Worin steckt die Wurzel der heutigen Kriminalität?

Michael

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Blutschlumpf schrieb:
Warum Kriminalität bekämpfen wenn wir das Problem (Freiheit des Menschen) direkt an der Wurzel packen können.
Worin liegt die Wurzel? Hier mal ein paar Gedanken von mir:
- Zuviel Freiheit!
Jawohl! Wenn kleine Kinder alles dürfen, werden sie nie lernen, wo die Grenzen sind. Auch Erwachsene brauchen geregelte Bahnen. Schließlich leben wir miteinander im gleichen Staat und nutzen die gleichen öffentlichen Dinge wie Straßen, Schulen etc. Der Mensch braucht eine Aufgabe. Hat er keine, beschafft er sich eine. Manche nennen das auch "Auf Dumme Gedanken Kommen"
- Vereinsamung
Immer mehr Singles, weil es heutzutage keine Notwendigkeit des Zusammenlebens mehr gibt. Das fördert Egoismus. Dieser Egoismus geht einher mit
- Gleichgültigkeit anderen gegenüber.
Niemand fühlt sich mehr Fremden gegenüber verantwortlich. Sieht man einen 10-Jährigen auf der Straße Rauchen, geht doch keiner mehr hin, und nimmt ihm die Zichte weg! Warum? Er könnte ein Messer dabei haben oder anderweitig gewalttätig werden. Würde man ihn überwältigen, hätte man vielleicht mit einer Klage wegen Kindesmißbrauchs zu rechnen (Finger weg von meinem Kind!).

Finanziell gesehen brauchen wir niemand anderen. Emotional ist es aber eine Katastrophe. Glücklich ist kein Single oder Eremit. Ihm ist es nur lieber, nicht teilen zu müssen, weil er so Kompromisse umgeht. Ähnlich wie die Übergewichtigen, die behaupten, sie seien glücklich mit ihrem Körper. Das ist Selbstbetrug - nichts anderes (P.S.: hab selbst mal 120 kg gewogen!).

"It's easier to walk away, than to look it in the eye"
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator: (Neuer Titel)
Zum besseren Verständnis, warum tux73 die Textpassage von Blutschlumpf zitiert:

Dieser Beitrag wurde aus diesem Thema "seziert" und nach Absprache mit tux73 unter dem Titel, "Worin steckt die Wurzel der heutigen Kriminalität?" als neuer Thread erstellt. ;)
 
@ Tux
Ein genialer Beitrag, den ich zu 100% unterschreibe.

Man hört die Alten oft von der guten alten zeit jammern, die aber, hätten sie sie zurück, ziemliche Probleme schaffen würde. Aber nicht alles, was einmal war und verdrängt wurde, wurde von etwas besserem verdrängt.
Müll, Respektlosigkeit, Gleichgültigkeit, Spaßgesellschaft, Stumpfsinn, Verdummung, Egoismus, Familienbrüche, Geldgeilheit, Faulheit, mangelnde Erziehung, Gewaltverherrlichung, ... man könnte lange so weitermachen. Was ist daran besser als in der alten Zeit, oder in der älteren jungen Zeit?

Gangster ist das Lieblingswort der Kiddies... Über gewaltverherrlichende Texte in Liedern regt man sich nur auf, wenn sie von Nazis gespielt werden, aber Gewalt von Ghetto-Rappern ist "Kultur" und cool...

Die Wurzel der Kriminalität besteht im zunemhenden Verfall von Sitten, Gebräuchen, Respekt und Anstand, Familie usw. Von klein auf lernen die kinder nicht mehr, was es heißt, sich zu benehmen, weil die Eltern genauso dumm sind. Wen haben wir denn in die Regierungen gewählt? Die gleichen nutzlosen Possenreißer, die man tagtäglich im TV "genießen" kann. Wo sind Werte?

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
Man kann doch wenigestens den Versuch wagen, etwas von guten alten mit dem guten Neuen zu kombinieren. Aber es wird nicht einmal versucht.

Die Zahl der jugendlichen Kriminellen steigt jedes Jahr, auch die der Wiederholnungstäter. Irgendwann sollte man mal das nachdenken anfangen und zwar ganz oben: Familienförderung, Bildung... für jeden Scheiß ist Geld da (Schürmann-Bau, Klohäuschen mitten in der Pampa, die keiner benutzt...), das Schwarzbuch ist voll von Löchern, in die jedes Jahr Geld gepumpt wird, das man anderswo dringend bräuchte. Schreit jemand? Nein. Es wird in den Nachrichten mit einem verschmitzten Lächeln serviert.
Es ist angerichtet, Euer Volkschaft.
 
