"Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß? / Krieg im Kaukasus

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bluemchen64

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Wenn man sich so umsieht dann scheint es heute Mode zu werden das jede Minivolksgruppe ihren eigenen Staat für sich beansprucht. Die absehbaren Konflikte mit den ehemaligen Mutternationen, siehe aktuell Georgien mit "Südossetien" (was für ein Name) und Russland, werden in der Sucht nach Abgrenzung zu Anderen in Kauf genommen.

Ich frage mich dabei was die Menschen immer bewegt sich von anderen Gruppen so krampfhaft abgrenzen zu wollen ? Warum nicht gemeinsam die Probleme der Zukunft lösen ? Meiner Meinung nach sollte es eh auf eine Weltregierung, anstatt auf noch mehr Nationen rauslaufen in einer fernen Zukunft.

Brauchen wir also mehr oder weniger Nationen ? Wie kann man diesen kindischen Autonomiebewegungen begegnen ?
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Südossetien hört sich echt kommisch an..

Ich finde die ganze sache irgendwie sehr eigenartig, ich denke wenn die südosseties sich von Georgien losreisen und zu russland anschliesen, geht es ihnen woll besser, weil die eh von russen versorgt werden ;) "soweit ich dass verstanden habe"
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

@ bluemchen64:

Die Utopie der Weltregierung hilft offensichtlich nicht, wenn es darum geht, aktuelle Probleme und Befindlichkeiten zu lösen. Solange es diese Weltregierung und damit den Staat Erde nicht gibt: Wo setzt man die Grenze, ab welcher Größe ein Volk oder eine Bevölkerungsgruppe das Recht hat, in einem eigenen Staat zu leben?

Weitere Frage: Mit welchem Recht soll Völkern heute oder künftig die Unabhängigkeit verwehrt werden, während das in der Vergangenheit noch geklappt hat? Mit Bezug auf den aktuellen Konflikt: Wie kann es sein, dass ein Staat wie Georgien, der selbst durch eine Abspaltung aus einem größeren Staat entstanden ist, einem Teil seiner Bevölkerung seinerseits die Abspaltung mit einer irgendwie haltbaren moralischen Rechtfertigung verwehren will?

Warum durfte sich vor einem Jahrhundert Norwegen von Schweden abspalten, um mal aus der Balkan- und UdSSR-Ecke herauszukommen, und heute geht das nicht mehr?

Die einzige Rechtfertigung liegt in den historischen Grenzen Georgiens vor der Einverleibung nach Russland bzw. in die Sowjetunion. Ja toll. Wenn jede zwischenstaatliche Grenze, die irgendwann einal bestanden hat, heute noch relevant wäre, dann würden wir uns alle weltweit nur noch die Schädel einschlagen. Mit der gleichen Rechtfertigung könnte dann ja auch Großbritannien Indien angreifen oder Schweden Deutschland.

Was ja auch bedeutet, dass ...

Warum nicht gemeinsam die Probleme der Zukunft lösen ?

... der Drang zur staatlichen Eigenständigkeit für manche Volksgruppen genau das ausmacht - sich gemeinsam für sich um Probleme zu kümmern, statt sich von einer Mehrheit im größeren Staat fremdbestimmen zu lassen. Wobei der Trend zur staatlichen Trennung normalerweise immer dann verstärkt auftritt, wenn Nationalismus eine Rolle spielt. Sei es bei der Mehrheitsbevölkerung mit der Ausgrenzung der Minderheiten, oder auch bei den Minderheiten mit einer irrealen gefühlten Ausgrenzung. Meistens aber auf beiden Seiten, mit gegenseitiger Aufschaukelung und Eskalation.

Vielleicht hilft es, die Dinge einmal andersrum zu sehen: Was hat ein Staat davon, einen Teil seiner Bevölkerung, der nunmal partout nicht in diesem Staat leben will, mit Gewalt in diesem Staat zu halten? Abgesehen von nationalistischer Selbstbefriedigung?

Einen dauerhaften Krisenherd, Terrorismus, immense Militärausgaben, damit verbunden wirtschaftliche Probleme und letztlich deutliche Nachteile für das eigene Staatsvolk. Ist es da nicht besser, diesen Teil der Bevölkerung einfach in Frieden ziehen lassen, sich danach mit friedlichen Grenzen dem eigenen Wohlergehen zu widmen und letztlich für alle nur Vorteile zu erzielen?

