News US-Rechnungshof: Filesharing-Schaden überschätzt

tarrabas schrieb:
@In vino veritas
du stellst dich gerade etwas sehr gegen die logik, darum versuch ich es nochmals.

Weil mir meine Logik etwas anderes sagt:
Warum sollte die Musik-, Film-, oder Software Industrie von einem Schaden durch Filesharing u.ä. sprechen, wenn dieser gar nicht existent ist? Offensichtlich muss es doch bei den entsprechenden Firmen einen Umsatz- bzw. Gewinn-Rückgang geben, ansonsten macht der Einwand keinen Sinn.

Wenn verlässliche Berechnungsmethoden fehlen um den Schaden zu definieren, kann man dann Kategorisch ausschliessen, dass ein Schaden vorliegt?

Und wenn die lt. US-Rechnungshof möglichen positiven Effekte des Raubkopierens einen Vorteil für die Medien-Industrie darstellen würde, dann würde es doch ebenfalls keinen Sinn machen gegen das Filesharing anzugehen. Im Gegenteil. Dann müsste die Industrie, nach meiner Logik, das Filesharing fördern.

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Soweit meine Gedankengänge.
 
Man muss allerdings bedenken, dass die Publisher natürlich an einer Gewinnmaximierung interessiert sind und Filesharing natürlich allein aus dem grund unterbinden wollen, oder den von ihnen geschätzten Verlust durch Gebühren an anderer Stelle wieder hereinholen möchten.

Aber ich verstehe die aussage des Rechnungshof auch so, dass sie lediglich die Höhe des geschätzten schadens bezweifeln, nicht aber dass ein Schaden entstanden ist. Und es geht auch nicht nur um den Schaden. wenn Material urheberrechtlich geschützt ist, können natürlich auch Bussgelder erhoben werden, die ersteinmal nicht zwangsläufig an den tatsächlich entstandenen Schaden gekoppelt sein müssen.

Letzendlich fände ich es besser, dies so zu regeln und zeitgleich den Publishern die Möglichkeit nehmen, auf Schadensersatz zu klagen. Die Bußgelder sollten, wie ich bereits geschrieben habe, zwar weh tun aber keine Existenz bedrohen (z.B 100 € wenn mann das erste mal erwischt wird, 200 € beim zweiten mal, 400€ beim dritten mal usw). Anders sollte es natürlich aussehen, wenn jemand versucht Gewinne damit zu erzielen. Dann sollten die Strafen schon deutlich höher ausfallen. Eine solche lösung würde dem Urheberrecht Rechnung tragen, aber den ganzen "Abzockeranwälten" die Grundlage entziehen.
 
Jelais99 schrieb:
Man muss allerdings bedenken, dass die Publisher natürlich an einer Gewinnmaximierung interessiert sind und Filesharing natürlich allein aus dem grund unterbinden wollen, oder den von ihnen geschätzten Verlust durch Gebühren an anderer Stelle wieder hereinholen möchten.
Ich glaube, dass jedes Unternehmen an einer Gewinnmaximierung interessiert ist. Somit würde sich im Rückschluss also ergeben, dass durch das Filesharing doch ein Schaden ensteht, oder? ;)
Aber ich verstehe die aussage des Rechnungshof auch so, dass sie lediglich die Höhe des geschätzten schadens bezweifeln, nicht aber dass ein Schaden entstanden ist.
So interpretiere ich den Bericht auch. ;)
 
In Vino Veritas: Umsatzeinbußen gibts hier und da. Aber auch Rekordumsätze. Die Kinobranche z.B. fährt einen Rekord nach dem anderen ein in den letzten Jahren. Und das obwohl Filesharing im Bereich Kinofilme immer "besser" geworden ist.

In der Musikindustrie siehts etwas anders aus. Da gingen die Umsätze stark zurück. Allerdings fing das schon an, als Filesharing noch nichtso massiv verbreitet war. In Zeiten als man noch mit 56k Modem durch die Gegend surfte.
Und dieser Einbruch lässt sich zumindest teilweise mit dem verpassen des Zeitgeistes in der Industrie erklären. Immer mehr Retorten Stars, Charterfolge mit der Brechstange und rigide Vertriebsmechanismen.

Auch die Spielebranche hat 2008 und 2009 Rekordumsätze gehabt.

Wie man sieht, ist es nicht wirklich ein massiver Rückgang der Umsätze, welcher der Grund für die Verfolgung von Piraterie ist. Es ist eher der Gedanke, dass man noch mehr haben könnte, wenns keine Piraten gäbe.

