DHC schrieb:
Bei solchen Sachen hilft Disziplin.
Du musst dir zwei technisch nicht allzu versierte Menschen vorstellen - die gibt es außerhalb unserer Bubble.
-----
Kurzes Intermezzo, was meine Eltern und PCs betrifft, ein Beispiel just vor ein paar Minuten:
Meine Mutter ist gerade an ihrem Steam-Passwort verzweifelt, um das tolle 5 Euro-Kartenspiel zu spielen, das ich ihr mal vor Ewigkeiten installiert habe. Sie hätte ja noch nie in ihrem Leben dort ein Passwort eingeben müssen. Als dann die Meldung im Anmeldefenster stand: "Geben Sie bitte den Code aus ihrer E-Mailadresse ein", war alles vorbei! "ICH HAB DOCH GAR KEINEN CODE, BLA, ALLES DOOF!" - und ich sehe ja vom Schreibtisch nebenan, wo ich gerade am PC meines Vaters werkel, dass sie nicht einmal den Mailclient offen hat.
Meine Frage also: "Hast du überhaupt schonmal nachgeschaut?" - dann sieht man, wie's kurz im Oberstübchen rattert, sie klickt Thunderbird an und siehe da: ganz oben gibt's ne ungelesene E-Mail von Steam. Code eingegeben (natürlich per "Merken und laut vorsagen", keinesfalls mit STRG+C und STRG+V) und schon geht ihr geliebtes Skat, Canasta, was auch immer wieder.
Das Schlimme daran ist: meine Mutter ist 65, mein Vater 73 und beide haben, seitdem PCs in Verwaltungen und sonstigen Unternehmensbereichen "normal" geworden sind - also seit spätestens den frühen 90ern - ununterbrochen beruflichen Kontakt mit PCs gehabt. Mein Dad hatte bereits 1986 einen C64/128-D (hat er heute noch auf dem Dachboden) und früher auch lange Zeiten immer schnelle, teure Hardware - sei es der 386er SX-16, der 488er DX-50, der 120er Pentium. Ich kenne die Systeme heute noch besser, als er sie damals kannte.
Meine Mutter hat im Qualitätsmanagement gearbeitet und Dienstpläne ausgearbeitet, mein Vater in der Druckvorstufe einer großen Buchdruckerei und mit Corel Draw, Photoshop (früher noch: ALDUS Pagemaker, etc.) gearbeitet.
Es ist mir schlichtweg rätselhaft, wie man trotz solcher beruflicher Backgrounds so unendlich ignorant vor dem eigenen PC sitzen kann - und zwar jeden Tag, Tag ein, Tag aus, seit Jahrzehnten (!!!) und teils mehrere Stunden pro Tag.
Gut, das führt nun zu weit, das wollte ich einfach nur mal zum allgemeinen Verständnis in den Raum werfen.
-----
NUN ZUR DATENRETTUNG
Ihr hattet Recht, das Unterfangen war ziemlich sinnlos. Recuva findet überraschend viel und kann auch überraschend viel in der freien Version (hatte das vor zig Jahren auch schonmal genutzt). Dennoch war es nicht möglich, selbst als grün markierte Dateien wie einfach Jpegs testweise herzustellen. Beim Öffnen der Dateien gibt es entweder direkt Fehlermeldungen, oder aber (im Falle einer getesteten Jpeg-Datei) es werden nur Teilbereiche des Bildes angezeigt und der Rest ist von Artefakten bzw. mit inhaltlosen Grauanteilen übersäht.
Was mich dennoch wundert: zum Löschen ohne Umweg über den Papierkorb müsste man ja Tastenkombinationen drücken, unter Windwos in dem Fall SHIFT+DEL und DANN muss man noch mit "Ja" bestätigen.
Es erscheint mir weiterhin etwas seltsam, dass auf diese Art und Weise Daten aus mehreren Ordnern gelöscht, bzw. teilweise die ganzen Ordner gelöscht wurden.
Auf dem Desktop hatte er u.A. einen Ordner, in dem er sämtliche Haushaltsgeräte und Anleitungen gespeichert hatte - dieser Ordner ist komplett weg.
Das Gleiche trifft auf den Filme-Ordner zu - NEIN, hier lagen keine Filme drin, sondern die heimische Filmliste (meine Eltern haben ca. 1.000 DVDs und BDs). Immerhin: die MyMDB ist noch da.