Und da bin ich wieder bei Norwegen und Schweden, bei der Tschechischen Republik und der Slowakei, und vielleicht künftig bei Belgien.

Viele Grüße, Tiguar
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Die Einseitigkeit in dieser Thematik (nicht auf die Schreiber hier bezogen) ist schon krass.

Seit dem Kosovo war klar, dass das in Südossetien passieren wird.

Folgende Zusammenfassung und Gegenüberstellung:

1. UDSSR: Südossetien ist autonomer Staat innerhalb Georgiens
1. Yugoslawien: Kosovo ist autonomer Staat innerhalb Serbiens (Yugoslawiens)

2. Zusammenbruch UDSSR: Georgien nimmt Südossetien die Autonomie, Bürgerkrieg
2. Zusammenbruch Yugoslawiens: Serbien nimmt dem Kosovo die Autonomie

3. Bürgerkrieg und Massenmord an Osseten
3. Bürgerkrieg und Massenmord an Kosovaren

4. Friedenstruppen in Ossetien sichern Frieden
4. Friedenstruppen im Kosovo sichern Frieden

5. Russland bildet Osseten Armee aus und versorgt diese mit Waffen
5. USA bilden Kosovo Armee aus und versorgen diese mit Waffen

6. Russland will Ossetien anerkennen, Georgien greift an
6. USA erkennen Kosovo an

Jetzt stellt sich doch die Frage, warum die USA plötzlich nicht mehr auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker plädieren.
Dafür aber für die Integrität des Staates Georgien.


In einem anderen Thread wurde das bereits disskutiert. Der Kosovo Konflikt hat die Büchse der Pandora geöffnet, und man wird sie nicht mehr so schnell schließen können.

Ähnliche Konflikte wird es u.U. in der Ukraine,in Abchasien und in einem kleinen Streifen in Rumänien (mir fällt der Name leider nicht mehr ein) geben.

Gut ist das nicht, und die Folgen sind kaum absehbar.

Was die Kleinstaaterei anbetrifft:
Es ist halt komplex. Es ist im Grunde klar, dass nach all dem was passiert ist, solche Staaten wie Ossetien oder der Kosovo nicht mehr in den alten Staat eingegliedert werden können. Zumindest nicht so schnell.
Andererseits wird es zu Problemen kommen, wenn sie Pseuoautonom werden.
Pseudoautonom, weil so kleine Staaten immer von anderen, von Gönnerstaaten (sprich Russland oder USA), abhängig sein werden.
Defacto sind es Marionetten.


Warum nicht gemeinsam die Probleme der Zukunft lösen ?
Weil es hier um politische und Machinteressen großer Staaten geht.
Georgien hat angegriffen, weil wir es massiv unterstützen,in die Nato aufnbehmen wollen, und weil es letztlich um Öl geht. Zumindest um eine sehr wichtige Ölpipeline.

Analog gilt das für Russland. Es ist für Russland katastrophal, dass die Nato an die Südflanke möchte und die USA wollen da auch noch die Ölinteressen Russlands sprengen, durch den Bau einer "eigenen" Pipeline von kaspischen zum schwarzen Meer.


Andererseits verstehe ich Georgien nicht.
Was denkt sich Sakachwilli? Ich vermute, er hat nicht erwartet, dass die Russen intervenieren.
Das merkt man an der Art und Weise, wie er Pressemitteilungen gab.
Noch morgens, beim Angriff, waren sie sehr aggressiv und selbstbewusst. Am abend sah man eine gewisse Panik, die sich auch im Stottern geäußert hat.

Es ist nur mal wieder traurig, dass wegen Macht und Geld unschuldige und einfache Menschen sterben müssen.
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Es bleibt interessant zu verfolgen, wie sich die EU/D in diesem Konflikt positionieren wird. Bis jetzt höre ich nur allgemeine diplomatische Floskeln.

Wie Helios schon schrieb wird es schwer sein, einerseits Unabhängigkeiten anzuerkennen und andererseits zu verurteilen.

