Warum entgleist ein Zug wegen ein paar Schafen?

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Jo, die Masse und dessen Trägheit der Tiere reicht aus. Man merkt es ja schon im Auto, wenn man mal auf der Autobahn über was Kleines fährt. Da ist der Stoßdämpfer schon ganz schön am ächzen.
Das Beispiel Bauchklatscher-vs-Wasseroberfläche demonstriert das auch ganz gut.

Wenn erstmal 4-5 Tiere vorne unterm Zug zusammengeschoben wurden, bilden die einen Berg bzw. Brei, den man nicht weiter komprimieren kann. Der Brei hat jetzt zwei Möglichkeiten, um den Druck abzubauen.
#1: Er verteilt sich in der Gegend. Wenn aber die Geschwindigkeit des Zuges zu hoch ist...
#2: kann er sich nicht schnell genug verteilen, um dem Zug platz zu machen. "Aquaplaning" bzw. "Schafplaning" -> Zug wuchtet sich am Breiberg auf und hopst von den Schienen.

Ok, jetzt hab ich keine Lust mehr auf Abendbrot -_-
So makaber...


Die hatten aber auch echt ein Glück im dem Zug. Außerhalb des Tunnels hätte es sicher Tote gegeben, von den Schafen mal abgesehen.
 
Also bei einem Suizid dürfte das wohl kaum passieren, denn sonst gäbe es ja ständig entgleiste ICEs. :eek::(
Warum der ICE durch die Schafe entgleisen konnte ist wirklich ein wenig fraglich, aber immerhin waren es ja nun nicht nur eine Handvoll. Das ist ja praktisch so, als wäre er gegen ein auf den Schienen stehendes Auto gerast. Da entgleist so ein Zug ja auch schon mal. Außerdem sind ja auch nur einige Wagen aus den Schienen gesprungen und nicht der komplette Zug entgleist, so wie bei Eschede.
Guckt euch doch auf Tagesschau.de oder so mal das Bild von der Lokomotive/ dem Triebkopf an. Den hat es durch den Aufprall der Schafe bei dem Tempo, dass der wohl drauf hatte schon ganz schon zerfetzt.
Was außerhalb des Tunnels passiert wäre mag man sich besser gar nicht vorstellen, das es im Tunnel passierte war wirklich Glück im Unglück.

lg
 
hab vorhin im TV gehört das der ICe gar nicht wegen den Schafenaus den Schienen gesprungen ist, sondern wahrscheinlich etwas verbogen wurde, was dann bei einer Weiche im Zug "hängengeblieben" ist, und so ist er dann rausgesprungen.
 
Unglücksursachen, wie etwa eine falsch gestellte Weiche, schlossen Bundespolizei und Bahn aus. "So eine Masse von Schafen kann einen Zug schon aus der Bahn schmeißen", sagte Ahmare. Ein Sprecher der Bahn sagte: "Eine Herde von 20 Schafen wirkt wie eine Wand aus Tieren".
Quelle

Bei einer so hohen Geschwindigkeit baut sich da innerhalb von Sekundenbruchteilen eine Mauer aus Tieren auf, und es sind ja nur ein paar cm die den Spurkranz in der Schiene halten.

Aber echt kein schönes Bild, wenn man sich nur mal die Blutspritzer an der Wand ansieht. :eek:
 
Wer schon einmal mit einer 120t schweren Lok in eine Schafherde marschiert ist, kann sich ungefähr die Folgen vorstellen...

Nur das ich damals nur Tempo 80 drauf hatte, und nicht wie die schnellen Freunde 200 km/h.

Man rechne mal, 12 Mittelwagen je 53t + 2 Triebköpfe je 80t ergibt ~ 800t Leergewicht.
Und das bei Tempo 200, da bedarf es nicht viel, um sowas aus den Gleisen zu bringen.
 
