AW: "Südossetien": Kleinstaaterei noch Zeitgemäß ?
Die Einseitigkeit in dieser Thematik (nicht auf die Schreiber hier bezogen) ist schon krass.
Seit dem Kosovo war klar, dass das in Südossetien passieren wird.
Folgende Zusammenfassung und Gegenüberstellung:
1. UDSSR: Südossetien ist autonomer Staat innerhalb Georgiens
1. Yugoslawien: Kosovo ist autonomer Staat innerhalb Serbiens (Yugoslawiens)
2. Zusammenbruch UDSSR: Georgien nimmt Südossetien die Autonomie, Bürgerkrieg
2. Zusammenbruch Yugoslawiens: Serbien nimmt dem Kosovo die Autonomie
3. Bürgerkrieg und Massenmord an Osseten
3. Bürgerkrieg und Massenmord an Kosovaren
4. Friedenstruppen in Ossetien sichern Frieden
4. Friedenstruppen im Kosovo sichern Frieden
5. Russland bildet Osseten Armee aus und versorgt diese mit Waffen
5. USA bilden Kosovo Armee aus und versorgen diese mit Waffen
6. Russland will Ossetien anerkennen, Georgien greift an
6. USA erkennen Kosovo an
Jetzt stellt sich doch die Frage, warum die USA plötzlich nicht mehr auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker plädieren.
Dafür aber für die Integrität des Staates Georgien.
In einem anderen Thread wurde das bereits disskutiert. Der Kosovo Konflikt hat die Büchse der Pandora geöffnet, und man wird sie nicht mehr so schnell schließen können.
Ähnliche Konflikte wird es u.U. in der Ukraine,in Abchasien und in einem kleinen Streifen in Rumänien (mir fällt der Name leider nicht mehr ein) geben.
Gut ist das nicht, und die Folgen sind kaum absehbar.
Was die Kleinstaaterei anbetrifft:
Es ist halt komplex. Es ist im Grunde klar, dass nach all dem was passiert ist, solche Staaten wie Ossetien oder der Kosovo nicht mehr in den alten Staat eingegliedert werden können. Zumindest nicht so schnell.
Andererseits wird es zu Problemen kommen, wenn sie Pseuoautonom werden.
Pseudoautonom, weil so kleine Staaten immer von anderen, von Gönnerstaaten (sprich Russland oder USA), abhängig sein werden.
Defacto sind es Marionetten.
Warum nicht gemeinsam die Probleme der Zukunft lösen ?
Weil es hier um politische und Machinteressen großer Staaten geht.
Georgien hat angegriffen, weil wir es massiv unterstützen,in die Nato aufnbehmen wollen, und weil es letztlich um Öl geht. Zumindest um eine sehr wichtige Ölpipeline.
Analog gilt das für Russland. Es ist für Russland katastrophal, dass die Nato an die Südflanke möchte und die USA wollen da auch noch die Ölinteressen Russlands sprengen, durch den Bau einer "eigenen" Pipeline von kaspischen zum schwarzen Meer.
Andererseits verstehe ich Georgien nicht.
Was denkt sich Sakachwilli? Ich vermute, er hat nicht erwartet, dass die Russen intervenieren.
Das merkt man an der Art und Weise, wie er Pressemitteilungen gab.
Noch morgens, beim Angriff, waren sie sehr aggressiv und selbstbewusst. Am abend sah man eine gewisse Panik, die sich auch im Stottern geäußert hat.
Es ist nur mal wieder traurig, dass wegen Macht und Geld unschuldige und einfache Menschen sterben müssen.