Windows Faxserver mit seriellem Modem an USB-Device-Server

websurferin83 schrieb:
Wie oft soll ich es noch sagen? Eine Cloud-Lösung, die nur wieder neue Abhängigkeiten schafft, kommt nicht in Frage.
Da wird die Luft dünn. Für Linux wäre so ein Stack etwas. Allerdings macht mich die Anzahl der eingesetzten Produkte und deren fällige Wartung direkt schwindelig. Für Windows: OfficeMaster mit Officemaster Gate. Reichlich vierstellige Kosten, funktioniert aber. Für Fax allein vermutlich Overkill.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: nutrix
Evil E-Lex schrieb:
Reichlich vierstellige Kosten, funktioniert aber. Für Fax allein vermutlich Overkill.
Na ja, wenn sie schon bei den paar hundert € mit den XCAPI Lizenzen rumjammert, wird das damit auch eher nichts.
 
@nutrix Ich weiß ja nicht, ob du aus deinem eigenen Budget jedes Jahr 500+ Euro für die XCAPI-Lizenzen ausgeben könntest bzw. wolltest.

Nach weiterer Recherche habe ich noch eine andere Lösung gefunden: HylaFAX
https://www.hylafax.org/

Die Software ist Open Source und spart damit schon einmal teure Lizenzkosten. Einen kleinen Linux-Server aufsetzen wäre jetzt auch nicht das Problem. So wie es aussieht gibt es fertige RPMs allerdings nur bis einschließlich RHEL/CentOS 7.x. Da müsste ich schauen, wie sich das ganze mit einem aktuellen AlmaLinux 9 oder 10 verhalten würde.

Und wenn ich es richtig sehe, gibt es für HylaFAX fertige Konfigurationen für die altbewährten U.S.-Robotics 56k Faxmodems. So eines habe ich noch in der Kiste liegen, wurde vor ca. 25 Jahren bei mir abgebaut und durch ISDN-Equipment ersetzt (welches dann vor ca. 10 Jahren wiederum durch SIP-Equipment abgelöst wurde). Aber ich habe es nicht weggeworfen, weil ich geahnt hatte, dass es irgendwann nochmal nützlich sein könnte.

Hat jemand Erfahrungen mit HylaFAX und kann vielleicht diesbezüglich Tipps und Hilfestellung geben?
 
Zuletzt bearbeitet:
websurferin83 schrieb:
Hat jemand Erfahrungen mit HylaFAX und kann vielleicht diesbezüglich Tipps und Hilfestellung geben?
HylaFAX ist für Fax, was Sendmail für Mailserver ist: Steinalt, unnötig kompliziert zu konfigurieren und völlig aus der Zeit gefallen. Da HylaFAX keine Plugins unterstützt, müssen andere Produkte drumherum gebaut werden, was zu noch mehr Chaos führt. Ich hatte weiter oben eine Präsentation eines Fax-over-IP Stacks bestehend aus HylaFAX, Freeswitch und gofaxip verlinkt. Drei Produkte die unabhängig konfiguriert und gewartet werden wollen. Das lohnt nur, wenn man bereits einen Teil dieser Software nutzt, aber nun auf IP umstellen will bzw. muss.

Davon ab, was willst du mit deinem Analogmodem? Selbst wenn du das angebunden bekommst, wie soll das Ding Faxe senden und emfangen? Es gibt keine anlogen Telefonanschlüsse mehr, das ist alles IP. Man müsste das analoge Protokoll wandeln und meines Kenntnisstandes (der über zehn Jahre alt ist) nach, unterstützten diese Wandler nur Sprache aber kein Fax.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: wuselsurfer und nutrix
Wer supportet das in der Firma wenn es Probleme gibt? Oder ist das System vollkommen unkritisch?

Ich bin ja auch ein Fan von OenSource im Unternehmen, aber ich habe bei meinen Leuten auch ein paar Profis, die damit umgehen können
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: nutrix
websurferin83 schrieb:
@nutrix Ich weiß ja nicht, ob du aus deinem eigenen Budget jedes Jahr 500+ Euro für die XCAPI-Lizenzen ausgeben könntest bzw. wolltest.
Klar, wenn mir etwas wichtig ist, bezahle ich diesen Preis.

Wenn Du vom angeblichz vom Fach bist, kennst Du ja das "Fast, Good, Cheap"-Matrix, oft auch als
Projektmanagement-Dreieck oder Qualitäts-Dreieck?
https://www.leitwerk-consulting.com/de/das-magische-dreieck-des-projektmanagements


KI
  • Schnell + Gut = Nicht günstig (teuer): Wenn es schnell gehen soll und eine hohe Qualität gefordert ist, steigen die Kosten.
  • Gut + Günstig = Nicht schnell: Hohe Qualität zu einem niedrigen Preis braucht Zeit für Entwicklung oder Ausführung.
  • Schnell + Günstig = Nicht gut: Wenn es schnell gehen muss und wenig kosten darf, leidet die Qualität.
Kernbotschaft

