erstmal 1000% ACK Euch beiden!
Aber ich stelle eine Trennung fest. Und zwar sehe ich vermehrt Jugendlich und Kinder, die:
- hilfsbereit
- freundlich
- manierlich
sind.
Und im krassen Gegensatz dazu, Kiddies die sich um 180° gedreht verhalten. Ich glaube, daß die "antiautoritäre Erziehung" total versagt hat (lange Leine bzw. keine Leine). Genau wie das Gegenteil dazu, die erzkonservative Erziehung (kurze Leine).
Erziehung muß meiner Meinung nach dynamisch sein. Oder wie jemand mal gesagt hat: Alle gleich zu behandeln ist nicht gerecht, sondern Gleichmacherei. Jeder der Kinder hat weiß, daß Kinder nicht nur ein Produkt der Erziehung sind, und auch nicht nur ein Produkt der eigenen Gene. Der Mix machts! Klar, es ist immer einfacher die Kinder anderer Leute zu erziehen. Einen Leitfaden gibt es (Gottseidank!) nicht. Einer der Gründe, warum ich Bücher über Erziehung nicht für gut heiße. Hundeerziehung ja, damit ich um deren instinktiven Rudelverhalten weiß. Aber das ist eine ganz andere Sache. Ein Handbuch für einen Menschen? Was für eine absurde Idee.
Kinder machen automatisch das nach, was einem die Eltern oder Bezugspersonen vormachen. Ist z.B. der Vater ein fleißiger Handwerker im Haus, und spannt er seinen Sohnemann immer fleißig mit ein, ist die wahrscheinlichkeit hoch, daß der Kleine auch mal ein fleißiger Handwerker wird.
Aber Kriminalität liegt nicht nur an der Erziehung. Wär schön einfach. Immer nur auf das schlechte Elternhaus zu schieben. Verminderte Straffähigkeit weil, "kann ja nichts dafür".
Ein Produkt der Gesellschaft?
Was ist die Gesellschaft?
Unsere jedenfalls hat so gut wie keine Ehrenämter mehr. Obwohl, die Ämter wären schon da. Nur sind sie nicht besetzt! Warum nicht? "Keine Zeit"? Wir haben soviele Arbeitslose! Da stimmt doch was nicht. Klar ist es einfach zu sagen: "He, Du hast doch nichts zu tun! Mach mal was Gescheites!". Der Zug ist, glaube ich abgefahren, daß man den Menschen wieder "für nix" hilft. Da muß "schon was bei rumkommen". Und da kommen die 1-2 Eurojobs ins Spiel.
Es muß sich lohnen! Daß der Lohn der Dank der Menschen ist, das zählt nicht mehr. Werteverfall. Einen Schuldigen zu suchen ist müßig und typisch deutsch.
Ich sage immer: Nicht ärgern! Ändern!
Weiter gehts:
Ich schalte den Fernseher ein, weil mich Bilder besser abschalten lassen, als Töne (nerviges Radio-Gedudel, immer das gleiche, wär auch mal 'n Thread wert

). Alle paar Minuten wird die Werbung von einer Real-Live-Soap unterbrochen. Lästig. Endlich wieder Werbung. Tolle Kurzfilme über Produkte die ich auch haben will. Will immer mehr. Will alles! Mein Kumpel hats auch! Ich auch! Ich auch! Ich! Ich! Ich!
Jetzt hab ich aber ein Problem. Nach der mengenlehre habe ich nicht genug Penunzen, um sie gegen das alles auszutauschen. Aber ich bekomme (dank Marktwirtschaft) schon viel mehr als meine Eltern im gleichen Alter. Damals hat ein Videorekorder noch einen Monatslohn gekostet. Ach, mehr noch! Jetzt bekommt man einen DVD-Spieler für weniger als eine Tankfüllung! Da steckt viel Sprengstoff drin. Ich bin zu allem Übel Raucher. Wollte ja nicht auf meine Eltern hören (selbst Raucher). Die Zichten kosten gegenüber vor 5 Jahren das Doppelte. Der Sprit kostet gegnüber vor 5 Jahren das Doppelte. Milchschnitte ist billiger geworden.
Ich stelle also fest, daß ich für die Sachen, für die ich keine Alternative habe, immer mehr ausgeben muß, dafür aber die Dinge, die niemand wirklich braucht, immer weniger. Schön. Wenn es sich denn die Waage halten würde. Tut es aber nicht. Nach Ablauf eines Monats bleiben nach Abzug der Fixkosten wesentlich weniger über, als noch vor ein paar Jahren. Damals mußte man auf den DVD-Spieler noch sparen! Auf viele Dinge muß man heutzutage nicht mehr sparen. Man geht einfach los und kauft es sich. Daran gewöhnt man sich schnell. Und wenn man erstmal im Kaufrausch ist (angefüttert), ist es doppelt bitter, wenn die Fixkosten noch weiter steigen, und man sich eben nicht mehr einfach so alles kaufen kann. Aber am allerschlimmsten ist es, wenn das Einkommen zusammenbricht. Da kann man sich auf einmal nicht mal mehr das leisten! Das frustriert. Und Frust ist ein Motor, der gewaltig sein kann. Schöne bunte Fernsehwelt.
Die Menschen sind schön!
Die Menschen sind gesund!
Die Menschen können sich alles leisten!
Und ich?
Mir nimmt man immer mehr weg!
Ich bin nicht schön! Trotz der ganzen Produkte, die ich extra dafür kaufe!
Ich bin nicht gesund! jedesmal 'n 10'er beim Zahnarzt, weil er eine Mikroperforation im Zahn entdeckt hat, die erstmal ausgebohrt werden mußte: "Macht 10 Euro Praxisgebühr". Die jährliche Untersuchung wäre kostenlos gewesen.
Ich kann mir nicht alles leisten, weil ich immer höhere Fixkosten habe.
Da schiebt jemand Wut. Und die muß raus! Wie leicht ist es doch da, dem schnellen Geld zu verfallen. "Der Gesellschaft habe ich gar nichts zu verdanken! Früher gings mir schlecht. Jetzt nicht mehr!"
Ich [tux73] könnte mir schon vorstellen, daß es Menschen gibt, die so denken.