Zählt "billig" mehr als ein sehr guter Abschluss?

Yo Mr. White

Lieutenant
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Hallo,

ich bin seit 2,5Monaten auf Jobsuche und was ich in der Zeit alles erleben musste treibt mir die Tränen in die Augen. Ich habe mein Info-Studium vor kurzem mit „sehr gut“ abgeschlossen.

Firma 1 fängt an mein Gehaltswunsch in im D-MARK umzurechnen um mir zu zeigen wie viel ich doch eigentlich verlange. Dann wird noch einer draufgesetzt und man sagt mir noch was er als Arbeitgeber denn noch an den Staat zahlen muss. Fazit war, er wollte mir weiß machen, dass meine verlangten 2500€ für ihn ja eigentlich knapp 10.000D-Mark sind.

Firma 2 fand meine Leistung und meinen Abschluss richtig gut. Doch dann machte die Firma den Vorschlag ich sollte 4 Wochen bei denen Arbeiten, was ja theoretisch kein Problem war, nur wollten die nichts zahlen. Sie wollten das mit dem Arbeitsamt so klären dass ich da nur zur Probe bin. Seine Aussage war, dass ich ja weiter Arbeitslosengeld bekomme. Das ich nicht lache ich bekomme ganze 28,78€ Sozialhilfe! Fazit, ich sollte für nichts Arbeiten kommen und dann hätten sie mich abgeschossen.

Firma 3 – 10 waren der Meinung ich war überqualifiziert. Was heißt denn überqualifiziert? In den Stellenanzeigen stand genau das was ich im Studium gelernt hatte. Oder war mein Gehaltswunsch jenseits der 1500€ zu utopisch? Fazit, hm keine Ahnung was ich daraus für einen Schluss ziehen soll.

PS: Ich habe mehr als diese 10 Bewerbungen geschrieben ;-)

Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht?
 
Das hört sich überhauptnicht gut an ^^

Ich bin angehender GeoInformatiker im 4. Semester und habe auch von anderen Quellen erfahren müssen, dass auch qualifizierte immer mehr entäuscht werden :(

Da ist es sehr von Vorteil, sich auch im Ausland umzuschauen, nur, dann macht ja wieder der Staat Verlust, weil "die" deinen Studium mitfinanziert haben, um später von dir zu kassieren.

Nun, du könntest ja auch etwas tun, in dem du deine Gehaltsvorstellungen auf <=2000 reduzierst, denn kannst ja jedes jahr etwas mehr verlangen, oder zumindest Erfahrung sammeln, um später innerbetrieblich oder in`ner anderen Firma aufzusteigen.

Ich allerdings hoffe in 2 Jahren "gut" abzuschließen und gleichzeitig für ~2000 einzusteigen, was ja heutzutage "noch" machbar ist (in RLP).

Wie gesagt, auch an "Ausland" halte ich noch alles offen. Mögliche Ziele sind unter anderem Länder mit Wirtschaftsboom a`la China, Korea, Türkei, Canada....

Darüber gab es sogar mehrmals Info-Veranstaltungen, und auch die Arbeitsagentur freut sich.

Sogar IHK Mainz gibt Kurse für Leute, die sich über die "IT-Business" in Asien interessieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich will auch definitiv raus aus Europa, ab in die Schweiz. Nur will ich vorher noch Berufserfahrung in Deutschland sammeln.


>> dann macht ja wieder der Staat Verlust, weil "die" deinen Studium mitfinanziert haben, um später von dir zu kassieren.
Der Staat hat mir NIX mitfinanziert, war alles selbsterarbeitet.


>> Nun, du könntest ja auch etwas tun, in dem du deine Gehaltsvorstellungen auf <=2000 reduzierst.
Na ja, ein Kumpel arbeitet im Baumarkt ein anderer zerlegt Schweine/Rinder, und die sollen mehr verdienen als ich? Ich will den Ihre Arbeit nicht abwerten, aber normal wäre das wohl nicht.

