Zivilcourage endet tödlich

@r0b-tbo
Das steht WO? Gezielt? Das ich nicht lache.

Warst du schon mal in der Situation Gewalt von dir abwenden zu müssen?
Ich schon als ein paar Halbstarke auch dachten sie müssten uns aus dem Nichts anpöbeln und eine Schlägerei anzetteln. Da geht es einem als Opfer nicht gerade so das man dort gezielt irgendwas machen kann, außer vielleicht wenn man irgendeine Kampfsportart trainiert hat.
Es geht wild durcheinander, zudem waren die Opfer alkoholisiert und in einem Gerangel kann man wohl kaum gezielt irgendwas machen.

Und meine Quelle bzgl des Schusses ist ein Zeitungsartikel vor zig Jahren (10Jahre +), dort wurden Polizisten zu einem Ehestreit gerufen, sie standen vor der Tür und der stark alkoholisierte Ehemann kam auf die Beamten mit einer Bierflasche zugerannt, sich auf den Beamten stürzte, wobei dieser, welcher noch recht jung und unerfahren war, einen Schuss auf den Angreifer abgab und dieser schwer verletzt dann ins Krankenhaus kam.
 
War ich, allerdings gehe ich nicht mit einem Messer aus dem Haus und habe die Situation dennoch geregelt.

Bezüglich dem Polizisten : Wenn das alles so stimmen sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser keinerlei (disziplinäre) Konsequenzen zu tragen hatte, da sein Vorgehen definitiv nicht rechtens war.
 
Wenn ich mit einer Flasche einen Polizisten angreife, mit der ich durchaus jemanden töten kann, muss ich damit rechnen das er sich wehrt. Da hat der Polizist auch jedes Recht zu.

In einer Gruppe Jugendlicher, wo heutzutage Respekt über alles zu gehen scheint, die voller Hass auf die Gesellschaft sind macht sich keiner Gedanken über etwaige Strafen. Die sind eh total perspektiv- und gefühls-los. Härtere Strafen werden da kaum abschrecken.
 
@r0b-tbo
Ja du, schön. Das Opfer aber in dem Fall wußte sich nicht anders zu helfen. Was sollte er machen? Solange auf sich einprügeln lassen bis er stirbt? Der Mensch hatte Panik, Todesangst und da geht es im Bruchteil von Sekunden darum was er machen soll und da hat er das Messer genommen. Kann ich nachvollziehen. Und wenn er einen Maurerhammer genommen hätte, weil er ihn dabei gehabt hat, wäre es auch ok.
Man kann wohl in der Situation davon ausgehen das dem Opfer sein eigenes (körperliches) Wohl wichtiger ist als das des Angreifers. Ich würde auch nicht in den Millisekunden darüber nachdenken, was wohl besser wäre, sondern einfach handeln.
Das ist eine ganz natürliche menschliche Eigenschaft und Reaktion. Entweder du oder ich. Und vielleicht war Sven G. es gar nicht so sehr bewusst was er gerade in der Hand hatte. Angst, Panik, Adrenalin, Alkohol - keine gute Mischung.
Aber hier wurde das Opfer von der Justiz zum Täter gemacht und das kann es nicht sein.


Und zu den Polizisten, ein recht aktueller Fall
http://www.regensburg-digital.de/?p=2830

Ok, der Polizist angegriffene Polizist stand unter Lebensgefahr, Gebrauch der Schusswaffe war in Ordnung.
Aber 10 Schuss?
Den Angreifer hätte man mit 1-2 Schuss überwältigen können, doch das war eher schon eine Art Hinrichtung.
 
Ich glaube man kann diskutieren und diskutieren und wenns drauf ankommt, reagiert man doch anders, also in einer absoluten Streßsituation und somit Ausnahmesituation.
Als sich vor 2 Jahren 2 Autofahrer geschlagen haben, weil der eine dem anderen die Vorfahrt genommen hat, habe ich auch besonnen reagiert und erstmal die Polizei gerufen. Lustigerweise war ich der einzige Zeuge, obwohl mehrere Leute herumstanden und dann zu Protokoll gaben sie hätten nichts gesehen, ich hingegen durfte zur Kripo und meine Aussage machen.

