delicious+ schrieb:
[...] Den Sicherheitsgurt haben sie ja auch "erfunden" oder zumindest zuerst eingeführt...
Was ja nachweislich ein harter Einschnitt in unser aller Freiheit war
Ich hab die Eier um zu sagen, dass ich sicherlich nicht der beste Fahrer bin. Und wisst ihr was, solange ich mich an Verkehrsregeln halte, habe ich trotzdemein ein Recht darauf mich auf die Autobahn zu bewegen um meinen Arbeitsplatz (für den ich heute zum Glück nur noch wenige Schritte gehe) anzusteuern.
Ich war in meiner Jungend selbst einer der Honks, die sich überschätzt haben und dabei zu viel Geld und Vertrauen ihrer Umgebung genossen. Meinen ersten starken Unfall hatte ich wenige Tage nachdem mein Lappen gemacht war, als ich mit >120 auf der vereisten (Auto-)Bahn keine Lenkwirkung mehr erzeugen konnte und in der Kurve geradeaus weiter schoss, einen Baum fällte und in einem Meter Höhe (in einem weiteren in Mitleidenschaft gezogenen Baum) im geschrumpften qualmenden Wagen wieder raffte was los war. Polizei und ADAC empfahlen uns (ja, ich A**** saß mit Kollege im Auto) damals täglich Geburtstag zu feiern, da wir lediglich mit ein paar geprellten/gebrochenen Rippen (Anschnallgurt sei Dank) und Kopfschmerzen für eine Woche ausstiegen.
Der nächste Wagen hatte natürlich ABS, Traktionskontrolle und knapp die dreifache Leistung, womit ich aber nur meinem Punktekonto und anderen Verkehrsteilnehmern auftrug.
Insgesamt hatte ich damit aber eine recht lange unfallfreie Zeit. Glück gehabt.
Aber seitdem ich einmal, mit konstantem Linksblinker und dem Mittelfinger immer an der Lichthupe, über die Bahn gehoppelt (2t schieben doch gut) und geschleudert bin, weil ich auf einer 4-spurigen Autobahn (offen) in Schwiegervaters SL von > 240 auf 0 runter musste, ist es mir echt vergangen und das Bedürfnis exzessiv reinzulatschen existiert bei mir nicht mehr.
Ich weiß aber, dass ich nur einer von vielen Hobbyrennfahrern hier war und würde mich heute freuen, wenn man solchen Szenarien die rechtliche Grundlage nähme. Denn jeder sollte möglichst sicher und stressfrei von A nach B kommen können, Spaß und Adrenalinausstoß kann man sich an anderer Stelle holen, nicht da wo Menschen gezwungener Maßen aufeinander treffen.
Wegen mir kann man auch Teile tatsächlich offen lassen, im Sinne von Hochgeschwindigkeitsspuren, die dann aber mit Leitplanken zum Rest mit eigenem Standstreifen und vorgeschriebener Midestgeschwindigkeit (>=130) aufwarten. Jeder der sich darauf begibt, kann richtig reintreten, weiß aber, dass alle anderen genauso Wahnsinnige sind.
Der Rest, der sicher und - viel wichtiger - stressfrei von A nach B kommen will, ohne auf die Bahn auszuweichen, wird wenigstens nicht mehr bei 130 dazu genötigt schneller zu werden, oder sich zwischen die LKWs zu quetschen um dann nicht mehr raus zu kommen (alltäglich für meine Schwester, sie pendelt in ihrem geliebten Corsa).