Cheater inklusive: Gebrauchte Kleinanzeigen-CPU bringt Valorant-Bann mit

Philipp Ernicke
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Cheater inklusive: Gebrauchte Kleinanzeigen-CPU bringt Valorant-Bann mit

Ein deutscher Nutzer kauft einen gebrauchten Ryzen 7 5800X3D – und bekommt offenbar eine Valorant-Sperre gleich mitgeliefert. Der Prozessor war nach Angaben des Käufers bereits durch den Vorbesitzer in Riots Anti-Cheat-System Vanguard auf einer Sperrliste gelandet. Riot widerspricht allerdings Teilen seiner Darstellung.

Mit der CPU kam die Sperre

Seinen Fall schilderte der Nutzer im deutschen Subreddit r/PCBaumeister. Den Ryzen 7 5800X3D habe er gebraucht über Kleinanzeigen gekauft. Technisch funktioniere der Prozessor einwandfrei. Erst beim Start von Valorant sei das Problem aufgefallen: Das Spiel habe ihn unmittelbar wieder hinausgeworfen, während es mit der zuvor verbauten CPU noch problemlos lief.

Auf Nachfrage habe ihm der Riot-Support mitgeteilt, dass eine Hardwarekennung der CPU bereits auf einer Sperrliste von Vanguard stehe. Die Hardware-Sperre soll am 12. August verhängt worden sein, weil der vorherige Besitzer offenbar in Valorant gecheatet hatte.

Der Fall zeigt eine unangenehme Nebenwirkung von Hardware-ID-Sperren, kurz HWID-Bans: Sie richten sich nicht ausschließlich gegen ein Benutzerkonto, sondern erfassen physische Komponenten eines Rechners. Riot beschreibt selbst, dass ein aktiver HWID-Bann den Zugriff unabhängig vom verwendeten Konto verhindern soll. Auch eine Neuinstallation von Valorant oder Vanguard beseitigt die Sperre nicht.

Riot widerspricht Teilen der Geschichte

Ganz so dramatisch, wie es der Käufer zunächst schilderte, soll die Situation allerdings nicht sein. In einem späteren Update schrieb der Nutzer, dass durch die bereits gesperrte CPU inzwischen auch andere Komponenten seines Rechners wie Mainboard und Laufwerke auf einer Sperrliste gelandet seien.

Phillip Koskinas aus Riots Anti-Cheat-Team widerspricht dieser Darstellung. Er habe den zugehörigen Support-Fall zwar nicht finden können und bezeichnet die Schilderung deshalb als eher unwahrscheinlich. Hardware-Sperren bei Riot würden jedoch höchstens vier Monate gelten und seien auf das jeweilige Spiel beschränkt. Zudem würden nicht automatisch sämtliche übrigen Komponenten eines Rechners auf die Sperrliste gesetzt, nur weil Vanguard eine bereits gesperrte Komponente erkennt.

Stimmt das vom Käufer genannte Datum vom 12. August, dürfte die Sperre damit spätestens Mitte Dezember auslaufen. Dass eine gebrauchte Komponente während einer noch aktiven Hardware-Sperre zum Problem werden kann, schließt Riots Stellungnahme hingegen nicht aus.

Eine seltene Altlast beim Gebrauchtkauf

Für Käufer gebrauchter Hardware bleibt genau das der unangenehme Teil der Geschichte. Von außen lässt sich vor dem Kauf nicht erkennen, ob eine Komponente zuvor Bestandteil eines Systems war, gegen das ein Anti-Cheat-Anbieter eine Hardware-Sperre verhängt hat. Eine öffentliche Abfrage für Käufer bietet Riot nicht an.

Alltäglich dürfte das Problem allerdings nicht sein. Koskinas zufolge habe Riot bislang weniger als ein Dutzend Fälle registriert, in denen eine Hardware-Sperre auf diesem Weg einen neuen Besitzer getroffen habe.

Der Ryzen 7 5800X3D selbst ist damit weder technisch beschädigt noch generell unbrauchbar. Für Valorant kann eine Altlast des Vorbesitzers aber zumindest vorübergehend zum unerwarteten Extra werden. Ausgerechnet der Gebrauchtkauf, der gegenüber neuer Hardware Geld sparen soll, kann damit im Extremfall eine Wartezeit bis zum Ablauf einer fremden Sperre mitbringen.

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