Vorschläge für's weihnachtliche Distro-Testing gesucht.

fram

Lieutenant
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Jan. 2019
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634
Ich habe über die Feiertage hoffentlich endlich mal wieder ein bisschen Zeit für's Hobby, und ich möchte die Zeit nutzen mal wieder eine (oder auch mehrere*) Distributionen neu zu installieren und dann danach für längere Zeit zu testen.
Einfach nur aus Lust und Laune.
Ein Live-System ist zwar schnell erstellt, aber ob mir eine Distribution wirklich zusagt merke ich immer erst nach ein paar Wochen.

Daher suche ich Vorschläge für Distros, die ich noch nicht, oder schon lange nicht mehr benutzt habe.




Distributionen, die ich in den letzten 10 Jahren für längere Zeiträume benutzt habe, bzw. immernoch nutze:

Antergos
Debian
Fedora
Manjaro
Mint
Ubuntu


*Ich habe derzeit fünf Rechner im fast täglichen Einsatz (Manjaro und Ubuntu), habe also im Grunde genug "Spielwiese" für mehrere neue Distros.

Gesucht sind Distros sowohl für Gaming, Medienwiedergabe und für den Büroeinsatz.
Ich habe auch noch einen PC in Betrieb, der als simpler hausinterner File- und Printserver dient, aber nur mit ein paar schnöden Samba-shares. Da fehlt mir derzeit die Motivation etwas zu verändern. Das ist dann was für die nächsten Winterferien.

Was ich mir bisher so gedacht habe...
  • Für mein Gaming-System war mein erster Gedanke Endeavour, für reines Arch bin ich mittlerweile zu faul.
  • Für's Büro vielleicht OpenSuse? Suse habe ich zuletzt Ende der Neunziger benutzt, das wäre heute also wirklich ein "ubekanntes" System für mich. Oder aber wieder Debian, weil's einfach läuft und ich Synaptic mag ;-)
  • Für den Medienkram habe ich mir noch keine grösseren Gedanken gemacht. Irgendwas, was auch für ein gelegentliches Spiel am Fernseher taugt. Vielleicht mal PopOs?

Was hättet ihr denn so an Vorschlägen?
 
Benutze Endeavour und bin sehr zufrieden.

Ich selbst würde fürs Spielen wohl PopOS testen.
Gespielt hatte ich zuletzt mit Manjaro.
 
Ich bin jetzt nach vielen Jahren Ubuntu und einem halben Jahr Manjaro (und exzessives Testen aller möglichen Distros parallel zu Manjaro) bei Fedora auf dem Hauptrechner und Artix (in der runit Version, mit KDE vorinstalliert) auf dem Laptop gelandet. Und ich mag beide wirklich sehr.

Aber was Gaming angeht hab ich keine Ahnung. Ich denke aber, dass du eigentlich jede Distro dahin konfigurieren kannst.

OpenSuse hatte ich mir natürlich auch angesehen und fand ich auch recht gut. Aber Fedora hat mir am Ende doch besser gefallen.

Von Fedora gibt es übrigens auch einen Gaming-Spin namens "Nobara", erstellt von dem Proton-Entwickler (Glorious Eggroll). Der hat da einiges am Kernel, den Proton-Versionen usw. gepatched (die Proton-Versionen von ihm erkennt man z.B. immer an dem "GE" am Ende, kann man auch auf anderen Distributionen nutzen). Würde ich es auf Gaming abzielen, würde ich wahrscheinlich das installieren, auch wenn ich versuchen würde es von Gnome auf KDE umzubauen :)
 
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gio127 schrieb:
Von Fedora gibt es übrigens auch einen Gaming-Spin namens "Nobara", erstellt von dem Proton-Entwickler (Glorious Eggroll). Der hat da einiges am Kernel, den Proton-Versionen usw. gepatched (die Proton-Versionen von ihm erkennt man z.B. immer an dem "GE" am Ende, kann man auch auf anderen Distributionen nutzen). Würde ich es auf Gaming abzielen, würde ich wahrscheinlich das installieren, auch wenn ich versuchen würde es von Gnome auf KDE umzubauen :)

Mit Fedora war ich nie so wirklich rundum zufrieden.
Von "Nobara" hatte ich bis eben noch nie gehört, klingt interessant. Vielleicht gebe ich dem (trotz Fedora) mal eine Chance.

Aber ja, ich müsste es auch von Gnome umbauen (entweder auf KDE oder Xfce), von Gnome krieg' ich Pickel. 😉
 
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Nobara gibt es auch als KDE, genauso wie Fedora.
Aber ich finde, Nobara lohnt nicht.