Ich kanns mir dennoch nicht vorstellen.
Vergleich einfach mal die Masse vom Zug mit der der Schafe. Das ist ungefähr so wie wenn man man bei 200 die Hand aus dem Auto hält und ne Mücke abbekommt. Das tut en bissel weh, mehr aber nicht.
Ein Kumpel hat lange bei der Bahn gearbeitet. Da werden regelmäßig die Züge (und ja, auch ICE's) gereinigt. Und das auch und vor allem von unten. Warum? Weil die Dinger tagtäglich irgendwelche Viecher plattfahren. Da kommt auch schonmal ne Rotte Wildschweine unter die Räder. Aber noch nie ist deswegen nen Zug entgleist. Angeblich merkt man das im Zug garnicht mal wenn da so nen Vieh (wenns nicht gerade nen Blauwal ist) pulverisiert wird.
Die Masse der Schafe ist ja auch nicht auf einen Punkt konzentriert sondern der Zug hat sie über viele Meter nach und nach erwischt. Und ich kann mir auch nicht vorstellen das alle zentral auf den Gleisen aufgereit waren.
 
Aha schön. Und was ist dann passiert? Waren die Schafe nur zufällig auch da, als irgendwas mysteriöses den Zug zum Entgleisen brachte? Vielleicht ist für uns Laien die derzeit naheliegenste Möglichkeit auch die Wahrscheinlichste? Zumindest können wir maximal anhand von Bildern feststellen was sein könnte. Für alles andere gib es die Experten vor Ort.

Und nicht umsonst hat der Gegenzug sofort gestoppt als er ein Schaf traf, damit der Zug auf mögliche Schäden überprüft werden konnte. Auch im nächsten Bahnhof hat man dies nochmal getan. Ganz so harmlos wie du nun tust, ist es dann wohl auch nicht.
 
Wenn #2 recht hat und der Zug etwa 3110 Tonnen wog, ist das bei Tempo 200 km/h (55 m/s) eine kinetische Energie von 4,7 GJ und das ist eine ganze Menge. Diese Energie wirkt beim Zug ausschließlich nach vorne, aber wenn ein Fremdkörper zwischen Gleis und Rad kommt, kann sie leicht eine Hebelwirkung nach oben oder zur Seiten entstehen. Denn obwohl ein Zug so schwer ist, nimmt jedes Rad nur ein verhältnismäßig geringes Gewicht auf (ein Triebwagen, der z.B. die IC oder RE zieht, wiegt 116 Tonnen). Die Kraft, die durch die Gewichtskraft auf das Gleis wirkt und den Zug letztendlich in der Spur hält reicht da nicht mehr aus.
Sobald der Triebwagen hoch kommt und aus der Spur fällt, zieht er die nachfolgenden Wagen ebenfalls raus. Dabei ist es egal, ob das durch die Betonplatten (hohe Dichte) oder mehrere Tierkadaver (großes Volumen) entsteht. Irgendwann kann das Rad den Fremdkörper nicht mehr verdrängen drängt nach oben oder zur Seite.
 
HappyMutant schrieb:
Und nicht umsonst hat der Gegenzug sofort gestoppt als er ein Schaf traf, damit der Zug auf mögliche Schäden überprüft werden konnte. Auch im nächsten Bahnhof hat man dies nochmal getan. Ganz so harmlos wie du nun tust, ist es dann wohl auch nicht.
Das habe ich eben erst in den Nachrichten gehört, dass bereits kurz vor dem entgleisten Zug ein Unfall mit einem Schaf im Tunnel auf dem Gegengleis stattgefunden hat. Die Fahrgäste wurden dann angeblich informiert, dass der Zug wegen Kollision mit einem Schaf lediglich eine Reisegeschwindigkeit von 160 km/h halten kann.
Die Information, dass da mitten im 11 km langen Tunnel eine Kollision mit einem Schaf stattgefunden hat, wurde auch sofort an die dafür zuständige Stelle bei der Bahn weitergeleitet. Die hat dann aber keine Warnung raus gegeben, geschweige denn die Gleise sperren lassen.
Mir ist natürlich nicht bekannt, ob es da Vorschriften gibt, wonach die Bahn bei überfahrenen Tieren so etwas (ggf. ab einer bestimmten Größe?) vornehmen muss aber das werden sicher noch interessante Ermittlungen.
 
Warum die Schaafe in den Tunnel sind?

