Warum bekommt EuroOffice soviel Aufmerksamkeit?

@Legalev Du kannst immer noch die Alternative nehmen und als Schaf dich von über dem Teich schröpfen lassen.
Klar gibt es EU Entscheidungen, die nicht gerade ideal sind, aber es ist immer noch besser, als wenn wir nach der Pfeife von ganz anderen Ländern, die wir nicht demokratisch beeinflussen können tanzen müssen.
Lieber EU als USA oder sonstwer.
 
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SavageSkull schrieb:
als wenn wir nach der Pfeife von ganz anderen Ländern, die wir nicht demokratisch beeinflussen können tanzen müssen.
Das ist halt genau die Kritik u.a. von LibreOffice. Euro-Office fokussiert sich aktuell, sicher zielgruppen-orientiert, auf das OOXML-Format von Microsoft anstatt konsequent auf ODF zu setzen.
Auch wenn ich persönlich gar nicht verkehrt finde, sich erstmal auf das Format zu stützen, dass die Zielgruppe aktuell nutzt. Um den Übergang attraktiver zu machen. Wenn ich aktuell in einer Behörde oder einen Unternehmen Microsoft nutze erleichtert es mir die Entscheidung für eine andere Office Suite, wenn meine Dateien auch mit der neuen Software ohne Probleme funktionieren.
Perspektivisch muss es aber das Ziel sein, sich auch beim Format unabhängig zu machen.

Andererseits: Hinter LibreOffice steckt ja auch eine Foundation mit Sitz in Berlin. Und im Grunde ist es aber auch wie bei OpenOffice und LibreOffice (da brodelt es ja auch immer wieder). Bei OnlyOffice waren sich dann mal wieder nicht alle einig und nicht bereit für Kompromisse und dann ist halt Euro-Office entstanden. Sicher auch, wegen der Verbindung nach Russland.
Auf der anderen Seite... Open Source kennt halt eigentlich Landesgrenzen.
 
Es ist doch im Grunde ganz einfach.

Microsoft ist der weltweite Qasi-Standard. Und dazu gehört auch Microsofts Office Open XML-Format (docx/xlsx/pptx usw.).
Und das schöne an Standards - egal ob sie von irgendeiner "Autorität" beschlossen wurden oder sich im Laufe der Zeit einfach durch Nutzung ergeben haben - ist eben das sie innerhab eines Ökosystems problemlos einen Austausch von Daten ermöglichen.

OK, es gibt als zweiten Standard eben auch das OpenDocument Format.
Aber egal wie sehr das ein Standard sein will (und auch sein könnte), es bringt halt wenig, wenn die meistgenutzten Systeme eben was anderes nutzen.

Microsoft hat mit dem 365 Abo-Modell oder Ökosystem einen echten Glücksgriff getan.
Ob man nun etwas gegen die Allmacht eines amerikanischen Systems hat oder nicht, sie sind nunmal die Branchenführer.
OpenOffice/LibreOffice, OnlyOffice, Euro-Office, SoftMaker FreeOffice, Corel WordPerfect uvm. es ist ja nicht so das es keine Alternativen gäbe.
Aber durchsetzen müssen sie sich und damit einen neuen Standard definieren. Das kann man nicht erzwingen.
Da geht es um Nutzerzahlen.

Es geht ja nicht nur um Dateiformate, es geht auch darum wo entsprechende Server stehen, wie sieht Datenschutz usw. aus, wo wird welche Software entwickelt, inwiefern besteht da u.U. eine politische Einflussnahme von welcher Seite aus, Kosten/Nutzen-Vergleich und natürlich ob das ganze gedacht ist für Privatnutzer zu Hause oder in einem Unternehmensumfeld.

Euro-Office ist weniger für Privatkunden gedacht, es ist eine reine Webanwendung zur Integration in z.B. Nextcloud o.ä.

Und da spielt am Ende bei der Bewertung nicht nur Geopolitik eine Rolle, sondern auch so Dinge wie Vertrauensverlust in Großkonzerne mit zu großen Verflechtungen in die Politik, die sowohl im westlichen Raum (Trump usw.) als auch im östlichen Raum (Putin, Xi Jinping usw.) auch nicht mehr wirklich vertrauenserweckend ist. Und ob die EU wirklich so viel besser wäre... müssen die mir auch erst noch beweisen, weil dafür kommt mir zu viel gandioser Unsinn aus Brüssel.

