Google Play: Altersnachweis für Android-Apps kommt weltweit

Philipp Ernicke
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Google Play: Altersnachweis für Android-Apps kommt weltweit
Bild: Google

Google öffnet die Play Age Signals API für Entwickler weltweit. Die Schnittstelle übermittelt auf Wunsch eine Altersgruppe statt des Geburtsdatums und soll Apps dabei helfen, Inhalte, Funktionen und Schutzmaßnahmen an Kinder, Jugendliche oder Erwachsene anzupassen.

Weltweiter Ausbau bis Ende 2026

Die Play Age Signals API steht Entwicklern bereits als Beta-Version zur Verfügung, lieferte bislang aber nur in ausgewählten Regionen verwertbare Altersangaben. Nach einem ersten Einsatz in Brasilien will Google die Funktion bis Mitte August zunächst auf Australien und Kanada ausweiten. Der weltweite Rollout für Nutzer soll anschließend noch im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.

Apps können über die Schnittstelle keine exakten Geburtsdaten abfragen. Stattdessen übermittelt Google Play Altersbereiche wie 0 bis 12, 13 bis 15, 16 bis 17 oder mindestens 18 Jahre. Zusätzlich kann die API darüber informieren, ob ein Konto von Eltern beaufsichtigt wird oder ob das Alter eines Erwachsenen bestätigt wurde.

Entwickler könnten die Informationen beispielsweise nutzen, um bestimmte Inhalte auszublenden, Kommunikationsfunktionen einzuschränken oder strengere Privatsphäre-Einstellungen zu aktivieren. Google überlässt es den Anbietern dabei grundsätzlich selbst, welche Schutzmaßnahmen für ihre jeweilige App angemessen sind. Eine Wetter-App benötige schließlich andere Vorkehrungen als ein soziales Netzwerk oder ein Streaming-Dienst.

Eltern entscheiden über die Weitergabe

Bei Kindern sollen die Einstellungen zentral über Google Family Link verwaltet werden. Eltern können dort festlegen, ob die Altersgruppe ihres Kindes an Apps weitergegeben werden darf. Stimmen sie zu, können alle über Google Play bezogenen Apps, welche die Schnittstelle eingebunden haben, das entsprechende Signal abrufen.

Die Freigabe erfolgt laut Google nicht standardmäßig und lässt sich später wieder deaktivieren. Eltern sollen dadurch nicht in jeder einzelnen App erneut das Alter ihres Kindes eintragen und die Schutzfunktionen konfigurieren müssen. Auch Erwachsene können ihre Altersgruppe teilen, wenn eine App eine entsprechende Abfrage auslöst.

Google bezeichnet das Verfahren als datensparsam, weil Apps lediglich einen Altersbereich und nicht das vollständige Geburtsdatum erhalten. Die Angaben dürfen nach den Nutzungsbedingungen der API ausschließlich eingesetzt werden, um altersgerechte Inhalte und Funktionen bereitzustellen oder gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Eine Verwendung für Werbung, Marketing, Nutzerprofile oder Analysen ist untersagt.

Nur für Apps aus Google Play

Die Play-Age-Signals-API funktioniert auf Endgeräten ab Android 6.0. Voraussetzung ist allerdings, dass die jeweilige App über Google Play installiert oder aktualisiert wurde. Anwendungen aus alternativen App-Stores oder direkt installierte APK-Dateien können die von Google Play verwalteten Alterssignale nicht auf diesem Weg abrufen.

Mit der weltweiten Einführung reagiert Google auch auf neue gesetzliche Vorgaben zur Altersprüfung. In mehreren US-Bundesstaaten müssen App-Stores und App-Anbieter künftig stärker zwischen minderjährigen und erwachsenen Nutzern unterscheiden. Google verfolgt dabei den Ansatz, die Altersinformationen zentral bereitzustellen, die konkrete Ausgestaltung der Schutzmaßnahmen aber den App-Entwicklern zu überlassen.

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