Wie motiviert man ein Kind, falsche Schullehrinhalte zu "lernen"?

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andiac

Gast
Hallo allerseits!

Eine Freundin von mir bekommt bald ihr erstes Kind. Und da stellen sich natürlich so allerlei Fragen. In ein paar Jahren wird es ja staatlicherseits gezwungen, am Schulunterricht teilzunehmen.
Da ja mittlerweile den meisten bekannt sein dürfte, dass z.B. und vor allem in den Fächern Politik und Geschichte Dinge vermittelt werden, die absolut nicht der Wahrhheit entsprechen (siehe z.B. hier: http://ubenuah.wordpress.com/2013/05/25/muss-die-geschichte-der-menschheit-neu-geschrieben-werden/), müssten sich die meistens von euch/uns ab einem gewissen Alter doch mal die Frage gestellt haben, wie man (s)ein Kind motiviert, diesen Unterricht zu besuchen und möglichst noch eine "gute" Note zu erreichen.
Ich stehe da vor einem absoluten Problem. Wenn ich nämlich an meine eigene Schulzeit zurückdenke, sehe ich, wie ich selbst damit umgegangen bin: Ich hab die Mitarbeit nämlich strikt verweigert und mich bei vielen Lehrern unbeliebt gemacht, durch unbequeme Aussagen, Fragen und Meinungen.
So wüsste ich zurzeit nicht, was ich meiner Freundin da raten sollte, sollte die Frage mal aktuell werden.
Vielleicht hat der ein oder andere ja schon ein schulpflichtiges Kind und hat ne passende Lösung für das Problem gefunden?
Ich kann nur sagen: Ich würde mich auch heute noch weigern, solche LEER-Inhalte auswendig zu "lernen".
 
Es gibt kein Richtig oder Falsch, oder irgend eine korrekte Wahrheit.

Bsp:
Natürlich wissen wir alle, dass die Erde mal flach war - zumindest glaubten die Menschen dies eine lange Zeit - heute wissen wir es besser. Jedoch gibt es auch beim aktuellen Stand der Wissenschaft sicher immer noch sehr viele Punkte, die bestimmt in 100 Jahren ... völlig anders betrachtet werden.

Die Wahrheit ist also immer eine Interpretation auf Basis der aktuellen (technischen etc.) Möglichkeiten. Deshalb würde ich die Kindererziehung nicht ändern. Schließlich lernen die Kinder am Beispiel "Die Erde ist flach" sehr gut, kritisch mit Wissen umzugehen.
 
@ killy

Ok. Danke soweit!
Ich würde mir allerdings da vorkommen, wie in einer Märchenstunde. Ich mein, wir reden ja nicht von Dingen, die man evtl. in 100 Jahren mal rausbekommen könnte. Man weiß vieles ja jetzt schon oder gar schon seit vielen Jahren. Dennoch wird es in der Schule anders dargestellt/wiedergegeben. Und, nuja. Ein richtig/falsch gibt es ja gerade in dem von mir genannten Beispiel sehr wohl. Das ist es ja gerade. Ich könnte da garnicht zuhören und würde automatisch bald auf Durchzug schalten. Ist "leider "so. Wäre schön, man könnte seine kritische Sicht der Dinge mündlich wie schriftlich in der Schule irgendwie wiedergeben und äußern. Ich hab leider die Erfahrung gemacht (auf einem Gymnasium!), dass das zumindest zu meiner Schulzeit nicht gefragt bzw. erwünscht war. Man musste dem Lehrer quasi nach dem Mund reden und schreiben.
 
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Man lernt "X war so und Y war so und hat Z gemacht" auswendig - schreibt das in der Klausur hin - heimst 15P ein und fertig.
Ist(war) mir doch egal, ob das gegen meine Ansichten verstößt oder nicht.

