Achtung! Alle Arbeiten auf eigene Gefahr!
Nachdem wir uns bereits eingehend mit den verschiedenen Referenzkühlern beschäftigt haben und dabei feststellen mussten, dass eine Lautstärke, die unseren Ohren genehm ist, nur durch inakzeptable 3D-Temperaturen ermöglicht wird, wenden wir uns dem Zubehörmarkt zu. Die HD3800 wie auch die 8800GT verfügen über die identischen Bohrungen rund um die GPU wie ihre jeweiligen Vorgänger Radeon X19x0 und Geforce 79x0. Daher haben wir uns einige kompatible Kühler ausgewählt und diese auf der HD3870 und 8800GT montiert. Als Wärmeleitpaste kam wie in allen Tests Arctic Silver 5 zum Einsatz, den Speicher und die Spannungswandler der 8800GT hielten Heat Sink Kühler von Zalman auf Temperatur, bei der HD3870 nutzten wir die vorhandenen Kühler. Um die Karten zum Kochen zu bringen, kam die bei 4) bereits genannte Methode zum Einsatz, die Raumtemperatur schwankte während der Tests zwischen mit 21.3°C bis 21.7°C in vernachlässigbaren Regionen.
Verwendete Kühler und Lüfter:
- stock (auto)
- Artic Cooling Accelero S1 aktiv (2x Scythe Kaze Jyu 100mm @ 5 Volt bzw. 571rpm)
- Artic Cooling Accelero passiv
- Arctic Cooling nV Silencer 5 (@ 6 Volt)
- nV Silencer 5 Rev.3
- Thermalright HR-03 (Scythe S-Flex SFF21F @ 5 Volt bzw. 534rpm)
- ZalmanVF-900Cu (@ 5 Volt bzw. 1437rpm)
Der Accelero S1 in der passiven Version ist natürlich unhörbar. In der aktiven Version bestückten wir den Schweizer mit gleich zwei Kaze Jyu, der HR-03 wurde einem S-Flex ventiliert. Alle drei Scythe Lüfter sind absolut frei von störenden Nebengeräuschen wie klackern, schleifen oder brummen. Bereits außerhalb des Gehäuses sind sie aus 10cm Entfernung praktisch lautlos, mit Gummisteckern entkoppelt auf den Kühlern und verbaut im gedämmten Antec P180 Gehäuse ohnehin. Der Klassiker von Zalman dagegen ist auch bei 5 Volt noch leicht hörbar, schlicht aufgrund der Drehzahl des nur 15mm dicken und leicht schnarrenden 0.14 A Lüfters. Unser Exemplar scheint zwar eines der wenigen zu sein, welches keine Schleifgeräusche verursacht - für Freunde der Unhörbarkeit trotzdem nur bedingt zu empfehlen. Der Oldie aus der Silencer Serie passt zwar an den 4-Pin Anschluss der der 8800GT, drehte aber immer mit voller Drehzahl. Auch per Adapter funktionierte die Lüftersteuerung nicht, so dass wir den nV Silencer 5 schließlich mit der Zalman MFC1 auf 6 Volt gedrosselt haben.
Wieder einmal bestätigt es sich - der Accelero S1 ist schlicht der beste Luftkühler am Markt, egal ob aktiv oder passiv. Die 8800GT verfügt offensichtlich über die kühlste GPU, während die HD3870 ihre hitzigen R600 Gene nicht verbergen kann. Aktiv belüftet drückt der S1 die Lasttemperatur des G92 unter den idle-Wert der Referenzkühlung, im passiven Betrieb senkt er die Lasttemperatur satte 20°C. Kaum weniger beeindruckend fallen die Resultate bei der HD3870 aus. Aktiv erzielte 63°C sind ein sehr guter Wert, passiv gekühlt zeigt sich der RV670 als ungemütlicher Kandidat und so unterbietet der S1 die Referenzkühlung nur knapp.
Thermalrights Edelkühler ist zwar optisch dem S1 meilenweit voraus, dafür benötigt er mehr Platz, ist teurer und schwerer. Auch die Kühlleistung lässt im direkten Vergleich zu wünschen übrig, selbst passiv ist der S1 load auf der 8800GT nur 10°C wärmer als der aktive HR-03, zusammen mit den zwei Kaze Jyu deklassiert der S1 den Thermalright. Auf der hitzigen Radeon verringert sich der Abstand allerdings deutlich. Beide GPUs werden gut gekühlt, Besitzer eines High Risers können diesen somit problemlos weiter verwenden.
Der Zalman hat mittlerweile Kultstatus erreicht, doch auch an der Legende nagt der Zahn der Zeit. Zwar erreicht er annähernd die Werte des HR-03, bedenkt man jedoch die Geräuschkulisse des Koreaners, so wird klar, dass der VF-900 angesichts der Konkurrenz zum Altmetall gehört.
Der nV Silencer passt, wie der Name schon andeutet, nur auf die 8800GT. Die HD3870 verfügt über eine abweichende Anordnung der Speicherchips, zudem ist er Silencer schlicht zu lang und kollidiert mit der Slotblende. Die kompatible Geforce kühlt der vermeintliche Rentner überraschend gut, mit 73°C liegt er knapp vor dem passiven S1.
Interessant verhielten sich die Referenzkühlungen nach dem eigentlichen Test. Bei der Remontage verwendeten wir ebenfalls Arctic Silver 5. Anschließend schickten wir die Karten noch einmal auf den Teststand. Die sorgfältig angewendete Paste resultierte bei der HD3870 in einer Verringerung der Lasttemperatur von 7°C, bei der 8800GT sprangen 5°C heraus. Zusätzlich stieg die Drehzahl bei beiden nun nicht mehr über 50%. Offensichtlich isolierte die verschwenderische Nutzung des originalen Kontaktmittels die GPUs.