Gebühr wird Provision: Apple kassiert bald auch außerhalb des App Stores
Apple stellt sein Gebührenmodell für Apps in der Europäischen Union um. Die bisher pro Installation berechnete sogenannte Core Technology Fee entfällt. An ihre Stelle tritt eine Provision auf digitale Verkäufe. Damit verdient Apple auch dann mit, wenn eine App über einen alternativen App-Store oder eine Website vertrieben wird.
Fünf Prozent für Verkäufe außerhalb des App Stores
Die neuen Geschäftsbedingungen sollen am 1. Oktober 2026 in Kraft treten und ein einheitliches Modell für alle in der EU angebotenen Apps schaffen. Wie Apple mitteilt, wird die bisherige Core Technology Fee durch eine Core Technology Commission ersetzt. Bei Apps, die über alternative Marktplätze oder direkt über eine Website vertrieben werden, erhält Apple künftig 5 Prozent des Umsatzes mit kostenpflichtigen Apps, digitalen Gütern und Abonnements.
Bislang wurden bei großen Apps 0,50 Euro für jede erste jährliche Installation oberhalb einer Schwelle von einer Million Installationen fällig. Diese Regelung sorgte seit ihrer Ankündigung Anfang 2024 für Kritik. Insbesondere Anbieter kostenloser Apps konnten theoretisch hohe Gebühren anhäufen, ohne mit der Anwendung selbst Geld einzunehmen. Nach dem neuen Modell bleiben Apps ohne kostenpflichtige Inhalte von der Provision verschont. Umsatzstarke Angebote könnten hingegen mehr an Apple abführen müssen als bisher.
Bis zu 26 Prozent im App Store
Auch für Apps aus Apples eigenem Store gelten ab Oktober neue einheitliche Sätze: Nutzt ein Entwickler Apples System für In-App-Käufe, werden grundsätzlich 26 Prozent Provision fällig. Für Teilnehmer bestimmter Programme und Abonnements nach dem ersten Jahr sinkt der Satz auf 15 Prozent.
Bei einem alternativen Bezahldienst innerhalb einer App verlangt Apple 20 beziehungsweise ermäßigt 10 Prozent. Führt ein anklickbarer Link zum Kauf auf eine externe Website oder in einen anderen App-Store, werden 15 beziehungsweise 10 Prozent fällig. Erfasst werden dabei Verkäufe, die innerhalb von sieben Tagen nach dem Klick abgeschlossen werden. Entwickler müssen entsprechende Transaktionen selbst erfassen und monatlich an Apple melden.
Apple streicht im Gegenzug die bisherige Initial Acquisition Fee und Store Services Fee. Außerdem dürfen Apps Apples eigenes Bezahlsystem und alternative Zahlungsmethoden künftig parallel anbieten. Die einmal gewählte Kombination muss allerdings zwölf Monate lang beibehalten werden. Gelockert werden zudem die Voraussetzungen für alternative App-Marktplätze und den Direktvertrieb über Websites: Betreiber müssen dafür nicht länger zwingend eine Niederlassung in der EU unterhalten.
EU-Kommission begrüßt den Umbau zunächst
Die Änderungen sind eine weitere Reaktion auf den Digital Markets Act. Die EU-Kommission hatte Apple im April 2025 wegen unzulässiger Einschränkungen für App-Entwickler mit einer Geldbuße von 500 Millionen Euro belegt. Apple legte dagegen Berufung ein.
Gegenüber Reuters begrüßte die EU-Kommission das neue Modell, will dessen Umsetzung aber weiter beobachten. Apple erklärt seinerseits, die überarbeiteten Bedingungen seien in enger Zusammenarbeit mit der Kommission entstanden und räumten die bisherigen Streitpunkte aus.