Moin moin,
bin leider mal wieder anderweitig schwer beschäftigt, und mußte förmlich an dieses Problem "herangetragen" werden. Umso größer war dann natürlich die Freude, Ernst@at sowie ein Zitat von mir hier zu finden...
Zum Problem:
Ein hoch- und runterdrehender Spindelmotor hat nichts mit "dem" Firmwarefehler zu tun, sondern ist ein sicheres Zeichen dafür, daß die Platte die auf den äußeren Spuren abgelegte Firmware nicht laden kann. Es kommt also kein Signal beim Controller an, dafür können
- defekte Köpfe (eher theoretisch, denn die Firmware ist redundant gespeichert, d.h. hier müßte es die Köpfe 1+2 gleichzeitig entschärft haben),
- ein kaputter Vorverstärker (im Platteninneren, gleich hinter den Köpfen)
- oxidierte Kontakte auf der Platine,
- ein defekter Controllerchip,
- fehlerhafte Daten im ROM, bzw. Ausleseprobleme des Controllers,
- sowie mangelhafte Betriebsspannungen, die die Platte aus den bereitgestellten 5V und 12V selbst erzeugt,
die Ursache sein. Oft ist der Vorverstärker schuldig, aber auch Platinenprobleme gibt es gelegentlich. Eine andere, häufige Ursache kommt aus der mechanischen Ecke, und läßt sich kurz mit "Plumps" umschreiben.
Im günstigsten Fall muß man nur die Platine nebst ROM tauschen, was bei den Seagate-Modellen glücklicherweise noch möglich ist. Wenn das nicht hilft, muß die Platte aufgemacht, und die Kopfbaugruppe (Actuator) getauscht + justiert werden. Das ist nicht trivial, und setzt einiges an Technik und Know-how voraus, daher teuer. Aber an die Daten kommt man mit entsprechendem Aufwand immer heran, es ist nur eine Frage des Geldes.
So, und nun noch eine kleine Anmerkung zu den Firmwarebug-Reparaturanleitungen. Die funktionieren zwar, aber da schreibt einer den Quatsch vom anderen ab, ohne es verstanden zu haben.
Der Befehl i4,1,22 löscht die sog. G-Liste, d.h. alle bereits ausgelagerten Sektoren werden wieder zum Zugriff freigegeben. Das ist natürlich Schwachsinn! Auch die Regenerierung der Translatortabelle mit m0,2,2,,,,,22 (ohne Nullen zwischen den Kommas - die überschreiben die Defaultwerte!) muß nicht immer angewandt werden, denn der Translator ist nur bei Platten, die 0MB oder so zeigen, defekt. Oftmals reicht es, nach N1 (Fehlerspeicher / SMART zurücksetzen) aufzuhören, und dann nach erfolgter Datensicherung die neue Firmware aufzuspielen.
Noch ein kleiner Exkurs zum Thema Garantie und Gewährleistung:
In den ersten 6 Monaten nach dem Kauf geht man pauschal von einem Herstellungsmangel aus, und der Vertragspartner (= Händler, seltener der Hersteller, sofern der eine Werksgarantie anbietet) tauscht defekte Teile aus.
Nach 6 Monaten dreht sich tatsächlich die Beweislast um, d.h. im Gewährleistungsfall muß der Kunde den Nachweis erbringen, daß das Teil schon während der Produktion mangelhaft war, der Fehler aber erst nach einiger Zeit sichtbar wurde. Ein Beispiel wäre z.B. ein Drucksensor, dessen Ausgangssignal sich mit der Zeit immer weiter vom Istwert entfernt, was aber erst nach vielen Wochen Gebrauch sichtbar wird. Durch Laboranalysen wird ein Großkunde hier seinem Zulieferer einen entsprechenden Nachweis erbringen, bei "Wegwerfartikeln" hat der Händler hoffentlich eine entsprechende Rückläuferquote einkalkuliert, und tauscht kulant um.
Aber bei sog. OEM-Waren, also von Großabnehmern günstig eingekaufter Massenware, wird die Garantie / Gewährleistung immer über den Großkunden abgewickelt, niemals über den Hersteller. Der hat ja weniger daran verdient, und spart sich den Service. Bei einigen Firmen steht man da ganz schön im Regen - die winden sich wie die Aale. Deshalb lohnt es sich, auch beim Kauf von Gebrauchsgütern nicht nur nach dem billigsten Preis zu schielen, sondern auch die Garantiebedingungen zu erfragen. Den hier kann der Händler / Hersteller leicht sparen, ohne daß es der Kunde mitbekommt.
Das war jetzt kein Seitenhieb gegen Fujitsu-Siemens, sondern eine ganz allgemeine Betrachtung. Ich sage nur Firmware HP24...
Gruß
Thomas
PS: hat Ghana schon ein Tor geschossen? ;-)