Zählt "billig" mehr als ein sehr guter Abschluss?

@Omnicron
Ich hoffe, Du sprichst bei Deinen 1.500 € vom Nettolohn. Ansonsten muss ich nur sagen, dass mich nichts mehr wundert, wenn es Absolventen gibt, die so unverschämt niedrige Gehälter annehmen.
Leute, ich rede jetzt zwar nur vom IT-Bereich, aber lasst Euch nicht so runterhandeln! Ein Einstiegsgehalt von 2.500 € - 3.000 € Brutto ist mehr als gerechtfertigt. Wer etwas Glück hat, der kann auch noch mehr rausholen. Vor allem: informiert Euch vor etwaigen Gehaltverhandlungen über die derzeit üblichen Durchschnittsgehälter.
 
@Omnicron: Sehe Ich genauso wie du.
In Zeiten, wo viele Firmen höchstqualifizierten Fachkräfte, die gerade ihr Studium abgeschlossen haben, nur ein (teilweise nicht vergütetes) Praktikum anbieten, kann man schon zufrieden sein, wenn ein Arbeitgeber einem ne "richtige" Chance gibt. Also ein fester Vertrag ist heute schon ne Menge wert, und wenns auch nur ein mickriges Gehalt dafür gibt!
Man ist "drin", und das sollte die Hauptsache sein, die ein Arbeitnehmer an der Stelle sehen sollte. Mit entsprechender Erfahrung steigt auch der Marktwert bzw. die Verhandlungsposition für mehr Kohle!
Ich denke, das hier einige der "Angehenden" noch Vorstellungen haben, die aus den 90er Jahren (also voriges Jahrtausend;) ) stammen und jedem Dipl-Ing ein sehr hohes Einstiegsgehalt gegeben wird!
Wir befinden uns aber mitten in der Globalisierung und die Situation der Berufsanfänger ist eine erste Auswirkung dessen. Firmen können sich diese Arbeitnehmer bei Bedarf auch überall auf der Welt beschaffen, seien es osteuropäische oder asiatische! Der "Markt" ist heute nicht mehr nur auf DE und Nachbarländer beschränkt!

Allerdings gibt es noch Hoffnung für alle Studs, da bei der heutigen Entwicklung (laut vielen Studien und Analysen) in 10-20 Jahren ein unglaublicher Mangel an diesen Fachkräften bestehen wird!
Bringt zwar heute nix, aber die Aussichten sind ja nicht schlecht!:D

PCB
 
Ahem, 3.000 € sind für einen Dipl.-Inf. kein sehr hohes Einstiegsgehalt. In was für einer Welt lebt ihr denn? :freak: Zu .com-Zeiten waren die Einstiegsgehälter wirklich hoch, also so um die 3.500 € - 4.000 € oder mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
@SheepShaver & kisser: Das mag ja so in euren Vorstellungen / Statistiken sein, die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus!
Ihr werdet in Statistiken auch nirgendwo finden, dass die Arbeitgeber in großem Umfang den Leuten nur Praktika anbieten, mit der "Aussicht" auf eine Festanstellung. Und doch ist es mittlerweile fast gang und gäbe, mit den Leuten so umzuspringen!

Versteht mich nicht falsch, wenn Ihr einen Job findet mit super Einstiegsgehalt, dann greift zu! Nur könnt Ihr euch heutzutage darauf nicht berufen oder verlassen !

Während meiner Ausbildung zum FISI haben die uns auch Einstiegsgehälter von 5000+ € in Aussicht gestellt, aber keiner den Ich kenne, hat dieses Gehalt dann bekommen. Standard ist hier mittlerweile 1500 - 2000 €.

Ihr müsst mal die Konkurrenz betrachten, ein gut ausgebildeter Programmierer in Indien macht die Arbeit für 500-800€, die hier von "Studierten" mit 3000-4000 € Gehalt durchgeführt wird! Und in Indien kommen pro Jahr ca. 100.000 Programmierer mit Abschluß auf den Arbeitsmarkt!
Was würdet Ihr als Arbeitgeber da machen ?

PCB
 
Ich arbeite seit nunmehr 6 Jahren in der IT (zuvor in der Textil- und Bürokommunikationsbranche) für einige der weltweit größten IT-Häuser und kann nur sagen: der Wind hat gedreht. Wenn heutzutage hier noch jemand mehr als 4.000 € (+ Boni) bekommt, dann sind es gestandene Projektmanager/-leiter mit entsprechenden Erfahrungsjahren auf dem Buckel.
Gut, sicherlich kommt noch ein gewisses geographisches Ungleichgewicht hinzu - in München sind die Gehälter grundsätzlich höher aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten.
Ansonsten stütze ich mich nicht auf Statistiken (wenns danach ginge, müsste ich im Geld ersaufen), sondern auf Erfahrung.
 
