Es dauert nicht mehr lange, und Ryzen wird 10 Jahre alt. Da lohnt sich doch mal ein Blick, wie sich der damals beliebte Achtkerner Ryzen 7 1700 heute noch schlägt. Gegen Intels Kaby-Lake-Generation hatte es die erste Ryzen-Generation in Spielen schwer, Hoffnungen wurden eher auf eine bessere zukünftige Performance aufgrund der höheren Kernzahl gelegt. Aber wie sieht es denn heutzutage aus im Vergleich zu zwei anderen Achtkernern der Generationen Zen 3 und Zen 5?
Warum dieser Test?
Vergleichsbenchmarks aller Ryzen-Generationen gibt es einige. Diese werden meist mit niedriger Auflösung auf einer High-End-Grafikkarte erstellt, um isoliert die CPUs gegenüberzustellen. Diese Tests sind wichtig, da nur so das volle Potenzial aller Prozessoren sichtbar wird, aber mich hat schon längere Zeit interessiert, wie viel Performance man mit älteren Prozessoren auf der Straße lässt, wenn man in der normalen Auflösung spielt. Bei mir steht ein 4K-Display auf dem Schreibtisch, und meine schnellste Grafikkarte ist zurzeit die AMD Radeon RX 9070, mit der ich auch in 4K-Auflösung spiele, daher erfolgten auch die Benchmarks in dieser Auflösung.
Der Spieleparcours
Die Spiele in diesem Benchmarkvergleich sind ein bunter Querschnitt durch meine Spielebibliothek und spiegeln auch meinen persönlichen Geschmack wider. Multiplayer-Shooter, komplexe Rollenspiele sowie Runden- oder Echtzeitstrategiespiele wird man hier nicht finden, stattdessen konzentriert sich der Parcours auf storygetriebene Single-Player-Spiele. Die Anno-Spiele habe ich zwar alle, aber die finde ich immer sehr anstrengend zum Benchen. Es ist ein Mix aus Alt und neu, von 2010 bis 2025, und auch mehrere Engines sind vertreten.
Die Testsysteme
Es kamen folgende Testsysteme zum Einsatz:
System 1:
CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
Mainboard: Asus Prime B650 Plus
RAM: 2 x 16 GB DDR5-5600 CL46-45-45-45
System 2:
CPU: AMD Ryzen 7 5700X
Mainboard: MSI MAG X570 Tomahawk WiFi
RAM: 2 x 16 GB DDR4-3200 CL14-14-14-14
System 3:
CPU: AMD Ryzen 7 1700
Mainboard: ASRock X370 Taichi
RAM 1: 2 x 16 GB DDR4-3200 CL14-14-14-14
RAM 2: 4 x 8 GB DDR4-2400 CL16-16-16-16
Zwei RAM-Kits beim Ryzen 7 1700? Ja, denn die erste Ryzen-Generation befindet sich in einem Dilemma. Aufgrund der Aufteilung der Kerne in zwei Cluster, deren Verbindung am RAM-Takt hängt, ist die Gaming-Performance sehr stark vom RAM abhängig, gleichzeitig ist der Speichercontroller jedoch eher schlecht, weshalb höhere RAM-Takte schwierig zu erreichen sind. Das 2400er-Kit stellt eher den Zustand dar, den man zum Release realistisch erreicht hat. Und auch heute ist das 3200er-RAM-Kit kein Selbstläufer, ich musste die SoC-Spannung auf 1.125 V anheben, und rockstable war auch das immer noch nicht.