@ Tux und Blutrichter
Ich stimme euch in allem zu.

Heute ist es wirklich so dass die Kinder keinen Respekt mehr gegenüber den Erwachsenen haben. Warum? Sie lernen es nicht mehr von Ihren Eltern. Dazu gehören auch die Tischmanieren. Ich habe ja selber 2 Kinder und beide sind im Teeny-Alter und meine Frau und ich versuchen Ihnen das zu lehren was wir von unseren Eltern gelernt haben. Was für mich auch noch eine wichtige Rolle spielt ist der Druck welcher aus dem Kreis der Freunde kommt. Macht man nicht das was die anderen wollen so ist man sehr schnell draussen aus dem Freundeskreis. Anstatt dann zu den Eltern gehen macht man lieber was die Freunde wollen, auch wenn es Kriminell sein sollte. Wenn wir uns nicht bald zurück besinnen wird die Jugenkriminalität immer höher und höher und zum Schluss gar nicht mehr in den Griff zubekommen.Es verfällt alles auf was wir mal Stolz waren. (Sitte,Anstand,Familie,Gebräuche,Respekt und Anstand.)

Edit:Blutrichter hat den letzten Satz schon erwähnt. SRY
 
erstmal 1000% ACK Euch beiden!

Aber ich stelle eine Trennung fest. Und zwar sehe ich vermehrt Jugendlich und Kinder, die:
- hilfsbereit
- freundlich
- manierlich
sind.
Und im krassen Gegensatz dazu, Kiddies die sich um 180° gedreht verhalten. Ich glaube, daß die "antiautoritäre Erziehung" total versagt hat (lange Leine bzw. keine Leine). Genau wie das Gegenteil dazu, die erzkonservative Erziehung (kurze Leine).
Erziehung muß meiner Meinung nach dynamisch sein. Oder wie jemand mal gesagt hat: Alle gleich zu behandeln ist nicht gerecht, sondern Gleichmacherei. Jeder der Kinder hat weiß, daß Kinder nicht nur ein Produkt der Erziehung sind, und auch nicht nur ein Produkt der eigenen Gene. Der Mix machts! Klar, es ist immer einfacher die Kinder anderer Leute zu erziehen. Einen Leitfaden gibt es (Gottseidank!) nicht. Einer der Gründe, warum ich Bücher über Erziehung nicht für gut heiße. Hundeerziehung ja, damit ich um deren instinktiven Rudelverhalten weiß. Aber das ist eine ganz andere Sache. Ein Handbuch für einen Menschen? Was für eine absurde Idee.
Kinder machen automatisch das nach, was einem die Eltern oder Bezugspersonen vormachen. Ist z.B. der Vater ein fleißiger Handwerker im Haus, und spannt er seinen Sohnemann immer fleißig mit ein, ist die wahrscheinlichkeit hoch, daß der Kleine auch mal ein fleißiger Handwerker wird.
Aber Kriminalität liegt nicht nur an der Erziehung. Wär schön einfach. Immer nur auf das schlechte Elternhaus zu schieben. Verminderte Straffähigkeit weil, "kann ja nichts dafür".
Ein Produkt der Gesellschaft?
Was ist die Gesellschaft?
Unsere jedenfalls hat so gut wie keine Ehrenämter mehr. Obwohl, die Ämter wären schon da. Nur sind sie nicht besetzt! Warum nicht? "Keine Zeit"? Wir haben soviele Arbeitslose! Da stimmt doch was nicht. Klar ist es einfach zu sagen: "He, Du hast doch nichts zu tun! Mach mal was Gescheites!". Der Zug ist, glaube ich abgefahren, daß man den Menschen wieder "für nix" hilft. Da muß "schon was bei rumkommen". Und da kommen die 1-2 Eurojobs ins Spiel.
Es muß sich lohnen! Daß der Lohn der Dank der Menschen ist, das zählt nicht mehr. Werteverfall. Einen Schuldigen zu suchen ist müßig und typisch deutsch.
Ich sage immer: Nicht ärgern! Ändern!

