Windows 10 und die vollständige Entmündigung des Benutzers - what to do?

Wer sagt eigentlich, dass die Einstellungen im Bereich Datenschutz überhaupt eine Auswirkung auf die Datenübertragung haben? Ich habe mal gelesen (keine Ahnung, ob das stimmt), dass trotz allem Abschaltens der Datenschutzoptionen noch (verschlüsselte) Daten an "Telemetrie"server gesendet werden. Was für Daten das genau sind, weiß keiner so genau.
Und das ist doch das Problem. Bei Windows wissen wir überhaupt nicht, was genau es im Hintergrund treibt, was es an Daten überträgt, welche Server es für "Telemetrie" kontaktiert. Wir müssten diesem Stück Betriebssystem vertrauen. Kann man das noch heutztage einfach so, wenn man ein wenig über die Hintergründe weiß? Ich kann es nicht (mehr).
Was für Alternativen gibt es noch, wenn man auf Windows wegen Anwendungsprogrammen und beruflichen Gründen angewiesen ist? Windows 7 und 8.1 bekommen (noch) offiziell Support bis 2020 bzw. 2023 - auch wenn ich mittlerweile befürchte, dass in nicht allzu entfernter Zukunft der Support wegen irgendwelcher Bullshit-Begründungen vorzeitig eingestellt wird.
Und was dann? Linux wählen? Hat Linux es dann aus der Nische heraus geschafft und geht auch auf die allgemeinen Anwender zu, die kein Informatik-Studium hinter sich haben? Keine Ahnung. Mac OS X ist zwar (für mich momentan) eine Option, aber leider auch eine teure und entmündigt wird man da auch nicht unwesentlich.

Zum Gruße, Köf3
 
askling schrieb:
Es geht auch gar nicht nur um Profilerstellung sondern um Entmündigung. Es lässt sich nicht alles abschalten. Nur mit massiven Workarounds Kontrolle über den Systemzustand. Es werden aktiv ungewollt Daten übertragen und rechte eingeräumt auch lokale Daten auszuwerten. Virenscanner die den URL-Verlauf übertragen habe ich nie genutzt (die meisten AVs tun das tatsächlich, so wie W10 jetzt auch per default).
Was heißt "Entmündigung"? Wenn du ein Produkt von Microsoft kaufst, warst du immer schon dessen Einschränkungen unterworfen. Wer ein bis ins Letzte konfigurierbares System möchte, greift zu Linux; ansonsten muss man mit dem leben, was Microsoft einem vorsetzt. (Das soll jetzt nicht bitter oder herablassend klingen -- so ist es nur eben mal.)

Da ich unbedingt ein Convertible wollte, Linux aber auf meinem Modell leider aufgrund einiger fehlender Treiber nicht richtig rund läuft, habe ich nach einigen Jahren dann doch wieder zu Windows gegriffen. Mit dem vorinstallierten Windows 8.1 bin ich nicht richtig warm geworden, aber Windows 10 gefällt mir nach einigen Wochen Benutzung doch ganz gut (vor allem, weil es sehr sparsam mit den begrenzten Ressourcen meines Rechners umgeht).
Das Thema Datensicherheit hat mich natürlich auch beschäftigt, bereitet mir aber keine schlaflosen Nächte. Ich habe kein Microsoft-Konto, benutze weder OneDrive noch Cortana oder den hauseigenen Browser (weiß den Namen gerade nicht) oder sonst ein Extra von Microsoft. Darüber hinaus habe ich alles, was sich an Datenrelevantem deaktivieren ließ, auch deaktiviert (inklusive des Stores, den ich ohnehin nicht verwende); anschließend habe ich mit DoNotSpy10 noch weitere Dinge deaktiviert, die man in den Einstellungen nicht findet. Übrig ist ein relativ nacktes System, mit dem ich meine Programme laufen lassen kann -- mehr soll das OS für mich auch nicht machen.

Was Windows nach diesen Maßnahmen letztlich im Hintergrund noch macht, das mir nicht behagen könnte, weiß ich nicht, aber damit muss und kann ich leben. Ein wenig Fatalismus und Urvertrauen gehört wohl immer zur Verwendung kommerzieller Software -- sonst bleibt schließlich nur der Verzicht.
Mein nächster Rechner wird jedenfalls wieder mit Blick auf Linux-Unterstützung gekauft. Man gewöhnt sich so schnell an vieles, das einem dann bei Windows fehlt oder unnötig umständlich erscheint, und wenn man es aus dieser Perspektive betrachtet, nehmen sich die unterschiedlichen Windows-Versionen auch nicht viel, sodass entsprechende Diskussionen (Windows 7 vs. Windows 8.1 vs. Windows 10 etc.) ziemlich müßig erscheinen...