Die Testmethodik
Jedes Testsystem hatte seine eigene Windows-Installation, Version 26H2 mit Updatestand vom 10.10.2026. Von allen 3 Systemen liegen Images vor, die ich nach jedem Systemwechsel mit Clonezilla auf die immer gleiche NVMe-SSD WD Blue SN580 1TB gespielt habe. Die Spielebibliothek war auf einer Samsung 980 Pro 2TB, die im zweiten M.2-Slot steckt. Das bedeutet jedoch, dass die Spiele-SSD im X370-Board nur mit PCIe 2.0 angebunden ist, in den anderen beiden Systemen mit PCIe 4.0. Auch wenn ich einen möglichen Einfluss auf die Performance für sehr unwahrscheinlich halte, ausschließen kann ich ihn nicht, das gilt es zu bedenken.
Auf allen 3 Systemen war Resizable BAR aktiviert, denn auch wenn die erste Ryzen-Generation das nicht offiziell unterstützt, funktioniert es trotzdem, ohne ist die Performance teilweise deutlich schlechter.
Bezüglich der Windows-HVCI-Sicherheitsfeatures habe ich entschieden, alle Systeme so zu benchen, wie die Windows-Installation sie von Haus aus einstellt. Das bedeutet, dass die Speicherintegrität beim Ryzen 7 1700 aus war, und bei den anderen beiden CPUs an. Bei den meisten Nutzern wird diese Option nie verändert, daher dürfte es praxisnah sein. Dem Ryzen 7 1700 komme ich damit etwas entgegen, der würde mit eingeschalteter Speicher-Integrität noch ordentlich Performance verlieren.
Der Grafikkartentreiber war Adrenalin 26.9.2. In drei Spielen habe ich DXVK eingesetzt, um Treiberbugs zu umgehen bzw. die generell schlechte DX9-Performance des RDNA-Adrenalin-Treibers zu umschiffen. (A Hat in Time, The Witcher 2, What Remains of Edith Finch).
Alle Spiele, die modernes Upsampling anbieten, habe ich mit FSR4 Quality getestet. Soweit wie möglich wurde dabei immer auf die offizielle Ingame-Umsetzung oder AMDs Treiber-Überschreibung zurückgegriffen. In folgenden Spielen war das nicht möglich, dort habe ich Optiscaler eingesetzt:
Indiana Jones und der große Kreis - FSR 3.1-Inputs via Optiscalers DX12-Brücke auf FSR 4.1.1, da AMD immer noch keine Vulkan-Unterstützung für FSR4 hat.
Jusant - DLSS via OptiPatcher auf FSR 4.1.1
Kena: Bridge of Spirits - DLSS via OptiPatcher auf FSR 4.1.1
Rise of the Tomb Raider - DLSS via Nvidia-Spoofing auf FSR 4.1.1
Shadow of the Tomb Raider - XeSS auf FSR 4.1.1
In keinem Spiel wurde ein integrierter Benchmark getestet, es kam immer eine Szene aus dem realen Spiel zum Einsatz. Alle Benchmark-Szenen findet ihr in dieser Youtube-Playlist.
Die Benchmarks wurden angefertigt mit CapFrameX, immer gemittelt aus 3 Durchläufen mit einer maximalen Abweichung der P1-FPS von 3 %.
Performance-Index
Genug der Vorrede, hier nun das geometrische Mittel aller 25 Testszenen, normiert auf die durchschnittlichen FPS des 9800X3D.
Das sieht doch auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Der Ryzen 7 1700 verliert mit schnellem RAM gerade einmal 17 % im Vergleich zum 9800X3D, und auch der 5700X ist nur 4 % vom 9800X3D weg. Da einige Spiele dabei sind, die auch beim Ryzen 7 1700 nicht fordernd sind, lohnt sich jedoch auch ein Blick auf die wirklich CPU-fordernden Spiele.