Weiter gehts:
Ich schalte den Fernseher ein, weil mich Bilder besser abschalten lassen, als Töne (nerviges Radio-Gedudel, immer das gleiche, wär auch mal 'n Thread wert :D). Alle paar Minuten wird die Werbung von einer Real-Live-Soap unterbrochen. Lästig. Endlich wieder Werbung. Tolle Kurzfilme über Produkte die ich auch haben will. Will immer mehr. Will alles! Mein Kumpel hats auch! Ich auch! Ich auch! Ich! Ich! Ich!
Jetzt hab ich aber ein Problem. Nach der mengenlehre habe ich nicht genug Penunzen, um sie gegen das alles auszutauschen. Aber ich bekomme (dank Marktwirtschaft) schon viel mehr als meine Eltern im gleichen Alter. Damals hat ein Videorekorder noch einen Monatslohn gekostet. Ach, mehr noch! Jetzt bekommt man einen DVD-Spieler für weniger als eine Tankfüllung! Da steckt viel Sprengstoff drin. Ich bin zu allem Übel Raucher. Wollte ja nicht auf meine Eltern hören (selbst Raucher). Die Zichten kosten gegenüber vor 5 Jahren das Doppelte. Der Sprit kostet gegnüber vor 5 Jahren das Doppelte. Milchschnitte ist billiger geworden.
Ich stelle also fest, daß ich für die Sachen, für die ich keine Alternative habe, immer mehr ausgeben muß, dafür aber die Dinge, die niemand wirklich braucht, immer weniger. Schön. Wenn es sich denn die Waage halten würde. Tut es aber nicht. Nach Ablauf eines Monats bleiben nach Abzug der Fixkosten wesentlich weniger über, als noch vor ein paar Jahren. Damals mußte man auf den DVD-Spieler noch sparen! Auf viele Dinge muß man heutzutage nicht mehr sparen. Man geht einfach los und kauft es sich. Daran gewöhnt man sich schnell. Und wenn man erstmal im Kaufrausch ist (angefüttert), ist es doppelt bitter, wenn die Fixkosten noch weiter steigen, und man sich eben nicht mehr einfach so alles kaufen kann. Aber am allerschlimmsten ist es, wenn das Einkommen zusammenbricht. Da kann man sich auf einmal nicht mal mehr das leisten! Das frustriert. Und Frust ist ein Motor, der gewaltig sein kann. Schöne bunte Fernsehwelt.
Die Menschen sind schön!
Die Menschen sind gesund!
Die Menschen können sich alles leisten!
Und ich?
Mir nimmt man immer mehr weg!
Ich bin nicht schön! Trotz der ganzen Produkte, die ich extra dafür kaufe!
Ich bin nicht gesund! jedesmal 'n 10'er beim Zahnarzt, weil er eine Mikroperforation im Zahn entdeckt hat, die erstmal ausgebohrt werden mußte: "Macht 10 Euro Praxisgebühr". Die jährliche Untersuchung wäre kostenlos gewesen.
Ich kann mir nicht alles leisten, weil ich immer höhere Fixkosten habe.
Da schiebt jemand Wut. Und die muß raus! Wie leicht ist es doch da, dem schnellen Geld zu verfallen. "Der Gesellschaft habe ich gar nichts zu verdanken! Früher gings mir schlecht. Jetzt nicht mehr!"

Ich [tux73] könnte mir schon vorstellen, daß es Menschen gibt, die so denken.
 
Zuletzt bearbeitet:
blutrichter schrieb:
Gangster ist das Lieblingswort der Kiddies... Über gewaltverherrlichende Texte in Liedern regt man sich nur auf, wenn sie von Nazis gespielt werden, aber Gewalt von Ghetto-Rappern ist "Kultur" und cool...

Da kann ich dir nur zustimmen. Zugegeben, ich hab früher (und immer noch) auch echt finstere Mucke gehört, zB Slayer - Hell Awaits (...just kill and kill again, survie my brutal thrashing, I´ll hunt you till the end...). Aber mit dem entsprechen Umfeld ist aus mir und allen meinen Kumpels von damals "was geworden", wie man so schön sagt. Und auch so manch finsteres Gamehaben wir (auf nem 64er) zezockt.

Letztendlich hatten wir aber alle Respekt vor unseren Eltern, Mitmenschen und anderen Lebewesen!

