Windows übers Netzwerk installieren

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#1
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Bitte im Diskussionsthread keine Fragen/Probleme posten sondern nur Kommentare, Kritik, Lob und Tadel. Für Probleme und Fragen hab ich extra meinen bisherigen Problembehandlung-Thread verlinkt.

Meine ursprüngliche Anleitung für Netzwerkboot erklärt zwar kurz, wie man eine Floppy übers Netzwerk bootet, geht aber nicht, wie meist benötigt wird, auf die Windowsinstallation sowie die Vorbereitung darauf, ein.



Dieses Tutorial setzt grundlegende Kenntnisse von IP-Netzwerken voraus.

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CHANGELOG:

- 29.01.2007: Erste Veröffentlichung
- 29.01.2007: Screenshots korrekt eingefügt
- 30.01.2007: Alternativen hinzugefügt, Korrektur: memdisk ist natürlich im memdisk Ordner nicht memtest!
- 14.06.2008: Externe Anleitungen hinzugefügt



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TODO:

- Anleitung RIS-Installation unter Windows 2000/XP


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Vorbereitung:

Ich müsst euch folgende Programme/Dateien besorgen:

- TFTPD32
- die aktuellen SYSLINUX-Binaries als ZIP-File


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Externe Anleitungen:

- BartPE über PXE Booten
- PXE, aka Pre-Execution Environment - Part 1
- PXE, aka Pre-Execution Environment and Acronis - Part 2
 
Zuletzt bearbeitet: (siehe CHANGELOG)

luky37

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#2
TFTPD32 einrichten und PXELINUX konfigurieren

Extrahiert alle Dateien des TFTPD32 Paketes in einen beliebigen Ordner, zB.: C:\TFTP. Stellt den TFTP und DHCP Server eurem Netzwerk entsprechend ein und ergänzt den Rest aus dem Screenshot.


tftpd32_conf.png


Kopiert die Datei pxelinux.0 und memdisk (vom SYSLINUX-Archiv bzw. SYSLINUX\memdisk) in den zuvor erstellten Ordner. Erstellt dann den Ordner 'pxelinux.cfg' und darin die Datei default mit folgendem Inhalt:

Code:
SAY ------------------------
SAY ComputerBase.de - luky37
SAY ------------------------ 
SAY Type:
SAY floppy: To start floppy
SAY memtest: check your RAM
SAY ris: install Windows over RIS


LABEL floppy
  KERNEL memdisk
  APPEND initrd=netboot.img


LABEL memtest
  KERNEL memtest


LABEL ris
  KERNEL WINXP.0

Diese Datei gibt beim Start die Möglichkeit, zwischen Memtest, Floopy-Boot und RIS-Boot zu unterscheiden. Die entsprechenden Dateien müssen natürlich vorhanden sein. Wenn ihr beispielsweise memtest booten wollt müsst ihr euch die aktuelle memtest Datei besorgen (ist nur 97KB groß) und sie im TFTP-Root ablegen.


PXELINUX ist sehr flexibel und es lässt sich beispielsweise ein grafisches Menü erstellen, mit Bildern usw. Darauf werde ich hier aber nicht eingehen, da diese Thema einfach zu umfangreich ist. Wer sich tiefer in die Materie einarbeiten will, findet hier mehr Information in der SYSLINUX-, der PXELINUX-, der MENU-Dokumentation, sowie in der SYSLINUX-Mailinglist.
 
Zuletzt bearbeitet: (siehe CHANGELOG)

luky37

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#3
Network Boot Floppy starten und Windows installieren

Ihr braucht die Bart's Network Boot Disk von Bart Lagerweij.
Die Zusammenstellung fordert ein Disketten-Laufwerk voraus (bzw. eine Emulation) und ist etwas kompliziert. Außerdem erfordert sie DOS-Treiber der Netzwerkkarte.

Ihr könnt euch das natürlich auch sparen und einfach mein Image verwenden.
Dazu extrahiert ihr einfach das ZIP-File und kopiert die Datei netboot.img in den TFTP-Root.

Da PXELINUX schon konfiguriert wurde, müsste das Floppy-Image jetzt problemlos übers Netzwerk starten (nach Eingabe von floppy auf der Prompt).


Windows Installation:

Gebt die Windows Installationsdateien auf dem Server frei.

Ihr müsst eure Festplatte zuerst mit FAT32 formatieren bzw. partitionieren. Das könnt ihr entweder mit Gparted oder mit einer Bootdisk (fdisk) machen. Später müsst ihr allerdings mit DOS formatieren und die Systemdateien übertragen (format C: /S). Darauf werde ich hier nicht näher eingehen.
Beachtet allerdings dass die Festplatte nicht größer als 128GiB sein sollte, aufgrund der fehlenden 48-Bit-LBA Unterstützung unter MS-DOS.