Ich hab gestern mal mit meinem Opa darüber gesprochen (Landwirt, hatte früher 30 Jahre lang eine eigene Schaafherde)
Der hat mir erzählt, das eine inzelnes Schaaf sich schonmal nicht freiwillig von der Herde trennt.
Außerdem büchsen Schaafe nicht einfach so aus, wenn sie in einer Weide sind.
Solange Futter in Form von frischer Wiese vorhanden ist, würden sie selbst bei einem Loch im Zaun bleiben.

Was jedoch auch bei ihm schon vorgekommen ist, das ein Fuchs bzw. ein paar Streunende Hunde die ganze Herde aufgemischt haben.
Schaafe gewöhnen sich in der Regel an die Schäferhunde, doch wenn unbekannte Tiere in die Herde geraten, reagieren sie panisch.

Und in den Nachrichten hab ich ja gehört das angeblich keine Schäferhunde vorhanden waren, die wie normal üblich auch über die Nacht die Herde bewachen.
 
Also ich glaube keinesfalls daran, das ist absolut unmöglich.

Wer von euch ist überhaupt in die Schule gegangen?
Ich lese hier zahlen wie 500 Tonnen und 300Km/h, rechnet das doch bitteschön einmal aus, dazu kommt noch die Restträgheit restr. die enorme Stabilität .. Egal ob Knochen oder sonstwas, die Schaafe müsste es nur im Bruchteil einer Sekunde erdrückt haben, mehr auch nicht.

Habt ihr eigtl. ne Ahnung wie oft Hirsche ect. von Zügen überrollt werden?
Die werden praktisch zerstückelt und zerissen, keine Chance als dass sich etwas als "Brücke" unter den Zug legt und ihn anhebt. Wenn das so wäre dann gäbe es täglich mehrfach solche Entgleisungen.

Außerdem haben sich bestimmt keine 20 Schafe in Reih' und Glied hintereinander auf dem Gleis platziert.
Ich schätze da war wesentlich mehr im Spiel.

mfg,
Markus
 
@markus1234
Es geht hier aber nicht um einen Hirsch, sondern um eine Herde Schafe.
In den Nachrichten war von 60 Stk die Rede aber solche Zahlen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Man kann aber davon ausgehen, dass es doch eine beträchtliche Anzahl war.

Wo du gerade die Schule ansprichst, machen wir doch mal ein kleines Rechenbeispiel: Nehmen wir an da stehen 50 Schafe im Weg und jedes wiegt 30 kg (kA wieviel die wirklich wiegen). Dann hast du 1.5 t vor dir. Das wäre ein mächtig großer Hirsch und ich glaube der könnte dann auch zu so einem Unfall führen, wenn er gerade auf den Gleisen liegt und der Zug drüber fährt. Du musst ja auch die Position des Hindernis in betracht ziehen. Hirsche oder Menschen haben hohe Schwerpunkte. Die Schafe geraten aber allesamt unter den Triebwagen. 1.5 t Schafe zwischen Gleisen und Rädern. Und dann soll es absolut unmöglich, dass der Zug entgleist?
 
Ein Schaf wiegt weitaus mehr als 30KG, zumindest die bei uns hier.

Aber lass dir das mal durch den Kopf gehn. Dann nehmen wir eben Rinder her.
Was meinst du wie oft ist das schon passiert? Ein Bauer treibt seine Rinder über einen Bahnübergang und plötzlich gehn die Schranken nieder und noch nicht alle sind rüber.

Rinder haben einen relativ niedrigen Schwerpunkt - und trotzdem gibt es keine Meldungen darüber, und schon gar nicht in letzter Zeit. Viel öfter Hört man wie Autos oder gar Menschen so von Zügen erfasst werden. Insofern denke ich, dass es nicht sehr nennenswert ist. Aber ok, wir sprechen hier über wahrscheinlich geradeführende Banübergänge, nicht um Kurven.