Es ist nicht immer nur eine "Sache", also zB Musik. Es sind alle Umstände die dazu beitragen. Die Eltern schieben es auf die Schule, die Schule auf den Staat, der Staat auf die Eltern, Reihenfolge ist hier beliebig und austauschbar...
 
Kriminalität gibt es seit es den Menschen gibt. Die Gründe sind: Armut, Neid und Missgunst. Kriminalität zu bekämpfen bedeutet Aufklärung von Delikten (passiv) und Bekämpfung der Armut (aktiv). Gegen Neid und Missgunst ist jedoch kein Kraut gewachsen! :rolleyes:
 
Tja, genau hier ist das Problem. Es fehlt an Respekt, und an der Bereitschaft,
auch mal für lau jemandem zu helfen. Gerade die heutige Jugend läßt sowas
leider häufig vermissen.

Das Problem ist: Wie kann man die Sache effektiv angehen? Einzelmaßnahmen
ziehen da einfach nicht. Ein paar Idealisten werden die Welt nicht bewegen.

Mein Vorschlag wäre ein verpflichtender Sozialdienst für alle Kids, nach Abschluß
der Schulausbildung. Schafft den Wehrdienst ab, da wird sowieso kaum noch
jemand eingezogen. Und macht den Zivildienst zur Pflicht. Geschlechtsunabhängig,
12 Monate. Im sozialen Bereich. Irgendwo in der Alten- oder Krankenpflege.
Offene Stellen gibt's genug, das Pflegesystem in Deutschland ist am Boden,
da werden Leute dringend GEBRAUCHT! Aber voll bezahlte Stellen kann man
sich net leisten, und Zivis gibt's kaum noch.
Und bei so 'nem Job lernt man sehr gut, Verantwortung zu übernehmen, und
Respekt vor anderen zu haben.

-Ronny
 
Das Ganze hat wohl auch damit zu tun das wir in der Praxis eigentlich schon eine 2-Klassengesellschaft haben.

Wie tux73 bereits meinte, nicht alle Kinder sind pöbelnde Rüpel ohne Achtung und Manieren. Es gibt auch ganz "normale" Kinder, die zumindest schon mal gehört haben, was Anstand eigentlich ist.
Die Kinder die das aber nicht wissen, gehen dafür aber um so krasser ab. 13 jährige die rauchen, sich prügeln, stehlen und weiß der Teufel was sonst noch.

Dieses "früher war alles besser -Gelaber" nervt auch, außerdem bin ich dafür auch selbst noch zu jung. Aber Kinder brauchen Regeln, und auch wenn das Elternhaus nicht der einzige mitbestimmtende Faktor für den späteren Werdegeangs des Kindes ist - es ist wohl immer noch der Hauptfaktor.
Dort liegt auch wieder, wie so oft, der Hund begraben. Die Kinder haben keine Möglichkeiten respektvollen Umgang mit anderen zu praktizieren wenn sie das selbst nicht kennen.
Oft ist es aber auch einfach das Umfeld in dem das Kind aufwächst - und dafür sind wohl oder übel die Eltern verantwortlich, und zwar allein die Eltern.
 
Loopo schrieb:
Kriminalität gibt es seit es den Menschen gibt. Die Gründe sind: Armut, Neid und Missgunst. Kriminalität zu bekämpfen bedeutet Aufklärung von Delikten (passiv) und Bekämpfung der Armut (aktiv). Gegen Neid und Missgunst ist jedoch kein Kraut gewachsen! :rolleyes:
Stimmt! Aber wenn ich so an die Aufbaujahre nach dem Krieg denke, da hatten die Menschen ganz andere Sorgen. Und das meine ich mit "jeder braucht eine Aufgabe". Damals gab es natürlich auch Kriminalität, aber das Miteinander war ein ganz anderes. Da war es selbstverständlich dem Nachbarn etwas auzuborgen, weil man vor kurzem selber noch dankbar und glücklich war, wenn man etwas geborgt bekommen hat.
Ein Freund von mir ist LKW-Fahrer. Seitdem er das erste Mal liegen geblieben war, und ihm keiner half, hat er sich geschworen, daß er helfen würde. Seitdem hält er (nach Möglichkeit) immer an, um einem anderen LKW-Fahrer zu helfen, wenn dieser liegengeblieben ist. Einzige Voraussetzung: "Er muß versprechen dem nächsten auch zu helfen, den er am Straßenrand stehen sieht!" DAS nenne ich mal eine gesunde Einstellung! Im übrigen fand ich die Idee so gut, daß ich als PKW-Fahrer nun auch viel öfter frage, ob ich helfen kann, wenn ich jemandem am Straßenrand sehe.
Und da ist wieder dieses mulmige Gefühl im Bauch: Was ist, wenn das eine Falle ist? In Zeiten von Handys sollte es ja kein Problem sein, für jemande auch alleine Hilfe zu rufen. Was ist, wenn das Handy (nach Murphy sogar wahrscheinlich) im Funkloch ist oder sogar der Akku leer ist?
 
