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News Treyarch & Crunch: Zweiklassen-Kultur bei Call-of-Duty-Entwicklern

s0undjan schrieb:
Z.B. das Arbeitnehmer ihre feste Stelle verloren und durch Zeitarbeit für 2/3 des Lohns befristet am selben Ort wieder eingestellt wurden

So was passiert halt wenn es keinen Betriebsrat gibt und weil zu wenig Leute in der Gewerkschaft sind.

Davon mal abgesehen ist es eigenartig wenn eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen wird und die Leute anschließend über eine Leihfirma anschließend den gleichen Job machen.

Hier würde sich ein Gang vor das Arbeitsgericht lohnen um auf Wiedereinstellung zu klagen.

Aber wo kein Kläger da kein Richter.

Oder die Geschichte ist ein Ammenmärchen...
 
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s0undjan schrieb:
"Dass wir in Zukunft eine größere Altersarmut zu erwarten haben, liegt in erster Linie am demographischen Wandel. "
Das hat man vor 50 Jahren schon als Argument gebracht und wurde durch steigende Produktivitätsraten immer wieder negiert.

Fakt ist: Wir hatten in der Geschichte der BRD noch nie die Situation, dass eine zahlenmäßig so starke Generation wie die "Babyboomer" (grob gesprochen die zwischen 1955 und 1970 Geborenen) in Rente geht und von den nachfolgenden - und vergleichsweise geburtenschwachen - Jahrgängen versorgt werden muss.

Diese Grafik veranschaulicht das recht gut.

Heute haben wir aber dank der Agenda 2010 einen riesigen Niedriglohnsektor, das heißt mehr Arbeitnehmer, die trotz Vollzeitstelle und 40 Jahren Arbeit eine Rente auf Grundsicherungsniveau zu erwarten haben.

Ohne die Agenda 2010 wären die meisten Leute, die heute im Niedriglohnsektor arbeiten, arbeitslos - und stünden damit in puncto Rente noch schlechter da.

Dazu noch das abgesenkte Rentenniveau [...]

Das Rentenniveau ist eine trügerische Größe, denn es bezeichnet lediglich das Verhältnis der durchschnittlichen Rente zum durchschnittlichen Lohn und sagt nichts über die absolute Höhe der Rente aus. Steigt das Rentenniveau, bedeutet das nicht unbedingt einen Wohlstandszuwachs; fällt es, bedeutet das nicht unbedingt einen Wohlstandsverlust.

Zwischen 2011 und 2016 ist das Rentenniveau von 50,1 auf 48,1 Prozent gefallen Zugleich sind die Renten aber um acht Prozent – und damit stärker als die Inflation von fünf Prozent - gestiegen. Die Ruheständler konnten sich also trotz sinkenden Rentenniveaus mehr von ihrer Rente leisten.

Wer einfach ein hohes Rentenniveau will, sollte sich eine möglichst schwere Wirtschaftsrise wünschen. Denn wenn viele Leute Kurzarbeit leisten und somit der Durchschnittslohn sinkt, steigt das Rentenniveau entsprechend kräftig an. :D

[...] und prekäre und unsicherere Beschäftigungsverhältnisse und schon habe ich Altersarmut per Gesetz beschlossen. Die ist ja schon heute bemerkbar [...]

Nur rund 3 % der über 65-Jährigen sind auf Leistungen der Grundsicherung im Alter angewiesen. Altersamut ist also hierzulande kein besonders verbreitetes Phänomen. Tatsächlich ist die statistische Armutsgefährdung bei den Senioren sogar geringer als bei den jüngeren Bevölkerungsgruppen (bei der Gesamtbevölkerung sind rund 10 % auf Mindestsicherung angewiesen).

In der öffentlichen Debatte wird hier teilweise mit extrem alarmistischen Zahlen hantiert, weil nicht sauber unterschieden wird zwischen Leuten, die tatsächlich in Armut leben, und denjenigen, die lediglich als "amutsgefährdet" gelten. Unter letztere Größe fallen alle, die weniger als 60 % des Medianeinkommens verdienen.

Ob dieser "relative Armutsbegriff" überhaupt sinnvoll ist, darüber könnte man eine eigene Debatte führen. Wenn Bill Gates und Jeff Bezos nach Deutschland ziehen würden, wären wir hier alle auf einen Schlag (relativ gesehen) "ärmer" - obwohl wir genau gleich viel Geld verdienen würden wie vorher.

Auf dem Papier sehen diese Arbeitsmarktreformen sicherlich ganz zoll aus, was sie aber in der Realität für die Menschen bedeutet, sagen sie nicht aus. [...] Unser wirtschaftlicher Erfolg ging zu Lasten der Schwächsten der Gesellschaft [...]

Auch diese Behauptung ist nicht durch die Zahlen gedeckt.

Von 2005 bis heute hat sich der Einkommensanteil der unteren 40 % der Bevölkerung nicht verändert. Das heißt, die waren genau so am Wirtschaftswachstum beteiligt wie die reichsten 10 % - und das, obwohl wir allein in den letzten fünf, sechs Jahren eine Netto-Zuwanderung von über zwei Millionen Menschen hatten, die zum überwiegenden Teil niedrig qualifiziert sind und somit wenig verdienen.

Und das Realeinkommen der ärmeren 40 % hat sich natürlich ebenfalls entsprechend erhöht.

Die in Talkshows gern geäußerte Behauptung, dass "die Armen immer ärmer werden", lässt sich also anhand der Zahlen nicht belegen.

[...] und nach 15 Jahren ist die Politik angesichts der dadurch verursachten Probleme weder willens noch fähig, etwas dagegen zu tun.

Was soll die Politik Deiner Ansicht nach konkret tun?

Wer Hartz IV abschaffen will, muss dafür ehrlicherweise die höheren Arbeitslosenzahlen in Kauf nehmen, die wir vor den Reformen hatten.

Oder schwebt Dir das übliche linke Patentrezept "Saftig die Steuern erhöhen und dann das Geld verteilen!" vor? Wie ich schon in einem vorigen Beitrag erläutert habe, zahlen wir in Deutschland im internationalen Vergleich bereits hohe Steuern und Abgaben. Dort habe ich auch erklärt, warum z. B. eine Vermögenssteuer oder eine Erhöhung der Erbschaftssteuer keine guten Ideen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
tek9 schrieb:
So was passiert halt wenn es keinen Betriebsrat gibt und weil zu wenig Leute in der Gewerkschaft sind.

Davon mal abgesehen ist es eigenartig wenn eine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen wird und die Leute anschließend über eine Leihfirma anschließend den gleichen Job machen.

Hier würde sich ein Gang vor das Arbeitsgericht lohnen um auf Wiedereinstellung zu klagen.

Aber wo kein Kläger da kein Richter.

Oder die Geschichte ist ein Ammenmärchen...
Ob du es glaubst oder nicht, aber es gibt Firmen, da ist das Wort Betriebsrat ein Fremdwort und wer damit zuerst kommt, wird gekündigt. Sowas mag man von außern zwar nicht so leicht glauben, aber wer es selbst mal erlebt hat sieht gewisse Dinge dann anders.
 
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