Ich bin 30, habe schon ne Menge erlebt (früher noch, vom Groundhopping beim Fußball) und richtig Schiss hatte ich erst 2x im Leben. Das war keine Angst im Sinne von "Hilfe, die schlagen mich sicher" sondern eher "Wenn der Mob nun aggressiv wird, wars das). In einer dieser Situationen ist ein Kumpel von mir eingeknickt, obwohl er jahrelang Kampfsport gemacht hat. Er hatte Angst und Angst lähmt.
Zum Glück konnte die Situation diplomatisch gelöst werden, 20 gegen 4 (bzw 3, einer von uns ist geflohen) wäre dann doch echt unfair geworden.

Zivilcourage kann man erwarten, jedoch nach Abwägung der Gefahren.

Das mit dem Studenten lief übrigens gestern oder vorgestern im Fernsehen, ein Psychologe meinte das mache Polizisten in Streßsituationen dazu neigen, nen ganzes Magazin leerzuballern, ohne die rationalen und logischen Punkte mit einzubeziehen.
 
@Turbostaat
Stimme ich dir absolut zu, dass sich 10 Schüsse wirklich übertrieben anhören. Eine Stellungnahme vom Polizisten wäre interessant, aber : "Nach wie vor laufen allerdings die Ermittlungen."
 
Wenigstens weiss Herr Seehofer wer der Schuldige für den Überfall ist. Und Killerspiele haben wahrscheinlich auch zu der geringen Hilfsbereitschaft geführt...So ein D####
 
@Turbostaat

verstehe mich nicht falsch, aber deine antwort zu meinem post ist überflüssig. ich hab dir nicht widersprochen. ich hab im grunde bestätigt was du geschrieben hast aber unterstrichen, dass man da sehr sorgfälltig abwegen muss. und ja, der betroffene kann das nciht immer und genau das muss man dann im nachhinein auch berücksichtigen.

@r0b-tbo
ich hät auch geziehlt den hals angegriffen. wenn mein leben in gefaht ist riskiere ich nicht, dass der angreifer wiederaufsteht nach dem ich das glück hatte ihn mal zu erwischen um mich dann fertig zu machen. wenn ich mich wehre, dann versuche ich immer auf nummer sicher zu gehen. als opfer will man nicht kämpfen, man will den angreifenr SICHER abwehren und das so schnell und effektiv wie möglich!

@DaBigTank
deine einstellung zeigt die ingoranz gegenüber den tätern. diese ignoranz haben sie schon vorher erlebt. diese ignoranz ist es welche in vielen, bei jugendlichen meistens die ursache ist, warum sie letzen endes so abegestummpft gegenüber anderen sind, dass sie dazu in der lage sind.
die meisten dieser menschen sind nur deswegen in der lage so wenig mitleid und wertempfinden gegenüber ihren opfer zu empfinden, weil sie selbst ihr elben lang ignoriert und fallen gelassen wurden. genau diese einstellung ist das, meist solche täter erst erzeugt.

das trifft natürlich nicht auf jeden zu, aber auf viel zu viele. es gibt zu wenige die fragen "warum?", aber immer viel zu viele die sie gleich für immer wegsperren wollen. ich kenne diese menschen, cih bin in gegenden aufgewachsen wo ich zusehen konnte wie sie entstehen.
Ergänzung ()

goodfella schrieb:
Das mit dem Studenten lief übrigens gestern oder vorgestern im Fernsehen, ein Psychologe meinte das mache Polizisten in Streßsituationen dazu neigen, nen ganzes Magazin leerzuballern, ohne die rationalen und logischen Punkte mit einzubeziehen.

das trifft auf normale menschen zu. aber bei polizisten sollte das nicht zutreffen. die werden extra und langwierig trenniert, damit sie in solchen situation eben nicht reagieren. und ja sowas is möglich. aber auch ja, es gibt keine garantie dafür.

deswegen muss man dem auf dem grund gehen, dennoch sind meine zweifel am polizisten hier wesentlich.
 
