Es ist absolut in Ordnung, anderer Meinung zu sein.
Wir werden sehen, ob ich die Reihe nicht mal Teste und das gute an solchen Werten ist, dass sie rein objektiv und belegbar sind.
Ich kann nur für meine Ansprüche sagen, dass der Preis keinesfalls günstig ist. Man bekommt das, wofür man bezahlt. Und die Topologie erinnert mich sehr stark an weniger vorzügliche Netzteile, die teils Spezifikationen nicht einhalten. Man muss nur die höheren Wattstufen des Herstellers vergleichen und schon bemerkt man diverse Unterschiede. Sei es die Epoxidharzplatine, die duale Transformierung der Spannung oder auch üppige Kühlkörper. Das alles sind die mitunter patentierten Eckpfeiler, die die Firma als interessante Ideen präsentiert, aber speziell in diesem Kontext nicht umgesetzt hat. Das ist angesichts der Zielgruppe mit den Preisen auch nicht machbar.
Wenn man die Leiterplatte betrachtet, wird man feststellen, dass viele Stellen nicht bestückt wurden, die das PCB-Design eigentlich vorgesehen hat. Sekundär fällt das besonders bei einzelnen Widerständen und den Kontrollchips auf. Auch bekannt als Cost-Cutting. Immerhin scheint es ganz gut gegen Interferenzen gewappnet zu sein.
Zum Turbo-Schalter. Schönes extra Feature, aber braucht man sowas? Weißt Du, welche Temperaturen die elektronischen Bauteile vertragen und welchen Einfluss die Steuerung auf den Lüfter hat? Aber selbst wenn Du es weißt, viele andere wissen es nicht. Und es ist fahrlässig, einem Kunden Solche Entscheidungen zu überlassen. Zu einer Thematik, wovon sie nichts verstehen. Wer weiß schon, ohne rein zu sehen, wo die Thermosensorik angebracht ist, worauf die Anzeige zurückgreift, wieviel Ampere einzelne Halbleiter unter höherer Temperatur weniger leisten, ob die stärkere Belüftung tatsächlich notwendig ist, welchen Einfluss die Temperaturen auf die Lebensdauer haben, wie der Luftrstrom verläuft und ob Bauteile beispielsweise im Windschatten eines größeren stehen.
"Es läuft besser" Kannst Du beurteilen, wie stabil es läuft? Ohne Testgeräte lässt sich das nicht sagen. Die 80% hast Du vermutlich ohne sie zu hinterferfragen aus irgeneinder Quelle. Ein Oszi zum Ermitteln der Restwelligkeitsanteile wirst Du wohl auch nicht haben und Spannungsmessungen könntest Du nur punktuell, aber nicht in höchste Lastgerade hinein mit einem Multimeter überprüfen. Ohne einen Problemfall wirst Du auch nicht beurteilen können, ob Sicherungsmechanismen passend greifen. Des weiteren verwundert es doch nicht, dass es mit dem System zurecht kommt. Netto verbraucht der Rechner vielleicht 250-300W maximal, also wirst Du kaum beurteilen können, ob das Netzteil seine Spitzenleistung übersteht. Wer weiß, wann das Netzteil an seine kapazitiven Grenzen stößt. Ohne diese Ermittlungen kann keiner sagen, dass es stabil sei. Anhand der Elektronikspezifikationen kann ich für meinen Teil aber sehr wohl festlegen, dass dort Abstriche zu allen von Dir zuvor genannten Stromversogern sind.
Die EU dürfte sich dafür interessieren, ob es den 72/23/EEC und 89/336/EEC Vorgaben entspricht. Die Prüfinstitute, die für die Vergabe des ENEC Zeichens Sorge tragen, dürften sich dafür interessieren, ob Gefahrenquellen vorhanden sind und Sicherheitsrichtlinien eingehalten wurde. Betriebe, die 24/7 Rechner betreiben, dürften sich dafür interessieren, wie es mit der Zuverlässigkeit aussieht. Der Stromversorger dürfte sich dafür interessieren, in wie weit das Netz von resultierenden Störungen heimgesucht wird (Leistungsfaktor). User, die das Netzteil an seine Grenzen bringen, dürften sich dafür interessieren, ob es das überhaupt schafft. User, die auf Stromsparen wert legen, dürften sich dafür interessieren, wie effizient die Elektronik wirklich arbeitet. User, die das Netzteile auch über eine Dekade hin verwenden wollen, dürften sich dafür interessieren, wie langlebig das Netzteil operiert. User, die keinen Kurschluss wollen, dürften sich dafür interessieren, wie die Kabelverlegung und Isolierung mit korrekten Sicherheitsabständen einzelner Leiter ist und ob der entsprechende Schutz rechtzeitig eintritt.
Das Thema ist noch weitaus komplexer, als ich es hier schildere. Letzten Endes kann ein Netzteil Störungen für Geräte und Netze verursachen, die eigene Hardware schädigen und im schlimmsten Fall sogar den Menschen. Nicht umsonst haben wir so viele DIN Normen und EU Richtlinien. Strom ist gefährlich und ein Netzteil überheblich einzuschätzen, nur weil der PC einfach ganz gut läuft, ist nicht unbedingt die beste Methodik. Die Schilderung Deinerseits zu den Mermalen ist ja nachvollziehbar und keineswegs falsch zu interpretieren, reicht aber einfach nicht aus, um eine fundierte Aussage zu treffen.