Wenn man weiss wie der Lehrer tickt, ist es ja umso leichter viele Punkte in den Klausuren zu bekommen. Gerade in Deutsch bei Analysen/Interpretationen und Dergleichen.
"Chilliger" kommste nicht an ein guten Abschluss.
 
also das argument mit den winkeln ist ein bisschen schwach.
hast du schonmal kristalle gesehen.. haben auch ziemlich definierte kanten und oberflächen (nicht von menschenhand gemacht).
das ist schon ganz gut möglich dass dieses monument natürlich entstanden ist.
schau dir mal diese bilder an (link unten). das hat auch keiner gebaut obwohl es ziemlich regelmäßig ist.

sorry dass ich mich nur auf den link beziehe und nicht auf deine eigentliche frage






https://www.google.at/search?q=Giant%E2%80%99s+Causeway&um=1&ie=UTF-8&hl=de&tbm=isch&source=og&sa=N&tab=wi&ei=yfugUY-iJqKN4ASX14GYDA&biw=1304&bih=683&sei=y_ugUbmbDsj-4QTNv4DQBg#imgrc=_
 
@ Philp

Diesen "Giant`s Causeway" hab ich selbst schon live vor Ort gesehen. Das ist zwar ungewöhnlich, aber dennoch was ganz anderes als dieses Yonugami-Monument.


@ SaarL

Ok. Ist aber nicht mein Ding. Würde ich meinem Kind auch nicht zu raten. Ich will irgendwie nen Weg finden, auf dem man sich selbst nicht "verraten" muss, bei der Wahrheit bleiben und "dennoch" eine gute Note erreichen kann.

btw.: Mir wird gerade bewusst, wie krass ich das finde, dass man sich in dieser Gesellschaft offensichtlich so stark verbiegen muss, um klar zu kommen...
 
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Ich kann dich beruhigen, dieses Yonaguni-Monument ist kein Schulstoff (gut, kommt auf's Bundesland drauf an, hier jedenfalls nicht).

Ich glaube in der Oberstufe wird jeder selbst die nötige Motivation aufbringen müssen und vorher sind die Noten letzendlich auch nicht wirklich ausschlaggebend.
Und SaarL hat schon recht, man muss ja selbst nicht hinter dem stehen, was man in der Klausur schreibt, man kann das auch ohne Probleme als Meinung anderer kennzeichnen.

Klar gibt es immer wieder mal auch schwierige Lehrer, aber mit solchen Menschen zurechtzukommen muss man auch lernen. Das ist dann die Meta-Ebene der schulischen Bildung. Hat doch was, auch wenn's nicht im Bildungsplan steht.
 
Also da steht, das soll 10-14000 Jahre alt sein.
seit etwa 11.625 Jahren
sagt Wikipedia, ist die letzte Eiszeit her. Und nun?
Der Wechsel zwischen der Kalt- und der Warmzeit wird auf 11.000 Jahre vor heute datiert.
Wo überschneidet das sich nun mit der heutigen Wissenschaft? Ich glaube gar nicht. Eines ist aber sicher:
"Wissenschaft ist kein Glaube". Wissenschaft beschäftigt sich damit, wie man heute versucht etwas zu erklären. Je genauer die Erklärung, desto genauer nähert man sich der Realität an. Auf 100% kommt man fast nie.

45 000 Jahre lebt der Homo Sapiens in etwa
Selbst wenn eine Eiszeit herrschte, wie viel Eis dann zu der Zeit dort war, bisher wissen wir es nicht, daher sind uns einfach nicht alle Fakten bekannt.

Was er da also als: "Für mich sind das Pyramiden" bezeichnet, ist für mich jetzt nicht wirklich was beeindruckendes. Selbst wenn dem so wäre stellt sich die Frage: Ja und? Vieles und sehr vieles von dem, was wir lernen ist nach genauerer Definition einfach Blödsinn, oder eben, zur Veranschaulichung, kleiner gehalten, simpler, einfacher eben. Kennen wir doch alle: Wir lernen in der Schule nen Regenbogen zu malen und als Kinder stellen wir uns den vor. Wenn wir gesagt bekämen was einer IST, dadurch verliert er ja nicht seine Schönheit. Aber die Erklärung von uns mit dem "Spiegelndem Wasser welches das Sonnenlicht reflektiert" ist eben auch sehr vage. So funktioniert Wissenschaft, vage. Daher ist ansich nichts von dem was wir lernen wirklich von Bestand, jegliches kann sich von einem Tag auf den anderen ändern. Ist es deswegen falsch? Nein, es ist ungenau.