Nunja mit Ignoranz hat das meiner Meinung nach nix zu tun. Ich finde einfach dass man solchen Leuten die aus absolut keinem Grund zu so einer Tat fähig sind absolut keine Toleranz zukommen lassen sollte!
 
die ignoranz liegt darin, dass du "keinen grund" unterstellst, nur weil er für dich nicht ersichltich ist. es gibt IMMER einen grund, warum jemand dazu fähig ist so "grundlos" und brutal jemanden zu überfallen. und bei jugendlichen ist das meist ignoranz.
 
DarkInterceptor schrieb:
ich für meinen teil würde auch nur einschreiten wenn ich zeugen hätte die bezeugen das ich nur geholfen hab um jemanden zu schützen

Ich glaube du ziehst da einen falschen Vergleich heran. Der Fall das Frauen Gewalt duch Ehemann/Freund ausgesetzt sind, aber trotzdem keinen Beziehungsbruch sprich Hilfe wollen ist etwas ganz anderes. So eine Situation hatte ich auch schonmal erlebt und war dann total irritiert, als sich auf einmal das Blatt drehte. Ich glaube heute würde ich vorher einmal ganz bestimmt nachfragen.

In dem aktuellen Fall ist so eine Entwicklung aber ganz sicher nicht zu erwarten gewesen, zumal es auch noch mehrere Beobachter gegeben haben soll. Und wer in so einer Situation zuerst einmal an seine juristische Sicherheit denkt, naja, immerhin geht es im Falle des Falles um Menschenleben.

FlauschigesPony schrieb:
Ich glaube nicht, dass dies ein Problem einer bestimmten Gesellschaft sondern eher der Spezies Mensch ist; soetwas wird man überall und immer wieder beobachten können.
Mir fällt dazu das Video eines angefahrenen Rentners, das mit einer Überwachungskamera aufgenommen worden ist, in den USA ein, der nach einer doppelten Fahrerflucht bewusstlos auf der Strasse lag und ~~50 Passanten und Autofahrer kamen an den bewusstlosen Mann vorbei, ohne dass auch nur einer reagiert hätte. Auch könnte man das dritte Reich hier als Beispiel erwähnen, wo extrem viele Leute bekanntermassen weggeschaut haben.

Also ich würde hier schon ganz klar differenzieren. Auch wenn ich nicht zu den Älteren hier gehören werde, aber zumindest zu meiner frühen Jugendzeit war das doch rein gefühlt anders. Wer gerne mal abends weg geht wird wohl unweigerlich bemerken, dass er einmal häufiger in Konfliktsituationen und in solche mit höherer Intensität gerät. So empfinde ich es zumindest und gewöhnt habe ich mich nie daran.

Robert. schrieb:

Das mit dem Studenten ist in der Tat eine Art Paradefall. Wer die Kollegen auf Täterseite kennt wird wissen wie weit die in so einem Fall gehen. Entweder man setzt sich entschiedenst zu Wehr oder man beißt nachher selbst ins Grass. In diesem Fall wurde der Angreifer dabei schwerst verletzt. Auch wenn ich ganz sicher nicht zu einem Messer gegriffen hätte, auch bei waffenloser Verteidigung kann der Täter im ungünstigen Fall schwer verletzt werden.

Hier muss die Justiz in Zukunft genauer die Verhältnismäßigkeit abschätzen, wenn dem Opfer im schlimmsten Fall der Totschlag droht.

Es gibt genug andere wesentlich offensichtlichere Körperteile (Hand, Arme, Beine...), die durch eine Messerattacke solche Schmerzen hervorrufen, dass der gegenüber sofort handlungsunfähig wird

Das wäre mir neu. Wenn viel Adrenalin im Spiel ist zeigen selbst mittelfristig tödliche organische Verletzung durch Messerangriffe zum Teil erst nach Minuten eine Wirkung. Bei periphären Verletzungen gilt das ganz besonders. Ich kannte ein Opfer das die Veretzungen, wohl unter der Kleidung, zuerst nicht einmal bemerkt hat und dann per Not-OP mit Glück überlebt hat.

surfix schrieb:
Ich würde in solchen fällen sogar die Anwendung der Todesstrfe in betracht ziehn. Denn wer garantiert das wenn die wieder rauskommen es nicht wieder tun ?