MfG
 
Der Staat hat mir NIX mitfinanziert, war alles selbsterarbeitet.
du hast das gehalt der profs, den gebäudeunterhalt gezahlt? du hast viell. keine unterhaltsleistungen vom staat erhalten, die uni wird aber zum ganz großen teil vom staat/land bezahlt.
 
>> du hast das gehalt der profs, den gebäudeunterhalt gezahlt?
Nein. Aber meine Eltern mit ihren Steuern!

MfG
 
°A8 schrieb:
Ich will auch definitiv raus aus Europa, ab in die Schweiz.
Genau, ab nach Asien! :lol: :freak:

Ich will ja hier niemanden zu nahe treten, vorallem weiß ich ja garnicht was genau ihr Studiert habt, aber Fakt ist nunmal das ihr derzeit nur Theorethiker seid und zwischen Theorie und Praxis besteht ein großer Unterschied. Ein Einstiegsgehalt ist nunmal leider nicht so hoch.
 
Ich will auch definitiv raus aus Europa, ab in die Schweiz.
Bitte was?
Wo ist den nach deiner topografischen Vorstellung die Schweiz? In Amerika? :D

@Topic:

Aller Anfang ist schwer. Meine Wenigkeit hat schon während des Studiums mit Honorarjobs angefangen (max. 1300 Euro/Monat), nun habe ich seit 2,5 Jahren eine Anstellung (inzwischen Festanstellung; an dieser Stelle liebe Grüße an meinen Rechtsanwalt!) und bekomme knappe 2.400€ brutto. Kollegen, die dieses Jahr eingestellt wurden, fangen mit etwa 2000€ an...

Diplom ebenfalls "Sehr gut"! ;)

Verschickte Bewerbungen: ca. 45
Einladungen zum Vorstellungsgespräch: 5
Zusagen von der Firma aus: 3

Hlift dir sicher nicht viel, aber zur Orientierung vll. interessant.
 
Also mit ~2000€ hätte ja ja überhaupt kein Problem. Aber die oben genannte Firma wo mir meine Gehaltsvorstellung in D-Mark umgerechnet wurde, wollte mir 1.400€Brutto zahlen :/. Und ihr hättet mal die Liste sehen sollte was sie alles verlangt hatten. Und ich konnte nahezu alle Punkte erfüllen. Also bitte, ein wenig mehr bin ich mir schon Wert. Oder?

Sorry meinte nicht Europa sondern EU ;-)

EDIT

Ich wollte eigentlich keine Diskussion über Gehälter etc., sondern Eure unglaublichen Bewerbungsgeschichten hören.

/EDIT
 
Zuletzt bearbeitet:
Kannst uns ja mal mitteilen, was genau du studiert hast, oder habe ich es überlesen?

Unter deinem Nick taucht Dresden auf. Hast du die Bewerbungen nur in und um Dresden herum verschickt oder auch in andere (Bundes)länder?
 
Ich weiß zwar nicht was das ganze zur Sache tut, aber ich habe mich im Umkreis von Dresden beworben, da meine Freundin gerade hier einen Job bekommen hat. Wie gesagt es geht nicht darum das ich bis jetzt noch keinen Job habe sondern das was ich bei den Bewerbungen erlebt habe.

PS: ich bin Dipl.-Ing. für technische Informatik
MfG
 
Ich wollte eigentlich keine Diskussion über Gehälter etc., sondern Eure unglaublichen Bewerbungsgeschichten hören.
Geht aus dem Topic bzw. deinem Eingangspost nicht wirklich hervor, ne?

Tjoa, Bewerbungsgeschichten...
Mit das "Beste" ist mir bei einem sehr bekannten Freemail-Provider passiert.
Dort war eine Stelle frisch ausgeschrieben, ich rufe direkt dort an und stelle einige Fragen nach Qualifikationsanforderungen und sonstigen Erwartungen an Bewerber usw.