Zur Aussage des Rechnungshofes: Sie zweifeln nicht an, dass im Grunde eine Art Schaden entsteht, in mancher Hinsicht. Aber in dieser Hinsicht sind die positiven Effekte noch nicht enthalten. Das heißt der Schaden bezieht sich nicht auf das Endergebnis, sondern nur auf die Tatsache, dass durch eine Raubkopie ein gewisser Umsatz entgangen ist. Nämlich in Sinne von: "Eine Raubkopie ist zu einem gewissen Teil ein nicht gekauftes Produkt". Also nur ein Teilaspekt und nicht das große Ganze.

Deshalb sagte ich ja: Gesamt betrachtet schließt man auch nicht aus, dass die positiven Effekte die negativen überflügeln und somit unterm Strich doch kein Schaden entsteht.
 
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Jelais99 schrieb:
Man muss allerdings bedenken, dass die Publisher natürlich an einer Gewinnmaximierung interessiert sind und Filesharing natürlich allein aus dem grund unterbinden wollen, oder den von ihnen geschätzten Verlust durch Gebühren an anderer Stelle wieder hereinholen möchten.
Nicht zwingend. Nicht jede Behauptung ist wahr, und wer einen Schaden beklagt, muß nicht zwingend einen haben.

Die Tatsache, dß der Rechnungshof keinen Schaden belegen kann, sagt ja vor allem eines klar und deutlich aus: es GIBT keine belastbaren Zahlen. Auch die MI hat offenbar keine, denn andernfalls hätte sie dem Rechnungshof diese zur Verfügung gestellt. Das ist die eigentliche "Sensationsmeldung", die sich dahinter verbirgt.

Das hindert die MI natürlich nicht daran, weiter ihre Kriminalisierungskampagnen zu fahren, weil man dort offenbar davon ausgeht, daß es einen Schaden geben müsse. Wie hilflos man vorgeht, zeigen zB. die Spots ausgerechnet in Kinos und auf DVDs. Also Strafandrohungen von lächerlichen "bis zu 5 Jahren" (das gibt ds Recht gar nicht her), die sich an zahlende Kunden (Kinokarte, DVD-Kauf/Ausleihe) richten.

Die Ursache ist sicher in dem nicht zu bestreitenden Umsatzrückgang zB. im CD-Markt zu suchen. Dafür kommen aber viele Gründe in Betracht, zu denen zB. schlicht Marktveränderungen aber eben auch schwere Fehler der MI selbst zählen. Nur will man eben weder die Fehler zugeben, noch daß das klassische Musikgeschäft am Ende einer Hochphase ist.

Also sucht man den Schuldigen woanders. Und da kommt der "schwarze Markt" der Privatkopien, die es früher auch gab, natürlich wie gerufen.
 
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Cypherian schrieb:
@Konti sogesehen schon zumindest hat sich der Rechnungshof da sehr schlau aus der Affäre gezogen. Den es könnte ja auch genausogut sein das der Schaden um ein vielfaches höher liegt als man dachte.
Nein, höher liegen kann der Schaden ganz sicher nicht. Denn bei den bisherigen Annahmen wurden die positiven Aspekte komplett ausgeblendet und es wurde von den maximal "möglichen" negativen Aspekten ausgegangen (was allerdings völlig utopisch ist).

Somit stimmt die Überschrift und man kann ganz klar davon sprechen, daß der Schaden überschätzt wurde.



Wenn man sich über dieses Thema unterhalten will, sollte man zunächst auch erstmal ganz klar differenzieren, über welche Art von Software man gerade redet.
Betriebssysteme, Programme, Spiele, Musik, Filme, usw. werden von teils den selben aber auch teils völlig unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, was die Wirkung von Filesharing betrifft. Und selbst innerhalb dieser übergeordneten Kathegorien gibt es noch gewaltige Unterschiede.
Auch muss man sich darüber unterhalten, welche kurzzeit- und welche langzeit-Effekte auftreten.
Und man muss sich darüber unterhalten, welche positiven/negativen Effekte für benachbarte Branchen entstehen.