PCB schrieb:
@SheepShaver & kisser: Das mag ja so in euren Vorstellungen / Statistiken sein, die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus!
Das sind keine Vorstellungen, die ich habe, sondern ist die Wirklichkeit. Ich habe meinen Abschluss vor anderthalb Jahren gemacht. Unter meinen Komilitonen war ich mit meinen 2.500 € Einstiegsgehalt derjenige, der am wenigsten bekommen hat. Ich hatte schlussendlich den Job trotzdem angenommen, weil mir das Arbeitsumfeld und die Stelle so sehr zugesagt hatte. Naja, glücklicherweise verdien ich mittlerweile ein bisschen mehr.
 
Hm, eigentlich wollte ich gerade noch editieren, aber da war wohl einer schneller. Also, hier noch mal hinterher geschoben: bei Mitarbeitern mit hohen Einstiegsgehältern ist die Hemmschwelle bei Arbeitgebern größer, diese zu Fortbildungen zu schicken. Solche und andere Überlegungen sollte man auch nicht unberücksichtigt lassen.

So, nun muss ich wieder was tun.
cu
 
PCB schrieb:
@SheepShaver & kisser: Das mag ja so in euren Vorstellungen / Statistiken sein, die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus!

Also ich betrachte mich als "wirklich" und arbeite auch nur in einer kleinen Firma mit 35 Angestellten. Habe mich damals auch bei einer grossen Firma beworben und dort haette ich dann fuer 3700 angefangen.

PCB schrieb:
Ihr müsst mal die Konkurrenz betrachten, ein gut ausgebildeter Programmierer in Indien macht die Arbeit für 500-800€, die hier von "Studierten" mit 3000-4000 € Gehalt durchgeführt wird! Und in Indien kommen pro Jahr ca. 100.000 Programmierer mit Abschluß auf den Arbeitsmarkt!
Was würdet Ihr als Arbeitgeber da machen ?

PCB

Das zeigt nur, dass der Arbeitsmarkt nicht funktioniert. Wenn ein Stellenmangel vorliegt (Anzahl Ing. > Anzahl Stellen), dann wird von den Arbeitgebern der Preis gedrueckt.
Nur umgekehrt ist bei Stellenueberschuss und Ingenieursmangel kein Arbeitgeber bereit, die (nach den Gesetzen eines Marktes) faelligen hoeheren Preise zu zahlen, dann wird lieber gleich nach einer Greencard geschrien. Und da hoert bei mir dann das Verstaendnis auf.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/67152


Zitat:
Nach aktuellen Schätzungen des VDE werden in diesem Jahr rund 8000 Absolventen die Hochschulen verlassen, welche den Bedarf nach Experten in Wirtschaft und Forschung nicht decken können.

Der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure hält der VDE für attraktiv, weil Absolventen nicht nur in der klassischen Elektro- und ITK-Industrie, sondern darüber hinaus auch in fast allen Industrie- und Dienstleistungszweigen gefragt seien – das Spektrum reiche von der Automobilindustrie und dem Maschinenbau bis hin zur Medizintechnik und Unternehmensberatung.
 
Ich habe mal gelsen das 1/3 aller Jobs durch Beziehungen zustande kommt, dass kann ich persönlich bestätigen, da ich sehr lange eine Ausbildungsstele suchen musste uns bei geprächen mit anderen Suchenden oft erfuhr, dass diese Firmenmitarbeiter etc. kennen oder sogar mit ihnen verwandt sind. Die Noten usw. sind in solchen Fällen teilweise zweitrangig
 
Siggi3523 schrieb:
Ich habe mal gelsen das 1/3 aller Jobs durch Beziehungen zustande kommt...

Ich würde die Zahl sogar noch höher ansetzen, vor allem in den Bereichen in denen studierte Arbeitnehmer vorkommen. Ich schätze (auch aus pers. Erfahrung) mit bis zu 80%, je nach Firma und Branche.

In Bereich Facharbeiter ist das bestimmt weniger, aber weiter oben ist Vitamin B das wichtigste.

Stichwort: openbc ;)
 
@sheepshaver

Kannst du mir evtl mal die Adressen der Firmen geben die soviel Einstiegsgehalt zahlen ?

