Verständnisfrage: Refillport dauerhaft anschließen und als Reservoir nutzen?

hm1

Ensign
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Hallo,

ich habe noch nie eine Wasserkühlung genutzt und ziehe in der Regel Luftkühlung immer vor, weil ich über Jahre hinweg keine Wartungen durchführen möchte (ca. nur alle 5 Jahre wird ein neuer PC gebaut, in 6-12 Monaten steht wieder ein Neubau an... die alten Systeme laufen dann noch Jahre weiter...). Da mein limitierter Platz nur kleine Gehäuse zulässt und hier selten eine große/leise Luftkühlt passt, muss ich mich seit kurzem auch mit Wasserkühlungen beschäftigen.

Für mich kommen platzbedingt nur einfache Kreisläufe ohne Ausgleichsbehälter in Frage (zB. auch nachfüllbare AIO wie zB. eine Eisbaer LT). Normale AIO´s ohne Refillport halten wohl kaum 5+ Jahre (zumindest was ich bisher gelesen habe)... Am Refillport diverser Eisbaer Waterblocks kann auch ein Schlauch angeschlossen werden.

Daher meine Frage: Kann man diesen Refillport/Schlauch nicht extralang lassen und hinten aus dem Gehäuse rausführen, anfüllen und verschließen? Ziel: Solange der gefüllte Schlauch über den sonstigen Komponenten gelagert wird, sollte dieser doch zuverlässig und automatisch Luft sammeln und Wasser in den Kreislauf bringen, oder?

Hat das schon jemand ausprobiert? :) Ein Problem könnte sein, dass dieses stehende Wasser im Refillschlauch dann ev. veralgt oder sonst nicht gut ist?

Jedenfalls habe ich von dieser Idee noch nie gelesen :D

Ich möchte mir um jeden Preis Wartungen am System ersparen, oder ist das unrealistisch? - Denn dann vergessen ich Wasserkühlung gleich wieder und konzentriere mich lieber gleich auf Luftkühlungen. ;)

Vielen Dank im voraus!
 
Die Hersteller (z.B. NZXT) geben teilweise 6 Jahre Garantie auf ihre AiOs. Daher würde ich davon ausgehen, dass diese auch ohne nachfüllen so lange halten. Eine Nachfüllöffnung dauerhaft mit einem gefüllten Schlauch zu bestücken halte ich für Quatsch.

Ich lese immer wieder von defekten Pumpen bei AiOs und auch im Freundeskreis ist das Problem schon aufgetreten. Ich würde deshalb eher zur Luftkühlung tendieren, wenn genügend Platz vorhanden ist.

Insgesamt könntest du etwas konkreter werden, welche Hardware verbaut werden soll und wie groß der limitierte Platz tatsächlich ist, damit eine zielgerichtete Beratung möglich ist.
 
Du bekommst auch sehr kompakte Custom Wasserkühlungen in kleine Gehäuse, die Ausgleichsbehälter gibt es auch in sehr kompakten Bauformen und/oder direkt in Pumpen integriert.

Natürlich kannst du auch komplett auf einen AGB verzichten, sobald der Loop vollständig entlüftet ist, ist Wasserverlust fast kein Thema mehr, da muss man idR erst nach Monaten bis Jahren nachfüllen.
Bei mir steht nach Neuaufbau des Loops und Entlüften der Pegel im AGB jetzt auch seit 3 Monaten still.

Du kannst auch einen Schlauch nach Außen legen, einfach ein Fitting mit G1/4" Gewinde als Endstück und dann mit einem Verschlussstopfen abdichten, man könnte auch noch einen Kugelhahn dazwischenschalten, damit man mehr Kontrolle hat, aber ist kein Muss.

Um genauer darauf einzugehen, müsste man mehr Informationen haben, insbesondere welches Gehäuse und was alles darin untergebracht werden soll, auch in ITX Gehäusen ist noch einiges an Platz, den man kreativ nutzen kann.
 