Es gibt da wirklich eine Vielzahl an sehr wichtigen und ausschlaggebenden Faktoren, von denen mindestens 90% noch NIE von irgendeiner großen Firma in der Öffentlichkeit angesprochen wurden.
Stattdessen versucht man die ganze Zeit gegen ein Phänomen anzukämpfen, welches man kaum beeinflussen kann ... und das ohne Rücksicht auf Verluste.
Da wird Geld und Image in rauhen Massen vernichtet, ohne sich überhaupt auch nur ansatzweise ein Bild vom Stand der Dinge gemacht zu haben.

Inkompetenz² .. und das am laufenden Band und durch die Bank ...
Rein wirtschaftlich gesehen, schießen sich da einige Firmen mächtig in's eigene Knie (Ubisoft und EA zum Beispiel gerade mit ihrem neuen Online-Zwang-Kopierschutz). Vom Ärger für den Kunden mal ganz abgesehen ...
 
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@Moep
So habe ich den Bericht auch verstanden. Deshalb meine ich, dass man keine Schadensersatansprüche stellen kann, wenn man die Höhe des Schadens nicht beziffern kann. dennoch bleibt es ein Verstoß gegen das Urheberrecht, den man meiner Meinung nach mit moderaten Bußgeldern ahnden sollte.

@Klassikfan: Ich habe ja nicht bestritten, dass die Maßnahmen zum Teil völlig überzogen sind. Ich habe auch nicht bestritten, dass die Strafen wie sie z.B. in den USA verhängt werden, vollkommen unverhältnismäßig sind und an der Realität vorbei gehen. Dennoch kann ich diese Mentalität, alles haben zu wollen nicht gut heißen. Das Urheberrecht sollte schon gewahrt bleiben. Und man kann Urheberrechtsverstöße auch ahnden ohne jemanden gleich zu kriminalisieren oder dessen Existenz zu gefährden. Wenn man das ganze nicht mehr als Straftat sondern als Ordnungswidrigkeit verfolgen würde, wäre das auch noch angemessen.
 
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Moep89 schrieb:
Ich respektiere Deine Meinung, aber für mich ergibt sie keinen Sinn. Ich sehe hier zwei Fronten: Die einen die die Problematik (bzw.Teilaspekte) herunterspielen oder in Frage stellen (US-Rechnungshof, Leecher, Sauger etc.) und die anderen (Industrie), die gegen das Filesharing vorgehen wollen und frisierte Schadenszahlen präsentieren. Wenn der tatsächliche Schaden gering oder gar nicht vorhanden wäre, dann ergäbe das massive Auftreten der Industrie keinen Sinn für mich. Abseits vom Filesharing gibt es ja Methoden festzustellen, z.B durch Unternehmensberatungen, woran es bei einer Firma krankt. Wenn intern keine Mankos feststellbar sind, dann muss das Problem extern liegen.
Deshalb sagte ich ja: Gesamt betrachtet schließt man auch nicht aus, dass die positiven Effekte die negativen überflügeln und somit unterm Strich doch kein Schaden entsteht.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole (ich weiss das ich es tue;)) halte ich diese These für nicht Glaubhaft. Denn die Unternehmen werden besser wissen ob ein Schaden vorhanden ist oder nicht.
Wie ich schon schrieb halte ich es natürlich für sehr gut möglich, dass die vorgebrachten Zahlen überzogen sind.
Ich vermute die "Wahrheit" wird irgendwo in der Mitte liegen.
 
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Auch deine Meinung respektiere ich. Aber wenn du meinen letzten Post mal liest, wirst du sehen, dass Umsatzeinbußen an sich erstmal keinen Hinweis auf die Schädlichkeit von Filesharing geben. Würde man jetzt sagen können, dass in dem und dem Jahr Filesharing so und so viel zunahm und die Umsätze in ähnlichem Maße abnahmen, könnte man eine Korrelation als wahrscheinlich ansehen. Das ist aber nicht der Fall.

Das bedeutet im Klartext: Der mögliche "Schaden" befindet sich vollständig im Bereich der möglichen Mehreinnahmen, also einem rein hypothetischen Bereich. Da man nun aber positive und negative Effekte nicht einschätzen kann, bewegen sich die möglichen Szenarien von "Negativ mehr als positiv" über "beides gleich" bis hin zu "positiv mehr als negativ".

Und da nach gesundem Menschenverstand die Toten am Ende gezählt werden heißt das wiederum, dass eben im Grunde genommen nichtmal raus ist, ob tatsächlich Schaden entsteht.