Die Personaltante informiert mich aufs ausführlichste, plaudert fröhlich über Internas jeder Art, sagt mir ca. 20 mal auf meine Antworten hin, dass ich wohl "perfekt" zum gewünschten Profil passen würde und ich mich unbedingt bewerben solle. Ja, sie fragte mich sogar, wann ich denn am Besten einen Termin für ein Vorstellungsgespräch einrichten könne.

Nach dem halbstündigen Gespräch hatte ich schon fast das Gefühl, eingestellt zu sein...

Ich natürlich direkt die Bewerbung fertig gemacht und los damit. Nach drei Wochen morgends telefonisch nachgefasst. Fazit des Gesprächs: Ja, wir haben noch ein paar andere Bewerber, aber die würden nicht so gut passen. In einer Woche würde sie sich wegen des Vorstellungsgesprächs melden, ich wäre ja so gut geeignet, blah, blah.

Mittags lag der bekannte DIN A4-Umschlag mit Unterlagen und Standardabsageschreiben im Briefkasten - am selben(!) Tag! :freak:
 
Ok, ich dachte das meine 3 Beispiele aussagekräftig genug sind. Und meine abschließende Frage ;-)

Aber deine Geschichte kenn ich in abgewandelter Form auch :-(.


MfG
 
@b-runner
Wahrscheinlich hast du mit der Putzfrau gesprochen! :lol:

1400€ Brutto finde ich allerdings auch sehr dürftig. 2000€ Brutto dürften es meiner Meinung nach schon sein. Ich kann keine "wilden" Bewerbunsgespräche vorweisen, außer die üblichen 08/15 Vorstellungen.
 
Es geht darum, dass es so aussieht, als ob es genug qualifizierte Arbeitskräfte in der Region Dresden geben würde. Sonst wäre die Möglichkeit einen sehr guten Uni- Absolventen einfach so gehen zu lassen nicht gegeben.

Du bist also ziemlich gebunden? Konnte man das der Bewerbung entnehmen? Hab' so ein Gefühl, dass man diesen Faktor ausnutzt.
Du hast doch davor erzählt, dass du auswandern möchtest, wie ist das mit deiner Freundin vereinbart? Im letzten Post scheinst du ja nur wegen ihr zu bleiben.
Diese Frage möchte ich gar nicht beantwortet haben. Sie ist mehr oder weniger nur für dich.

Dann habe ich gelesen, dass - wenn genügen Auswahl vorhanden - Absolventen wirklich ausgenutzt werden. Wie du, werden sie gefragt, ob sie einfach einige Wochen/Monate kostenlos arbeiten - verpackt als Praktikum oder "Probezeit".

Deine Situation ist wirklich nicht einfach.

Der einzige Weg, der bleibt, wären weitere Bewerbungen.
 
Ich kenne genügend AG die nicht nach Abschlüssen, sondern nach Berufserfahrung und Referenzen einstellen und bezahlen, aber auch auf andere Eigenschaften grösseren Wert legen.
Die Konkurrenz ist gross. Und wenn es zur Not auch ein Weiterbildungskurs tuen würde, dann wird eben der weniger Qualifizierte genommen, nicht nur wegen der niedrigeren Bezahlung, sondern nicht selten auch aufgrund anderer Qualitäten oder gar Umstände (interne Vergabe usw.) ;)

Und solange es noch genügend Leute gibt, die diese Spielchen mitmachen und für Nasse oder geringtse Bezahlung arbeiten und somit das Lohngefüge kaputt machen, wird sich auch daran nichts ändern.

Das in D Leistung nicht entsprechend gewürdigt wird, sehen wir ja auch an unserer momentanen Ärztesituation /-bezahlung. Kein Wunder das viele abwandern.
 
Abwanderung ist ja im Grunde nichts Schlimmes. Wenn es den Unternehmen recht ist schlechter Qualifizierte Angestellte einzustellen und dieselben dann wirklich in der Lage sind die gleichen Arbeiten für weniger Geld auszuführen, dann ist es doch eine wirklich tolle Strategie! Das Problem ist, dass es nicht so ist!

