Wie handhabt ihr KI/LLMs mit euren (5-9hährigen) Kindern ?

lazsniper schrieb:
hatte mit 10 damals 1995 rum selbst meinen ersten eigenen pc, natürlich mit völlig unwissenden eltern
Einen PC mit Fähigkeiten die heute von Buchstäblich jedem technischem Gerät in den Schatten gestellt werden.

Viel wichtiger aber, mit Zugang zu Medien, die im Supermarkt/Eliktrohandel auf Datenträgern gekauft. Keinen Zugang zu Medien die einfach über das Internet verfügbar sind.

Eine Lokale KI, die auf einem eigenen Datensatz trainiert auf einem PI läuft ist hier nicht das Thema, sondern die Verfügbarkeit von bereitgestellten Systemen die auf das ganze Ausmaß menschlicher Historie, Handlung und Fantasie zugriff hat. Und zumindest Aktuell eher Fragwürdig ist welche FIlter-Mechanismen zur verfügung stehen um Eltern Kontrolle zu geben was damit gemacht werden kann.

Wenn du damals in jedem Grafikprogramm theoretisch pixel für pixel Porno-Bilchen zusammenklicken konntest ist das meilenweit davon entfernt was heute rauskommt, wenn Annalena die KI Fragen und Folgefragen über den Penis stellt.
Und selbst harmlosere Dinge wie Fragen über den Osterhasen oder den Weihnachtsmann können für die Eltern unerwünschte Ergebnisse haben.

Wobei das nur die Albernen Stereotypen sind. Die echten Probleme entstehen wenn gefragt wird "Was meine der Trainer, als ich Ihm an Telefon sagen hörte, dass er keine Juden und Zigeuner im Team haben will."
Ode was sind "Kanaken".
 
Krik schrieb:
Das abstrakte und hypothetische Denken entwickelt sich erst mit ca. 11+ Jahren. Das bedeutet, sie erlangen erst dann langsam die Fähigkeit, über Sachen nachzudenken, die sie nicht vor sich sehen können oder direkt von jemand hören
Das macht es gerade noch wichtiger, mit ihnen schon vor dem Alter die Themen zumindest mal anzusprechen. Eben weil sie von selbst nicht unbedingt darauf kommen würden. Es muss ja keine philosophische Dissertation über das Für und Wider von KI sein, sondern einfach so, wie man ihnen beibringt, nicht alles im Fernsehen zu glauben und vorsichtig mit Werkzeug zu sein. Auf die Gefahr hin mir einen Strohmann zu bauen: Niemand würde Kinder vom Basteln abhalten, nur weil Scheren gefährlich sind und sich noch nicht unbedingt die Folgen einer infizierten Wunde selbst herleiten könnten. Das brauchen sie ja auch noch gar nicht alles im Einzelnen zu verstehen.
 
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bart1983 schrieb:
Auf jedem Smartphone sind verlinkte LLMs als Standard hinterlegt.
Du fragst aber bzgl Kinder im Alter von 5-9. Und die sollten überhaupt kein eigenes Smartphone haben.
Und das von den Eltern natürlich auch nicht unbeaufsichtigt benutzen.
Sobald ein Kind ein Smartphone hat, sollte es altersgerecht eingerichtet sein, wobei das sicherlich oft ein Problem darstellt.

Zumal man ja auch wissen muss wie man die KI aufrufen kann und sofern es keine Sprachaktivierung gibt dann auch erstmal Lesen und Schreiben können muss.

Ich denke bei 5-9 sollten Kinder alleine gar nicht mit KI in Kontakt kommen. Als Eltern kann man natürlich mit den Kindern darüber sprechen, wenn die Kinder auf das Thema aufmerksam werden. Wie hier ja einige bereits angemerkt haben dann kritisch damit auseinandersetzen.
 
