1. Trinkgeld <- gilt ja als Zugabe für eine Person. Der ursprüngliche sinn dahinter fehlt wenn es nicht mit einer Dienstleistung zusammen hängt.
Das Trinkgeldgeben kommt aus den USA, wo der ursprüngliche "Sinn" dahinter war, Servicepersonal für besseren Service zu bestechen. Sh. Quellen aus meinem ersten Post. Später ist diese Angewohnheit schließlich lediglich auf andere Länder, wie z.B. Deutschland übergegangen.
Da hier aber keiner irgendjemanden bestechen möchte, ist mMn dieser "Sinn" obsolet.
Was ist deiner Meinung nach der heutige Sinn hinter dem Trinkgeld in Deutschland? Ohne dieses Statement ist deine These unbegründet.
2. Das muss man sehr differenzieren. Berater in Modegeschäften und co. werden genau dafür bezahlt, bekommen zum teil Provision oder sind meistens mehr schlecht als recht.
Ich splitte mal auf:
-Bezahlung: Die Bedienung im Restaurant wird nicht bezahlt, dass sie die Gäste höflich und zuvorkommend bedient? -> ungültig
-Provision: Ja, hier zahlt der Arbeitgeber für eine gute Arbeit im Sinne des Unternehmens. Inwiefern ist das ein Argument dafür, dass Restaurants nicht für gute Arbeit in ihrem Unternehmen zahlen müssen?
-meistens eher schlecht als recht: Ist das ein Argument dagegen, den Beratern, die ihre Arbeit gut oder hervorragend machen, kein Trinkgeld zu geben?
In a nutshell: Deine Argumentation bisher ist nicht sehr schlüssig.
Ich denke die meisten hier geben unabhängig von der Branche Trinkgeld wenn die Situation einen dazu bringt sich in besonderer form bedanken zu wollen.
Und das ist der springende Punkt. Es gibt kein Trinkgeld nur weil jemand eine Dienstleistung tätigt sondern für eine besondere Leistung für die man sich erkenntlich zeigen möchte.
Ich wollte zunächst hier ausführlicher werden, jedoch hält deine Aussage viele Optionen offen: "wenn die Situation einen dazu bringt" kann viel heißen: Gesellschaftliche Normen, Gesellschaftlicher Druck, Peinlichkeit, Gute Leistung, etc.
Deine Schlussfolgerung gilt nur, wenn die Situation durch "gute Leistung" definiert ist.
Aber, dass dies Realität ist, widerlegt zumindest eine Studie in den USA: Die Höhe des Trinkgeld unterscheidet sich im Hinblick auf die Qualität nur um 2% in der Höhe des Trinkgeldes. Das ist praktisch nichts.
Wenn erneut "gute Leistung" annimmt, ist das das Trinkgeld alles andere als branchenunabhängig. Wie diese Umfrage hier zeigt, und auch meine Erfahrung, beschränkt sich dies (1) nahezu ausschließlich auf den Diensleistungssektor und bevorzugt (2) eindeutig die Gastro-Branche: 83,05% hier geben im Restaurant Trinkgeld. Keiner gibt in Modegeschäften Trinkgeld. In der Bäckerei gibt auch keiner Trinkgeld. Und 68% beschränken ihr Trinkgeld nur auf die in der Umfrage genannten Bereiche.
Wie gesagt, nicht sehr schlüssig.