Und dass Unternehmen wissen können ob Schaden entsteht oder nicht, lasse ich mal dahingestellt. Denn genau das wird im Artikel ja zumindest angezweifelt. Aber selbst wenn sie wüssten, dass kein Schaden entsteht: Glaubst du sie würden das zugeben und sich zufriedengeben, wenn man die Illusion haben kann, durch Bekämpfung er Piraterie noch mehr einzunehmen? ;)
 
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Man müsste mal eine Studie anfertigen, um sich dem Problem der entgangenen Gewinne zu nähern. Ich würde vorschlagen, man betrachtet Spielverkäufe für die Systeme XBox360 (Kopierschutz leicht zu umgehen, Raubkopien möglich) und Ps3 (z. Zt. keine Möglichkeit Ps3-Kopien abzuspielen). Dabei muss man aber verschiedene Korrekturfaktoren einbeziehen. Zum einen muss man die Verbreitung der Konsolen berücksichtigen, also die im Umlauf befindlichen Konsolen. Betrachtet man Europa fällt das leicht, weil die Verbreitung nahezu identisch ist, wenn man vgcharts glauben darf. Herangezogen werden dürften möglichst nur aktuelle Spiele die auf beiden Systemen grafisch und vom Spielumfang nahezu identisch sind und möglichst als Singleplayer ausgelegt (Online-Bann bei modifizierten Xbox360). Außerdem muss auch der durchschnittliche Verkaufspreis der Spiele berücksichtigt werden. Ein Vergleich der entsprechenden Verkaufszahlen könnte einen Hinweis auf den Einfluss von Filesharing in diesem Bereich geben.
 
Moep89 schrieb:
Auch deine Meinung respektiere ich. Aber wenn du meinen letzten Post mal liest, wirst du sehen, dass Umsatzeinbußen an sich erstmal keinen Hinweis auf die Schädlichkeit von Filesharing geben. Würde man jetzt sagen können, dass in dem und dem Jahr Filesharing so und so viel zunahm und die Umsätze in ähnlichem Maße abnahmen, könnte man eine Korrelation als wahrscheinlich ansehen. Das ist aber nicht der Fall.
Natürlich nicht, wenn man nur ein oder zwei Jahre betrachtet. Nehmen wir doch mal einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt und zwar von 1990 bis 2010. In dem Zeitraum von 1990 bis 2000 hat ein Interpret einen Musik-Hit herausgebracht was zur Folge hatte, dass dieser "Hit" sehr oft im Radio gespielt wurde und die CD-Verkäufe drastisch zunahmen. Dies machte sich natürlich wiederum in hohen Umsätzen für das (Platten) Label bemerkbar. In diesem Zeitraum waren Internetanschlüsse kaum verbreitet.

Dies änderte sich allerdings ab dem Jahr 2000, als sich immer mehr 56k-Modems verbreiteten und die ersten Filesharing-Dienste wie Kazaa enstanden. Das Internet wurde Massentauglich. Zwar hielten sich die Raubkopien via Internet noch in Grenzen, weil Downloadgeschwindigkeiten & Preise für CD-Brenner noch zu wünschen übrig liessen, aber es wurden die ersten leichten Umsatzrückgänge vermerkt.
Drastischer wurde die Situation mit der von der Telekom forcierten DSL-Technik. Die Downloadgeschwindigkeit nahm zu, es gab die ersten DSL-Flatrates,weitere Filesharing-Dienste wie emule kamen und Filehoster wie z.B. Rapidshare. Spätestens jetzt nahmen die Umsatzeinbußen der Musik-Industrie immer mehr zu und das obwohl weiterhin "Hits" produziert wurden, feststellbar durch häufiges spielen im Radio oder durch abspielen bei Youtube.

Wenn ein Unternehmen bzw. Plattenlabel merkt, dass seit dem Jahr 2000 die Umsätze von Jahr zu Jahr schlechter werden (im Gegensatz zum Zeitraum 1990 bis 2000), dann sehe ich einen Kausalen-Zusammenhang zwischen dem Internet/Filehostern/Filesharing-Diensten und den Umsatzrückgängen.
 
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Möglicherweise liegts aber auch daran, dass die Kultur in den 90ern und davor eine andere war. Schallplatten und CDs waren ok, mehr gabs nicht. Also lief alles gut. Als aber MP3 Player und Co. aufkamen, ging die Industrie nicht mit. Man hätte schon im jahre 2000 Portale wie Musicload anbieten müssen und zwar DRM frei, mit guten Preisen und gewaltiger Auswahl an Künstlern. Ich bin mir sicher, die Umsatzeinbußen wären weitaus geringer ausgefallen.