@Bookstar
Es ist auch eine wichtige Eigenschaft, Dinge gegen seine eigene Meinung/Verstand zu akzeptieren und hinzunehmen. Kinder sollte das lernen
Naja, ich würde meinen Kindern eher beibringen selber nachzudenken und eine Meineung zu bilden, als blind jedem hinterherzulaufen der ne Fahne trägt.... Sonst bist du nichts anderes als der Sklave von Anderen.
 
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mich würde mal ein konkretes Beispiel interessieren was deiner Meinung ja in der Schule "anders dargestellt/wiedergegeben" wird, obwohl man "vieles ja jetzt schon oder gar schon seit vielen Jahren weiß". Und bitte kein Reliunterricht oder Sachen wie F=m*a bringen (über das eine kann man sicher streiten und das andere ist einfach Schulniveau)
 
andiac

Am Beispiel "Die Erde ist Flach" - ist doch schon geklärt, dass Wissen zum Teil nur den Kenntnisstand dieser Zeit widerspiegelt. Verbiegen musst du dich nicht. Nur weil die Lehrer nicht immer mit dir diskutieren wollten, heißt dass nicht das ihr vermitteltes Wissen falsch ist.

Beispiele welche offentsichtlich falsch vermittelt werden würden mich aber auch interessieren.
 
andiac schrieb:
In ein paar Jahren wird es ja staatlicherseits gezwungen, am Schulunterricht teilzunehmen.

die schulpflicht gibt es schon seit ~100 jahren, also wird da nichts "neu eingeführt"... des weiteren schlage ich dir vor, weniger propaganda bzw videos von selbsternannten "wissenschaftlern" zu gucken/zu konsumieren...

frage: welche gründe hätte die wissenschaft, die menschheitsgeschichte falsch darzustellen?
 
andiac schrieb:
...btw.: Mir wird gerade bewusst, wie krass ich das finde, dass man sich in dieser Gesellschaft offensichtlich so stark verbiegen muss, um klar zu kommen...

Nenn mal eine Gesellschaft wo man das nicht tun musste?

Und es ist kein verbiegen sondern Teilnahme an der Gesellschaft.

andiac schrieb:
.... In ein paar Jahren wird es ja staatlicherseits gezwungen, am Schulunterricht teilzunehmen....

... mehr als traurig der Kommentar.

andiac schrieb:
... Man musste dem Lehrer quasi nach dem Mund reden und schreiben.

Meine Lehrer auf dem Gymnasium haben uns immer zu kritischen Denken und Hinterfragen angeregt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
andiac schrieb:
...Eine Freundin von mir bekommt bald ihr erstes Kind. Und da stellen sich natürlich so allerlei Fragen. In ein paar Jahren wird es ja staatlicherseits gezwungen, am Schulunterricht teilzunehmen...

Bist Du der Vater? Wenn nicht, warum machst Du Dir dann Gedanken darüber welche Inhalte dem Kind eventuell vermittelt werden. Vielleicht überlässt Du es ja ganz einfach den Eltern, sich darüber Gedanken zu machen und zu entscheiden was als richtig oder falsch angesehen werden muss. Und: Kinder sind beileibe nicht so doof wie sie angesehen werden, die können selbst sehr differenziert entscheiden was sie glauben können und was nicht. Je weniger man versucht sie von der absoluten Richtigkeit der eigenen Ansichten zu überzeugen, desto objektiver können sie entscheiden.

Wenn Du schon solche Beispiele bringst wie das Video und die Aussagen oben, dann kann ich nur sagen - bitte misch Dich erst gar nicht ein in die Erziehungsbelange gegenüber diesem Kind. Denn es wird im Unterricht nicht annähernd so viel "gelogen" oder "falsch" dargestellt. Jedes Kind wird irgendwann von ganz allein anfangen gelerntes kritisch zu hinterfragen und auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, die wenigsten von ihnen werden dabei Verschwörungstheorien zum Opfer fallen.
 
