Kein reiner Coding-Assistent mehr: Neue Plugins und interaktive Websites machen Codex universeller
OpenAI positioniert den bisherigen Coding-Assistenten Codex zunehmend als universelles KI-Arbeitswerkzeug für Unternehmen. Neue rollenspezifische Plugins, interaktive Websites und erweiterte Annotationen sollen das KI-Modell für Firmen attraktiver machen und die möglichen Einsatzgebiete deutlich erweitern.
Nicht nur Programmierer arbeiten mit Codex
OpenAI hatte Codex ursprünglich für die Software-Entwicklung erstellt, dennoch wächst der Anteil nicht-technischer Nutzer, die das KI-Modell für andere Aufgaben einsetzen, kontinuierlich. Nach Angaben des Unternehmens machten Analysten, Marketingteams, Designer, Operatoren, Forscher, Investoren und Banking-Fachleute im vergangenen Monat bereits 40 Prozent der neuen Codex-Nutzer aus. So soll etwa die Forschungsabteilung von Nvidia Codex verwenden, um Experiment-Workflows zu beschleunigen – vom Finden neuer Forschungsideen bis hin zum Schreiben von Skripten für Machine-Learning-Infrastrukturen.
Aus diesem Grund hat OpenAI Codex nun um mehrere neue Plugins, interaktive Websites und Annotationen, also strukturierte Zusatzinformationen oder Metadaten, die bestimmten Inhalten oder Daten beigefügt werden können, erweitert.
Neue Plugins für neue Nutzungsszenarien
Sechs neue Agent-Plugins sollen Codex gezielt an unterschiedliche Rollen, Anwendungen und Arbeitsabläufe anpassen. Die Erweiterungen bündeln passende Apps, Skills, Anweisungen sowie Workflows und bringen gleichzeitig Unterstützung für 62 Apps und 110 Skills mit. Unter den neuen Erweiterungen befindet sich unter anderem ein Plugin zur Datenanalyse, das sich primär an Analysten und Business-Teams richtet. Dieses soll dabei helfen, Geschäftsdaten auszuwerten, Veränderungen wichtiger Kennzahlen zu erklären sowie Berichte oder Dashboards mit Plattformen wie Snowflake, Databricks Genie, Hex und Tableau zu erstellen.
Das Creative-Production-Plugin soll dagegen Marketing- und Kreativteams dabei unterstützen, Briefings mithilfe anderer Werkzeuge wie Figma, Canva und Shutterstock in konkrete Kampagnenmaterialien umzusetzen. Auch für den Vertrieb stellt OpenAI eine Erweiterung bereit, die Kundendaten aus verschiedenen Systemen zusammenführen soll. Dafür werden Plattformen wie Salesforce, HubSpot und Slack eingebunden, um Accounts zu priorisieren oder Termine vorzubereiten. Mit dem Produktdesign-Plugin wiederum können Teams frühe Ideen in interaktive Prototypen umwandeln. Zusätzlich stellt OpenAI zwei Plugins für Finanz- und Investmentbereiche bereit.
Laut OpenAI sind die Plugins sofort einsatzbereit, lassen sich jedoch ebenso individuell an bestimmte Aufgaben anpassen oder durch eigene Erweiterungen ergänzen. Weitere Lösungen für Unternehmensfinanzierung, Strategieberatung, Recht und Marketingstrategie befinden sich dem Unternehmen zufolge bereits in der Entwicklung.
Sites macht statische Inhalte interaktiv
Mit „Sites“ soll Codex darüber hinaus Inhalte in interaktive, gehostete Websites oder Apps umwandeln können, die sich per URL innerhalb eines Workspace teilen lassen. OpenAI beschreibt die Funktion als dynamische Alternative zu statischen Dokumenten, Tabellen oder Präsentationen. Nutzer sollen damit beispielsweise Kundenbewertungen, Finanzmodelle, Projekt-Hubs oder Launch-Materialien automatisch als interaktive Oberflächen erstellen lassen können. Dafür verarbeitet Codex Informationen aus unterschiedlichen Quellen wie Dokumenten, Tabellen, Präsentationen oder bereits vorhandenen Codex-Projekten. Die erzeugten Sites können darüber hinaus Diagramme, Formulare, Tracker oder andere interaktive Elemente enthalten und sich bei Änderungen automatisch aktualisieren.
Beim Aufbau des Sites-Ökosystems arbeitet OpenAI unter anderem mit Wix, Replit, Lovable, Figma und Emergent zusammen.
Annotationen wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt
Neben den bereits genannten Funktionen hat OpenAI auch die Möglichkeiten rund um Annotationen in Codex deutlich erweitert. So lassen sich nun gezielt einzelne Bereiche in Dokumenten, Tabellen, Präsentationen oder Sites markieren und direkt überarbeiten. Statt komplette Dateien neu generieren zu müssen, kann der Assistent dadurch gezielt nur ausgewählte Elemente verändern, was Anpassungen deutlich vereinfacht. OpenAI positioniert Annotationen damit stärker als Werkzeug für iterative Zusammenarbeit und präzise Nachbearbeitung nach dem ersten Entwurf.
Unterschiedliche Verfügbarkeiten
OpenAI rollt die rollenspezifischen Plugins derzeit für alle Codex-Pläne aus. Sites starten hingegen zunächst als Vorschauversion für Business- und Enterprise-Teams, Administratoren müssen dafür die entsprechenden Funktionen und App-Berechtigungen in den Workspace-Einstellungen aktivieren.