Im Test vor 15 Jahren: Apples erstes iPad für den perfekten Medienkonsum
Mit dem ersten iPad (Test) stieg Apple vor 15 Jahren in den Tablet-Markt ein und belebte diesen wieder. In der Größenklasse zwischen Smartphone und Laptop konnte das iPad vor allem beim Medienkonsum glänzen, während Produktivität vor allem bei der ersten Generation hinten anstand.
9,7 Zoll mit Apple A4
Das iPad gab es in der ersten Generation – vor den Zeiten von diversen Modellen wie Mini, Air und Pro – immer mit einem 9,7-Zoll-IPS-Display. Hochauflösend war dieses für heutige Standards mit einer Auflösung von 1.024 × 768 Bildpunkten und dementsprechend 132 ppi nicht, Apples Multitouch-Technologie wurde aber bereits damals wie beim iPhone unterstützt.
Damals gehörte das „hervorragend darstellende Display ohne Zweifel zu den großen Highlights des iPads“. Mit Abmessungen von 243 × 190 × 13,5 (L × B × H in mm) und einem Gewicht von 700 Gramm war das iPad damals relativ klein und handlich (zum Vergleich: ein aktuelles iPad Air kommt auf 460 Gramm). Damit ermöglichte es, verglichen mit herkömmlichen Notebooks, neue Nutzungsszenarien.
| Komponente | Ausstattung |
|---|---|
| Typ | Tablet-PC |
| Bedienung | Touchdisplay |
| Prozessor | Apple A4 (1 GHz Single-Core, vermutlich ARM Cortex A8, zzgl. GPU) |
| Arbeitsspeicher | 256 MByte |
| Betriebssystem | iPhone OS |
| Akku | Lithium-Polymer-Batterie (25 Wattstunden) |
| Speicherplatz | 16 GByte Flash-Laufwerk (Samsung) |
| Größe | 243 × 190 × 13,5 (L × B × H in mm) |
| Gewicht | 700 Gramm |
| Display | 9,7 Zoll, IPS-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung (1.024 × 768 Pixeln bei 132 ppi), Multitouch |
| Sensoren | Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensor |
| Ein- und Ausgänge | 30-poliger Dock-Anschluss, Stereo-Kopfhöreranschluss (3,5 mm), Integrierter Lautsprecher, Mikrofon |
| Kommunikation | WLAN (802.11 a/b/g/n), Bluetooth 2.1 EDR & A2DP |
| Audio-Unterstützung | HE-AAC (V1), AAC (16 bis 320 KBit/s), Protected AAC (aus dem iTunes Store), MP3 (16 bis 320 KBit/s), MP3 VBR, Audible (Formate 2, 3 und 4), Apple Lossless, AIFF und WAV |
| Video-Unterstützung | H.264/MPEG-4 (720p) |
Im Inneren des iPads fand sich mit dem Apple A4 ein Single-Core-SoC mit einem GHz, der auf 256 MByte Arbeitsspeicher zugreifen konnte. Für Anwender standen im Basismodell 16 GByte Flash-Speicher minus dem für das Betriebssystem benötigten Speicher zur Verfügung. Wer mehr Speicher benötigte konnte diesen für 100 Euro Aufpreis auf 32 GByte oder für 200 Euro auf 64 GByte aufstocken. Für weitere 100 Euro gab es 3G-Unterstützung für mobiles Internet. Apple-typisch verfügte das iPad über nur sehr wenige Anschlüsse: Neben dem 30-poligem Dock-Anschluss gab es nur einen 3,5-mm-Klinkenanschluss. In puncto Kommunikation bot Apple WLAN nach 802.11 a/b/g/n und Bluetooth 2.1.
| Modell | Preis Deutschland | Preis USA |
|---|---|---|
| 16 GB WLAN | 499€ | $499 |
| 32 GB WLAN | 599€ | $599 |
| 64 GB WLAN | 699€ | $699 |
| 16 GB WLAN + 3G | 599€ | $629 |
| 32 GB WLAN + 3G | 699€ | $729 |
| 64 GB WLAN + 3G | 799€ | $829 |
Schneller Klassenprimus
Bei der Bedienung konnte das iPad durch hohe Geschwindigkeit überzeugen. Der Bootvorgang war in wenigen Sekunden abgeschlossen, Anwendungen starteten schnell und auch beim sequentiellen Öffnen von vielen Apps arbeitete das iPad nicht langsamer. Ein Vorbehalt dieser guten Leistung war, dass zum Testzeitpunkt das Betriebssystem noch kein echtes Multi-Tasking unterstützte.
In Sachen Produktivität war das iPad eher als Notlösung gedacht. Obwohl die Bildschirmtastatur – wie beim iPhone – angenehm zu bedienen war und den zusätzlichen Platz auf dem Display gut nutzen konnte, kam das iPad als Arbeitstier schnell an seine Grenzen. Bei E-Mails bot sich das Tablet dafür an, eine kurze E-Mail am Wochenende zu schreiben, für Vielschreiber war die Bildschirmtastatur aber nichts.
Anders sah es im Bereich Medienkonsum aus. Surfen im Internet machte auf dem iPad durch das große Touchdisplay und die intuitive Bedienung richtig Spaß. Zum Erscheinungszeitpunkts des iPads hatten viele Websites bereits von Adobe Flash (das von dem iPad wie bereits vom iPhone oder iPod Touch nicht unterstützt wurde) abgelassen und auf HTML5 umgesattelt, um Videos einzubetten. Die Videowiedergabe lief mit 720p flüssig ab und profitierte von der guten Bildqualität des Displays. Für Filme und Serien war das iPad somit, vor allem mobil, ideal. Apple gab die Akkulaufzeit mit bis zu 10 Stunden aus, was sich in der Praxis meist bewahrheitete. Nur bei der Videowiedergabe fielen die Laufzeiten mit knapp 4 Stunden geringer aus.
Fazit
Das erste iPad schaffte es, den Tablet-Markt aufgrund seiner ausgezeichneten Bedienung, des guten Displays sowie der hervorragenden Medienfähigkeiten wiederzubeleben. Mit einem Preis von 499 Euro für das Basismodell war das Tablet für damalige Verhältnisse nicht günstig, vor allem für ein quasi reines Konsumgerät – es sollte jedoch großen Anklang finden. Einzig, wer sich das iPad als Ersatz für ein vollwertiges Notebook erhoffte, der sollte in dem Großteil der Fälle enttäuscht werden.
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