Jetzt fordern ja viele Seiten eine Verschärfung des Strafrechts. Dass dies die Täter nicht interessiert dürfte ja allgemein bekannt sein.

Wichtiger wäre mir persönlich das unser bestehendes Strafrecht auch angewandt wird. Laut Polizeibericht waren diesmal alle Täter polizeibekannt und auch die Erfahrung zeigt, dass selten jemand mit einem Tötungsdelikt in die Szene einsteigt. Vielfach handelt es sich um Intensivtäter die ganze Akten füllen. Wie kann es sein das jemand drei Dutzend Strafverfahren am Hals hat und ungehindert weitermachen kann. Irgendwann müssten doch längst das gehobene Strafmaß, Erziehungsmaßnachmen und schließlich Haft gegriffen haben.

Die Täter halten das System so zum Narren. Und verlieren spätestens nach den ersten paar ungeahndeten Aktionen auch noch den letzten Respekt vor dem Gesetz, den Sie vor dem Menschen anscheinend schon verloren haben. So kann man dem Problem nicht beikommen

Turbostaat schrieb:
diejenigen die in der Lage waren in irgendeiner Form zu helfen und es verweigert haben, sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

Das ist auch eine schwierige Geschichte, die Polizei rufen kann jeder, dass sollte klar sein und ist im aktuellen Fall ja wohl auch geschehen.

Hier aber tätlich einzugreifen ist schon wieder etwas anderes. Wenn ansonsten keiner mitmacht freuen sich die Täter über ein zweites Opfer, denn wer einen erschlägt, der macht auch vor dem zweiten nicht halt. Das Problem ist dabei ja meistens noch, dass die entsprechenden Heranwachsenden meistens körperlich zumindest dem Durchschnitt überlegen (auf entsprechende Situationen hin trainierend), skrupellos vorgehend und vor allem gewalterfahren sind.

Jetzt nehmen wir mal 15 Menschen, entsprechend der Zahl in den Medien genannter Passanten, aus der Masse der Bevölkerung, die Hälfte Frauen (auch wenn das nix heißen muss), im ÖPNV nochmal die Hälfte Rentner, übliche Anzahl Kinder, einige müssen schnell den Anschluss bekommen und sind sofort weg, bleiben vielleicht noch zwei die in Frage kommen einzuschreiten, einer setzt sich sofort ab. Und jetzt stelle ich mir vor wie ich als letzter übrig bleibe. Das eigentliche Opfer ist sofort bewusslos, vielleicht längst getötet. Die Täter vielleicht auch noch bewaffnet, ohne das ich es weiß. Verdammt hohes Risiko!

Rettungswagen rufen, die Täter suchen dann wahrschneinlich schon das Weite, 1. Hilfe.

Das man mich dann noch wegen unterlassener Hilfeleistung anklagen möchte käme mir gar nicht in den Sinn.


Was mich persönlich total gestört hat war, dass in den geschätzten fünf Nachrichtensendungen in denen das gestern Abend thematisiert wurde, jedes mal davon die Rede war, dass man "in Zukunft ähnliche Taten durch den Ausbau der flächendeckenden Videoüberwachung im öffentlichen Raum verhindern möchte".

Aha? Und wie bitte soll das funktionieren? Sollen diejenigen die nicht davor zurückschrecken einen Menschen vor den Augen vor einem Dutzend Passanten auf brutale Weise zu töten durch Kamerapräsenz abgeschreckt werden? Das hilft höchstens bei der Fahndung und die Medien freuen sich über die Videoaufnahmen. Sinnloser Aktionismus, beschrieben in Aussagen wie die der oberen sind aber meiner Meinung nach eine absolute Respeklosigkeit gegenüber den bisherigen Opfern und insbersondere auch zukünftigen.

Edit: ähnliches gilt für Herrn Seehofer. Wenn man keine Ahnung hat einfach mal... . Diese Form der Gewalt würde ich da ganz stark differenziert sehen, auch wenn ich prinzipiell gegen die Darstellung unangebrachter Gewalt in Spielen bin. Mit seinem Killerspielverbot das Problem angehen zu wollen finde ich völlig verantwortungslos.