Fedora bekommt man in kurzer Zeit genauso hin. Dazu ist Fedora schon bei v37, Nobara dümpelt noch bei v36 vor sich hin. Ist kein Beinbruch, zeigt aber, wie das Team um Nobara arbeitet meiner Meinung nach.

Von Suse (Tumbleweed) war ich in letzter Zeit positiv überrascht. Hatte es seit Jahren wieder installiert. Hab mich immer lange Zeit gewundert, dass es da keine Updates mehr gab. Bis ich geschnallt habe, dass die da mit Snapshots arbeiten und ich mit "yast update" oder so keine neuen Updates bekomme, sondern mit "sudo tumbleweed update"
Seit dem finde ich es sehr interessant. Anonsten steht die Distro den anderen in wenig nach.
 
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TheHille schrieb:
Nobara gibt es auch als KDE, genauso wie Fedora.
Von Fedora weiß ich das, aber von Nobara noch nicht, danke.

TheHille schrieb:
Aber ich finde, Nobara lohnt nicht.
In den "Reviews" wurde Nobara eigentlich als die einzige wirkliche Gaming-Distro angepriesen. Alle anderen sogenannten Gaming-Distros haben einfach nur Software wie Steam, Proton usw. vorinstalliert. Aber Nobara hat als einzige auch Patches, die das Gaming verbessern sollen.
Und sicher bekommt man auch Fedora so hin, dann müsste man aber auch den Nobara-Kernel (der wohl auch nützliche Patches enthält) und möglicherweise auch den Grafik-Stack von Nobara installieren. Warum dann nicht gleich das fertige Paket nehmen?

fram schrieb:
Mit Fedora war ich nie so wirklich rundum zufrieden.
Ich ehrlich gesagt auch nicht. Wann immer ich es in meinen 11 Ubuntu-Jahren mal für einen Tag angetestet habe, es gefiel mir von allen am wenigsten.
Aber nachdem ich von Ubuntu weg bin (vor allem um immer aktuellere Pakete rund um pipewire zu haben) und ich vieles getestet habe, fand ich Fedora den besten Kompromiss aus Stabilität und Aktualität.

Und mittlerweile liebe ich den Paketmanager. Wenn ich über das Terminal update, dann hab ich alles wirklich übersichtlich, in Farbe usw. Ich hatte in meiner OpenSuse-Installation sogar zypper mit dnf ersetzt (was während der Installation leicht zu machen ist).

Unter Arch-Derivaten nutze ich aus diesem Grund auch Manjaros pamac. Denn so sehr ich pacman mittlerweile schätze, wenn ich damit update bekomme ich einen Klumpen Pakete - nicht mal alphabetisch geordnet - angezeigt, ohne zu wissen aus welchem Repo oder sonst was. Bei pamac wird alles schön aufgelistet und angezeigt aus welchem Repository das Paket stammt.
 
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@fram
Teste doch mal openSUSE Tumbleweed. 😎

Gaming ist kein Problem, Mediawiedergabe auch nicht soweit. Falls sich mal kein passendes Programm findet muss flatpak, appimage oder so genutzt werden. Kommt vor.
Gnome, KDE und XFCE sind weitgehend Vanilla bis auf das openSUSE-Branding. Updates kommen idR zeitnah, außer es gibt Probleme im (automatisierten) Testing.
Die Firewall ist ootb sehr restriktiv eingestellt, falls Drucker oder Netzwerk-Zeug nicht gefunden werden würde ich da zuerst schauen. Ach so, und proprietäre Software fehlt und muss nachinstalliert werden.
Für Distributions*upgrades* reicht zypper dup im Terminal.

@TheHille
YaST und tumbleweed update ist kein best practice und kann zu Problemen führen soweit ich weiß. Woher hast du diese Information?
Genauso ist von tumbleweed-cli abzuraten. Die ausgelieferten Upgrade-Mechanismen funktionieren imo sehr zuverlässig und im Problemfall ist Rollback mit Snapper möglich.
 
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gio127 schrieb:
Und sicher bekommt man auch Fedora so hin, dann müsste man aber auch den Nobara-Kernel (der wohl auch nützliche Patches enthält) und möglicherweise auch den Grafik-Stack von Nobara installieren. Warum dann nicht gleich das fertige Paket nehmen?
Garuda ist auch so eine Distri mit einigen Kerneln zur Auswahl. Wie angepasst die sind, kann ich nicht sagen.

Ich kenne nur Benchmarks zwischen zen-Kernel und normalem (Phoronix hatte da mal einen). So groß waren die Unterschiede nicht bzw. hingen die immer vom Spiel ab.