Gutes Thema, aber schade, dass gleich wieder die Jugendlichen in den Vordergund rücken.
Dabei gibt es doch auch reichlich sehr dreiste Erwachsene, die nicht mehr wissen (oder so tun als ob), was Eigentum, Mittagsruhe, Vorfahrt oder Anstand ist!
Dass diese das im Falle eine Darwin'schen Versagens auch auf die Kids übertragen wird, ist doch nur die logische Folge!
 
@b-runner: Du hast leider völig recht, womit wir wieder beim Thema Egoismus wären...
 
Nuja, ich hatte damals kaum Freunde ;) , weil man mir mit 5 Jahren einen C64 geschenkt hatte :D Soviel zum Thema mit falschen Freunden rumhängen.

Ich bin grade selber 20, aber wenn ich mal zurückdenke und dann mal so überlege, was Kinder alles beeinflusst. Der Nachbar braucht nur leicht Asozial sein (schlechtes Elternhaus, kriminell und so weiter) und wenn man dann mit dem Abhängt (so wie ich) kommt man schon zu so einigen Sachen die nicht ganz gut sind.
Als meine Eltern mir dann den Kontakt mit ihm verboten und mit "Gewalt" verhinderten, das ich mit ihm in Kontakt kam, legte sich das wieder.
Ja, ich bin noch mit schlägen großgezogen worden. Ab und an kann ne Ohrfeige oder ein leichter Klaps auf den Hintern nicht schaden. Aber nicht in dem Maße, wie es bei mir passiert ist, das ich teilweise schon geschlagen wurde, wenn ich meine Hausaufgaben falsch hatte. Mein Vater hatte zu der Zeit getrunken und das nimmt einen ganz schön mit. Vor allem als Kind, wenn man das alles nicht versteht.

Es ist schon ein sehr großer Anteil der Eltern dabei, wie der/die Jugendlichen später sind. Grenzen sollten schon gesetzt werden. Aber nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den Eltern. Damals wurde auch vorgeschrieben vom Staat, das nach dem Christlichen Glauben zu Erziehen sei (siehe 10 Gebote). In NRW steht dieses Gesetz glaube ich immer noch.

Und es muss dringend was gemacht werden, damit die Kriminalitätsrate bei den Jugendlichen weggeht. Vor 10 - 15 Jahren hätte man sich als 16 Jähriger noch in die Hosen geschissen, wenn ein Polizist vor dir gestanden und dich zur Sau gemacht hätte. Heute geben die dann direkt wiederworte und kacken dann rum auf Teufel komm raus, das der Polizist denen nichts zu sagen hätte und gefälligst noch ein A****loch sei.
 
Re: trägt auch die Presse zumindest Mit-Schuld?