Beim Start der Bootdiskette könnt ihr die Standardwerte mit ENTER übernehmen bis ihr zu den Identification Settings kommt.


netboot_ident.png


In diesem Dialog gebt ihr euren Benutzernamen und Password an, das für die Freigabe der Windows-Installationsdateien erforderlich ist. Den Rest könnt ihr auf den Standardwerten belassen.

Nach einer kurzen Wartezeit sollten jetzt die IP-Konfiguration angezeigt werden. Falls nicht, kann man mit 'ipconfig' die Einstellungen manuell aufrufen. Mit 'msnet' wechselt ihr jetzt in die MSNET Konfiguration und wechselt auf 'Map', wo ihr eure Freigabe mounten könnt.

Jetzt kopiert ihr die Windows Installationsdateien auf eure Festplatte:

Code:
xcopy X: C:\winxp /e /v
X: ist gegebenenfalls mit dem gemounteten Laufwerk zu ersetzten.

Da ihr eure C: Partition bereits formatiert und mit Systemdateien versehen habt, könnt ihr jetzt folgende Befehle eintippen:
Code:
copy Q:\SMARTDRV.EXE C:
copy A:\BIN\HIMEM.SYS C:
edit C:\config.sys
	device=himem.sys
Mit Alt+X speichert und beendet ihr den Editor.


Jetzt bootet ihr von der Festplatte.

Es sollte jetzt die Prompt angezeigt werden.
Jetzt gebt ihr smartdrv.exe ein. Daraufhin sollte keine Meldung erscheinen und bei der erneuten Eingabe von smartdrv.exe sollte eine Meldung über die gecachten Laufwerke ausgegeben werden.


smartdrv.png


Falls eine Fehlermeldung erscheint solltet habt ihr wahrscheinlich beim vorherigen Schritt einen Fehler gemacht.

Da smartdrv.exe erfolgreich geladen wurde, könnt ihr euch jetzt an die Windowsinstallation machen. Dazu wechselt ihr ins i386 Verzeichnis und startet winnt.exe:

Code:
C:\>cd winxp
C:\winxp>cd i386
C:\winxp\i386>winnt.exe
Jetzt sollte das Windows-Setup starten.

Im Laufe der Installation könnt ihr eine Umwandlung von FAT auf NTFS vornehmen. Allerdings solltet ihr auf keinen Fall neu formatieren, da sonst die ganzen XP-Installationsdateien weg sind.

Nach der Installation könnt ihr folgende Dateien löschen:
Code:
C:\command.exe
C:\himem.sys
C:\config.sys
C:\smartdrv.exe
Eventuell ist in eurer boot.ini ein MS-DOS Eintrag vorhanden. Dazu könnt ihr einfach die MS-DOS Zeile weglöschen:

Mit attrib -s -h -r C:\boot.ini wird die Datei sichtbar gemacht und kann mit einem beliebigen Editor geöffnet werden (zB. notepad.exe).

In der Sektion [operating systems] muss nur noch ein Eintrag vorhanden sein, der Rest kann gelöscht werden:
Code:
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Microsoft Windows XP Professional" /noexecute=optin /fastdetect
 
Zuletzt bearbeitet: (Screenshot korrekt eingefügt)

luky37

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#4
GParted übers Netzwerk starten

GParted ist ein auf Gnome basierendes Partitionierungsprogramm mit einer eigene Live-CD, die nur ~30MB benötigt. Also ideal für PXE.

Eine Anleitung wie man GParted über PXE startet findet man hier.


Ihr könnt natürlich meine fertige PXE-kompatible Version verwenden: Download!

md5sum:
b47658c8e89d720b5667d4e496fb6b4c *gparted_0.3.3_pxe.zip


Extrahiert die 2 Files aus dem ZIP-File ins Unterverzeichnis gparted (im TFTP-Root).


Der Datei pxelinux.cfg\default müsst ihr folgendes hinzufügen:

Code:
LABEL gparted
  kernel gparted\linux
  append noapic initrd=gparted\initrd.gz root=/dev/ram0 init=/linuxrc ramdisk_size=65000



Jetzt könnt ihr Gparted starten, indem ihr im Boot-Prompt einfach gparted eingebt!




Achtung: mir ist aufgefallen das der x11 Server ziemlich oft beim Start versagt. Falls ihr Boot-Probleme habt, sollte ihr im Vesa Modus starten (im Auswahlmenü Vesa auswählen und dann auf Done). Dieser Bug wird nicht durch den PXE Boot ausgelöst und tritt auch beim CD-Boot auf!
 
Zuletzt bearbeitet:

luky37

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#5
Alternativen

Die hier vorgeschlagene Methode ist nicht die einzige Möglichkeit, Windows übers Netz zu installieren.


Man könnte zum Beispiel mit BartPE übers Netzwerk booten: Howto

oder einen RIS-Server aufsetzen (analog in Windows XP wie auch in Linux): Howto

Ich werde in nächster Zeit eine eigene, an Windows angepasste, Anleitung für RIS unter Windows 2000/XP schreiben.
 
Zuletzt bearbeitet: (Tippfehler)
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