Ich selbst arbeite in der IT bei einem externem IT - Dienstleister. Die sind die totalen Abzocker, nach dem ich weiss, was die für mich bekommen. Also ich bin zwar net studiert aber mittlerweilen 6 Jahre berufstätig und verdiene gerade mal 2000 BRUTTO !!! Mehr ist bei dem Saftladen nicht rauszuholen weil die immer mit den selben Ausreden kommen von wegen AUftragslage und "Sie können froh sein soviel zu verdienen". Kollegen die gerade ihren Abschluss gemacht haben wurde ein Einstiegsgehalt von 1400 Brutto angeboten. Ich erhalte dieses Gehalt übrigens seit mind 3 Jahren also auch schon bevor ich meinen Abschluss zum Fachinformatiker gemacht habe !

Also ich bin momentan auf der Suche nach einem neuem Job weil ich auch wieder zurück in meine Heimatstadt möchte aber es hagelt nur Absagen. Bewerbung schreiben ist tlw schon eine Art Studium geworden.

Wäre schon froh wenn ich nen Job bekomme der mir 20 EUR die Std einbringt. Denke ernsthaft darüber nach zur Müllabfuhr zu gehen wenn die das selbe Gehalt zahlen wie ich momentan bekomme und ich muss mich nicht mehr mit blöden Usern/Kunden rumschlagen ;)
 
Hallo Daydreamer,

der einfachste Ansatz wäre doch bei Deinen Kunden vor Ort mal anzufragen ob die noch Leute suchen oder auch was für Gehälter da gezahlt werden.

Wenn Du dort gute Arbeit leistest, besteht da vielleicht eine Möglichkeit. Oder versuch es mal direkt im Personalbüro. 2000 brutto liegt jedenfalls eher im Bereich z.B. einer Friseurmeisterin. Dafür muss man nicht studiert haben.

Jedenfalls um mehr zu verdienen, würde ich versuchen in eine grössere Firma (Bosch, Siemens, ...) reinzukommen. Auch wenn das heutzutage sicher schwierig ist.
Was hast Du eigentlich studiert? Fachinformatiker hört sich eher nach FH an?

MfG

Arnd
 
@Arnd:
Fachinformatiker ist ein Lehrberuf. FH-Titel sind wie "Dipl.-Inf. (FH)"

Zum Thema:
Wer eine gutbezahlte Stelle findet soll sich freuen, wer sich nicht mit "niedrigen" Einstiegsgehälter wie 2.500,- € Brutto abfinden kann nun der muss halt so lange suchen bis er den Arbeitgeber findet der ihm sein Wunschgehalt zahlt.

Die c't-Statistiken sind ja ganz nett, nur leider vermitteln sie m.E. falsche Vostellungen. Laut diesen Tabellen müsste ich auch als Einsteiger gut das 1,5fache verdienen. Tue ich aber nicht. Ich habe ca. 2.200,- € Brutto und bin damit zufrieden. Reich wird man zwar nicht bei, aber als Einsteiger ... Wenn ich dann nach Vertragsablauf meinen Wert gesteigert habe, bin ich auch in einer besseren Position für Gehaltsverhandlungen.

Zum eigentlichen Thema:
Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, da ich nur eine Bewerbung abgeschickt habe und genommen wurde. Einige Kommilitonen, die ungefähr zur selben Zeit fertig gewesen sind, haben mir berichtet, das ein "sehr gut" zwar ganz nett ist, aber weit aus mehr die Erfahrung zählt. Nun, die zu bekommen ist ja bekanntlich schwer, wenn man nirgends genommen wird, weil die Berufserfahrung fehlt usw. Bekommt ein Angebot, bei dem es nur für einen Punto reicht anstatt für einen Porsche, nun, dann sollte man nicht zu wählerisch sein ... sonst fährt man irgendwann nur noch Rad.
 
Scheuch schrieb:
Die c't-Statistiken sind ja ganz nett, nur leider vermitteln sie m.E. falsche Vostellungen. Laut diesen Tabellen müsste ich auch als Einsteiger gut das 1,5fache verdienen. Tue ich aber nicht. Ich habe ca. 2.200,- € Brutto und bin damit zufrieden.


Nur weil du nicht soviel verdienst wir dir eigentlich zustuende denkst du die c't Statitiken vermitteln falsche Vorstellungen?