Interessanter sind aber zwei weitere Ordner: Der "MUSIK"-Ordner, wo er sich gerne Videos aus Youtube herunterlädt sowie der "Haushalt"-Ordner, in dem er Listen über Strom- und Wasserverbrauch geführt hat. BEIDE Ordner sind noch auf dem Desktop, aber LEER, bzw. in einem ist noch ein Unterordner, der aber auch LEER ist.
Wie schafft man so etwas mit vermuteten Tasteneingaben auf der Tastatur durch Reinigen mit einem Staubpinsel? Ich halte das für nahezu unmöglich - zumal man dann mit Tastenkombinationen wieder aus den Ordnern hätte rauswechseln, auf dem Desktop mittels Pfeiltasten zum nächsten Ordner und dort ganz zufällig wieder exakt dieselben Tasten hätte "Pinseln" müssen - sogar gleichzeitig gedrückt (wie gesagt: SHIFT+DEL).
Erneut: halte ich für nahezu unmöglich.
Windows Defender findet weiterhin keine krummen, schrägen Sachen, die Hardware des PCs ist vollkommen in Ordnung, die SSD (Kingston KC3000) ist ebenfalls fehlerfrei laut CrystalDiskInfo ...
Jetzt möchte ich euch noch etwas ganz Krummes nicht vorenthalten -> von dem mein Vater fest überzeugt ist, dass es ebenfalls erst seit vorgestern Abend, seitdem er die Pinselaktion vollzogen hat, auftritt:
Hier mal der Desktop meines Dads. Die Auflösung ist reduziert und reicht aus, um alles zu beschreiben, um das es jetzt noch geht, so habe ich mir jetzt gespart, irgend etwas am Bild verfälschen zu müssen. Es ist nichts abgedeckt, ausgeschnitten oder sonst irgend etwas.
Beschreibung: man sieht in der ersten Zeile oben rechts den leeren Fleck - da war z.B. einer der nun fehlenden Ordner. Ein weiterer in der 2. Zeile, fünftes Symbol von links - das ist der andere, fehlende Ordner.
Desweiteren fällt sicher das herrlich zerklüftete Hintergrundbild des Hundes auf. Ja, dieses sollte normalerweise vollflächig und fehlerfrei angezeigt werden - wird es aber nicht.
Mitten im Betrieb wird der Desktop plötzlich schwarz und erst, wenn man mit z.B. der Maus über die Symbole fährt, kommt der Hintergrund nach und nach wieder zum Vorschein. Alternativ kann man mit der Maus auch Kästchen ziehen -> sieht man links neben der Nase des Hundes, da habe ich gerade aktiv ein kleines Kästchen "ausgeschnitten" und den gesamten Desktop dann gescreenshottet.
Das Ganze hat beim Testen auch mal anders herum funktioniert. Der Bildschirmhintergrund war normal zu sehen und plötzlich wurde es überall schwarz, wo man mit der Maus über Symbole gehuscht ist oder mit der Maus Kästchen aus dem Desktop "herausmarkiert" hat.
Ja, aktuellstes Windows, aktuelle Hardware (i5-13400, wenn mich gerade nicht alles täuscht). Erneut: Hardware wird sowieso permanent von HWiNFO64 überwacht und ist soweit fehlerfrei.
Bei Anzeigeproblemen denke ich natürlich zuerst an die Grafikkarte - also Adrenalin nicht nur aktualisiert, sondern komplett neu installiert. Keine Besserung! Neustarts helfen ebenso wenig.
Das wurde übrigens alles nach den Scans durchgeführt, um die Datenintegrität möglichst wenig weiterhin zu beschädigen (war aber sowieso erfolglos).
-----
Ich mach ja wirklich gerne first, second und zur Not auch third Level Support, aber irgendwann ist's bei mir auch mal gut.
Er findet sich nun damit ab, irgend ein Backup, das er mal vor ein oder zwei Jahren angelegt hat, zu bedienen - dann muss er halt wieder ein paar DVDs und BDs händisch eintragen (weil die EAN-Codes sind ja auch Fremdwörter für ihn - JA, er trägt den Kram händisch in die MyMDB ein - einfach machen lassen).
So, ich habe fertig!
Euch allen vielen Dank für die versuchte Hilfe.