Vielen Dank,

das wird eine etwas ausgedehnte Antwort warum ich Wasserkühlung zumindest in betracht ziehen muss :) (der Neubau steht ja erst in 6-12 Monate an, aber die Planung braucht bei mir immer Monate :D)

aktuell tendiere ich zu einem Intel i7 (kein OC!) und einer 2070 Super (bzw. deren Nachfolger) in einem LianLi TU-150 mit einem Noctua NF-U12A, also luftgekühlt. Das ganze soll in einem Dachgeschoß mit (worst-case) 30-33°C Raumtemperatur (im Sommer) stehen und entsprechend muss ich überdimensioniert kühlen. Der Noctua soll mit guten 120mm und schlechten 240mm Wasserkühlungen mithalten können, aber das TU-150 ist sonst eher schlecht belüftet (nur jeweils ein 120mm Front+Rear Lüfter, geschlossenes Toppanel/Seiten).

Meine Alternativgehäuse wären zB. das Ncase M1, Dan C4 und ähnliche. Die sind nämlich rundherum besser durchlüftet als das TU150, nur ist hier Luftkühlung eher keine Option (für meine worst-case Raumtemperatur). Die gute/leise "Artic Liquid Freezer II 240" passt in keines der Gehäuse, welche ich bei dem günstigen Preis halt alle 4 Jahre neugekäuft hätte...

Ein Gehäuse im Format des TU150 mit den Features des Ncase/DAN gibt es aktuell nicht (zB. mit löchrige Seiten/Top-Panel).

Bastellösungen etc. mag ich eigentlich nicht. Am liebsten baue ich den PC 1x zusammen und öffne den höchstens fürs Staubsaugen nach 2-3 Jahre. - Daher die Idee mit dem dauerhaft angeschlossenen Refill-Schlauch... denn ein Ausbau zum Nachfüllen kommt bei mir auch nicht in Frage.

Was bei mir gegen Wasserkühlung spricht: Alle meine PC´s werden unverändert bis zum Tod irgendwie weitergenutzt. Mein älterster PC der völlig wartungsfrei noch im Einsatz ist, ist bereits 12 Jahre alt und wird regelmäßig ca. 3x pro Monat für 3-4 Stunden genutzt. Auch von Pumpenausfällen habe ich gelesen und schrecken mich ehrlich gesagt etwas ab...

Danke!
 
Das Gehäuse bietet nur Platz für einen 120mm-Radiator. Durch diesen würde auch die warme Luft der Grafikkarte abgeführt werden. Dagegen würde ich jeden leistungsstärkeren Towerkühler bevorzugen.

Bei dem Gehäuse würde ich auf jeden Fall ein Netzteil verbauen, bei dem der Lüfter auch bei geringerer Auslastung schon dreht, damit darüber auch noch ein Teil der warmen Luft aus dem Gehäuse befördert wird. Ein passives oder semipassives Netzteil würde ich auf keinen Fall verbauen.
 
Wasserkühlung bei dem Case würde ich mir schenken.

Es gibt durchaus kompakte ITX Gehäuse mit Option für 1-2 240mm Radiatoren wie zB das NCase M1 oder wenn es dezent größer sein darf etwas wie das Enthoo Evolve ITX von Phanteks.

Unter einem 240er Radiator würde ich aber keine WaKü verbauen, damit tust du dir keinen Gefallen.
 
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hm1 schrieb:
Bastellösungen etc. mag ich eigentlich nicht. Am liebsten baue ich den PC 1x zusammen und öffne den höchstens fürs Staubsaugen nach 2-3 Jahre.

Dann würde ich dir empfehlen bei Luftkühlern zu bleiben. Zwar sind Custom-Wasserkühlungen nicht so wartungsintensiv wie anscheinend viele glauben, aber wer keinen Spaß am Basteln hat ist damit falsch beraten. Von AIO Kühlern würde ich auch eher abraten.

Lieber die Luftkühlung mit Airflow im Gehäuse gut planen und dann ewig Ruhe haben. Zwischendurch den Staub entfernen und im Worst-Case mal einen defekten Lüfter tauschen.
 