Je später der Abend, desto schlechter gelaunt die noch Wachgebliebenen?
Mach dir mal keine Gedanken, dass ich mich in Dinge reinhänge, die mich nichts angehen. In meinem Freundeskreis ist das einfach so, dass wir uns gegenseitig Ratschläge geben und miteinander Problemlösungen suchen. Da kommt man einfach weiter, als wenn man nur alleine im eigenen Sumpf rumrührt.
Wenn du richtig gelesen hättest, hättest du auch erkannt, dass ich nicht nach Manipulationsratschlägen suche, sondern nach Motivationsansätzen etc. pp.
Also keine Angst! Wir kriegen das hin! ;)
 
andiac schrieb:
J...Wenn du richtig gelesen hättest, hättest du auch erkannt, dass ich nicht nach Manipulationsratschlägen suche, sondern nach Motivationsansätzen ...

Wir haben schon richtig gelesen. Während du anderen (Staat, Schule) Manipulation und Lüge unterstellst schreibst du dir selbst die edle Motivation auf die Fahne. Das ist die Tonart der Manipulation derer du dich bedienst, mit sanfter Zunge die eigenen Motive als korrekt darzustellen und dem Gegner der Lüge bezichtigen.

andiac schrieb:
... Wir kriegen das hin! ;)

Seid bereit, immer bereit! :D
 
Die absolut beste Motivationshilfe ist das Lernen ohne Zwang und Beeinflussung. Man muss nicht künstlich motivieren, schon gar nicht muss man sich Gedanken darüber machen, wie man ein ungeborenes Kind später mal motivieren könnte. Es ist etwas das uns zum Menschen macht - diese Neugierde und die Bereitschaft wissenswertes in uns aufzunehmen. Ausserdem sollte man erst einmal die Persönlichkeit kennen, um sich darüber Gedanken zu machen ob Motivation oder Beeinflussung "notwendig" ist.
 
Lieber TE, ohne dir zu nahe treten zu wollen... Glaubst du auch an Präastronautik? Ist dein Leben von Ley-Linien bestimmt? Kannst du "Himalaya"-Salz (das rote Klumpzeug aus Polen) am Geschmack erkennen?
Auch von mir kann nur der Tip kommen: Halt dich von dem Kind fern, auch/insbesondere, wenn es dein eigenes sein sollte. Misch dich nicht in die Erziehung ein.

In Deutschland haben wir immer noch etwas, dass als verwertbarer Schulunterricht anhand bewiesener Fakten durchgehen kann. Hier lernt ein Kind noch, wie das tatsächlich mit Bienen und Blüten ist. Viel schlimmer ist es da z.B. bei den Amis mit ihrem Kreationismus, dieser Pseudo-Wissenschaft.
Natürlich haben Lehrer/Lehrbücher nicht immer Recht. Ich hab mir über viele Jahre einen Spaß daraus gemacht, meine Lehrer insbesondere in Mathe zu korrigieren oder zu hinterfragen. Warum soll man die Quadratwurzel aus einer negativen Zahl denn nicht ziehen können? Nur weil einem das in der Mittelstufe erzählt wird? Sag das mal "i". Und warum sollte man um Stonehenge herum hecheln, wenn doch Tarxien nicht nur älter ist, sondern auch noch weitaus angenehmeres Klima bietet?
Das ändert aber nichts daran, dass die Lehrstoffe wertvoll waren. Sprachliche Fähigkeiten, Rechtschreibung, ein anständiges Verständnis der Mathematik, der Biologie, Physik, Astronomie sowie Geographie und -logie. Und dann ist da noch der soziale Aspekt. Privatschulen, in denen man nur lernt wie man seinen Namen tanzt und kleine Tempel aus Salzteig formt bieten keine Vorbereitung auf die harte Realität. Hier fehlt jeglicher Bezug zur sozialen Wirklichkeit. Öffentliche Schulen sind ein Schmelztiegel all dessen, was einem als Erwachsener tagtäglich über den Weg laufen wird.

Die einzigen Fächer, die man getrost hinterfragen kann, sind Ethik & Religion. Deren Zweck ist mehr als fragwürdig. Humanismus und menschliche Ethik bringen keine Kohle, darum hammas auch nicht nötig.
Sogar Gesellschaftskunde hat wertvolle Inhalte zu bieten: Grundlagen für ein gewisses Verständnis des deutschen Rechts.
 
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