Das nationalistische Georgien hat sich hier einen Bärendienst erwiesen.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

@ Helios co.:

Ich bin mir nicht sicher, ob der Threadersteller jetzt konkret den Krieg um Südossetien thematisieren oder ob er über Kleinstaaterei als solche diskutieren wollte. Ich hab´s in der zweiten Richtung verstanden, aber vielleicht kann er da ja noch konkretisieren. ;)

Nicht jeder Kleinstaat ist eine wirtschaftlich und politisch unselbständige Marionette. Was nichts daran ändert, dass ich in diese Einschätzung bezogen auf den Kosovo, Südossetien, Abchasien oder Transnistrien (das ist der angesprochene Streifen, allerdings in Moldawien) vollständig teile.

Nichtsdestrotrotz stimme ich Dir bei den Mechanismen gerade im Vergleich Kosovo und Südossetien zu. Hinzu kommt aber noch, dass der Anlass der Unabhängigkeit nicht die Unterstützung einer Großmacht, sondern die Aggression des Staates, von dem die Trennung erfolgt, ist bzw. sein wird. In Deiner Aufstellung hast Du das sauber dargestellt, in Deiner Schlussfolgerung kommst Du letztlich aber zu einem anderen Ergebnis und reduzierst die Wirkungskette weitestgehend auf den Einfluss der Großmächte. Letztlich bieten aber gerade die kleineren Staaten wie eben Serbien und Georgien durch ihr Verhalten den Großmächten den sicherlich nicht unwillkommenen Einstieg auf dem Servierteller an.

Eigentlich passt Deine Schlussfolgerung imho nur dann, wenn der Aggressor gegenüber einem früher autonomen Gebiet und die interesierte Großmacht identisch sind. Das geht dann allerdings nicht mehr mit Deiner Abfolge der Ereignisse im Kossovo und in Südossetien zusammen, würde aber vielleicht auf Tschetschenien passen. Und an der Stelle wird die Ironie oder der Zynismus der Sache nach meiner Einschätzung viel deutlicher als bei Deiner Kritik am Verhalten der USA.

Was mich persönlich zu der nahezu schizophrenen Situation führt, dass ich, weil ich das an Völkermord grenzende Verhalten Russlands innerhalb seiner eigenen Grenzen massiv kritisiert habe, nun Russland als Helfer der Abspaltung Südossetiens letztlich unterstützen muss, sehr wohl wissend, dass die russischen "Friedenstruppen" ihrerseits nichts dazu beigetragen haben, die Situation zu entschärfen, und auch vor dem Hintergrund, dass die Zukunft Südossetiens in einem Anschluss an Russland liegen dürfte.

Auch das brachte mich übrigens zu der Einschätzung, dass es hier eher um die Kleinstaaterei als solche gehen sollte.

Die wirtschaftlichen Interessen des Westens oder der USA würde ich übrigens nicht überbewerten. Die Pipeline von Aserbaidschan zum Schwarzen Meer kann man auch ohne Südossetien und Abchasien bauen. ;)

Was wollte Saakaschwili? Ich weiss es nicht. Oftmals werden Kriege geführt, um von inneren Problemen abzulenken. Gab´s da nicht mal Korruptionvorwürfe gegen ihn? Eine Analyse, afair beim Spiegel, sah einen Zusammenhang mit den Ambitionen in Richtung NATO-Beitritt, für den er evtl. reinen Tisch machen wollte, um noch in der Amtszeit von G.W. Bush einige entscheidende Weichen stellen zu können.

Viele Grüße, Tiguar
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

@Tiguar

Kann dir eigentlich nur zustimmen. Auch was die Kritik (zumindest Größtenteils :) )an meinen Ausführungen anbetrifft.

Was die russischen Friedenstruppen anbetrifft.
Hmm, dazu kann ich nicht viel sagen. Weißt du ob sie ein UN Mandat haben?
Wenn ja, düften sie alles getan was nötig war.
Welche Rolle spielten die georgischen Friedenstruppen?
Nach russischen Angaben haben gerade diese das Feuer eröffnet.
Wäre schon krass, falls diese unter einem UN Mandat stehen würden.