Eine erhöhte Polizeipräsenz mag hingegen schon richtig sein um schnelleres Eingreifen zu ermöglichen oder überhaupt erst eine ausreichende Anzahl an Polizeikräften stellen zu können.

Wer in dem Zusammenhang das Video in Nachrichten oder bei Youtube gesehen hat, auf dem vor einer Discothek ein Mitglied des privaten Sicherheitsdienstes erschossen wird und die 2 beobachtenden Beamten einem Mob von 50 Leuten hilflos gegenüberstehen wird das wahrscheinlich ähnlich sehen. Weitere Einsatzkräfte waren an dem Abend zuerst nicht verfügbar.

Scheinbar bin ich einfach zur falschen Zeit geboren...
 
Zuletzt bearbeitet:
SuperNoVader schrieb:
1. Wer gerne mal abends weg geht wird wohl unweigerlich bemerken, dass er einmal häufiger in Konfliktsituationen und in solche mit höherer Intensität gerät. So empfinde ich es zumindest und gewöhnt habe ich mich nie daran.



2. Scheinbar bin ich einfach zur falschen Zeit geboren...

1. Ging mir auch so, habe mich auch nie dran gewöhnt. Muss man auch nicht, finde ich. =/

2. Warum das?
 
SuperNoVader schrieb:
Was mich persönlich total gestört hat war, dass in den geschätzten fünf Nachrichtensendungen in denen das gestern Abend thematisiert wurde, jedes mal davon die Rede war, dass man "in Zukunft ähnliche Taten durch den Ausbau der flächendeckenden Videoüberwachung im öffentlichen Raum verhindern möchte".

Aha? Und wie bitte soll das funktionieren? Sollen diejenigen die nicht davor zurückschrecken einen Menschen vor den Augen vor einem Dutzend Passanten auf brutale Weise zu töten durch Kamerapräsenz abgeschreckt werden? Das hilft höchstens bei der Fahndung und die Medien freuen sich über die Videoaufnahmen. Sinnloser Aktionismus, beschrieben in Aussagen wie die der oberen sind aber meiner Meinung nach eine absolute Respeklosigkeit gegenüber den bisherigen Opfern und insbersondere auch zukünftigen.
Sehe ich ähnlich. Die Videoüberwachung hätte in diesem Fall nicht viel gebracht und wird allgemein nicht viel bringen. Die Polizei war bereits informiert (Opfer hat sie bereits in der S-Bahn gerufen) war allerdings zu spät. Die beiden Täter haben sicher nicht umgeschaut um zu überprüfen das keine Kamera da ist. In der Situation ist kein rationales Denken vorhanden (wenn die beiden Typen dazu überhaupt in der Lage sind)
Wenn also eine Kamara da gewesen wäre, hätte diese den Tatvorgang zwar schön aufgezeichnet, ABER die Polizei wäre nicht früher gekommen. Zudem befürchte ich, dass eine verstärkte Videoüberwachung zu noch weniger Zivilcourage führt. Frei nach dem Motto: "Das wird eh aufgenommen, jetzt läuft alles gleich von selbst, ich brauch nichts zu machen"
 
Genau meine Meinung. Eine erweiterung der Videoaufzeichnungen ändert nichts am Verhalten der Menschen und deren Unfähigkeit mal einzugreifen.

Es ist schon erschreckend, dass Moral und Hilfsbereitschaft derart sinken. Es sind selbst die kleinen Dinge die einem Auffallen. Im Supermarkt wird man angerempelt und wenn man denjenigen anspricht ob er sich nicht entschuldigen möchte noch blöde angeguckt oder barsch angefurzt. Oder im Bus wenn ich sehe dass ein eine Mutter mit Kinderwagen einsteigt, dann nicht aufstehen und sich wundern warum man nicht aussteigen kann weil der Kinderwagen im Weg ist.
Oder als Autofahrer wie eine verrenkte Sau fahren und dann ne Vollbremsung machen und Hupen wenn man über den Zebrastreifen geht.

Es hört sich immer einfach an zu sagen: Ja, ich hätte eingegriffen.
Ich würde mir das ansehen, ist die Situation so, dass ich um mein eigenes Leben fürchten müsste würde ich nur die Polizei rufen. Wenn ich es aber mit halbwegs normalen Menschen zu tun habe würde ich dazwischen gehen, auch wenn ich wüsste nachher mit gebrochenen Rippen im Krankenhaus zu liegen.