Gruß Jens
 
JoeCool schrieb:
Hallo Askling,

mein Vorschlag:
Werde konkret und schreib welche Programme / Anwendungen du für die berufliche Nutzung
des PC verwenden must. Dann können erfahrene Linux User dir sagen ob und falls ja welche
brauchbaren Alternativen zu diesen Programmen im Linux Kosmos existieren.

Gruß, JoeCool

Genau das + eventuell der Lösungsvorschlag mit Linux und windows in der VM.

Nebenbei gibt es derzeit noch keinen einzigen Grund für ein Update auf Windows 10. Nichts setzt 10 voraus.

Und diejenigen die hier behaupten die negativen Schlagzeilen über 10 wären erlogen.. ähm ja, kleiner Tipp, raspberry pi nehmen mit wireshark und mit dem mal einige Wochen mitschneiden was der Windows 10 PC so alles rausposaunt.
 
warum sollte man windows 10 nicht nutzen? spätestens ab 2020 MUSS es benutzt werden, oder man steigt auf linux und co. um. wobei ich da sagen muß, daß wer immer an eure daten herankommen möchte, das auch wird können. im schlimmsten fall werden die daten vom backbone abgeschöpft. auf der anderen seite, das könnt ihr mir glauben, hat keiner interesse an euren emails und der pornosammlung. es sei denn, man hätte ein öffentliches amt intus und wäre politiker, oder so, was auf 90% der bevölkerung nicht zutreffen wird.

ab 2020 also windows 10 oder linux. tja, ich denke mir, ich bleibe bei windows 10. es ist ein modernes, schnelles und stabiles OS, was mir gut gefällt. daß es spioniert, nehme ich in kauf. mit o&o shutup10 habe ich win 10 weitestgehend zum schweigen gebracht - mal gucken, obs was bringt. was ich die ganze zeit sagen möchte ist, daß schnüffelbetriebssysteme die zukunft sind. wer das noch nicht erkannt hat, ist dumm. wer jetzt glaubt, mit linux wäre er sicher, sollte sich informieren, stichwort: systemd.

alles läuft darauf hinaus, daß wir ausspioniert werden. bei win 10 noch konfigurierbar, kann ich nicht sagen, wie lange das so ist und bleibt. kann auch sein, daß wir 2025 sowas NICHT mehr konfigurieren können. die leute, die jetzt win 7/8.x, statt 10, benutzen, spielen IMO auch nur auf zeit. auch die wird es erwischen. ist nur ne frage der zeit.
 
askling schrieb:
Als vernünftiger Mensch kann man Windows10 eigentlich nicht benutzten.
...
Aber auf den Ursprung der Frage zurück zu kehren. Was macht ihr? Klar ist nur W10 ist ein nogo. Auf Linux setzen geht einfach nicht da mir die Software fehlt die ich zum Arbeiten benötige
Ist es denn so schwer einfach dann die alte Windows Version weiter zu nutzen die im übrigen auch Daten weiterleitet?...

Des weiteren kann man Windows 10 auch einstellen^^
 
Zuletzt bearbeitet:
https://www.computerbase.de/forum/threads/windows-10-datenschutz.1497845/

Dort hatte ich schon mal ähnliche Beweggründe gehabt.

Ich habe kein Handy / FaceBook / Google-Account wegen des Datenschutzes (und bezahle auch nur Bar wo es geht).
Und dann kam Windows 10.

Da muss man überlegen was unsicherer ist. Ein 5 Jahre altes Windows 7 (was eh per Update die Schnüffelei nachrüsten will) oder Windows 10 mit den ganzen angewendeten Datenschutz Tools.?!
(Ich hoffe das Windows 10 meine D:\Partition ignoriert bei den ganzen "Auswertungsstandpunkten".)

Bei mir ist es iTunes was mich von Linux abhält. Das brauche ich für die iPad's (ohne LTE, nur die WLAN Version , wegen den Handy-Datenschutzdingen. z.B. DD-Handygate, ...

Fakt ist, ich nutze Windows 10.

Denn ich sende auch noch Briefe per Post (auch weil niemand mitlesen kann) und selbst da stehen Adresse und Empfänger irgendwo in einen Computer!

Also total entkommen ist unmöglich!
 
Niemand muss Win10 ab 2020 nutzen.
Und selbst wenn es so wäre, gibt es vermutlich 2020 gar kein Win10 mehr, wenn es bis dahin kaum einer benutzt. Siehe Win8.0, was schon so gut wie gestorben ist. R.I.P.

Windows braucht man, um Treiber für seine Hardware installieren zu können und die genutzte Software muss darauf laufen. Nur wenn eines der beiden Dinge ausschließlich unter Win10 funktionieren sollte, braucht man Win10.
So lange braucht niemand Win10, weder jetzt noch 2020.
Und Updates aus Sicherheitsgründen sind schon mal gar kein Grund. Hier gilt bei Infektionen imo wie bei allem anderen die Regel, dass bei 90% aller Probleme die Ursache vor dem Monitor sitzt. ;)
 
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