Sie standen zwischen den beiden Hähnen. Mehr hat bis keine UN Friedensmission auf die Reihe bekommen.

Aber du hast Recht: Wahrscheinlich habe ich das Thema hier zu weit gefasst.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

bluemchen64 schrieb:
Wie kann man diesen kindischen Autonomiebewegungen begegnen ?

Überhaupt nicht. Seperatismus ist leider in einigen Regionen besonders ausgeprägt. Sieht man sich das ehemalige Jugoslawien an oder auch den Konflikt in Spanien mit der ETA.

Die Menschen neigen nunmal zur Gruppenbildung um das eigene Selbstbild zu manifestieren. Sei es bei staatlichen Konflikten oder im kleineren Maßstab im sozialen Umfeld. Gruppen können sich selbst durch religiöse Gemeinsamkeiten, durch die Nationalität, durch die Sprache oder sonstige Eigenschaften definieren.

In manchen Regionen ist die Abneigung gegen eine Fremdkontrolle und für die eigene Selbstbestimmung so groß, das jegliche Vernunft sich dem Verlangen nach einem eigenen Staat unterordnen muss.

Solange Menschen sich und ihr eigenes Selbstbild durch soziale Gruppen definieren, solange werden Unterschiede dazu führen das der Seperatismus Nahrung bekommt. Das liegt in der Natur des Menschen. Und das der Mensch im Kollektiv keine besonders hohe Intelligenz an den Tag legt, beweisen die unzähligen Kriege, die wir hinter und noch vor uns haben.
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Meistens ist es doch so das eine Minderheit in der Minderheit wiklich zur Seperation neigt.
Dem kan man natürlich begegnen
1) Mehr Selbstbestimmung in der Region gewähren
2) Ignorieren hat auch schon geklappt siehe Korsika
3) Mehr Partizipation innerhalb des Staates ermöglichen
4) Politische Verfolgung von Seperationbewegungen

Ein Problem ist z.B. das wenn sich Regionen innerhalb der EU separieren sie wenig negative Folgen spüren würden da ja bei verbleib in der EU Reisefreiheit, Verteidigung usw. immer noch gewährleistet wäre.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

DIeser Konflikt ist sehr schwierig zu lösen und wird im moment halt militärisch gelöst !
Die Russen verteidigen die Hauptstadt im moment und bombadieren auch Georgien ! Das in meinen Augen zurecht !
Es ist einfach eine unverschämtheit das der Georgische Präsident gerade bei den Olympischen Spielen angreift !
Aber wer rüstet georgien auf, und wer bildet die Soldaten aus ? USA natürlich ! Aber die wollen nichts davon wissen ! Der Präsident von Lettland (war das glaub ich) hat gestern etwas in meinen AUgen wichtiges gesagt: Ein Angriff ohne die beteiligung der USA konnte nicht stattfinden ! Und dem geben ich auch recht ! Wie schon gesagt haben die acuh dem Kosovo geholfen ! Und nun fordert Bush auf einmal die Waffen stllzulegen und sich zurück zu ziehen !

Hat jemand gestern das Interview mit dem Georgischen Präsidenten gesehen ? NUR Lügen !
Da meint er dass die russischen Friedenssicherern es sich nur eingebildet haben das es georgische Soldaten waren die sie erschossen haben ! PAH ! BITTE ?
Als er Präsident wurde hatte er auch versprochen ohne Krieg auszukommen usw. Und jetzt ? hmmm
Nun wurden auch 2 russische Piloten in gefangeschaft genommen und sind auf den weg in die georgische Hauptstadt um sie durchzufragen.

Nach dem Krieg (hoffentlich) werden die Russen mal wieder wie immer als Buhmänner dagestellt die natürlich Millionen Zivilisten erschossen haben usw. !
Aber Georgien das kleine Land wurde einfach bombadiert !

Jetzt will der G. Präsident die Truppen zurück ziehen und es alternativ regeln ! Aber sie bombadieren und greifen weiter an !
Russische Elite-Truppen (Speznas) sind heute morgen schon nach Ossetien gefahren und unterstützen die Friedenstruppen !
Bei der bombadierung Russlands unterstützt sie auch Abchasien !