Auch der Satz: Ich bin kein gewalttätiger Mensch nützt einem in diesen Situationen rein gar nicht. Ich weiss nur eins, ich würde mich strikt daran halten den Angreifer einfach auszuschalten, mit allen Mitteln, so schnell und rücksichtslos wie möglich. Bei Kämpfen um das Leben und die eigene Gesundheit gibt es kein "Richtig oder Falsch" da geht es wirklich nur um die nackte Haut. Und ich glaube Bruce Lee hat da einige tolle Kommentare abgegeben. Diese Leute greifen mich an, ob aus Gründen die ich nicht kenne oder aus keinem ersichtlichen Grund. In jedem Fall gilt es nun die auszuschalten. Ob da einer sich den Schritt halten muss, der zweite seine Augen und der letzte einen Haustürschlüssel im Arm hat wäre mir persönlich völlig egal. Ich rechtfertige mich lieber vor einem Gericht als tot zu sein und mich nicht gewehrt zu haben.

Natürlich merkt man wenn der auf dem Boden liegende nicht mehr kann, einfach Abstand gewinnen. Wenn ich dann daneben stehe und warte bis der wieder aufsteht muss ich mich nicht wundern. Mit Glück rennt derjenige weg, dann wars das doch schon. Ich habe mich verteidigt und gut ist, solange mir keine Gefahr mehr droht.

Und solange ich es als Opfer könnte würde ich rennen was das Zeug hält. Ist natürlich immer so ne Sache wenn einen 4 verfolgen, aber meist reicht das auch wenn man mal rennt wie der Teufel.
 
FlauschigesPony schrieb:
Eigenzitat:

Selbst einige Leute die hier nun posten werden, wären selbst vermutlich nicht eingeschritten.
Doch ich wäre eingeschritten ohne mit der Wimper zu zucken und hätte diese zwei sozialschwachen Abzesse ausser Gefecht gesetzt mit Muskelkraft.
Auch ich stand schon in einer solchen Gewalteskalierten Situation wo 2 Kräftige Kerle vor mir standen und ich erstmal Konversation führen musste da ich nicht wollte das es zu Delikten kommen sollte, habe dieses dann ohne Gewalt lösen können und denen u.a 2x angesagt "Ich warne euch 3x danach gibt es keine Option mehr" wodurch die ein wenig eingeschüchtert waren.Der Sinnlose Grund von den zweien war das halt unsere Schäferhündin an den ihren Hund rumgeschnuppert hat mehr nicht.Ort: in der Fußgängerzone abends 22:30 mit reichlich Publikum.
 
Man sollte das Problem bei der Wurzel packen. Für mich ist das ganz klar die Erziehung und somit die Eltern. Sie haben das gesamte Leben ihres Kindes verpennt und aus ihm eine Killermaschine gemacht.

Wer sollte das Gefahrpotential besser einschätzen können? Die Eltern oder der Psychologe?

Jede Eltern, welche aus ihren Kindern Killermaschinen machen, oder zulassen, dass sie welche werden (falsche umgebung usw.) gehören zur Rechenschaft gezogen!

Einerseits schreckt das alle verantwortungslosen Idioten davon ab, Kinder zur Welt zu bringen. Anderseits werden die Eltern verpflichtet, ihr Kind auf MENSCHLICHER Art und Weise zu erziehen. Nicht mal Tiere überlassen die Erziehung und Fürsorge ihrer Nachkommen dem Rudel oder der Herde.

Ich weiss nicht, wie es heutzutage ist, aber in meiner Schulzeit (bin 20) bekamen meine Eltern Strafen dafür, wenn ich unentschuldigt in der Schule gefehlt hab. Das ist meiner Meinung nach vollkommen richtig.

Ging vielleicht ein wenig am Thema vorbei, aber man darf nie vergessen, was alles geschehen war, bis die Tat passierte.
 
Das ist doch völlig normal, wenn man nicht handelt. Das Wort Zivilcourage wird heute schon so dargestellt, als ob es normal sein sollte, dass man hilft.