Und da sieht die Welt schon ganz anders aus. Der Ryzen 7 1700 verliert in den fordernden Szenarien 32 % im Vergleich zum 9800X3D, mit langsamerem RAM ist er 40 % langsamer. Der schnelle RAM bringt mit 13 % zwar ordentlich was, macht aus dem 1700 aber trotzdem keine Rakete. Bemerkenswert ist, dass der 5700X fast den gesamten Rückstand schon einholen kann, ein Upgrade auf diese CPU auf dem gleichen AM4-Board würde sich schon richtig lohnen. Und darüber gäbe es ja noch den legendären 5800X3D, der sich leider nicht mehr in meinem Besitz befindet. Der 9800X3D könnte eigentlich noch viel schneller sein, lässt die Grafikkarte aber bis auf eine Ausnahme in Hogwarts Legacy immer vollständig ins GPU-Limit laufen.
Einzel-Ergebnisse
Es lohnt sich auch ein Blick in die einzelnen Spiele, da es Spiele gibt, in denen die CPUs überhaupt keinen Effekt haben, und Spiele, wo die Unterschiede eklatant sind.
Die richtigen CPU-Brecher sind Cyberpunk, Distance, Hogwarts Legacy in Hogsmeade, Horizon Zero Dawn, Indiana Jones, Shadow of the Tomb Raider, The Witcher 2, The Witcher 3 in Novigrad sowie Yooka-Laylee. In Witcher 3 ist interessant, dass in der anderen Testszene in Weißgarten die CPU komplett egal ist und selbst der Ryzen 7 1700 mit der langsamen RAM-Konfiguration voll mithalten kann. Gleiches gilt für andere Gebiete in Hogwarts Legacy. Es ist nicht das ganze Spiel so fordernd wie große Städte.
Bei der gefühlten Flüssigkeit auf dem Ryzen 7 1700 schneiden leider alle fordernden Unreal-Engine-Spiele schlecht ab, diese hakeln wirklich spürbar, teilweise bleibt das Bild immer mal kurz stehen. Das ist schon in Kena störend, Hogwarts Legacy würde ich auf dem 1700 als unspielbar bezeichnen, zumindest in Hogsmeade. Aber dieses Spiel ist auch richtig schlecht optimiert, selbst der 9800X3D bekommt dieses Traversal Stuttering hier nicht richtig in den Griff.
Bei allen anderen Spielen, die nicht auf der Unreal Engine basierten, war ich hingegen beeindruckt, wie flüssig sich die Spiele trotz der niedrigen FPS noch angefühlt haben. Klar, butterweich war es nicht, die Frametimes werden etwas unruhiger, was man spüren kann, aber trotzdem war die Frameausgabe immer noch recht gleichmäßig und das Bild ist nicht, wie bei der Unreal Engine, immer wieder stehen geblieben. Cyberpunk und Witcher 3 spielen sich deshalb gut, genauso Indiana Jones und Shadow of the Tomb Raider. Das sind auch alles Spiele, die alle 16 Threads der CPU gleichmäßig auslasten. Hat man hier also doch einen späten Vorteil durch die vielen Kerne?
Frametimes
Aber dieses Gefühl muss ich natürlich auch belegen, deswegen habe ich von allen Spielen auch noch die Frametimes. Diese werden jedoch nicht Dark-Mode-kompatibel von CapFrameX gespeichert, daher packe ich die alle in einen Spoiler. Dark-Mode-Nutzer, seit gewarnt, das wird hell.
Fazit
"König in Anwendungen, Prinz in Spielen", so lautete im März 2017 die Überschrift zum Ryzen-1000-Launch-Review auf Computerbase. Ob aus dem damaligen Prinz inzwischen wirklich ein König geworden ist, konnte ich natürlich nicht klären, da ich dazu auch das Intel-Flaggschiff 7700K hätte testen müssen. Aber nur mit Blick auf den Sprung, den es bereits 3 Jahre später mit der Ryzen-5000-Reihe gab, muss man leider sagen, dass Ryzen 1000 nicht gut gealtert ist. Der 5700X deklassiert den 1700 schon sehr deutlich, nicht nur in 720p-Benches, sondern auch hier praxisnah in 4K auf einer gehobenen Mittelklasse-Karte. Und dabei war bis auf die beiden Resident Evil's und Indy auch kein Raytracing dabei, das würde die CPU noch mehr in die Knie zwingen. Aber dafür hat der Sockel AM4 den besten Upgrade-Pfad aller Zeiten, denn nicht nur die Ryzen-5000-CPUs sind immer noch sehr gut, den wieder aufgelegten 5800X3D gibt es als Sahnehäubchen oben drauf ja auch noch. AM4 steht damit zusammen mit dem legendären Sockel 775 in der ewigen Hall of Fame, ob AM5 das gleiche Kunststück gelingen wird, wird die Zeit zeigen.