Wie würdet ihr das regeln ! In meinen Augen konnte man den Angriff nicht vorhersehen und dann war es schon zu spät um ietwas zu sagen und musste es militärisch regeln !
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

bluemchen64 schrieb:
Brauchen wir also mehr oder weniger Nationen ?
Du meinst vermutlich Staaten? Wir brauchen gar keine, aber soviel steht fest: sie brauchen uns. Weil die Staaten mit ihrem Volk schon viel vorhaben und vornehmen: zum einen produziert das Volk mit seiner Arbeit den ganzen Reichtum, worauf der Staat gedeiht und in die Welt Ansprüche stellt. Zum anderen wird das Volk je nach dem, wie weit es in die Zwecke seines Staates aufgeht, manchmal hingeführt und manchmal gerade zurückgehalten, fürs Vaterland in den Krieg zu ziehen.

Wie kann man diesen kindischen Autonomiebewegungen begegnen ?
Siehe oben: gar nicht kann man das begegnen. Das ist Wesen des Staates immer grösser zu werden und sein Abgrund, an den anderen Staaten zu scheitern und kleiner, ohnmächtiger zu werden (s. Entstehung des Nazideutschalands) oder sogar verschwinden zu müssen.

Stefan_Sch schrieb:
Solange Menschen sich und ihr eigenes Selbstbild durch soziale Gruppen definieren, solange werden Unterschiede dazu führen das der Seperatismus Nahrung bekommt.
Weit gefehlt, dieses 'Selbstbild' ist schon eine von einer bestehenden oder entstehenden Herrschaft gepflegtes 'Selbstbild' des 'Menschen', sein höheres Zweck in dieser beschiessenen Welt.

Das liegt in der Natur des Menschen. Und das der Mensch im Kollektiv keine besonders hohe Intelligenz an den Tag legt, beweisen die unzähligen Kriege, die wir hinter und noch vor uns haben.
Was alles die arme Natur des Menschen aushalten muss [Kopfschütteln].
Was aber dieses mindestens zehn mal am Tag hier wiederholte Argument beweißt, ist nur, wie eins 'der Mensch' mit seinem Staat geworden ist. Nicht Staaten sind, die gegen unseren Wille Krieg führen, sondern wir selbst. Na, dann: wir brauchen die unschuldigen Kriegsopfer nicht zu beklagen, wir sind doch die Kriegstreiber, die 'Menschen' mit unserer blöden Natur!
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

barista schrieb:
Was alles die arme Natur des Menschen aushalten muss [Kopfschütteln].
Was aber dieses mindestens zehn mal am Tag hier wiederholte Argument beweißt, ist nur, wie eins 'der Mensch' mit seinem Staat geworden ist. Nicht Staaten sind, die gegen unseren Wille Krieg führen, sondern wir selbst. Na, dann: wir brauchen die unschuldigen Kriegsopfer nicht zu beklagen, wir sind doch die Kriegstreiber, die 'Menschen' mit unserer blöden Natur!

Vielleicht solltest du dich ein wenig mehr mit wissenschaftlichen Fakten auseinander setzen und etwas weniger mit abgedroschenen Floskeln?!

Soziale Strukturen und die Neigung zur Gruppenbildung sind keine Erfindung des Menschen, sondern auch bei Primaten zu beobachten.

Und seit wann ist ein Staat ein vom Menschen losgelöstes Objekt, das unabhängig von seinen Bürgern funktioniert? :rolleyes:

Ein Krieg wird nach wie vor von Menschen geführt! Daran ändert auch dein stupider Sarkasmus herzlich wenig.
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Georgien hat das selbe versucht wie Russland in Tschechenien und muss feststellen das halt das recht des Stärkeren herrscht. Was die einen dürfe aufgrund von ICM und Gasvorkommen dürfen die anderen noch lange nicht.
Das einzig gute daran ist das etliche Staaten wieder daran erinnert werden wie es ist von Russland befrieded zu werden.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Ich verstehe die Argumentation von barista auch (mal wieder) nicht. Wie hat man es denn früher gehandhabt, etwa bei den Neandertalern? Da sind die Menschen in Kleingruppen (zwei Dutzend Leute) durch die Gegend marschiert. Die Führung hat sich vermutlich abgewechselt, was aber nicht so wichtig ist.