Ich denke, DU hast hier die falschen Vorstellungen und laesst dich schoen von deinem Arbeitgeber ausbeuten. Den wird das sicher freuen, so einen Dummen gefunden zu haben. Der folgende Satz ist schon mehr als genug Beweis dafuer:

"...da ich nur eine Bewerbung abgeschickt habe und genommen wurde"


Klar doch, fuer hoechestens 2/3 des zustehenden Lohnes nehmen die JEDEN.
 
Nicht unbedingt ... is öffentlicher Dienst und an BAT gebunden ... und gemäß meiner Qualifikation (FH-Diplom) und den bewilligten Mitteln gibts nicht mehr bei in einem staatlichen Institut. Mag sein, das es in der freien Wirtschaft mehr gibt, aber die in den Statistiken vermerkten Zahlen erscheinen mir trotzdem zu hoch.

Des Weiteren brauchst du mich nicht gleich als dumm bezeichnen, nur weil ich eine andere Auffassung habe.
 
hm, ich versteh so manche dinge hier nicht....
zum einen den ausgangspost des threads. er bekommt 28€ sozialhilfe (was absolut unmöglich erscheint, es sei denn die eltern oder lebenspartner verdienen so viel das sie damit auskommen müssten) und auf der anderen seite fordert er über 2500€.(als berufsanfänger, der sich noch nie in der praxis bewiesen hat!)
und stell mir ehrlich gesagt die frage wie man auf so ein schmales brett kommt und das für realistisch hält. klar würde man als student mehr erwarten können als die genannten 1500€ oder so. aber das sich bei solchen gehaltsvorstellungen jeder 2te querstellt dürfte bei den vorraussetzungen die da mitkommen nicht allzu schwer fallen. die sachlage läge sicher anders wenn er etwas praktische erfahrungen aus praktika oder durch kurze einsätze auch belegen könne das er den theoretischen teil umsetzen kann den er da jahrelang gelernt hat.
denn so lange das nicht geklärt ist ist es wie n glücksspiel für den arbeitgeber.

zum anderen versteh ich hier nicht so ganz warum mit statistiken um sich geworfen wird, wo man doch an jeder ecke sehen kann das die wirklichkeit anders aussieht. da fällt mir n alter spruch ein der damals auf meiner wirtschaftsschule immer wieder rausgekramt wurde "traue keiner statistik die du nicht selbst gefälscht hast".;)
 
Scheuch schrieb:
Nicht unbedingt ... is öffentlicher Dienst und an BAT gebunden ... und gemäß meiner Qualifikation (FH-Diplom) und den bewilligten Mitteln gibts nicht mehr bei in einem staatlichen Institut.

Dann schreib das doch gleich dabei, dass der Staat kein Geld hat weiss doch jeder.

Scheuch schrieb:
Mag sein, das es in der freien Wirtschaft mehr gibt, aber die in den Statistiken vermerkten Zahlen erscheinen mir trotzdem zu hoch.

Sind sie aber nicht. Glaubst du Heise wuerde Statistiken faelschen? Das sind durch Umfragen unter Berufstaetigen ermittelte Werte, was soll also daran nicht stimmen.

Scheuch schrieb:
Des Weiteren brauchst du mich nicht gleich als dumm bezeichnen, nur weil ich eine andere Auffassung habe.

Ich habe dich nicht als dumm bezeichnet. weil du eine andere Auffassung hast, sondern weil ich der Meinung war, dass du dich zu billig verkauft hast, aber das hat sich ja durch deine Taetigkeit im oeffentlichen Dienst geklaert.



KL0k schrieb:
zum einen den ausgangspost des threads. er bekommt 28€ sozialhilfe (was absolut unmöglich erscheint, es sei denn die eltern oder lebenspartner verdienen so viel das sie damit auskommen müssten) und auf der anderen seite fordert er über 2500€.(als berufsanfänger, der sich noch nie in der praxis bewiesen hat!)
und stell mir ehrlich gesagt die frage wie man auf so ein schmales brett kommt und das für realistisch hält.

Wir reden hier von Gehaeltern fuer Berufsanfaenger und die liegen nunmal so hoch, wenn man sich nicht ueber den Tisch ziehen laesst. Ausserdem muss man als Berufsanfaenger nichts beweisen, es gilt bei jedem neuen Job ohnehin 6 Monate Probezeit und wenn dein Arbeitgeber der Meinung ist, dass du dein Geld nicht wert bist, dann kann der dich auch schon nach einem Monat rauswerfen. Also ist das kein Argument gegen die Einstiegsgehaelter.
 
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