Ist Geschmackssache.
 
fram schrieb:
von Gnome krieg' ich Pickel
Wenns KDE sein soll, dann ist KaOS interessant. Musst dich allerdings darauf einstellen, dass nicht alles in den Repos ist und Du mal was über flathub ziehen musst. Aber für Büro und Medienkrams reichts allemal.
 
SE. schrieb:
@TheHille
YaST und tumbleweed update ist kein best practice und kann zu Problemen führen soweit ich weiß. Woher hast du diese Information?
Genauso ist von tumbleweed-cli abzuraten. Die ausgelieferten Upgrade-Mechanismen funktionieren imo sehr zuverlässig und im Problemfall ist Rollback mit Snapper möglich.
Danke für den Tipp, dann muss ich mich da noch mehr reinfuchsen.
 
TheHille schrieb:
Von Suse (Tumbleweed) war ich in letzter Zeit positiv überrascht.
Ja, auch eines der interessanteren. Rolling Release aber doch vertrauenswürdig wie ein Ubuntu oder Fedora.
Mich störte eigentlich, dass ich entweder ein Komplettpaket mit ungefähr 2800 vorinstallierten Paketen nehmen musste oder bei der Installation stundenlang rumklicken und listen durchgehen musste. Mit der Zeit hätte ich sicherlich noch rausgefunden was ich wirklich brauche und was nicht, aber bei Fedora und Arch ging das wesentlich besser. Und das sind ja auch gute Alternativen.

Und als ich mir dann mal ein paar Benchmarks auf dem Kanal von DJ Ware angeschaut habe, hat OpenSuse eigentlich fast in allem am schlechtesten abgeschnitten. Also hab ich mir die weitere Mühe gespart und hab mich auf Fedora konzentriert.
 
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In meinem Ventoy-Pile-of-Shame liegt immer noch unprobiert NixOS. Das ist ein deklaratives System, bei dem der Paketmanager das komplette System aus einem einzigen Config-File zusammenstellen und nach Bedarf umbauen kann. Das legt dann seine Pakete aber leider in einer eigenen Datenstruktur ab, die von den meisten anderen Distros abweicht.

Bei Fedora könntest du dir auch Silverblue (Gnome) oder wahrscheinlich eher Kinoite (KDE) ansehen, um zu sehen, wie wütend du wirst, wenn du am Grundsystem nur noch über Umwege was ändern kannst und völlig auf Flatpaks angewiesen bist.

Und dann fällt mir noch MX Linux bzw. AntiX ein. Das weniger zum längeren Testen, sondern viel mehr um deren manigfaltigen Bootoptionen und die ganzen Tools zu erkunden, mit denen man z.B. die Live-Versionen upgraden kann usw. Das ist zwar sehr nischig, aber vielleicht hast du irgendwann mal einen Anwendungsfall für so eine Nische.
 
fixedwater schrieb:
Wenns KDE sein soll, dann ist KaOS interessant. Musst dich allerdings darauf einstellen, dass nicht alles in den Repos ist und Du mal was über flathub ziehen musst. Aber für Büro und Medienkrams reichts allemal.

Muss nicht KDE sein, kann gerne auch Xfce, Mate, oder LxQt sein.
Alles, nur nicht Gnome 😉
 
gio127 schrieb:
Ja, auch eines der interessanteren. Rolling Release aber doch vertrauenswürdig wie ein Ubuntu oder Fedora.
Mich störte eigentlich, dass ich entweder ein Komplettpaket mit ungefähr 2800 vorinstallierten Paketen nehmen musste oder bei der Installation stundenlang rumklicken und listen durchgehen musste. Mit der Zeit hätte ich sicherlich noch rausgefunden was ich wirklich brauche und was nicht, aber bei Fedora und Arch ging das wesentlich besser. Und das sind ja auch gute Alternativen.

Und als ich mir dann mal ein paar Benchmarks auf dem Kanal von DJ Ware angeschaut habe, hat OpenSuse eigentlich fast in allem am schlechtesten abgeschnitten. Also hab ich mir die weitere Mühe gespart und hab mich auf Fedora konzentriert.

Was das eigentlich für eine Art von Distroshaming? Wer ist DJ Ware und was für Benchmarks bitte? Und diese Diskussion um die Paketanzahl, sind wir noch in 2010?
 
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Was das eigentlich für eine Art von Distroshaming? Wer ist DJ Ware und was für Benchmarks bitte? Und diese Diskussion um die Paketanzahl, sind wir noch in 2010?

???

Benchmarks kannst du dir natürlich auch woanders anschauen, bleiben dieselben Ergebnisse. DJ Ware findest du bei Youtube.

Paketzahl sagt natürlich nicht direkt was aus. Aber wenn man erstmal ein komplett selbst konfiguriertes System mit allen nötigen Paketen aufgesetzt hat, dann ist alles überflüssige halt genau das, überflüssig.