b-runner schrieb:
Gutes Thema, aber schade, dass gleich wieder die Jugendlichen in den Vordergund rücken.
Dabei gibt es doch auch reichlich sehr dreiste Erwachsene, die nicht mehr wissen (oder so tun als ob), was Eigentum, Mittagsruhe, Vorfahrt oder Anstand ist!
Dass diese das im Falle eine Darwin'schen Versagens auch auf die Kids übertragen wird, ist doch nur die logische Folge!
Wie stummerwinter schon schrieb, EGOISMUS. Was fördert diesen? Ich glaube, es liegt hier eine Art Spirale vor. Einer fängt an, der andere nimmt sich ein Beispiel. Aber kann so eine ganze Gesellschaft (und in anderen Ländern dürfte es ähnlich sein) dieses Verhalten annehmen?
Es muß da einen Katalysator geben. Etwas, was dem ganzen Vorschub gibt. Möglicherweise sind es die Medien. Nie kamen so schnell, so viele Informationen (vor allem die sensationslüsterenen schlechten Nachrichten) in unsere Wohnstuben. Wir preisen das als einen riesigen Vorteil, und ich bin der Letzte, der etwas gegen die freie Presse sagen wird. Aber der Pressekodex wird mehr und mehr mit Füßen getreten. Aus einem einfachen Grund: Auflage/Einschaltquoten/Umsatz. Ist doch ganz verständlich, wenn ein Presseorgan der freien Marktwirtschaft unterliegt. Aber es ist nicht selbstverständlich, wenn die Presse ihre eigenen Regeln verletzt und ungeschoren davon kommt. Mit gutem Beispiel geht ein Blog voran, der sich im speziellen der Bild-Zeitung angenommen (www.bildblog.de) hat.
 
@Harrold: Ich bin überhaupt nicht gläubig, gehöre auch keiner Religionsgemeinschaft an, aber: lest euch mal die 10 Gebote durch!

1 Ich bin der Herr dein Gott; du sollst keine anderen Götter neben mir haben
2 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis von Gott machen, um ihn damit zu verehren
3 Du sollst den Namen des Herrn deines Gottes nicht missbrauchen
4 Du sollst den Feiertag heiligen
5 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
6 Du sollst nicht töten
7 Du sollst nicht ehebrechen
8 Du sollst nicht stehlen
9 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
10 Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört

nach: Evangelischer Katechismus, Herausgeber: Ev. Kirche 1962

Vergessen wir mal 1 bis 4, den Rest, naja, wenn sich alle daran halten würden, wäre dieser Thread nicht nötig!
 
stummerwinter schrieb:
Vergessen wir mal 1 bis 4, den Rest, naja, wenn sich alle daran halten würden, wäre dieser Thread nicht nötig!
Geht mir genauso. Und ganz ehrlich: Ich halte mich daran, und erziehe auch meinen Sohn danach. Möchte jetzt nicht in die Religion abtauchen, und deswegen schreibe ich auch nicht mehr darüber.
Aber leider hast Du Recht. Würden sich alle daran halten, wäre vieles einfacher.
 
Hehe, ja für mich persönlich zählen halt alle 10, aber das ist was anderes.
Ich wollte halt auch damit ausdrücken, was Stummerwinter gesagt hat, mit 5 - 10 zu beachten.

Wenn sich _alle_ dadran halten würden, dann wäre hier einiges anders. Dann würde alles anders ablaufen, wie es jetzt ist. In der Politik, sowie auch in der Freizeit und was weiß ich sonst noch alles.
 
Recht haste!
Und weil sich wahrscheinlich schon damals, als die Gebote erlassen wurden keiner daran gehalten hat, wurden sie erlassen. Aber nicht von Gott, sondern von Menschen. Lest mal Platon, wie er biiterböse über die Jugend von Athen klagt. Also, nüscht neues.
Cerberus
 
Re: trägt auch die Presse zumindest Mit-Schuld?

tux73 schrieb:
Das ist für sich genommen ja nichts schlechtes, solange da ein moralischer Dämpfer drauf liegt. :) Die zitierten §§ 5 bis 10 lassen sich doch ohne allzu großen Informationsverlust auf eine Regel zusammenfassen: Was Du nicht willst, was man Dir tu´, das füg´ auch keinem andren zu! :D Wenn man, um selbst keinen Schaden zu erleiden, anderen keinen Schaden zufügt, ist das imho ein egoistisches Handlungsmotiv.

Ich denke aber, das dieser Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung in vielen Fällen gar nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Der moralische Dämpfer ist dann natürlich nicht mehr vorhanden, und es beginnt der Selbstbedienungsanspruch. Die sich nicht nur in Kriminalität äußert, sondern generell in unserer Neidgesellschaft mit Vollkasko-Mentalität.

Unsere Kinder und Jugendlichen würde ich von dieser Kritik gerne ausnehmen. Zum einen, weil ich dort hoffnungsvolle Änsätze sehe, die andere hier auch schon angesprochen haben. Zum anderen, weil dieses Verhalten imho gerade bei der etwas älteren Erwachsenen-Generation am stärksten ausgeprägt ist.

Ciao, Tiguar
 
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