Ich war das erste mal am Sega Megadrive mit 3. Am Computer auch mit 3 oder 4. Meinen ersten eigenen PC hatte ich mit 9. Mein erstes Handy hatte ich mit 10 oder 11. Den überwiegenden Teil der Zeit habe ich jedoch draußen verbracht.
Und... ich lebe noch.
Es geht also nicht darum, Kindern prinzipiell den Zugang zu verbieten, wie man das wieder in einigen Kommentaren lesen konnte. Es sollte eher darum gehen, die Dinge kontrolliert zu halten - da Kinder, vor allem kleine Kinder sich selbst und ihren Konsum schlecht regulieren können. Zudem können Kinder sehr schnell reizüberflutet werden, was es unbedingt zu vermeiden gilt, da Schlafstörungen und psychische Probleme die Folge sind.
Leider können die ganzen Geräte heutzutage viel mehr als damals, entsprechend viel schneller setzt diese Reizüberflutung und schlichtweg die Überforderung der Kinder ein.
Man sollte Kinder also grundsätzlich nicht in einem bestimmten Alter an solche Dinge ranführen, sondern wenn sie geistig weit genug entwickelt sind, um zu verstehen was da überhaupt passiert. Bei dem einen Kind ist das früher, bei anderen später, also man kann es nie pauschal sagen mit 3 dürfen sie dies, mit 5 dürfen sie das, und mit 7 dürfen sie dann jenes... etc...
Was ich jedoch grundsätzlich nicht machen würde ist, Kinder überhaupt eigenmächtig an irgendetwas heranzuführen, so nach dem Motto "hier, ich möchte dir etwas (ChatGPT/Alexa/Smartphone/PC etc.) zeigen", sondern erst dann, wenn das Kind sich eigenständig dafür interessiert. Weil ersteres ist definitiv absolut kontraproduktiv. In den meisten Fällen interessieren sich Kinder eben auch für Dinge, welche die Eltern oft machen, oft benutzen etc. - also wenn man als Erwachsener nicht möchte, dass Kinder viel am Handy, Tablet etc. daddeln, dann sollte man vielleicht als erstes selbst mal die Finger davon lassen - dann interessiert es das Kind auch nicht so sehr. Und genau das kann man gerade im frühen Kindesalter noch als Technik dazu verwenden, um Kindern das Interesse an Smartphone und Co. wieder weitestgehend abzugewöhnen, sofern man als Elternteil das Interesse hat dies zu tun.
Einem Kind von 7 oder 8 Jahren ein eigenes Smartphone in die Hand zu drücken, halte ich jedoch für absolut unverantwortlich. Das Notfallargument zählt halt auch einfach gar nicht. Es gibt auch schlichte Mobiltelefone für Kinder, die nicht viel mehr Funktionen außer Telefonie/SMS haben (ähnlich Seniorentelefon). Je nach Alter, geistiger Reife und den Umständen (z.B. langer/umständlicher Schulweg, familiäre Situation o.ä.) kann ich das noch gerade nachvollziehen, aber ein Smartphone zum daddeln, Videos und Fotos machen, Zugriff zu sozialen Netzwerken etc. braucht nun wirklich kein Kind.
Nur, was soll ich noch sagen? Im Grunde genommen ist es zwecklos hier anderen etwas vorzuschlagen. Jeder muss selbst wissen was er seinen Kindern antut, und dann aber auch mit den Konsequenzen leben. Ich kann es nur jedem empfehlen sein eigenes Verhalten zu reflektieren, bevor man sich über den Medienkonsum seiner Kinder ärgert, und entsprechend den Süchten (Social Media, Playstation, Fernsehen etc.) machtlos gegenübersteht. Ja, also um das nochmal anders zu sagen: das soziale Umfeld eines Kindes ist oftmals kongruent zu dem Verhalten des Kindes und umgekehrt. Will man also eines nicht, sollte man sich bemühen an der Stellschraube des sozialen Umfelds (und des eigenen Verhaltens) zu drehen.