Changelog
Warum dieser Test?
Vergleichsbenchmarks aller Ryzen-Generationen gibt es einige. Diese werden meist mit niedriger Auflösung auf einer High-End-Grafikkarte erstellt, um isoliert die CPUs gegenüberzustellen. Diese Tests sind wichtig, da nur so das volle Potenzial aller Prozessoren sichtbar wird, aber mich hat schon längere Zeit interessiert, wie viel Performance man mit älteren Prozessoren auf der Straße lässt, wenn man in der normalen Auflösung spielt. Bei mir steht ein 4K-Display auf dem Schreibtisch, und meine schnellste Grafikkarte ist zurzeit die AMD Radeon RX 9070, mit der ich auch in 4K-Auflösung spiele, daher erfolgten auch die Benchmarks in dieser Auflösung.
Der Spieleparcours
Die Spiele in diesem Benchmarkvergleich sind ein bunter Querschnitt durch meine Spielebibliothek und spiegeln auch meinen persönlichen Geschmack wider. Multiplayer-Shooter, komplexe Rollenspiele sowie Runden- oder Echtzeitstrategiespiele wird man hier nicht finden, stattdessen konzentriert sich der Parcours auf storygetriebene Single-Player-Spiele. Die Anno-Spiele habe ich zwar alle, aber die finde ich immer sehr anstrengend zum Benchen. Es ist ein Mix aus Alt und neu, von 2010 bis 2025, und auch mehrere Engines sind vertreten.
| Spiel | Jahr | API | Engine | Getestete Grafikeinstellungen (Motion Blur und PP-Effekte wie Filmkorn oder Chromatische Aberration immer aus) |
|---|---|---|---|---|
| A Hat in Time | 2017 | DX9 | Unreal Engine 3 | Max Settings |
| Bioshock Infinite | 2013 | DX11 | Unreal Engine 3 | Max Settings, Alternatives Post-Processing |
| Clair Obscur: Expedition 33 | 2025 | DX12 | Unreal Engine 5 | DF Optimized Settings |
| Cyberpunk 2077 | 2020 | DX12 | REDengine 4 | DF Optimized Settings |
| Distance | 2018 | DX11 | Unity | Max Settings ohne Realtime-Reflections |
| Hogwarts Legacy | 2023 | DX12 | Unreal Engine 4 | Ultra ohne RT |
| Horizon Zero Dawn Remastered | 2017 | DX12 | Decima | Max Settings |
| Indiana Jones und der große Kreis | 2024 | Vulkan | id Tech 7 | Max Settings ohne PT |
| Jusant | 2023 | DX12 | Unreal Engine 5 | Max Settings |
| Kena: Bridge of Spirits | 2021 | DX12 | Unreal Engine 4 | Max Settings, Nachschärfung, Filmkorn und Chromatische Aberration per Engine.ini ausgeschaltet |
| Life is Strange 2 | 2018 | DX11 | Unreal Engine 4 | Max Settings |
| Mafia 2: Definitive Edition | 2010 | DX11 | Illusion | Max Settings, 4xMSAA, ohne PhysX |
| Resident Evil 2 | 2019 | DX12 | RE Engine | Max Settings, Max RT |
| Resident Evil 7 | 2017 | DX12 | RE Engine | Max Settings, Max RT |
| Rise of the Tomb Raider | 2015 | DX12 | Foundation | Max Settings |
| Shadow of the Tomb Raider | 2018 | DX12 | Foundation | Max Settings ohne RT |
| Still Wakes the Deep | 2024 | DX12 | Unreal Engine 5 | Max Settings |
