LikeHike schrieb:
Sollte Trumps Politik am Ende dann doch in diesem Bereich erfolgreich sein? Auf jedenfall wird gerade in den USA massiv in verschiedene, technologisch sehr relevante Teile investiert.
Worin investiert wird sind Haloprojekte bzw. der letzte, wert steigernde Handgriff. Grundlegend Lieferketten werden nicht verlagert. Das Fertigen von essentiellen, aber wenig margenträchtigen Dingen wie Keramikkondensatoren, 0815 Schrauben, div. Halbzeuge etc. pp. wird in den USA weiterhin nicht stattfinden. Durch die ungeschickte Handelspolitik der aktuellen US-Regierung wäre ein Aufbau einer solchen Fertigung auch kaum möglich. Die Preise für Stahl ist zum Beispiel explodiert, alle darauf aufbauenden weiteren Maschinen/Produkte entsprechend auch. Der Import von Maschinen ist extrem teuer geworden. Die Hürde zur Investition ist entsprechend hoch, was den Aufbau von margenschwacher Produktion noch unattraktiver macht.
Für die selbe Investition verspricht der Aktienmarkt gerade mehr, wenn man auf den AI-Gaul wettet.
Krik schrieb:
Man kann über Trump sagen was man will, aber er hat es wirklich geschafft, dass viele große Firmen in kürzester Zeit zumindest einen Teil der Produktion in die USA verlegt haben.
Das hätte ich gerne auch für die EU. Aber bitte ohne orangene Demenz.
Du kannst ein haufen Zeug "Made in EU" kaufen, wo billigst im nicht EU-Ausland Teile gekauft wurden, der letzte Handgriff aber in der EU stattfand.
Für Souveränität braucht es so unsexy Dinge wie Stahlvergütung von billo Baustahl bis hin zur fertigen Maschine aus Edelzauberstahl mit Feinpositionierung im sub nm-Bereich
schneup schrieb:
Interessant ist eher wie gross die Wertschoepfungskette in Amerika sein wird. Wenn alle Bauteile aus dem Ausland kommen und nur die Endmontage in Houston stattfindet dann wird es eher eine symbolische PR-Aktion sein da die importierten Bauteile u.U. weiterhin Zoellen unterliegen (je nachdem ob sich Trumpoleon an die Weisungen des Supreme Court halten wird oder mit dem Tarifpoker wie bisher weitermacht).
Die Rohstoff- und Halbzeugpreise ist durch die Zölle derart explodiert, dass der Aufbau von Lieferketten nicht lohnt. Was sich lohnt ist Bauteile zu importieren, die in Summe günstiger sind und mit etwas Glück[1] anderen Zolltarifen unterliegen. Fertiger "PC" kostet 200€ beim Import mit sagen wir 50% Zoll. Macht also 300€ bis das Ding im Land ist. Bauteile kosten 180€ unterliegen 25% Zoll. Die Bauteile kommen also für 225€ ins Land und im Vergleich zum Direktimport gibt es 75€ Differenzbetrag. Den kann man für den Zusammenbau nutzen und/oder für Marge, wenn der Wettbewerb die teuren Tarife zahlt und damit am Markt für fertige PCs gegenüber den Kunden höhere Preise etabliert
[1] Sprechen wie mit ihren Anwälten und Lobbyvertretern für optimale Ergebnisse.
Cr4y schrieb:
Die zusätzlichen Investitionen für zusätzliche Kapazität, die eigentlich nicht gebraucht wird, wird aber auch jemand zahlen müssen.
Ja, Foxconn. Die je nach Verhandlungsgeschick nur einen Teil ihres Risikos von Apple abgesichert bekommen.
Ferax schrieb:
Geht doch? Schauen wir mal ob der Mac mini dann in der USA Edition gleich teuer bleibt oder einen Preis gemäß der Lohnkosten bekommt.
Die Lohnkosten sind in vielen Ecken der USA nicht all zu hoch, als dass da massiv Kosten auflaufen sollten. Zudem beim finalem Zusammensetzen eines solchen Produktes wirklich nur Minuten Personalzeit auf jedes einzelne Produkt entfallen sollten. Ansonsten hätte die Fertigungsplanung wirklich Mist gebaut.
Preise anheben ist dennoch angebracht. Der Wettbewerb wird die Zölle auf die Endpreise umlegen, da darf man im Gedanke an die eigenen Aktionäre nicht einfach Marge liegen lassen.
Weyoun schrieb:
Der typische Trump-Wähler dürfte keine Preiserhöhungen um 50 % tolerieren. Auf der anderen Seite: Der typische Trump-Wähler nutzt auch nicht zwingend Apple-Computer der ja eher von Kreativen genutzt wird.
Du verallgemeinerst glaube zu sehr. Trumpwähler wie auch Wähler rechter Partei in anderen Ländern sind mittlerweile so zahlreich, dass solche Verallgemeinerungen nicht zutreffend sind, es ist gesellschaftlich dann doch zu etabliert.
Zudem, es stiegen bereits alle Preise und es werden perspektivisch die Preise auch noch deutlich stärker steigen als die typischerweise anvisierten 2% Inflation. Damit verschiebt sich das Preisgefüge also nicht zu Ungunsten Apples.