Es ist doch im Grunde ganz einfach.
Microsoft ist der weltweite Qasi-Standard. Und dazu gehört auch Microsofts Office Open XML-Format (docx/xlsx/pptx usw.).
Und das schöne an Standards - egal ob sie von irgendeiner "Autorität" beschlossen wurden oder sich im Laufe der Zeit einfach durch Nutzung ergeben haben - ist eben das sie innerhab eines Ökosystems problemlos einen Austausch von Daten ermöglichen.
OK, es gibt als zweiten Standard eben auch das OpenDocument Format.
Aber egal wie sehr das ein Standard sein will (und auch sein könnte), es bringt halt wenig, wenn die meistgenutzten Systeme eben was anderes nutzen.
Microsoft hat mit dem 365 Abo-Modell oder Ökosystem einen echten Glücksgriff getan.
Ob man nun etwas gegen die Allmacht eines amerikanischen Systems hat oder nicht, sie sind nunmal die Branchenführer.
OpenOffice/LibreOffice, OnlyOffice, Euro-Office, SoftMaker FreeOffice, Corel WordPerfect uvm. es ist ja nicht so das es keine Alternativen gäbe.
Aber durchsetzen müssen sie sich und damit einen neuen Standard definieren. Das kann man nicht erzwingen.
Da geht es um Nutzerzahlen.
Es geht ja nicht nur um Dateiformate, es geht auch darum wo entsprechende Server stehen, wie sieht Datenschutz usw. aus, wo wird welche Software entwickelt, inwiefern besteht da u.U. eine politische Einflussnahme von welcher Seite aus, Kosten/Nutzen-Vergleich und natürlich ob das ganze gedacht ist für Privatnutzer zu Hause oder in einem Unternehmensumfeld.
Euro-Office ist weniger für Privatkunden gedacht, es ist eine reine Webanwendung zur Integration in z.B. Nextcloud o.ä.
Und da spielt am Ende bei der Bewertung nicht nur Geopolitik eine Rolle, sondern auch so Dinge wie Vertrauensverlust in Großkonzerne mit zu großen Verflechtungen in die Politik, die sowohl im westlichen Raum (Trump usw.) als auch im östlichen Raum (Putin, Xi Jinping usw.) auch nicht mehr wirklich vertrauenserweckend ist. Und ob die EU wirklich so viel besser wäre... müssen die mir auch erst noch beweisen, weil dafür kommt mir zu viel gandioser Unsinn aus Brüssel.
Am Ende geht es aber um ein simples Office-Paket... Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, man muss nicht alles politisieren...
Ich selber nutze Windows 11 Pro auf allen meinem Rechnern und Microsoft 365 Family.
Aber ich bin auch nur eine Privatperson und solo-selbstständig.
Ich mache mich nicht ausweglos abhängig von einem Konzern. Mangels Bedarf besteht aber aktuell wenig Motivation auf OpenSource & Co. zu wechseln.
Und ob Microsoft irgendwelche Inhalte auf OneDrive mitlesen kann/mitliest, ist mir ziemlich Latte.
Was wird mit Euro-Office passieren? Das wird sich in die Riege praktisch bedeutungsloser Büro-Suiten einreihen, es wird mit viel Getöse angekündigt und veröffentlicht. Es wird einige Nutzer geben, die nach einiger Zeit wieder zurück wechseln werden, weil es nicht nur auf dem Papier schön aussehen darf, sondern auch im Alltag funktionieren muss.
Ich mag mich da irren, aber irgendein Fork von irgendeinem Open-Source Programm, als reine Webanwendung, ja das wird eine strahlende Zukunft haben... Ehr nicht.