| The Talos Principle 2 | 2023 | DX12 | Unreal Engine 5 | Max Settings |
| The Witcher 2: Enhanced Edition | 2011 | DX9 | REDengine 2 | Max Settings ohne Ubersampling |
| The Witcher 3: Remastered | 2015 | DX12 | REDengine 3 | Ultra+, SSR Low, ohne RT und Hairworks |
| Tomb Raider | 2013 | DX11 | Foundation | Max Settings, FXAA |
| What Remains of Edith Finch | 2017 | DX11 | Unreal Engine 4 | Max Settings |
| Yooka-Laylee | 2017 | DX11 | Unity | Max Settings |
Die Testsysteme
Es kamen folgende Testsysteme zum Einsatz:
System 1:
CPU: AMD Ryzen 7 9800X3D
Mainboard: Asus Prime B650 Plus
RAM: 2 x 16 GB DDR5-5600 CL46-45-45-45
System 2:
CPU: AMD Ryzen 7 5700X
Mainboard: MSI MAG X570 Tomahawk WiFi
RAM: 2 x 16 GB DDR4-3200 CL14-14-14-14
System 3:
CPU: AMD Ryzen 7 1700
Mainboard: ASRock X370 Taichi
RAM 1: 2 x 16 GB DDR4-3200 CL14-14-14-14
RAM 2: 4 x 8 GB DDR4-2400 CL16-16-16-16
Zwei RAM-Kits beim Ryzen 7 1700? Ja, denn die erste Ryzen-Generation befindet sich in einem Dilemma. Aufgrund der Aufteilung der Kerne in zwei Cluster, deren Verbindung am RAM-Takt hängt, ist die Gaming-Performance sehr stark vom RAM abhängig, gleichzeitig ist der Speichercontroller jedoch eher schlecht, weshalb höhere RAM-Takte schwierig zu erreichen sind. Das 2400er-Kit stellt eher den Zustand dar, den man zum Release realistisch erreicht hat. Und auch heute ist das 3200er-RAM-Kit kein Selbstläufer, ich musste die SoC-Spannung auf 1.125 V anheben, und rockstable war auch das immer noch nicht.
Die Testmethodik
Jedes Testsystem hatte seine eigene Windows-Installation, Version 26H2 mit Updatestand vom 10.10.2026. Von allen 3 Systemen liegen Images vor, die ich nach jedem Systemwechsel mit Clonezilla auf die immer gleiche NVMe-SSD WD Blue SN580 1TB gespielt habe. Die Spielebibliothek war auf einer Samsung 980 Pro 2TB, die im zweiten M.2-Slot steckt. Das bedeutet jedoch, dass die Spiele-SSD im X370-Board nur mit PCIe 2.0 angebunden ist, in den anderen beiden Systemen mit PCIe 4.0. Auch wenn ich einen möglichen Einfluss auf die Performance für sehr unwahrscheinlich halte, ausschließen kann ich ihn nicht, das gilt es zu bedenken.
Auf allen 3 Systemen war Resizable BAR aktiviert, denn auch wenn die erste Ryzen-Generation das nicht offiziell unterstützt, funktioniert es trotzdem, ohne ist die Performance teilweise deutlich schlechter.
Bezüglich der Windows-HVCI-Sicherheitsfeatures habe ich entschieden, alle Systeme so zu benchen, wie die Windows-Installation sie von Haus aus einstellt. Das bedeutet, dass die Speicherintegrität beim Ryzen 7 1700 aus war, und bei den anderen beiden CPUs an. Bei den meisten Nutzern wird diese Option nie verändert, daher dürfte es praxisnah sein. Dem Ryzen 7 1700 komme ich damit etwas entgegen, der würde mit eingeschalteter Speicher-Integrität noch ordentlich Performance verlieren.