Am Ende geht es aber um ein simples Office-Paket... Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, man muss nicht alles politisieren...

Ich selber nutze Windows 11 Pro auf allen meinem Rechnern und Microsoft 365 Family.
Aber ich bin auch nur eine Privatperson und solo-selbstständig.
Ich mache mich nicht ausweglos abhängig von einem Konzern. Mangels Bedarf besteht aber aktuell wenig Motivation auf OpenSource & Co. zu wechseln.
Und ob Microsoft irgendwelche Inhalte auf OneDrive mitlesen kann/mitliest, ist mir ziemlich Latte.

Was wird mit Euro-Office passieren? Das wird sich in die Riege praktisch bedeutungsloser Büro-Suiten einreihen, es wird mit viel Getöse angekündigt und veröffentlicht. Es wird einige Nutzer geben, die nach einiger Zeit wieder zurück wechseln werden, weil es nicht nur auf dem Papier schön aussehen darf, sondern auch im Alltag funktionieren muss.

Ich mag mich da irren, aber irgendein Fork von irgendeinem Open-Source Programm, als reine Webanwendung, ja das wird eine strahlende Zukunft haben... Ehr nicht.
 
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Legalev schrieb:
Dann wird bisher noch kein Steuergeld beim Fenster rausgeworfen.
Joa, doch. Tuta hat Förderungen in Millionenhöhe erhalten, der öffentliche Sektor ist Kunde bei Nextcloud, selbiges bei IONOS.
 
steff0rn schrieb:
Hab das ehrlicherweise hier heute zum ersten Mal gehört.

Geht mir auch so.

Auf die Eingangsfrage ließe sich antworten: Diese Fragestellung hier im Forum trägt dazu bei, jene Aufmerksamkeit zu generieren, über die sich gewundert wird.
 
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@KnolleJupp
Schön geschrieben. Ich hab im Laufe meiner IT-"Karriere" auch immer wieder versch. Office-Tools ausprobiert und bin auch immer wieder bei MS gelandet. Es hat sich als Standard über Jahrzente in allen Bereichen etabliert, wie die Google suche (es heisst ja auch "googlen").

Würde mich eine alternative in Europa freuen? Sicher, aber die muss halt vollständig kompatibel mir dem, wie du es schon fomuliert hast, Standard sein und dann kann ich Leute dazu bewegen, evtl. auch mit sanftem Zwang (Verwaltungen, Schulen, Krankenkassen, etc) zu wechseln.
Solange aber immer noch Herren und Damen ganz oben sitzen, denen jener Wechsel schwer fällt oder die nicht wollen wird eh nix passieren.
 
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kachiri schrieb:
Und Entwickler ist ein lettisches Tochterunternehmen einer in Singapur registrierten Investorengesellschaft, hinter der man Russland vermutet. Dieses lettische Tochterunternehmen ist wohl auch mehrheitlich in russischer Hand.
Um OnlyOffice gibt es ebenso Kontroversen. Daraus ist ja im Grunde Euro-Office entstanden.
Ich traue dem Russen genauso viel oder wenig wie dem Ami ob die NSA mich jetzt ausspioniert oder der Russe oder am Ende Microsoft ist doch inzwischen egal.
Meiner Meinung nach.
Aktuell habe ich Libreoffice und lokale Konten.
 
Ich z.B. nutze zu 98% ausschließlich Word (und Outlook).
Ich habe natürlich auch Excel, PowerPoint usw. auf dem Rechner. Und selten wird das auch mal verwendet.

Copilot wird praktisch gar nicht genutzt.
Allerdings verwende ich hin und wieder durchaus die kostenlose Basis-Version von ChatGPT und Gemini.

Das einzige was vielleicht noch als Ergänzung halbwegs sinnvoll wäre, wäre das normale Acrobat statt dem kostenlosen Reader.

Ich habe hier keine Server, kein Teams, verwende keine Cloud-Dienste, außer das ich manches manuell auf OneDrive sichere,
dank 365 Abo habe ich ja pro Konto 1TB Speicher.

Dank sechs Konten, die ich über das Family Abo versorgen kann, reicht das für alle meine Rechner.

Ich könnte natürlich auch auf allen Rechnern beispielsweise LibreOffice und Thunderbird installieren.
Warum mache ich das nicht? Gewohnheit und Kompatibilität.
 
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