Der Gedanke der Herrschaft wurde erst relevant, als die Menschen sesshaft wurden und mit dem Ackerbau anfingen. Denn plötzlich hatte man ein kleines Dorf und jemanden, der das Feld bestellt. Und dann kamen andere Menschen hinzu, Neulinge, die Ansprüche stellten und den „Einheimischen“ vielleicht etwas streitig machen wollten, z. B. das Ackerland.

Also wurden Regeln aufgestellt und es gab Menschen, die für deren Durchsetzung sorgen, also etwas zu melden hatten.

Was wir daraus gemacht? Die Leitung heute, der böse Staat, der uns alle herumkommandiert und sich gegenüber seinen Bürgern verselbstständigt. Dabei sind wir Bürger es, die allzu oft nach dem Staat rufen, nach jemandem, der sich um die Einhaltung von Gesetzen kümmert, der zur Sicherheit und Gerechtigkeit sorgt, für Sozialleistungen usw.

Wenn man das einmal akzeptiert hat, fällt es auch leichter, den Blick auf den hier diskutierten Separatismus zu werfen. Da gibt es nun einmal sprachlich, kulturell oder religiös getrennte Gruppen. Das fängt in Belgien an, geht über den Balkan bis hin nach China. Und jedes Mal gibt es eine Gruppierung, die sich in irgendeiner Weise benachteiligt fühlt, sei es, weil die Amtssprache nicht ihre eigene Sprache ist oder weil ihnen die Beschriftung der Straßenschilder nicht passt.

Diese Leute meinen dann, sie würden besser damit fahren, den Staat zu verlassen und sich in die Autonomie zu begeben. Das Problem dabei ist nur, dass zu kleine Staaten wirtschaftlich und manchmal auch politisch keinen Sinn machen.

Wer von der einen Welt oder einer einheitlichen Weltregierung träumt, sollte sich nur mal die Probleme anschauen, die wir schon in unserem recht homogenen Europa mit der EU haben. Das klappt doch schon kaum. Je größer und unterschiedlicher die Gruppen werden (siehe China), desto schwieriger wird es, alles unter einem Dach zusammenzufassen.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Sind Bundesländer mit eingenen Verwaltungen, Gesetzen und Krankenkassen überhaupt noch zeitgemäß?
Speziell in Österreich, wo das ganze Land kleiner ist als ein Bundesland in der BRD.

Viele unserer Kärnten glauben auch sie sind Nordslowenen und bestehen auf eigenen Ortstafeln...

Was sich in Georgien usw. abspielt ist aber ein ganz anderer Wahnsinn, das ist echter Krieg auf kleinstem Raum.
Südossetien hat die Größe des Burgenlands, 14.000km2
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Das Schlimme ist doch mal wieder das hauptsächlich die Zivilisten diejenigen sind, die darunter leiden.
Und wenn man liest das es bisher angeblich 1500 tote Zivilisten gab (Dunkelziffer wird natürlich bedeutend höher sein, bestimmt 2000 - 2500 und das alles nur für ein fleckchen Land was so groß ist wie Mallorca und mit 70.000 Einwohnern.

Und das die russische Armee da eingreift ist ebenso ein Unding - Südossestien ist eine Provinz Georgiens, sowohl geographisch als auch politisch. Und dort hat - auch wenn 90% der Bevölkerung einen russischen Pass haben - die russische Armee nichts zu suchen. Zudem, wenn die sich so stark mit Russland verbunden fühlen - warum gehen sie nicht einfach rüber über die Grenze nach Russland? Wenn es doch da so schön ist. Achja, unter russicher Herrsachft wollen sie ja auch nicht sein, aber die Finanzspritzen (und jetzt die militärische Hilfe) nehmen sie gerne an.
Ebenso ist mir schleierhaft wovon sich, falls es dazu kommen sollte, dieser Staat Südossestien ernähren will. Wie wollen die da einen eigenständigen Staat gründen? Mit welchen Mitteln? usw. Achja, dann wird Russland angepumpt.