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Keylan schrieb:
Wenn du damals in jedem Grafikprogramm theoretisch pixel für pixel Porno-Bilchen zusammenklicken konntest i
ich hatte damals auch internetzugang, erst mit 56k modem, dann isdn ;) und das musste ich einrichten und zum laufen kriegen, meinen eltern war das wurscht ;) aber das war noch das zeitalter der kostenlosen AOL cd´s ;) du hast schon recht mit dem umfang, und was heutzutage möglich ist. das darf man aber nicht nur schwarz/weiss sehen - und auch nicht nur als "böse".
 
lazsniper schrieb:
das darf man aber nicht nur schwarz/weiss sehen - und auch nicht nur als "böse".
Das ist keine Frage von Gut und Böse, sondern davon inwiefern man kontrollieren muss welchen Zugang zu Informationen ein 7 Jähriges Kind hat, das Nachts nicht schlafen kann, weil es jetzt Angst hat, das Nachts jemand Einbricht, weil es ducht einen Vorfall bei Omas Nachtbarn das erste mal davon gehört hat, dass es Menschen gibt die bei anderen Ins Haus einberechen um böse Dinge zu tun.

Auch ohne Technik und Internet war es schon immer wichtig Heranwachsenden Informationen entsprechend ihrer Reife zugänglich zu machen und sicher zu stellen, das die eingeordnet und verarbeitet werden können. Internet und KI sind da nur Problematisch, weil es Scheunentore sind, die wenig Kontrolle geben.
 
lazsniper schrieb:
du hast schon recht mit dem umfang, und was heutzutage möglich ist
Wer brauchte Dial-up Internet als es noch diesen endlos versauten Pearl Katalog gab? :D Die Themen sind doch alle nicht neu, nur haben sie sich in Form von KI anders verpackt und einzelne Aspekte kommen halt dazu.

Man musste Kindern schon immer beim Kennenlernen der Welt begleiten, ihnen helfen, ihre Erlebnisse einzuordnen und befähigen, selbstständig gute Entscheidungen treffen zu können. Auf viel mehr kann man auch gar nicht hoffen, wenn man sie nicht krampfhaft von der Welt abschirmen und/oder sie irgendwann völlig unbeholfen der Welt ausliefern will.
 
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@Looniversity dazu gibts eigentlich nix weiter zu sagen, völlig richtig :)
 
lazsniper schrieb:
kinder früh an technik ranführen ist mmn. nichts schlechtes - vllt. wird ja der nächste außergewöhnliche llm-genius daraus? man weiß nie.
Doch, das weiß man jetzt schon. LLMs "bedienen" kann jetzt schon jeder Dummy und das wird in Zukunft sicher nicht schwerer werden. Die Phase wo man dachte, es braucht besonders geschickte "prompt engineers" ist schon lange wieder vorbei.
Zur Entwicklung/Training von LLMs lernst du bei der Bedienung gar nichts, noch viel weniger als 5 bis 9-jähriges Kind. Selbst wenn du das deinem Kind beibringen wolltest (vermutlich ziemlich sinnlos, wer weiß schon wie man das in 10-15 Jahren macht, wenn es erwachsen ist), wirst du zu Hause schnell an deine Grenzen stoßen, das können ja jetzt schon nur noch Mega-Konzerne mit Rechenzentren und sehr spezialisierten Fachleuten. Das ist auch der Unterschied zu klassisch programmieren/am PC basteln, was zu Hause durchaus realistisch ist, wenn man es kindgerecht angeht und selbst Ahnung hat.

Ich persönlich würde auch im Alter von 5-9 Jahren noch versuchen auf LLM (und so lange möglich auf Smartphonenutzung allgemein) zu verzichten. Ich habe noch nicht viel von abgesicherten kindgerechten lokalen LLM gehört - es besteht aber zumindest das Risiko das die Absicherung doch nicht gelingt, und zum anderen werden die Informationen mit abgespeckter KI und ohne Internetzugriff auch noch häufiger falsch sein.
Man muss bei dem Entwicklungsstand realistisch sein, dass Verifizierung von Quellen (woran selbst Erwachsende oft genug scheitern bzw. zu faul dazu sind) nicht wirklich zuverlässig gelingen kann. Und die Abhängigkeit von der vermeintlich allwissenden Schummelmaschine sollte lieber auch nicht zu früh kommen. Ich denke in dem Alter gibt es noch genug harmlosere Dinge an denen ein Kind Spaß haben kann, und zum Lernen wie die Welt funktioniert gibt es z.B. auch tolle Bücher, Sendungen etc.
Einem Kind beizubringen, dass es nicht alles sofort haben kann oder muss was andere haben ist vermutlich sinnvoll, sonst wird es direkt ein "race to the bottom" wo die verantwortungslosesten Eltern den Standard setzen. Und eine gewisse Frustrationstoleranz wird es in der Welt auf die wir zusteuern ohnehin brauchen, (außer ihr seid Multimilliardäre).

