Was genau ist bei der Produktion einer SSD so teuer?

flieger-baby schrieb:
:rolleyes: Na klar !

Wieviele Artikel muß dann wohl der kleine Hardwarehändler um die Ecke verkaufen, damit er seine Miete bezahlen und seine Familie ernähren kann ?
Artikel im Wert von 4000€ am Tag ? Das glaubst du doch selbst nicht.

Ich denke schon, dass da mindestest 15-20% hängen bleiben. Nicht umsonst bekommt man als "guter Kunde" mal eben 10% Rabatt. Und selbst da bleibt etwas hängen, denn zu verschenken hat niemand etwas. ;)

Die hat er dann aber vorher draufgerechnet. Fakt ist im reinen Onlinehandel geht es zumindest zu den Geizhalspreisen, wo sich nunmal der größte Teil des Marktes abspielt nur noch über Turnover.
Oder warum denkst du verkaufen IBM und Co. ihre Hardware Bereiche? Im Service lässt sich eine um einiges höhere Marge erwirtschaften.
Ich hab noch vor der Krise 2 Festplatten geholt, bei einem Laden der 3% Studentenrabatt gibt und der zu den günstigsten am Markt zählte und wohl auch einiges im HDD Bereich umgesetzt haben dürfte (hatte immer so ein paar 100 vor Ort rumliegen)
Und selbst er meinte schon, dass er bei 3% Rabatt bei HDDs draufzahlt. Soviel zu den 20% im Hardware Bereich.
 
Eraz schrieb:
Und selbst er meinte schon, dass er bei 3% Rabatt bei HDDs draufzahlt.

;) Sorry, aber das hört sich nach AUF DIE TRÄNENDRÜSEN DRÜCKEN an. :D

Vieleicht ist es ein Nullgeschäft, aber bestimmt kein Drauflegegeschäft.

Oder:
Bei anderer Hardware macht er 30% Gewinn und das ist sein Hauptgeschäft.
Irgendwo muß seine Mischkalkulation passen damit genug hängen bleibt.
Sonst wäre der Laden längst dicht.

Ich arbeite im Autohaus als Serviceberater und muß auch oft knallhart kalkulieren.
Mein Chef würde mir die Füße aufpumpen wenn ich auch nur bei einem Auftrag drauflegen würde (mal von ner sehr seltenen Reklamation, wo man durch die kostenlose Nacharbeit drauflegt abgesehen)
 
flieger-baby schrieb:
Ich arbeite im Autohaus als Serviceberater und muß auch oft knallhart kalkulieren.
Mein Chef würde mir die Füße aufpumpen wenn ich auch nur bei einem Auftrag drauflegen würde
Du bist im Servicebereich, nicht im Verkauf! Frag mal den Verkaufberater für Gebrauchtwagen, wie oft er schon zugesetzt hat. Der hat halt mal Pech und nimmt eine Standuhr rein oder er muss bei einem Neuwagenkunden der nicht um den Preis gefeilscht hat dessen Gebrauchten zu teuer in Zahlung nehmen und subensioniert den dann mit dem Gewinn aus dem Neuwagenverkauf quer, damit er ihn loswird. Immerhin dürfte dann viele Kunden zu Dir kommen, wenn der Wagen vor Ort gekauft wurde und Service braucht.
 
Du solltest bedenken, nicht jeder ist Student. Außerdem bist du in nem ganz anderen Bereich tätig.
Dass die Marge im Automobilhandel höher ist wag ich mal garnicht zu bezweifeln.
Aber wie schon geschrieben, wenn du in den Preisvergleichen ganz oben mitspielen willst, kanst du das nur über entsprechend hohen Turnover reinholen. Das gilt zumindest für die Massenwaren (RAM, HDD CPU etc) Bei Kabeln etc lässt sich mit Sicherheit mehr rausholen.
Lad dir einfach mal die Bilanzen von ein paar größeren Hardware Händern runter (mindfactory etc). Da wirst du schon entsprechende Zahlen finden.
Hier nochmal was bei einem großen US Reseller so hängen geblieben ist (auch wenn mitlerweile nichtmehr gelistet):
Newegg’s net income increased 55 percent in 2008, to $28.4 million. Sales increased 13 percent to $2.1 billion in 2008, and have just more than doubled since 2004, when sales were $982 million. As a retailer, NewEgg’s's profit margins are slim. It was only 1.4% in 2008.
Wenn du jetzt eine deutscher Händler bist, wirst du auch noch aktiv dein Währungsrisiko absichern müssen.
Fazit: Reine Hardware verkäufe, ohne irgendwelche zusätzlichen Services wie Computer reparieren, Zusammenbau etc. lohnen nur wenn du entsprechende Größe hast
 
Zuletzt bearbeitet:
@holt

Im Verkaufsbereich der Automobilbranche ist das was ganz anderes.
Wenn man einen Neuwagen verkauft, rechnet man schon direkt mit den Folgegeschäften aus Wartung/Verscheiß/Reparatur/Zubehörverkauf/usw....