Wozu studiere ich? Um noch ein mal zu verdeutlichen, dass ich in der Lage bin mehr zu leisten, als diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer sich lieber für die Realschule oder eine Ausbildung entschieden haben. Und genau dieses MEHR an Liestungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft will ich mir auch bezahlen lassen.

Es wird schon noch der Tag kommen, an dem wir - dank unseren immer besseren Fremdsprachenkenntnissen - Deutschland den Rücken zukehren können und im Ausland mit dem Gedanken und Gefühl des Gebaruchwerdens und der Leistungsakzeptanz glücklich sein! Genau dann werden auch die deutschen Unternehmen anfangen zu schreien und zu protestieren!

Und diese deutsche Tugend der Sympathie- und Verwandschaftsbeziehnungen kotzt mich sowieso an. Wo ist denn hier bitte, die im Grundgesetzt manifestierte Gleichberechtigung?
 
Zuletzt bearbeitet:
Relict schrieb:
Und solange es noch genügend Leute gibt, die diese Spielchen mitmachen und für Nasse oder geringtse Bezahlung arbeiten und somit das Lohngefüge kaputt machen, wird sich auch daran nichts ändern.


Naja, was soll man machen, wenn man die Chance hat von der Arbeitslosigkeit in die Arbeitswelt einzusteigen? Irgendwann hat man die Schn***e gestrichen voll und geht auch unterbzahlt Arbeiten. Schlicht und ergreifend weil man den Anschluss nicht verpassen möchte.

Kurz gesagt, man hat teilweise gar keine andere Möglichkeit ;).
 
Also die hier oefter genannten 2000 Euro finde ich schon sehr duerftig. Haette nicht gedacht, dass irgendein Informatiker unter 2500 ueberhaupt arbeiten geht. Ich habe vor 5 Jahren als Ingenieur mit etwa 2800 angefangen und fuer weniger waere ich nicht arbeiten gegangen. Und ich fuehle mich jetzt mit etwa 3200 immer noch deutlich unterbezahlt.

Technische Berufe lohnen anscheinend nicht mehr, wer viel Geld verdienen will, der muss in einer Bank/Versicherung etc. arbeiten und BWL studiert haben. Da fangen die Gehaelter erst bei 3500-4000 an.
 
hi

also manchmal muss ich schon lachen was die leute im leben für vorstellungen haben was das verdinen betrifft! die meinen ich hab studiert ich muss dann auch viel verdienen das ist defenetiv quatsch, ich kenn jemand der ist diplom ingenieur er hat jahrelang studiert und bekommt 2500€ und arbeit schon ziemlich lang. und noch ein beispiel der bruder meiner freundin studiert auch gerade und der prallt auch überall rum das er mal 8000€ verdienen wird des sind träume, so viel verdint ein sehr sehr guter chirog aber nur wenn er ganz viel glück hat, ind deutschland muss man mal aufhören mit dem träumen,der deutsche staat geht den bach runter und damit auch die firmen was denkt ihr nicht jede firma kann es sich leisten jemanden zu unterhalten der 2500€brutto verdienen will. @ °A8 mein vater hat auch ne firma mit 5 angestellten und die verdienen 2500€brutto aber auch nur weil sie ausergwöhnliches leisten und wenn man es umrechtnet kostet mein vater 1 arbeiter mit allen unkosten usw. 5000€ das sind fast 10000Markund das kann sich nun mal net jeder leisten. ALOS ihr müsst mal zu realität zurück kehren und nicht träumen!
 
@kalleberlin
Ja klar, war auch nicht abwertend gemeint. Das ist ja gerade die Misere. Not, Überangebot und Armut drücken den Wert und das AA und HIV förderns im Prinzip noch.

@kisser
Ich kenne Ärzte (Doktoren) deren Gehalt um die 1800 Netto liegt, ganz offiziell und tariflich. Will damit sagen, es trifft alle Branchen, nicht nur die IT-Berufe.
Da verdient so mancher Bierbrauer mehr. ;)
 
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