Der Grafikkartentreiber war Adrenalin 26.9.2. In drei Spielen habe ich DXVK eingesetzt, um Treiberbugs zu umgehen bzw. die generell schlechte DX9-Performance des RDNA-Adrenalin-Treibers zu umschiffen. (A Hat in Time, The Witcher 2, What Remains of Edith Finch).
Alle Spiele, die modernes Upsampling anbieten, habe ich mit FSR4 Quality getestet. Soweit wie möglich wurde dabei immer auf die offizielle Ingame-Umsetzung oder AMDs Treiber-Überschreibung zurückgegriffen. In folgenden Spielen war das nicht möglich, dort habe ich Optiscaler eingesetzt:
Indiana Jones und der große Kreis - FSR 3.1-Inputs via Optiscalers DX12-Brücke auf FSR 4.1.1, da AMD immer noch keine Vulkan-Unterstützung für FSR4 hat.
Jusant - DLSS via OptiPatcher auf FSR 4.1.1
Kena: Bridge of Spirits - DLSS via OptiPatcher auf FSR 4.1.1
Rise of the Tomb Raider - DLSS via Nvidia-Spoofing auf FSR 4.1.1
Shadow of the Tomb Raider - XeSS auf FSR 4.1.1
In keinem Spiel wurde ein integrierter Benchmark getestet, es kam immer eine Szene aus dem realen Spiel zum Einsatz. Alle Benchmark-Szenen findet ihr in dieser Youtube-Playlist.
Die Benchmarks wurden angefertigt mit CapFrameX, immer gemittelt aus 3 Durchläufen mit einer maximalen Abweichung der P1-FPS von 3 %.
Performance-Index
Genug der Vorrede, hier nun das geometrische Mittel aller 25 Testszenen, normiert auf die durchschnittlichen FPS des 9800X3D.
Das sieht doch auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aus. Der Ryzen 7 1700 verliert mit schnellem RAM gerade einmal 17 % im Vergleich zum 9800X3D, und auch der 5700X ist nur 4 % vom 9800X3D weg. Da einige Spiele dabei sind, die auch beim Ryzen 7 1700 nicht fordernd sind, lohnt sich jedoch auch ein Blick auf die wirklich CPU-fordernden Spiele.
Und da sieht die Welt schon ganz anders aus. Der Ryzen 7 1700 verliert in den fordernden Szenarien 32 % im Vergleich zum 9800X3D, mit langsamerem RAM ist er 40 % langsamer. Der schnelle RAM bringt mit 13 % zwar ordentlich was, macht aus dem 1700 aber trotzdem keine Rakete. Bemerkenswert ist, dass der 5700X fast den gesamten Rückstand schon einholen kann, ein Upgrade auf diese CPU auf dem gleichen AM4-Board würde sich schon richtig lohnen. Und darüber gäbe es ja noch den legendären 5800X3D, der sich leider nicht mehr in meinem Besitz befindet. Der 9800X3D könnte eigentlich noch viel schneller sein, lässt die Grafikkarte aber bis auf eine Ausnahme in Hogwarts Legacy immer vollständig ins GPU-Limit laufen.
Einzel-Ergebnisse
Es lohnt sich auch ein Blick in die einzelnen Spiele, da es Spiele gibt, in denen die CPUs überhaupt keinen Effekt haben, und Spiele, wo die Unterschiede eklatant sind.
Die richtigen CPU-Brecher sind Cyberpunk, Distance, Hogwarts Legacy in Hogsmeade, Horizon Zero Dawn, Indiana Jones, Shadow of the Tomb Raider, The Witcher 2, The Witcher 3 in Novigrad sowie Yooka-Laylee. In Witcher 3 ist interessant, dass in der anderen Testszene in Weißgarten die CPU komplett egal ist und selbst der Ryzen 7 1700 mit der langsamen RAM-Konfiguration voll mithalten kann. Gleiches gilt für andere Gebiete in Hogwarts Legacy. Es ist nicht das ganze Spiel so fordernd wie große Städte.