Danke,

naja, "Spaß" ist relativ. Ich hatte bisher nie besondere Gehäuse die die Arbeit vereinfacht haben. Früher habe ich sogar mal auf eine Geforce 1 DDR einen Eigenbaukühlkörper + Lüfter montiert bzw. mangels Schraubmöglichkeiten mit einer Schnur (!) festgebunden :daumen: (abenteuerlich, aber hat auch über 10 Jahre gehalten...). Dann gab es reihenweise Pech zB. defektes Frontaudio, vibrierenden Frontpanels/HDD-Käfige, falschbeschriftete Firewirepins (die mir eine teure Videokamera zerschossen haben), etc... bis das alles mit Bastellösungen gefixt (oder ersetzt) war, hat es mir über Jahre den Spaß geraubt... - Aber stimmt, es wird wohl für mich das Beste sein auf Wasserkühlung zu verzichten.

Aber um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, ob ein nach außen geführter Schlauch am Refillport die Wartung erleichtern könnte... :confused_alt: derzeit steht es unentschieden :).

Mit meinen Leienwissen stelle ich mir einen einmal 100% dichten Kreislauf, der auch nicht durch Umbauten bewegt wird, recht wartungsarm vor. Wenn ich da ein 3-4x pro Jahr paar Tropfen per Spritze in den Schlauch nachfüllen muss wäre das ok. - Und die Pumpe überwacht hoffentlich eh das Mainboard und schaltet ab, oder?

Bleibt nur noch die Frage ob das auch so funktioniert... Eine Schlauch mit einer Wassersäule von wenigen cm verursacht auch fast keinen Druck. Wenn der Schlauch verschlossen ist, wird da weder Wasser nachtropfen, noch Luft aufsteigen (wie bei einem Strohhalm der mit dem Daumen verschlossen wird...). Dazu immerzu stehendes Wasser im Nachfüllschlauch.... Mitlerweile denke ich auch, dass das nicht funktioniert. :(

ps. das Lian Li TU-150 ist nur Mittel zum Zweck (für größtmögliche Luftkühlung auf minimalem Platz). Für eine 240mm Wasserkühlung würde ich ohne zu zögern sofort auf ein Ncase (oder ähnlich) umschwenken.
 
hm1 schrieb:
Mitlerweile denke ich auch, dass das nicht funktioniert.
Geht ohne Probleme.... Mein Kreislauf ist ähnlich, ich habe einen AGB statt des "Refillports".
Jede Auto-wasser-kühlung funktioniert auch so.

Den AGB mit im Kreislauf zu haben hat eigentlich sogar nur Nachteile.... (steinigt mich!)

Ein T Stück auf der Saugseite der Pumpe und daran eine Reservior für Kühlmittel und fertig.
Es macht sich immer gut den AGB/Refill als höchsten Punkt im Kreislauf zu haben. Alles andere macht unnötig Probleme.

Eine Wakü ist im grunde auch Wartungsfrei.
Wenn sie dicht ist geht kein Wasser verloren.
Wenn sie vernünftig entlüftet ist muss man nahezu nichts nachfüllen.
Wenn alles vernünftig gespüllt ist und keine Wasserzusätze drin sind reicht eine Wartung alle paar Jahre.(Kupfer und Alu Komponenten werden natürlich nicht gemischt!)
(Gibt genug erfahrungen dazu hier im Forum.)


Aber man muss das schon wollen, sonst bereut man es bestimmt.
(Man sollte bereit sein ab und zu einen Blick zu Riskieren, sonst hast du denn Schaden und für Spot wird gesorgt.)

Wie du das in deinem Gehäuse bewerkstelligst liegt an dir, an Basteldrang scheint es ja nicht zu fehlen... :)
 
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Sind die Planungen für das Projekt weiter vorangeschritten?
Besitze ein Ncase M1 und spiele gerade mit dem Gedanken für die neue Grafikkarten Generation einen Custom Loop aufzubauen.
 
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