Als ich z.B. mein erstes Fedora-KDE installiert habe, hatte ich eine doppelt so lange Bootzeit wie unter Arch. Also hab ich mir ein Fedora-Minimal installiert und dann, wie unter Arch, geschaut was ich brauche und was nicht, Paket für Paket. Jetzt bootet Fedora vergleichbar schnell.

Unter Artix erstell ich mir sogar meine eigenen Isos mit allen benötigten Softwarepaketen, genau nach Maß sozusagen. Warum? Weil's Spaß macht, weil es interessant ist und weil ich halt gerne etwas darüber lerne.

Das hab ich schon nach Möglichkeit mit Windows XP gemacht, mit den Tools die damals zur Verfügung standen, und das mach ich natürlich auch mit Linux, wo die Möglichkeiten vergleichbar unendlich sind.

Ich weiß nicht was das mit 2010 zu tun haben soll. Ich hab mir meine Neugier halt über die Jahre erhalten. Wenn jemand gerne an Autos schraubt und seinen Motor lieber von grundauf selbst zusammenstellt, anstatt sich einen Wagen vom Werk zuzulegen, oder jemand gerne grillt anstatt zur Fastfood Kette zu latschen, fragst du dann auch nach der Jahreszahl?

Und warum du dich deshalb für irgendeine Distro schämen solltest hab ich auch nicht verstanden. Die sind alle schön :)
 
Nur weil du daran Spaß hast, sollte es kein Kriterium für oder gegen ein Distro sein. Ähnlich fragwürdig sind die Kommentare bzgl. Bootzeit eines Systems. Erstens, was für einen Unterschied macht es wenn ein System 5 Sekunden länger braucht zum Booten? Zweitens, liegen dort meist andere Probleme vor, die man mit etwas Recherche optimieren kann.
 
gio127 schrieb:
Mich störte eigentlich, dass ich entweder ein Komplettpaket mit ungefähr 2800 vorinstallierten Paketen nehmen musste oder bei der Installation stundenlang rumklicken und listen durchgehen musste.
Naja, die detaillierte und optionale(!) Anpassung ist ja nix schlechtes. Eigentlich reichen Klicks auf „weiter“ und „zustimmen“ wenn man nix besonderes will, die default Auswahl ist gut, kann natürlich aber nicht alle Bedürfnisse befriedigen.
Es gibt Zugriff auf das gesamte offizielle Repo wenn der Rechner am Internet hängt, alle (?) Pakete können von der Installation ausgeschlossen oder hinzugefügt werden.
Selbst der Verzicht auf die openSUSE typischen Schemata (pattern) ist vollständig möglich. Zu jedem Abschnitt gibt es Hilfetexte. Nach der Installation ist das System auf dem neuesten verfügbaren Stand.
Eine CLI Installationsoption gibt es ebenfalls, falls du Arch mäßig vorgehen wölltest.

fram schrieb:
Hat Tumbleweed auch, wenn du die Installation entsprechend anpasst.
Tatsächlich lohnt es sich den Installer mal in der VM im Vorfeld durchzuklicken. Im ersten Auswahlbereich zur Desktop-Umgebung „Allgemeiner Desktop“ auswählen, installiert wird so ein minimales IceWM, in einem späteren Abschnitt kann dann jede DE zusätzlich hinzugefügt werden.
Gnome ist der SUSE Enterprise Desktop, also entsprechend sehr gut gepflegt. KDE ist ein/der Community Liebling mit (sehr) häufigen Updates. XFCE hat weniger Resourcen, bekommt aber auch regelmäßig Updates – 4.18 steht im Moment noch aus.
Alle anderen DEs beobachte ich nicht so genau. LXQT, Budgie und Mate hatte ich mal in Verwendung, gefühlt kamen da auch regelmäßig Updates.
 
Snakeeater schrieb:
Nur weil du daran Spaß hast, sollte es kein Kriterium für oder gegen ein Distro sein. Ähnlich fragwürdig sind die Kommentare bzgl. Bootzeit eines Systems.
Ich hab gar keine Kriterien aufgestellt, erst recht nicht für dich oder andere. Ich hab nur über meine Erfahrungen und Beobachtungen berichtet. Du hast, außer über "meine Kriterien" zu lamentieren, gar nichts beigetragen. Das ist für mich eigentlich das einzige was ich fragwürdig finde. Ist das so ein neumodisches 2022 Ding? Aber juckt mich auch nicht.

EDIT: @fram Ich wünsche viel Spaß beim Aussuchen, Installieren und Testen. Und viel Erfolg.
 
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