unerlaubte Internetüberwachung im Netzwerk

John Anderton

Lt. Junior Grade
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Juli 2007
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271
Hallo,

also ich wohne in einer WG und wir nutzen alle zusammen 1 und 1 DSL über eine Fritz Box (dafür hat jeder einen Fritz Box WLAN Stick). Als ich einem Mitbewohner nun sagte, ich hätte mir dieses oder jenes aus dem Netz geladen, sagte er, dass er das wissen würde, weil er so ein Tool hätte, das das alles anzeigt. Den Namen des Tool wollte er mir nicht nennen.

Finde das ehrlich gesagt nicht so die feine englische Art mir nachzuspionieren. Jetzt wollt ich mal fragen, ob es überhaupt solche Tools gibt mit denen man sowas (Datentransfer, Größe und Namen der Dateien, Internetverbidnungen protokollieren etcpp) machen kann und ob man da vielleicht (mit einem anderen Tool) selbgies blocken könnte.

Danke im Voraus.
 
Kommt drauf an, wie das ganze Netzwerk aufgebaut ist.

Hat er einen Rechner mit 2 Netzwerkkarten zwischen Router und Modem geklemmt ist das mit eatheral und Konsorten machbar.

Dagegen hilft eigentlich nur verschlüsselte Downloads über ssl und andere Möglichkeiten.

Solange er aber Anschlussbesitzer ist, sieht es nicht so rosig aus. :)
 
Naja, legal ist das ganze auf jedenfall schonmal nicht.

Teil1: Eine Überwachung des Internetverkehrs ist grundsätzlich ersteinmal nicht verhältnismäßig. Einzig zum Zweck der Feststellung einer Straftat (welche ja den Besitzer des Anschlusses belasten würde) wäre dieser Eingriff erlaubt. Dafür muss allerdings ein begründeter Verdacht vorliegen.

Teil2: Laut Datenschutzgesetz ist eine Überwachung des Internetverkehrs nur dann zulässig, wenn keine Rückschlüsse auf den jeweiligen Benutzer gemacht werden können. Es muss also sichergestellt sein, dass dein Mitbewohner nicht weiß, wer nun was runtergeladen hat.
Da er aber wohl nicht nur den Verkehr, sondern auch deine IP mitgeloggt hat, ist dieser Sachverhalt nicht gegeben => verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz

Teil3: Die geloggten Daten müssen (sofern auf legalem Wege erstellt) vor fremden (unzulässigen) Zugriffen geschützt werden. Also darf keiner, für den die Daten nicht relevant sind, darauf zugreifen.

Usw... mehr siehe Bundesdatenschutzgesetz...

Alles in allem: des was der da macht ist nicht erlaubt, er hats zu unterlassen oder bekommt Ärger^^
 
ja geben tut es sowas. Aber erlaubt sind diese Tools leider nicht mehr. Zumal, benutz TOR und dann kann er auch nichts mehr interessantes sehen.
 
Und dann bekommt er ein "Hol dir doch deinen eigenen Anschluss zu hören".

Mir ist auch klar, dass sowas nicht erlaubt ist, aber was will er machen? :)
 
Es ist egal ob er der Internet-Anschlussbesitzer ist oder nicht, was er tut ist illegal.
Netzwerksniffer sind nur zu Analysezwecken legal nutzbar, aber beim Ausspionieren überscheitet er die Grenze des Legalen.

http://www.pcwelt.de/start/software_os/sicherheit/praxis/22222/index5.html

Wenn du ihn anzeigen würdest und die Polizei Logdaten auf seinem PC findet hättest du rechtlich was in der Hand gegen ihn. Du solltest ihm dies verklickern, dann hört er vielleicht auf.

Aktiv dagegen unternehmen kannst du nur, wenn du ein LAN Kabel von deinem PC zum Router legst und direkt anschließt. Oder ein Switch (!) am Router anschließt, an dem du per Kabel dran bist (KEIN HUB !!!)

Über WLAN ist es unmöglich dich gegen Sniffen zu schützen denn alle Transfers über HTTP oder FTP sind sniffbar. Nur HTTPS Seiten (mit SSL) sind verschlüsselt.
Wenn du einen Router mit VPN hättest, könntest du ein VPN Tunnel zum Router machen (im WLAN).
 
fritzboxen habe ein eingebautes "tcpdump" damit kann man das nachschaun ;)
 
Jein....