Es hat ja auch seinen Sinn, das man nichts tut. Man hält sich eben aus allen Ärger raus, bei dem man nichts gewinnen kann und wo man - wie in München - schlimmstenfalls dann ins Gras beißt. Wäre der Mann nicht eingeschritten, würde er heute noch leben, so einfach ist das. Was lernen wir daraus? Nicht einschreiten. Nachdem das ganze jetzt so durch die Medien gegangen ist, werden sich sicher nicht mehr Menschen einmischen.

Dieser Reflex, bei Streitigkeiten oder Prügeleien nicht einzuschreiten, das ist ja kein neues Phänomen oder nur in Deutschland bekannt.
Warum verhalten wir Menschen uns so? Die Täter sind ja geistig darauf eingestellt, dass es zu Gewalt kommen wird. Sie sind dazu auch physisch in der Lage. Das verschafft ihnen gegenüber den Opfern schonmal einen Vorteil.

Wie man es auch dreht und wendet, in der Natur hat es sich eindeutig durchgesetzt, dass man sich bei einem Kampf zwischen zwei Parteien nicht einmischt. In unserer heutigen Gesellschaft wäre es gern gesehen, wenn es anders wäre und wir ein Volk aus hilfsbereiten Bürgern wären, die immerzu daran denken, älteren Leuten die Platz anzubieten, nach Gewalt aussschau halten um einzugreifen und bei Unfällen sofort anzuhalten.
Das wird einfach nichts. Es fehlt das Belohnungssystem und zwar handfeste Euros und nicht nur ein Händedruck vom Bürgermeister und Polizeimeister. Wir kennen den Finderlohn, die Prämie wenn ein Mitarbeiter in der Firma einen Verbesserungsvorschlag hat und den Preis, wenn man beim Glücksspiel gewinnt. Was also fehlt ist ein Anspruch, wenn man eingreift und das Opfer das auch zu würdigen weiß. Alles andere, Videoüberwachung, mehr Polizei, Erziehung etc. sind nur Mittel, um die Symptome fehlender Zivilcourage zu behandeln, mehr nicht.
 
@Odium

Du willst doch nicht etwa sagen nur weil es keine Belohnung in Form von Geld gibt, deswegen reagieren die Menschen nicht.
Nettigkeit wird auch nicht belohnt, dennoch laufe ich nicht herum und bin unfreundlich zu anderen Menschen. Es sind kleine Gesten die zählen, man muss doch nicht für alles was ernten. Nehmen wir nur den Straßenverkehr, wenn da jeder stur fahren würde dann würden viel mehr Unfälle passieren.

Ich selbst bin dann immer vom Gas runter und hab mal jemanden durchgewunken. Wenn ich jedoch gemerkt habe: Der Penner nimmt alles mit, dem ist das alles Schnurze dann bin ich vorgefahren wenn er die parkenden Autos vor der Nase hat. Die Leute sind dann immer sehr sehr ärgerlich wenn se rückwärts fahren müssen.... Man kann ja auch mal wen durchwinken, aber einige sehen das als Freifahrtschein, den gibts einfach nicht.

Und wenn jemand in Not ist, auf dem Boden liegt, dann MUSS man einschreiten, da ist auch nichts mit Polizei rufen, derjenige der da liegt kann nicht mehr aufstehen da ist es schnurze ob da Axel Schulz steht oder der dicke Bär mim Schießgewehr.