Bei der gefühlten Flüssigkeit auf dem Ryzen 7 1700 schneiden leider alle fordernden Unreal-Engine-Spiele schlecht ab, diese hakeln wirklich spürbar, teilweise bleibt das Bild immer mal kurz stehen. Das ist schon in Kena störend, Hogwarts Legacy würde ich auf dem 1700 als unspielbar bezeichnen, zumindest in Hogsmeade. Aber dieses Spiel ist auch richtig schlecht optimiert, selbst der 9800X3D bekommt dieses Traversal Stuttering hier nicht richtig in den Griff.
Bei allen anderen Spielen, die nicht auf der Unreal Engine basierten, war ich hingegen beeindruckt, wie flüssig sich die Spiele trotz der niedrigen FPS noch angefühlt haben. Klar, butterweich war es nicht, die Frametimes werden etwas unruhiger, was man spüren kann, aber trotzdem war die Frameausgabe immer noch recht gleichmäßig und das Bild ist nicht, wie bei der Unreal Engine, immer wieder stehen geblieben. Cyberpunk und Witcher 3 spielen sich deshalb gut, genauso Indiana Jones und Shadow of the Tomb Raider. Das sind auch alles Spiele, die alle 16 Threads der CPU gleichmäßig auslasten. Hat man hier also doch einen späten Vorteil durch die vielen Kerne?
Frametimes
Aber dieses Gefühl muss ich natürlich auch belegen, deswegen habe ich von allen Spielen auch noch die Frametimes. Diese werden jedoch nicht Dark-Mode-kompatibel von CapFrameX gespeichert, daher packe ich die alle in einen Spoiler. Dark-Mode-Nutzer, seit gewarnt, das wird hell.
Fazit
"König in Anwendungen, Prinz in Spielen", so lautete im März 2017 die Überschrift zum Ryzen-1000-Launch-Review auf Computerbase. Ob aus dem damaligen Prinz inzwischen wirklich ein König geworden ist, konnte ich natürlich nicht klären, da ich dazu auch das Intel-Flaggschiff 7700K hätte testen müssen. Aber nur mit Blick auf den Sprung, den es bereits 3 Jahre später mit der Ryzen-5000-Reihe gab, muss man leider sagen, dass Ryzen 1000 nicht gut gealtert ist. Der 5700X deklassiert den 1700 schon sehr deutlich, nicht nur in 720p-Benches, sondern auch hier praxisnah in 4K auf einer gehobenen Mittelklasse-Karte. Und dabei war bis auf die beiden Resident Evil's und Indy auch kein Raytracing dabei, das würde die CPU noch mehr in die Knie zwingen. Aber dafür hat der Sockel AM4 den besten Upgrade-Pfad aller Zeiten, denn nicht nur die Ryzen-5000-CPUs sind immer noch sehr gut, den wieder aufgelegten 5800X3D gibt es als Sahnehäubchen oben drauf ja auch noch. AM4 steht damit zusammen mit dem legendären Sockel 775 in der ewigen Hall of Fame, ob AM5 das gleiche Kunststück gelingen wird, wird die Zeit zeigen.
Changelog
| 18.10.2026 | Der Ryzen 7 1700 wurde in allen Diagrammen und Frametime-Graphen mit einer Übertaktung von 3.800 MHz hinzugefügt. Danke an @leckerbier1 und @AAS für die Anregung. |
| 20.10.2026 | Gesamt-Diagramme und Einzeldiagramm und Frametimegraph von Horizon Zero Dawn ausgetauscht, da auf dem 9800X3D versehentlich die dynamische Auflösungsskalierung an war. |
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