Irgendwann kommt die Pubertät, und da kann es dann sein, dass das Kind sich eben fast nur noch an den Peers orientiert oder gar gezielt das Gegenteil des Elternwillens macht - aber mit 5 ist man da hoffentlich noch etwas davon entfernt.
 
Ich war das erste mal am Sega Megadrive mit 3. Am Computer auch mit 3 oder 4. Meinen ersten eigenen PC hatte ich mit 9. Mein erstes Handy hatte ich mit 10 oder 11. Den überwiegenden Teil der Zeit habe ich jedoch draußen verbracht.

Und... ich lebe noch.

Es geht also nicht darum, Kindern prinzipiell den Zugang zu verbieten, wie man das wieder in einigen Kommentaren lesen konnte. Es sollte eher darum gehen, die Dinge kontrolliert zu halten - da Kinder, vor allem kleine Kinder sich selbst und ihren Konsum schlecht regulieren können. Zudem können Kinder sehr schnell reizüberflutet werden, was es unbedingt zu vermeiden gilt, da Schlafstörungen und psychische Probleme die Folge sind.

Leider können die ganzen Geräte heutzutage viel mehr als damals, entsprechend viel schneller setzt diese Reizüberflutung und schlichtweg die Überforderung der Kinder ein.

Man sollte Kinder also grundsätzlich nicht in einem bestimmten Alter an solche Dinge ranführen, sondern wenn sie geistig weit genug entwickelt sind, um zu verstehen was da überhaupt passiert. Bei dem einen Kind ist das früher, bei anderen später, also man kann es nie pauschal sagen mit 3 dürfen sie dies, mit 5 dürfen sie das, und mit 7 dürfen sie dann jenes... etc...

Was ich jedoch grundsätzlich nicht machen würde ist, Kinder überhaupt eigenmächtig an irgendetwas heranzuführen, so nach dem Motto "hier, ich möchte dir etwas (ChatGPT/Alexa/Smartphone/PC etc.) zeigen", sondern erst dann, wenn das Kind sich eigenständig dafür interessiert. Weil ersteres ist definitiv absolut kontraproduktiv. In den meisten Fällen interessieren sich Kinder eben auch für Dinge, welche die Eltern oft machen, oft benutzen etc. - also wenn man als Erwachsener nicht möchte, dass Kinder viel am Handy, Tablet etc. daddeln, dann sollte man vielleicht als erstes selbst mal die Finger davon lassen - dann interessiert es das Kind auch nicht so sehr. Und genau das kann man gerade im frühen Kindesalter noch als Technik dazu verwenden, um Kindern das Interesse an Smartphone und Co. wieder weitestgehend abzugewöhnen, sofern man als Elternteil das Interesse hat dies zu tun.

Einem Kind von 7 oder 8 Jahren ein eigenes Smartphone in die Hand zu drücken, halte ich jedoch für absolut unverantwortlich. Das Notfallargument zählt halt auch einfach gar nicht. Es gibt auch schlichte Mobiltelefone für Kinder, die nicht viel mehr Funktionen außer Telefonie/SMS haben (ähnlich Seniorentelefon). Je nach Alter, geistiger Reife und den Umständen (z.B. langer/umständlicher Schulweg, familiäre Situation o.ä.) kann ich das noch gerade nachvollziehen, aber ein Smartphone zum daddeln, Videos und Fotos machen, Zugriff zu sozialen Netzwerken etc. braucht nun wirklich kein Kind.

Nur, was soll ich noch sagen? Im Grunde genommen ist es zwecklos hier anderen etwas vorzuschlagen. Jeder muss selbst wissen was er seinen Kindern antut, und dann aber auch mit den Konsequenzen leben. Ich kann es nur jedem empfehlen sein eigenes Verhalten zu reflektieren, bevor man sich über den Medienkonsum seiner Kinder ärgert, und entsprechend den Süchten (Social Media, Playstation, Fernsehen etc.) machtlos gegenübersteht. Ja, also um das nochmal anders zu sagen: das soziale Umfeld eines Kindes ist oftmals kongruent zu dem Verhalten des Kindes und umgekehrt. Will man also eines nicht, sollte man sich bemühen an der Stellschraube des sozialen Umfelds (und des eigenen Verhaltens) zu drehen.
 