@directNix
Aber die Gesellschaft wird doch genau so manipuliert, dass sie halt nicht mehr die Erziehung in die Hand nimmt. Eltern müssen gucken dass sie genug Geld pro Monat zusammen bekommen um sich und die kleinen durchzufüttern. Dann gibts ne kleine Pause und dann muss Mami und Papi wieder arbeiten gehen. Das Kind kommt in den Kindergarten mit anschließender Betreuung, und abends sind die Eltern durch Stress auffer Arbeit und den Haushalt am Ende sodass dann der Fernseher den Rest übernimmt. Kindertagesstätten und Kinderbetreuung auf dem Gymnasium nach der regulären Schulzeit. Das alles verhindert doch, dass überhaupt von den Eltern noch eingegriffen wird. Weisst du was dein Kind in der Schule macht? "Hast du die Hausaufgaben gemacht?" "Ja" "Zeig mal". Und ne Woche später der Anruf von nem anderen Lehrer dass das Blag die nicht gemacht hat.
Und dann ist es fast schon zu spät. In meinen Augen werden die Kinder systematisch von der Außenwelt und dem "miteinander" ferngehalten. Da ist kein Familiensinn und auch kein Freundeskreis, traurig, die Kids setzen sich raus mit nem Handy oder ner Playstation weil die Eltern müssen dem Kind ja mal was schenken. Und dann sitzen die draußen an der Flimmerkiste anstatt mal ne Runde Fußball zu spielen o.Ä.

Irgendwo hier im Forum ist doch der Thread: Wie lang soll ich mein 4 Jahre altes Kind vor die Playstation schicken? (oder so ähnlich). Von der einen Seite gut wenn die Medien beigebracht werden, da die "Ängste" so verschwinden. Aber man sollte Aufsicht führen und was lehren dabei. Und das ist leider heutzutage nicht so der Fall wie früher.

Zudem dann die Totalschlacht der Plastikspielzeuge im Kinderzimmer, da kann sich doch kein Kind mehr entscheiden mit was es spielen soll. Also ich hatte selber unmengen an Spielzeug und hab mir dann ein altes Auto genommen und hab den ganzen Tag damit gespielt, der Rest lag nur rum. Es ist einfach zuviel. Und die Motivation fehlt dann auch.

Die Kinder müssen so ins Schulleben hineinfinden mit Belohnungssystem und Anerkennung von den Eltern. Mit kleineren Strafen bei nichteinhaltung von Regeln, mit Lob bei guten Dingen. So macht dann auch das Lernen Spaß. Sich mal dazusetzen und sich vom Kind was vorlesen lassen.

Sogesehen das, was Odium vorschlägt, Belohnung, aber für die Kinder. Damit die sich nicht aus der Bahn geworfen fühlen oder denken sie sind zu nichts gute und das Leben hat nichts aufn Kasten. Wer in die Spirale kommt der trifft irgendwann den Grund. Und die Kinder müssen da rausgeholt werden weil man sieht was dabei rauskommen KANN. Muss aber nicht, es gibt mehr gesunde als kranke Kinder, die tauchen nur nirgends auf ;)

Wie auch immer: @Thema:
Den Jugendlichen fehlen die Grundwerte die unsere Eltern damals noch mit Kirchensätzen beigebracht bekommen haben. Die 10 Gebote oder Sonntags in die Kirche und sowas. Es muss ja nicht sein, aber das Alter schätzen, Respekt kennen lernen und Grenzen ist das was heutzutage fehlt. Nur was ich immer toll finde sind dann die ältere Generation wie sie bei rot über die Ampel gehen oder Erwachsene die Kinder ignorieren und derlei Dinge, wie sollen die Kinder es jemals anders lernen. Wir werden alle zu Ignoranten und es gibt kein WIR mehr.
 
Die Polizei selbst empfiehlt bei solchen Situationen nicht einzuschreiten. Selbstschutz geht hier klar vor dem Schutz eines anderen. Da wird auch kein Richter was dran rütteln können. Die Polizei rufen muß man jedoch in solch einem Fall unbedingt. Tut man es nicht, dann ist es unterlassene Hilfeleistung.
Es hat also nichts mit fehlender Zivilcourage zu tun wenn man in solch einer Situatuion nicht einschreitet.
 
Ich denk viele Leute haben einfach Angst davor zuhelflen weil sie dann selber da stehen und totgeschlagen werden. Es gehört schon viel Mut dazu einzugreifen aber das ist es letztendlich was unsere Gesellschaft braucht meiner Meinung nach.
Ich denk wenn wir unsere Gesellschaft senibel für dieses Thema machen dann wird es besser. Schärfere Gesetzte nützen gar nichts und mehr Polizei aufgebot kann meiner Meinung nach auch nur eine kurzfristige Lösung sein bis man die Massen dafür sensibiliert hat.

Gruß drcbi235
 
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