NAND-Flash: Die Engpässe bei SSD-Speicher-Chips halten bis Ende 2027 an

Philipp Ernicke
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NAND-Flash: Die Engpässe bei SSD-Speicher-Chips halten bis Ende 2027 an
Bild: Samsung

Die hohe Nachfrage aus dem Servermarkt trifft bei NAND-Flash weiterhin auf begrenzte Produktionskapazitäten. TrendForce erwartet deshalb für 2026 ein Angebotsdefizit von 4 bis 5 Prozent. Eine Entspannung zeichnet sich demnach erst in der zweiten Jahreshälfte 2027 ab.

Server treiben die Nachfrage

Als wesentlicher Treiber gilt die weiterhin starke Nachfrage aus dem Servergeschäft. In der zweiten Hälfte 2026 sollen die Auslieferungen der nächsten Serverplattformen von Intel und AMD Fahrt aufnehmen, für das Gesamtjahr rechnet TrendForce deshalb mit 17 Prozent mehr ausgelieferten Servern als 2025.

Auch 2027 soll der Bedarf hoch bleiben. Neben klassischen Cloud- und Rechenzentrumsanwendungen nennt das Marktforschungsunternehmen die zunehmende Verbreitung sogenannter agentischer KI-Anwendungen. Gleichzeitig dürften sich Engpässe bei Server-CPUs abschwächen und langfristige Liefervereinbarungen für Speicher die Planung der Systemhersteller erleichtern.

Server stehen inzwischen für mehr als 40 Prozent der weltweit nachgefragten NAND-Flash-Bitmenge. Damit hat sich das Segment zum wichtigsten einzelnen Nachfragebereich entwickelt. Smartphones und Notebooks kommen zusammen allerdings ebenfalls auf fast 40 Prozent und bleiben deshalb für die Entwicklung des Gesamtmarktes entscheidend.

Schwache Nachfrage nach Smartphones und Notebooks

Gerade dort erwartet TrendForce jedoch keine schnelle Erholung. Die weltweite Smartphone-Produktion soll 2026 gegenüber dem Vorjahr um 15 bis 20 Prozent sinken. Hochpreisige Modelle mit KI-Funktionen könnten den Rückgang zwar teilweise abfedern, für 2027 wird aber erneut mit einer rückläufigen Produktion gerechnet.

Auch bei Notebooks bleibt der Ausblick verhalten. Nach einem erwarteten Absatzminus von rund 10 Prozent im Jahr 2026 sollen die Auslieferungen 2027 noch einmal leicht zurückgehen. Als Belastung gelten weiterhin hohe Preise für Speicher und Prozessoren.

China baut die NAND-Produktion aus

Auf der Angebotsseite setzen etablierte Hersteller aus Südkorea, den USA und Japan vor allem auf modernere Fertigungsverfahren sowie gezielte Erweiterungen bestehender Produktionslinien. Neue Fabrikflächen bleiben knapp, weil die Speicherhersteller zusätzliche Kapazitäten bevorzugt für DRAM vorsehen.

Deutlich stärker soll die NAND-Produktion in China wachsen. Dort geht eine neue Fertigungsausrüstung in Betrieb, wodurch chinesische Anbieter ihren Anteil an der weltweit produzierten NAND-Flash-Bitmenge auf nahezu 19 Prozent steigern könnten.

Trotz der schwachen Verbrauchernachfrage bleiben die Lagerbestände bei vielen Abnehmern laut TrendForce überschaubar. Erst wenn das wachsende Angebot die Nachfrage in der zweiten Hälfte 2027 überholt, sollen die derzeitigen Lieferengpässe schrittweise nachlassen.

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