Gleichzeitig mit dem Internetboom kamen ne Menge anderer Umbrüche, die man ebenso für die Entwicklung verantwortlich machen kann.

Und genau diese ganzen Unbekannten, machen es nahezu unmöglich die Wirkung von Filesharing einzuschätzen. Und mMn muss auch hier "In dubio pro reo" gelten. Solange sich keine Schuld beweisen lässt, gilt man als unschuldig.
Wobei diese Praktik wohl aussterben wird. Schon jetzt macht mans sich ja immer leichter, Leuten die Schuld zuzuschieben, wenn der Aufwandt für wirkliche Ermittlung zu groß wird. (Siehe z.B. Störerhaftung oder "Forenbetreiber haften für ihre Nutzer").
 
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@ Moep

Und genau diese ganzen Unbekannten, machen es nahezu unmöglich die Wirkung von Filesharing einzuschätzen. Und mMn muss auch hier "In dubio pro reo" gelten. Solange sich keine Schuld beweisen lässt, gilt man als unschuldig.

Aber es lässt sich ja eine Schuld beweisen das ist doch das schöne Raubkopierer machen sich der Urheberrechtsverletzung schuldig. Und wenn das Filesharing nun positiv ist dann lasst doch die Musikindustrie etc die ihr so verachtet aufgrund ihrer Firmenpolitik sich selbst ins Bein schießen.


@ Konti

Nein, höher liegen kann der Schaden ganz sicher nicht. Denn bei den bisherigen Annahmen wurden die positiven Aspekte komplett ausgeblendet und es wurde von den maximal "möglichen" negativen Aspekten ausgegangen (was allerdings völlig utopisch ist).

Beweise bitte. Der Rechnungshof war da nämlich in seiner Aussage sehr unklar.
 
Nunja. Ich bin jemand, der wenig von starren Gesetzen hält. Nur weil es gegen ein Gesetz verstößt, ist etwas für mich noch lange nichts Schlimmes.

Schließlich war Homosexualität auch mal gegen das Gesetz. Genauso wie das Äußern von Kritik gegen die Regierung. Oder um ein aktuelleres Beispiel zu nehmen: Das schneller Fahren rechts von einem anderen Fahrzeug auf der Autobahn, wenn sich diese quasi in zwei unterschiedliche Autobahnen teilt aber noch keine bauliche Trennung aufweist und das eine Fahrzeug sozusagen auf der rechten Spur der einen und das andere auf der linken Spur der anderen fährt.

Ich nutze zur Entscheidung in erster Linie meinen Verstand. Von irgendwelchen schriftlichen Ergüssen irgendwelcher Rechtsverdreher, Politiker und möchtegern Gerechtigkeitsvertreter halte ich rein garnichts.

Genau so viel wie vom aktuellen Urheberrecht oder Softwarepatenten. Sie dienen nur dazu gewissen großen Firmen die Möglichkeit zu geben mit wenig Aufwandt viel Geld zu verdienen.
 
@In vino veritas: da der gewinn durch das raubkopieren ebenfalls ein fakt ist und die höhe des selbigen ebenfalls strittig, ergibt ich in der summe: es ist nicht klar ob alles in allem ein verlust oder ein gewinn entsteht.
;)
 
@Moep

ich glaube wir kommen solangsam auf einen Nenner auch wenn wir dafür verschiedene Formeln verwenden. :)

Aber ich denke eine Diskussion über Rechtmäßigkeit von Gesetzten würde hier den Rahmen sprengen.

Ich nutze auch in erster Linie meinen Verstand nur bringt dieser mich eben zu einem anderen Ergebnis als deiner dich. Ob du nun Recht hast oder ich können wir nicht entscheiden. Recht ist eben was sehr individuelles und hängt vom Standpunkt des Betrachters ab.

Ich glaube das Thema Rechnungshof hat sich erschöpft und vielleicht einige zum nachdenken gebracht. Wie es weitergehen wird werden wir wohl erst erfahren wenn es soweit ist.
 
Moep89 schrieb:
Ich nutze zur Entscheidung in erster Linie meinen Verstand. Von irgendwelchen schriftlichen Ergüssen irgendwelcher Rechtsverdreher, Politiker und möchtegern Gerechtigkeitsvertreter halte ich rein garnichts.
+1

Ich wünschte, mehr Leute würden ihren Verstand und ihr Gewissen einschalten, statt davon auszugehen "legal --> ok; illegal --> nicht ok".
Es gibt jede Menge legale Möglichkeiten, anderen Menschen erheblich zu schaden, und es gibt jede Menge verbotenes Zeug, was niemandem schadet.