Ich nehme mal den Fall eines Arbeitgebers, da ist es etwas ersichtlicher:
Einem Arbeitgeber ist es gestattet, den Internetverkehr seines Büro's mitzuloggen. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass die Auswertung nur automatisch vonstatten geht (z.b. für Statistiken) UND dass die Daten nicht personenbezogen sind.
Es darf also geloggt werden, dass die und die Dateien herunter geladen wurden. Muss aber alles im Rahmen der Verhältnismäßigkeit bleiben!
 
man kann ja miteinander reden sag ihm das du das ok findest und das er es lassen soll. ansonsten scann doch selber auch und sag ihm das dann vielelicht wird er dann merken das es nicht so toll ist.
 
Der Arbeitgeber darf dies aber nur tun, wenn der Mitarbeiter darüber informiert wurde.
Heimliches Loggen ist auch illegal.

Achso: loggen und sniffen ist ein Unterschied ;-)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Überwachung ist zumindest für alles Möglich, was unverschlüsselt ins Internet übertragen wird (auch Passwörter - wie z.B. der Login von GMX ist im Normalfall unverschlüsselt!).

Wenn du nicht willst, dass man deine Daten abhört, dann verschlüssel die Kommunikation :) Sonst wirst du das nie verhindern können - auch wenns illegal ist.
 
Danke an alle für die Antworten. :)

arterius schrieb:
Kommt drauf an, wie das ganze Netzwerk aufgebaut ist.

Hat er einen Rechner mit 2 Netzwerkkarten zwischen Router und Modem geklemmt ist das mit eatheral und Konsorten machbar.

Dagegen hilft eigentlich nur verschlüsselte Downloads über ssl und andere Möglichkeiten.

Solange er aber Anschlussbesitzer ist, sieht es nicht so rosig aus. :)

Der Router ist ganz normal an die Telefondose angeschlossen. Und darauf können die PCs nun mit dem Fritz WLAN Stick zugreifen, ums ins Internet zu gehen. Er hat dazu den gleichen USB-Stick wie ich, Netzwerkkarten werden dafür nicht gebraucht (weil WLAN)

Bei den Netzwerkverbindungen zeigt es "Fritz Box Fon etc.." - "Sicherheitsaktiviertes Drahtlosnetzwerk (WPA)", "Verbindung hergestellt" an.

Er ist der Administrator und hat das auch irgendwie den Zugriff auf die Fritzseite mit Passwort belegt.

Dass er damit gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen verstößt, interessiert ihn doch nicht.


@Sir_Sascha: Funktioniert das mit TOR (Annonymität in Internet) auch im Netzwerk?
 
Zuletzt bearbeitet:
-Kenny- schrieb:
Der Arbeitgeber darf dies aber nur tun, wenn der Mitarbeiter darüber informiert wurde.
Heimliches Loggen ist auch illegal.

Jo ok...

Ich würde einfach mal mit dem Fritzen reden, je nachdem wie wichtig dir das ist auch mal mit Strafanzeige drohen. Frag doch mal deine anderen Mitbewohner, ob die schon etwas ähnliches von ihm gehört haben.

Edit

John Anderton schrieb:
Der Router ist ganz normal an die Telefondose angeschlossen. Und darauf können die PCs nun mit dem Fritz WLAN Stick zugreifen, ums ins Internet zu gehen. Er hat dazu den gleichen USB-Stick wie ich, Netzwerkkarten werden dafür nicht gebraucht (weil WLAN)

Bei den Netzwerkverbindungen zeigt es "Frotz Boix Fon etc.." - "Sicherheitsaktiviertes Drahtlosnetzwerk (WPA)", "Verbindung hergestellt" an.

Er ist der Administrator und hat das auch irgendwie den Zugriff auf die Fritzseite mit Passwort belegt.
Damit kennt er das WPA Kennwort und kann rein theoretisch den Verkehr entschlüssel. Das ist aber noch extremer als ein "einfacher" Verstoß gegen das BDSG...

Dass er damit gegen irgendwelche Datenschutzbestimmungen verstößt, interessiert ihn doch nicht.
Spätestens wenn ne Strafanzeige vorliegt interessiert es ihn ^^

@Sir_Sascha: Funktioniert das mit TOR (Annonymität in Internet) auch im Netzwerk?

Ja, geht, ist aber meistens dreckslahm...
 
Zuletzt bearbeitet:
Er hat halt gern alle Fäden in der Hand, für ihn ist das selbstverständlich und mich ginge das erstmal gaaar nichts an.

Aber mit "darüber reden" ändert man doch nichts. Selbst wenn er sagt, er würde es nicht mehr tun, wer sagt dann, dass er es nicht doch tut? Es könnte mir ja auch egal sein, dass er das tut, aber wem ist sowas schon egal? Auf dem Arbeitsplatz kann ich das ja nachvollziehen.