Warten wir einfach mal ab bis die Sache geklärt ist.
Bis dato weiß man nich nicht ob überhaupt die Schafe schuld sind oder was anderes. Ebens wird vermutet, dass die Herde absichtlich dort "platziert" wurde, dann wäre es natürlich eine optimale Verfälschung von bewussten Absichten eines oder mehrerer Täter/s.

mfg,
Markus
 
Jörn Pachl, Professor für Verkehrssicherung an der TU Braunschweig dazu:
Wenn ein einzelnes Tier wie eine Kuh oder ein Reh auf der Strecke steht, ist das kein Hindernis. Auch kleinere Gegenstände sind meist kein Problem. Der ICE zerfetzt sie einfach. Doch in dem Tunnel bei Fulda wurden mindestens 20 Schafe getroffen. Das ist eine Masse von zwei Tonnen - eine massive Hürde. Dazu kommt die hohe Geschwindigkeit des ICE, an dieser Stelle 220 km/h. Bewegungsenergie steigt im Quadrat zur Geschwindigkeit, das heißt: Bei doppelter Geschwindigkeit ist die Energie bei einer Kollision viermal so groß.
Quelle Spiegel Online
 
das heißt: Bei doppelter Geschwindigkeit ist die Energie bei einer Kollision viermal so groß

Wobei es im Vergleich zur "Dichte" eines Schafes und einem ICE wohl klar sein sollte, was hier als geknautschte Zone endet. Da sich garantiert nicht alle Schafe irgendwie ineinander verhakt haben, wäre das nur eine Schrittweise Verminderung der Geschwindligkeit, auch wenn nur in Sekundenbruchteilen gerechnet.

Übrigens hat vorher ein anderer ICE ein Schaf überfahren, im Tunnel (Sat.1 News).

mfg,
Markus
 
Oktopeter schrieb:
Ich glaube auch, das das ein "Klumpen" Schaf war, der den Zug hochgehebelt hat. Ein großer Fleisch-Flummi so zu sagen.
Fleisch-Flummi, geiles Wort :D
Naja ok, aber hast natürlich Recht damit.

Und bei so einer Geschwindigkeit werden wahrscheinlich schon weniger Millimeter entscheidend sein.
 
markus1234 schrieb:
Übrigens hat vorher ein anderer ICE ein Schaf überfahren, im Tunnel (Sat.1 News).

Was ich oben bereits erwähnte. Und wieso muss da was anderes gewesen sein. Es kann. Aber dieses muss ist doch schlicht unsinnig. Das führt nur dazu, dass wenn eben nichts anderes bei der Untersuchung rauskommt gleich wieder die wildsten Verschwörungstheorien ausgepackt werden. Und dieser Thread geht von Anfang an in genau diese Richtung. Nichts genaues wissen, aber das wahrscheinlichste kann es schon aus Prinzip nicht sein. Das man dafür außer reiner Mutmaßung (ach so ein Schaf das macht doch nichts...) dafür auch sonst wenig Anhaltspunkte liefert stört scheinbar manchen schon wieder gar nicht.

Das Rätsel ist hier nun mal wirklich warum die Schafe im Tunnel waren. Und das ist wesentlich schwieriger zu lösen, als die technische Frage.
 
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HappyMutant schrieb:
Das Rätsel ist hier nun mal wirklich warum die Schafe im Tunnel waren.
Möglicherweise haben islamistische Terroristen sie dort hin getrieben und der Besitz und das Füttern von Schafen wird bald illegal sein.
Sorry, aber ich konnte bei dem Ansatz Verschwörungstheorie nicht anders. Habe versucht es in mir drin zu behalten aber es ging einfach nicht :( Ich wäre sonst geplatzt.

Im TV gab es Bilder zur Situation zwischen Weide und Tunneleingang. Einmal ein (Elektro-)Zaun um die Weide, dann ein kleiner Bach und eine recht steile Böschung hoch zu den Gleisen. Alles andere als schaf-freundlich, zumal die angeblich tierisch Wasserscheu sind und nur unter Zwang, wie Angst um ihr Leben da durch würden.
Falls tatsächlich Wildhunde die Schafe dort durch, hoch und rein getrieben haben, müsste man doch eigentlich entsprechende Pfoten-Spuren finden können. Wieso haben die Hunde aber auch die Schafe vertrieben und sind ihnen dann nicht in den Tunnel gefolgt? Es ist doch sicher leichter ein Schaf im Tunnel zu erwischen, als im Freien.
Es bleibt weiterhin spannend, wie sich das entwickelt.
 
Die Superschafe aus 'Worms' haben zugeschlagen
 

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Vielleicht hat der Besitzer die Schafe auf die Gleise getrieben, um die Versicherung zu kassieren...Kann man Schafe versichern?^^
 
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