born2fight1988 schrieb:
Gibt es alternativ Soundkarten mit mehreren Ausgängen?
Es gäbe die Möglichkeit, per Software (z.B. Jackd oder virtual audio cable, wobei ich die Möglichkeiten des letzteren nicht genau kenne und dies denn auch nur mit Vorsicht empfehlen kann, evtl könnte Dir der Nutzer Jesterfox mehr darüber sagen) ein Stereo-Signal auf mehrere Ausgänge einer Soundkarte zu routen. Damit wärest Du dann zwar aller Voraussicht nach nur auf Line-Pegel beschränkt, in dem von Dir geschilderten Falle jedoch wäre dies tatsächlich gewünscht.
Wenn Du lieber mit fertigen Geräten als mit Software-Bastellösungen arbeitest, würde sich z.B. dieses Gerät hier anbieten:
ART MX225. Damit würdest Du zwar ebenfalls keine galvanische Trennung der einzelnen Geräte erreichen, da es lediglich Impedanzwandler, U/I-Umsetzer und Nichtinvertrierer nutzt, hast aber hier den Vorteil, daß Deine Quelle (Soundkarte) unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Zielgeräte stets mit einer hochohmigen Quelle beschaltet ist. Da es sich um ein fertiges Gerät handelt, brauchst Du Dich nicht mit Berechnung, Kompensation und Einmessen der verschiedenen OPV-Beschaltungen auseinanderzusetzen.
Wenn dann noch eine galvanische Trennung gewünscht ist (was ich empfehlen würde), kannst Du natürlich auch günstige Massetrennfilter einsetzen, wenn Du es etwas besser willst, kannst Du als fertige Lösung z.B. auch die
NA2F-D2B-TX bzw. deren Gegenstücke verwenden. Allerdings sind die kleinen NTE-Übertrager, die darin verbaut sind, nicht besonders Großsignalfreundlich, weswegen Du mit eher kleinen Pegel arbeiten solltest. Da hier auch eine sinnvolle Vorbeschaltung fehlt, geht der Kern recht früh in die Sättigung und klingt auch dann etwas unangenehmer. Für Kleinsignale mit einem Durchschnittspegel von -10 dBu sind sie jedoch brauchbar.
Brauchst Du ein wenig mehr Spielraum, bist Du dann schon eher im Bereich Eigenfertigung, wobei sich dann die Frage stellt, wie es um Deine Elektrotechnik-Kenntnisse bestellt ist. Du kannst zwar zur Not auch einen LTR-110 ohne Vorbeschaltung in den Signalpfad hängen, und trotzdem noch einen guten Klang auf Normpegeln für homerecording (besagte -10dBu) erreichen, besser und Universeller wird's jedoch mit passender Vorbeschaltung (wenngleich diese Verbesserung besonders bei Kleinsignalen eher messbarer Natur ist, als daß sie tatsächlich deutlich hörbar wäre).
Da ich nicht weiß, wie es um Deine Elektrotechnik-Kenntnisse bestellt ist, habe ich es mal bei Empfehlungen für fertige Geräte und ein paar Erwähnungen zum Selbstbau belassen. Themen wie Kleintrafobeschaltung für NF-Signale, Operationsverstärker und passive Filterstufen sind ein wenig zu komplex, um sie von Grund auf in einem einzigen Post für elektrotechnische Laien verständlich zu erläutern (nicht abwertend gemeint). Die erwähnten Gerätschaften erfüllen ihren Zweck ebenso und sind erst einmal etwas günstiger (und universeller einsetzbar) als maßgeschneiderte Lösungen.
born2fight1988 schrieb:
Also den LineOut per y-Kabel splitten ist ja nicht gut
Das Problem ist, daß sich mit steigender Anzahl der Endgeräte die Bürde am Ausgang der Soundkarte immer weiter verringert (Stichwort: Parallelschalten von Widerständen). Dadurch erhöht sich der Stromfluß und die abgegebene Leistung. Wenn man mal die zusätzliche Erwärmung sowie die nicht proportionale Zunahme der Verlustleistung des Signalkreises der Soundkarte außer acht läßt, kann es bedeuten, daß der Signalkreis die benötigte Leistung bei Pegel x nicht bringen kann, die Spannung bricht ein und Du hast auf einmal ein Rechtecksignal (oder Gleichspannung) am Ausgang. Das klingt nicht nur scheiße, sondern ist auch noch Gift für Deine Lautsprecher.
Eine nicht ganz hanspeter'sche Lösung wäre eine Serienschaltung sämtlicher Eingänge, was jedoch (Spannungsteiler) einen drastisch reduzierten Pegel an den jeweiligen Endgeräten zur Folge hätte.
Der gravierendste Schwachpunkt jedoch ist, daß nun die Geräte auf unterschiedliche Referenzpotentiale gezwungen werden. Ist der Signalpfad nicht galvanisch von der Versorgungsspannung (Netz) getrennt, wird dies zu Ausgleichsströmen führen, denn das Referenzpotential der Soundkarte wird das der Netzversorgung sein. Nur die wenigsten sind tatsächlich entkoppelt (und die meisten Rechner haben heutzutage Schaltnetzteile ohne vorgeschaltete Trenntrafos verbaut). Haben nicht alle Geräte den selben Eingangswiderstand, sind auch die Pegel entsprechend unterschiedlich (Spannungsteiler). Fehler in einem Gerät wirken sich auf alle Geräte aus. Je nach Beschaltung der Eingänge kann es sein, daß stets alle Geräte zugeschaltet sein müssen, oder der Signalpfad ist unterbrochen.
Eine andere, eher hanspeter'sche Lösung wäre, die Geräte jeweils zu verketten. Auch hier müssen je nach Beschaltung (und Bedarf) alle oder ein Teil der Geräte zugeschaltet sein. Du klemmst den SK-Ausgang an den ersten Verstärker, gehst von dort von einem Line-Out ins Line-In des zweiten Verstärkers und von dort auf die gleiche Weise weiter zum Kopfhörerverstärker. Wenn Du dann den Kopfhörerverstärker nutzen willst, muß Du allerdings auch die vorangegangenen Verstärker einschalten.
Die einfachste brauchbare Lösung besteht aus einer Serienschaltung von drei Übertragern mit zwei Vorwiderständen und einem HF-Filter über alle drei Primärwicklungen sowie je einem RC-Glied sekundärseitig. Hier hast Du zwar auch die Nachteile eines Spannungsteilers, es ist jedoch egal, ob die Geräte ein- oder ausgeschaltet sind, der Stromkreis ist geschlossen. Lediglich die Veränderung des Eingangswiderstandes würde sich dann auf die Pegel der verbleibenden Geräte auswirken. Der Signalpfad wird jedoch nicht unterbrochen.
Weitere Vorteile wären besagte galvanische Trennung der einzelnen Geräte, wie auch eine Gleichtaktunterdrückung.