Man kann nicht alle drei Eigenschaften gleichzeitig optimieren. Wenn man versucht, es zu erzwingen, scheitert in der Regel eine der Dimensionen (oft die Qualität).
In Deinem Fall kann man Schnell durch Anspruch tauschen. Du bist nun genau in diesem Dilemma. Zudem kommt noch dazu, je älter eine IT-Komponente wird, umso höher werden die Kosten, um das noch vernünftig zu betreiben. Wenn Du vom Fach bist, solltest Du so an sich selbst wissen. Und dann hast Du noch einen hohen Anspruch, und lehnst all unsere Vorschläge und Lösungen ab. Das ist alles vollkommen in Ordnung, aber dann mußt Du eben das Geld dafür hinlegen, wenn Du es als so wichtig und notwendig für Dich erachtest. In dieser Matrix kannst Du eben nicht alles unter einen Hut bekommen, Du mußt irgend eine Kröte davon schlucken, und dann leg eben die 500 € dafür hin.

Privat wie beruflich sorge ich immer dafür, daß so altes Zeugs möglichst schnell rausfliegt. Auf lange Sicht bedeutet das immer viel Ärger, Aufwand und hohe Kosten. Und gerade so was wie Fax, was nur noch ganz selten zum Einsatz kommt, würde ich es absolut vermeiden, weil es ein totes Pferd ist. Ich würde es ja verstehen, wenn Du jetzt noch viele Faxe pro Tag/Monat verschicken müßtest. Wie viele Faxe schätzt Du denn, daß Du pro Jahr noch senden oder empfangen wolltest? 5, 10, 20? Dann rechne das gegen, ob sich das für Dich so lohnt, oder es ein Brief oder Einschreiben es auch tun würden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Evil E-Lex schrieb:
Ich hatte weiter oben eine Präsentation eines Fax-over-IP Stacks bestehend aus HylaFAX, Freeswitch und gofaxip verlinkt. Drei Produkte die unabhängig konfiguriert und gewartet werden wollen.

Davon ab, was willst du mit deinem Analogmodem? Selbst wenn du das angebunden bekommst, wie soll das Ding Faxe senden und emfangen? Es gibt keine anlogen Telefonanschlüsse mehr, das ist alles IP. Man müsste das analoge Protokoll wandeln und meines Kenntnisstandes (der über zehn Jahre alt ist) nach, unterstützten diese Wandler nur Sprache aber kein Fax.
Danke, das bringt mich schon mal ein Stück weiter. Deinen Link oben hatte ich jetzt erst gesehen. Ich habe noch etwas weiter recherchiert. Man braucht weder das Konstrukt oder HylaFAX, Freeswitch und gofaxip noch ein externes analoges Modem.

Es geht viel eleganter: Mit dem Paket "iaxmodem" wird ein virtuelles Modem erstellt, welches sich per SIP an die PBX anbinden lässt. HylaFAX kann darauf zugreifen.

Das Paket gibt es in den Quellen von Debian:
https://packages.debian.org/trixie/comm/iaxmodem

Ich denke, dann werde ich wohl Debian installieren (persönlich mag ich die Red Hat-basierten Distributionen zwar lieber, aber Debian scheint in Sachen VoIP und Co. deutlich mehr Pakete zu haben).

Noch zu der Sache mit dem analogen Modem: Die Info, die du hast, ist falsch. Die erwähnten Wandler ("ATA") können auch mit Faxen umgehen. Ich habe das jahrelang erfolgreich mit einem Multifunktionsgerät gemacht, das über einen ATA an die SIP-PBX angebunden war. Funktioniert tadellos! Was du vermutlich im Hinterkopf hast ist die Sache mit T.38. Das können die ATA zwar in der Regel auch, aber es funktioniert nur dann, wenn die Anbieter auf beiden Seiten T.38 unterstützen. Das war bei der DTAG lange Zeit nicht der Fall. Vor ein paar Monaten war ich selbst überrascht, als ich im Log gesehen habe, dass ein Fax erfolgreich mit T.38 versendet werden konnte. Aber selbst wenn das nicht klappt: Faxe versenden ist selbst mit G.711 in aller Regel überhaupt kein Problem! Die "Bauchschmerzen", die man in der Anfangszeit von All-IP hatte (also vor mehr als 10 Jahren) waren/sind vollkommen unbegründet.

Aber ich werde es jetzt vorrangig mal mit HylaFAX und iaxmodem probieren. Sollte das nicht klappen, werde ich ein analoges Modem über den ATA anbinden und damit versuchen. Das ist jetzt so eine Arbeit, die mir Freude macht, mal wieder selbst etwas aufsetzen und schauen, dass es läuft.

Habe dafür gerade einen alten Mini-PC (Trekstor W1) herausgekramt. Der ist für Windows zwar unterirdisch, aber als kleiner HylaFAX-Server wird die Performance allemal reichen. Jetzt muss ich nur ein aktuelles Debian darauf zum Laufen bekommen, aber auch dafür gibt es Tricks (bootia32.efi manuell ins ISO einfügen, damit sollte es sich installieren lassen. Mal sehen...
 
Zurück
Oben