Die einzige Lösung sehe ich in einem Tool wie TOR, werd ich mal ausprobieren.
 
atomfred2k schrieb:
fritzboxen habe ein eingebautes "tcpdump" damit kann man das nachschaun ;)

insofern würde ich einfach mal fragen ob er dir zeigt wie er das macht. kenne die fritzbox nicht, aber die meisten router loggen mehr oder weniger einiges mit, kann man sich dann per email schicken lassen oder direkt am gerät auslesen mittels dem "loginbildschirm".
d.h. du kannst mal nachgucken was er so aus den logs lesen kann, ggf. schauen was er so im netz macht. dafür brauchst du halt das passwort für den router, welches er dir geben soll oder irgendwo draufschreiben soll weil du bezahlst ja schließlich fürs netz mit. und ein gespräch, dass du es schlichtweg schlecht findest wenn er das macht. 2. anschluss hin oder her, aber wegen sowas würde ich mich streiten und bin hier im 2er heimnetzwerk in unserer wg auch "administrator" und ich hüte mich davor auch nur zu versuchen irgendwas mitzulesen was meine mitbewohnerin macht (was aber ein kinderspiel wäre ;) ).
wenn du das passwort hast kannst du seine sachen mitlesen, also gleiche waffen. reg die anderen wg kollegen dazu an dass sie das passwort wollen bzw ihr selbstverständlich unüberwacht surfen wollt. ich denke wenn keiner mehr fürs netz zahlen will wird er sichs vllt überlegen.

die ganzen sachen mit strafanzeigen, 2 netzwerkkarten im rechner bei nem wlan netzwerk ( ;) ) find ich sehr unverhältnismäßig.

edit: biste dir sicher dass er das nicht mitliest und sich schnell nen cb.de account macht ;) ? auf soo spiele hätte ich in meiner eigenen bude an meinem rechner keinen bock und würde sofort reinen tisch machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
emagon schrieb:
die ganzen sachen mit strafanzeigen, 2 netzwerkkarten im rechner bei nem wlan netzwerk ( ;) ) find ich sehr unverhältnismäßig.

Mal ganz ehrlich, wenn jemand dermaßen in meine Privatsphäre eindringen würde, wäre eine Strafanzeige für mich alles andere als unverhältnismäßig. Da könnte der Typ ja direkt noch meine Briefe durchlesen und meine Telefonate abhören.
Ich seh da keinen Unterschied drinnen, es geht ihn einen feuchten Dreck an und wenn man ihn nicht in seine Schranken weißt, wird er das noch immer weiter machen!
 
ja nur ist es ein mitbewohner. weiß ja net wie deine persönliche beziehung zu evtl. mitbewohnern ist, aber wenn ich wegen sowas ankommen würde und was von strafanzeige erzähl würd die mich auslachen und fragen ob ich nüchtern bin ^^

warum kompliziert wenns auch einfach geht. wenn die einsicht nicht da ist kann man immernoch darauf hinweisen dass es womöglich illegal ist (was je nach art und weise sehr fraglich ist). und bevor ich mitbewohner wegen so nem sch*** anzeige zieh ich gleich aus. bringt doch nur noch mehr stress.
 
Nee, also Anzeige kommt nicht in Frage :D

Bin ja schließlich mit ihm recht gut befreundet. ;) Und daher rührt auch in gewisser Weise diese/seine Einstellung, dass man dann keine Geheimnisse voreinander hat etcpp. und es einen nicht stören sollte, wenn der andere mehr aus Spaß bisschen zuschaut, was man denn so macht. :)

Ich kann das ja auch nachvollziehen, aber dann sollte gleiches Recht für alle gelten. ;)

Aber okay, das ist ja erst gerade herausgekommen und das werden wir sicherlich noch klären können ohne Justizia zu bemühen. ;)

Dennoch ist ein gewisser Vertrauensverlust da, wenn er sowas erwähnt, und man kann sich nicht sicher sein, dass er dies nicht weitermacht, nachdem die Sache geklärt ist. Andernfalls ist auch noch nicht sicher, ob er das überhaupt getan hat, weil er das von sich aus gesagt hat und ich das erst für Blödsinn hielt.
 
Die beste Möglichkeit um die Los zu umgehen währe eine verschlüsselte VPN Verbindung. Denn da hast du auch noch eine Gute Geschwindigkeit, aber der nachteil ist, dass man für VPN Anonymisierungsdienste etwas bezahlen muss. Aber pass auf, welchen Dienst du zum anonymisieren verwendest, denn zum Beispiel bei den Dienst von http://www.anonymizer.com/ wird nicht der komplette Datenverkehr anonymisiert.
 
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