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bart1983 schrieb:
dachte halt mit einer "kindgerechten KI" (die auch mal Widerworte gibt & Probleme wirklich aufzeigt) kann man die Kinder langsam daran gewöhnen. Aber das ist wohl eher ein Wunschdenken von meiner Seite gewesen.
Welche Sorgen muss man haben, dass man auf solche Ideen kommt?
 
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Vollen Zugriff auf ein unzensiertes LLM, aber ich sehe, was sie suchen, und bis jetzt, so wie ich sie erzogen habe, verantwortungsbewusst.
 
Wir haben mal Elefantenbilder zusammen gemacht, meine Tochter und ich (5 und 45). Haben beide gelacht. Sie hört jeden morgen ihr Aufwachlied (aus ner KI, Text von mir), auch nett. Aber das war's auch, ehrlich gesagt, was KI ihr grad bieten könnte. Ach ja, Dino Ausmalbilder! Die sind auch super angekommen.
 
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Mein Sohnemann (5) findet es lustig wenn ich KI-unterstützte Foto-Retuschen mache. Und die unsäglichen KI-Slop-Youtube-Kindervideos, wo die Aufmerksamkeitsspanne leidet, unterbinde ich ihm. Er nutzt Alexa für seine Kinderlieder (seltenst!) und die Hälfte seiner Spracheingaben versteht das Ding eh nicht.

Der soll mal schön die Hand-Augen-Koordination mit seinem Xbox Controller weitertrainieren auf unseren Retrogaming Abenden 😉

Scherz beiseite, aber was sind das für Gedanken? Mein 5 Jähriger schläft noch mit Windeln. Wenn ihn was IT-mässig lockt, dann bin ich kindgerecht sofort dabei. Aber das ganze IT-Thema ist nur ein Nebenschauplatz in der Spielewelt meines Sohnes. Die Dosis macht das Gift!
 
Aduasen schrieb:
Ich wäre ja dafür...
...den Unterricht ab der 1. Klasse, pädagogisch angemessen, so zu gestalten dass den Kindern von Anfang an der Umgang mit Medien aller art beigebracht wird. Es geht nicht um Computerkenntnisse sondern um eine grundsätzlich kritische Einstellung den Medien gegenüber.

Schon klar das hunderte Lobbyorganisationen dagegen sturm laufen würden. Schafe kann man halt leichter Beeinflussen und Kontrollieren aber genau darum geht es ja. Die Medien von der gebildeten Allgemeinheit zu kontrollieren und nicht umgekehrt(also so wie es derzeit der Fall ist).

Solange das aber nicht gegeben ist, müssen eben die Eltern das übernehmen. Wenn sie es nicht können, dann ist das leider so und eine weitere Generation von Medienzombies wächst heran.
 
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Meine Kinder haben da bisher null Interesse dran. Das höchste der Gefühle, ist, dass sie was am iPad gucken. Finde immer schon befremdlich, dass viele Freunde in dem Alter schon eigene Pads, Alexas usw. im Kinderzimmer haben. Die meisten Erwachsenen verstehen LLMs schon nicht richtig, da würde ich Kinder noch gar nicht ranführen.
 
Die Frage finde ich schon mal gut und berechtigt.
Ein Komplettverbot wird vermutlich keinen Sinn machen, ein langsames heranführen an die, und aufklären über die Technik, würde Sinn machen.
KI ist halt gekommen um zu bleiben und wird vermutlich beim Erwachsenwerden dieser Generation eine große Rolle spielen, also besser früh einen Verantwortungsvollen umgang damit lehren, als die Sache zu verstecken.

Ich hab mir auch mit 9 meinen ersten GameBoy gekauft und lebe noch.
Allerdings wurde mir gleich die Verantwortung aufgetragen, selbstständig Geld dafür zusammenzusammeln, zum Beispiel durch den Verkauf anderer Spielzeuge die ich nicht mehr verwendet habe.
So war auch ein Lerneffekt dabei.
 
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