Aber auch das Georgien dort die Taktik verbrannte Erde anwendet ist mir ein Rätsel, sie bombadieren diese Provinz per Artillerie in die Steinzeit zurück und alles was sich bewegt wird abgeknallt.
Und was ist wenn sie diese Provinz dann "zurückerobert" haben? Dann haben sie einen Haufen Asche, super Sache. Achja und eine Bevölkerung die sie dafür hasst.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Könnten wir uns auf ein Thema einigen? Finde es interessant.

Helios co., Tiguar stimme zu. Das ganze erinnert stark an Kalter Krieg. Die USA wollen weniger die Pipeline bzw. den Anspruch darauf sondern wohl eher den politischen Einfluss. Sie wollen einen Vorposten direkt in Zentralasien aufstellen. Genau wie im Kosovo und genau wie im Irak, dort werden sie die nächsten Jahrzehnte nicht mehr verschwinden.

Seitens westlicher Medien wird eine ziemliche Doppelmoral gefahren. Der Kosovo oder Tibet sollen sich abspalten, die Osseten haben aber kein recht dazu.
Mir scheint, dass die Feindbilder im Gehirn eingebrannt sind und sich nie lösen könnnen- selbst bei Journalisten nicht :rolleyes:
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Zur Kleinstaaterei:
Total unsinnig, wo soll das denn hinführen wenn sich jede Provinz die weniger Einwohner hat als mancher Bundesliga-Club Mitglieder unabhängig machen will ?
Und wenns dann unter den 70.000 in 5 Jahren nen Konflikt gibt den die nicht lösen können teilen die sich nochmal in 2 Staaten oder wie soll das laufen ?

Zu Georgien:
Ich hoffe wirklich die Russen bekommen da ordentlich auf die Fresse, greifen ein anderes von der ganzen Welt anerkanntes Land an und keiner sagt was. Absolut inakzeptabel. Irgendwelche Begründungen a la "da leben Russen" sind billigster Vorwand um das Gebiet selber zu anektieren. Die Bewohner dort gehen den Russen doch völlig am Arsch vorbei.
Würden die USA das machen wär hier die Hölle los und jeder würd drauf schimpfen.

zum "wer hat angefangen/ist schuld":
Wenn die sich abspalten wollen, dann kann ich Georgien die militärische Intervention nicht verübeln.
Wenn wir in Europa die Führer der ETA inhaftieren, dann meckert ja auch keiner weil die armen Basken sich nicht abspalten dürfen, da wird das als selbstverständlich gesehen, dass das "Terroristen" sind denen Einhalt geboten werden muss.
 
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AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

Blutschlumpf schrieb:
Würden die USA das machen wär hier die Hölle los und jeder würd drauf schimpfen.
:lol: du hast aber schon mit bekommen, dass sich Kosovo aufgrund massiver interventionen seitens der USA abgespalten hat und damit gegen geltendes Völkerrecht verstoßen wurde?
Hat bis auf ein paar Serben und ein paar Russen ja keinen interessiert und das sind ja sowieso die bösen :rolleyes:

Die Russen sind nicht aus lauter Gutmütigkeit in Georgien, die Waffen die auf sie gerichtet sind, stammen aber aus amerikanischer Hand und wurden auch nicht aus nächstenliebe runter geschickt. Die vor wenigen Stunden von Bush gemachte Aufforderung für Friedensverhandlungen und die von Sakaschwili gemachte zusage aus der Ossetischen Hauptstadt zu verschwinden, nachdem er kurz zuvor Kriegsrecht ausgerufen hat, wirken geradezu lächerlich scheinheilig.
 
AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?

@Blutschlumpf: solltest vllt doch mal #4 von Helios co. lesen...
andernfalls empfehle ich http://de.wikipedia.org/wiki/Südossetien

die situation dort ist nicht weniger komplex als die im ehemaligen yugoslawien. die russen haben ein elementares interesse daran, georgien in die schranken zu weisen. zudem konnten sie sich wegen dem kosovo nicht durchsetzen aber diesmal werden sie nicht zurückstecken...
georgien hat sich mächtig verkalkuliert, offenbar haben sie nicht mit einem derart mächtigen schlag russlands gerechnet. jetzt bitten sie um waffenstillstand und internationaler hilfe...
 
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