Wer sich bei seinen Handlungen nur strikt am Gesetz orientiert, ist ein Schaf. Und wenn er das bei moralisch verwerflichen Dingen frei nach dem Motto "Ich darf das, ist ja legal." betreibt, ist außerdem ein *********.
 
Mich wundert es, dass manche Poster hier einfach nicht begreifen wollen, worum es geht. :(

Moep89 hat sehr richtig erkannt, dass die Musik- und auch die Spiele- oder Filmindustrie die Zeichen der Zeit "damals" nicht erkannt haben. Darin liegt deren Versagen und darauf sind zu einem nicht unerheblichen Teil die Umsatzeinbußen zurückzuführen. Dazu ein praktisches Beispiel:

Die MI fördert aktiv die Künstler und produziert gute Musik, die möglichst auch noch morgen begeistern können soll. Das Ganze wird auf LPs gepresst oder auf Kassetten aufgenommen. Nun gibt es da eine neue Erfindung, welche sich CD nennt und beginnt, sich auszubreiten. Die MI schaut auschließlich auf die Verkaufszahlen der LPs und Kassetten und bemerkt einen Rückgang. Sie sucht nach Gründen. Ah, nehmen die Leute nicht die Songs vom Radio auf und überspielen Kassetten? Das gehört verboten! Man gibt Geld für Kopierschutzmechanismen auf, Radios müssen bei Songs jede Minute einen Piepton einspielen und Recorder werden verboten. Seltsam nur, die Umsätze gehen trotzdem weiter zurück, weil sich die CD immer weiter ausbreitet.

Ähnlich verhält es sich mit dem Internet. Die MI hat die Zeichen der Zeit total verpennt und produziert überdies so viel Mist, dass es kein Wunder ist, wenn niemand mehr etwas kaufen möchte.

Ein weiteres Problem ist einfach, dass die Typen ihren Hals nicht voll kriegen. Ich habe mir im Januar das Samsung i8910 HD gekauft und stöberte etwas in Stores herum. Ich hätte gern den einen oder anderen Lieblingsfilm mobil bei der Hand, um ihn mir bei langen Zugfahrten ansehen zu können. Nicht jeder möchte sich mit Konvertierungen herumschlagen oder ist technisch dazu in der Lage. Was musste ich feststellen? Zuerst einmal ist das Angebot nicht sonderlich gut, die Lokalisierungen fehlen nicht selten oder es gibt Möglichkeiten, aber man findet sie nicht. Außerdem liegen die Preise jenseits von Gut und Böse. 15 bis 20 $ für einen DivX-Mobil-Movie ist Wucher. Mit 1,99 € bis 4,99 € pro Film könnte ich leben und würde mir immer wieder mal einen kaufen. Aber so? Nein danke!

Die Produzenten sind einfach zu blöd dazu, die Möglichkeiten des Internets zu nutzen. Eigentlich bietet sich hier ein Riesenmarkt und man könnte die Umsätze drastisch steigern. Aber wer nur schwarz-weiß denken kann und nur seine Millionen auf dem eigenen Konto sieht, der kann auch nicht innovativ sein oder kreativ denken. Und obwohl sie jedes Jahr aufs Neue eines besseren belehrt werden, ändert sich nichts. Seit gut 10 Jahren ignoriert die Industrie den Wandel der Zeit. Wäre das um 1980 herum auch so gewesen, gäbe es weder eine CD noch einen PC.
 
@SunnyboyXP0: welche umsatzeinbußen? die fahren jedes jahr einen neuen umsatz- und gewinnrekord. vieleicht mal zwischenzeitlich eni jahr nicht....
 
Nein das stimmt nicht! Die Musikindustrie hat seit ca. 1999 massiv eingebüßt. Der Wert der Industrie in Amerika ist auf etwas über die Hälfte geschrumpft.

Aber die Gründe dafür liegen wie schon gesagt definitiv nicht in erster Linie bei Raubkopien, sondern in der rückständigen und starren Vertiebspolitik. Aber wer gibt sowas schon gern zu? Und da man ja das Gegenteil auch nicht beweisen kann, freuen wir uns jeden Tag aufs Neue über Hetzkampagnen gegen Filesharer, immer mehr DRM und einschränkende Plattformen wie ITunes und Co.
 
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