbar. Frisst aber wohl am meisten Ressourcen aller bekannteren Desktop Umgebungen.
Gnome ist vielleicht etwas unübersichtlicher zu Beginn. Nach einer kurzen Phase hat man sich aber auch daran gewöhnt und kann es sehr gut nutzen. Frisst aber auch recht viel Ressourcen.
XFCE ist eher eine sehr schlanke Desktop Umgebung. Sieht schick aus und ist auch übersichtlich.
LXDE ist sehr ressourcensparend. Sieht aber auch nicht mehr so schick aus, wie ich finde.
Dann gibt es noch OpenBox und die Derivate, welches so ziemlich nichts können außer Fenster anzeigen und haben irgendwie eine Oberfläche. Sehr ressourcensparend. Aber für mich im Alltag mit den heutigen PCs recht nutzlos..
 
ChrizZly schrieb:
[...]KDE ist super. Sieht schick aus und ich unglaublich anpassbar. Frisst aber wohl am meisten Ressourcen aller bekannteren Desktop Umgebungen.[...]

Es sollte mal von irgendwem eine Übersicht der Aktuellen DE's und deren Resourcenverbrauch erstellen.
Denn bei mir verbraucht GNOME oder Unity im Schnitt 40% RAM als KDE (neon).

Und GNOME ruckelt auch sobald ich einen zweiten Bildschirm dran habe und die Anwendungsübersicht öffne.

Zur Programmierer-Distro: Ich kam bisher immer mit Unity (Ubuntu Standard) zum Coden ganz gut aus ;)
 
Denn bei mir verbraucht GNOME oder Unity im Schnitt 40% RAM als KDE (neon).

Unity ist nicht gleich Gnome. Unity basiert auf Gnome. Hat aber noch einige Features.
Aber ich mag Unity allein deswegen nicht, da Cannonical sämtliche Daten, die in der Unity Suchfunktion eingegeben werden an Amazon verkauft..
 
Unity ist ein Eigenentwicklung, und basiert nicht auf Gnome. Mit Unity 8 geht man weg vom eigenen OpenGL-Toolkit hin zu Qt5/QML. Das ist dann schon die dritte Inkarnation... Die erste Version vor 5 Jahren nutzte wie Gnome Clutter.

Die Online-Suche lässt sich in den Einstellungen deaktivieren. Und ist soweit ich weiß seit 16.04 standardmäßig deaktiviert.
 
Frisch aktualisiertes ArchLinux mit Plasma 5.8:
Direkt nach Reboot ca. 430MiB, wobei Baloo (Dateiindizierer) und Akonadi (PIM-Dienst) abgeschaltet sind.

plasma_ram_res.pngplasma_ram_proc.png

PS: Ja, ich weiß, dass da 530MiB steht, aber Dropbox ist zählt nicht und ich war zu faul, es dafür auszustellen ...
 
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