Mit was rechnet der Hardwareverkäufer ?
Er muß beim Verkauf sein Geschäft machen und gleichzeitig konkurrenzfähig sein.
 
Eraz, eben deswegen kommen die Händler ja auch im Computerbereich immer mehr mit Eigenmarken, denn vieles ist sowieso alles aus China und von zahllosen OEM-Herstellern dort, wie z.B. Netzteile. Auch bei SSDs entwicklen die wenigsten Firmen die nur solche mit Sandforce Controller anbieten mehr als das Logo. Die FW kommt immmer von Sandforce selbst und wird nur konfigueriert, ein Referenzdesign für PCB gibt es obendrauf und Klitschen die das Alles zusammenschustern haufenweise.

Über Netzteile gibt es hier einen sehr guten Artikel, wer wirklich was baut und wer nur Etikettenkleber ist. Von denn lasse ich immer die Finger, da man da nie weiß, was man wirklich bekommt. Bei RAM sieht es nicht anders aus, eigentlich noch schlechter, denn die allermeisten Markennamen die im Preisvergleich gelistet sind tauchen bei den eigentlichen DRAM Herstellern garnicht auf:
marketview_20111101A.gif

Trotzdem greife ich auch da nur noch zu den Marken der echten Hersteller, wobei einige wie Crucial oder Rendition nicht auf Anhieb als Marken von Micron und damit eines echten DRAM Herstellers erkennbar sind. Da bekommt man wenigstens nicht Module mit RAM Chips verschiedener Hersteller darauf.

flieger-baby, ich bin kein Hardwarehändler, aber ich vermute mal, dass viele es entweder über die Menge versuchen, sofern die im Internet ihren Hauptabsatzkanal sehen und die anderen werden auf den Support vor allem für Kunden aus dem Bereich der Nichtheimanwender setzen. Denen dürfen sie keine allzu hohen Preise für die Hardware abknöpfen, müssen also auch Masse mit der Laufkundschaft (die lieber vor Ort kauft und dafür auch etwas, aber eben nur etwas mehr als im Internet auszugeben bereit ist) machen und dann den Profit mit dem Service bei kleinen Selbstständigen reinholen, die keine eigenen IT-Fachleute haben und für Systemhäuser zu klein sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Kumpel von mir hat früher bei einem Hardwareladen/Versender als Verkäufer gejobbt - schon damals waren die Gewinnspannen bei Hardware so niedrig, dass alles durch überteuertes Zubehör reingeholt werden musste. Tastaturen, Mäuse und Kabel waren alle überteuert, um die Kampfpreise beim Rest der Hardware wieder reinzuholen.
Die Verkäufer waren ausdrücklich angehalten, den Kunden möglichst das Zubehör mit der besten Gewinnmarge zu empfehlen.

Wenn man sich die Preise für Kabel und anderes Zubehör heutzutage anschaut, glaube ich, dass das immer noch genau so der Fall ist, wie damals Ender der 90er.
 
Schau mal nach, wie viel ein Silizium Wafer kostet, dann rechne nach, wieviele NAND-Chips man aus der Fläche ätzen kann und dann überlege mal, dass eine CPU nur ~1/2 bis 1/4 dieser Fläche einnimmt!
 
Wenn irgendein Stück Silizium total überteuert verkauft wird, dann ist es in einer CPU und vor allem in den Spitzen CPUs von Intel. Die haben ja nur noch AMD als Wettbewerber im x86 Markt und da AMD gegen die Topmodelle von Intel nicht ankommt, können sie eben für ihre Spitzenmodelle wirklich hohe Preise durchsetzen. Ähnlich sieht es bei GPUs aus, denn auch da wird das gleiche Stückchen Silizium in verschiedenen Ausbaustufen für unterschiedlich viel Geld angeboten. DRAMs und NANDs sind dagegen relativ leicht austauschbar und somit kann kein Hersteller sich solche Margen erlauben. Bei DRAM versuchen ja einige "Hersteller" besonders selektierte Chips in Modulen mit besseren Timings und bunten Kühlkörpern dann zu deutlich höhreren Preis zu verkaufen.
 

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