Kritische Infrastruktur: Hacker stehlen Daten der Berliner Charité

Philipp Ernicke
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Kritische Infrastruktur: Hacker stehlen Daten der Berliner Charité
Bild: falco via Pixabay

Die Berliner Charité hat einen Angriff auf ihren Webserver bestätigt, bei dem personenbezogene Kontaktdaten abgeflossen sind. Betroffen sind Mitarbeiter, Studierende und externe Kontakte, die unter anderem über das Webformular nach einem Termin gefragt hatten. Der Klinikbetrieb lief laut Charité aber störungsfrei weiter.

Namen, E-Mail-Adressen und Organisationszugehörigkeit

Aus einem Schreiben an Betroffene, geht hervor, dass Vor- und Nachnamen, E-Mail-Adressen und eventuell die Zugehörigkeit zu einer Organisation gestohlen wurden. Nach Informationen der MAZ zählen bei Beschäftigten auch Benutzernamen zu den erbeuteten Daten. Welche und wie viele Datensätze genau betroffen sind, ist noch unklar.

Sensible Gesundheitsdaten seien explizit nicht betroffen, heißt es in dem Schreiben. Auch gebe es bisher keine Anhaltspunkte darauf, dass die entwendeten Informationen veröffentlicht, weitergegeben oder zweckentfremdet verwendet wurden. Die Charité will alle Betroffenen einzeln informieren und rät ihnen, bei unerwarteten Kontaktversuchen durch Unbekannte aufmerksam zu sein. Mit den erbeuteten Namen und E-Mail-Adressen könnten etwa gezielt gefälschte Nachrichten glaubwürdiger gestaltet werden.

Nach Bekanntwerden des Angriffs wurden die betroffenen Server isoliert und vom Netz genommen. Am Dienstag, dem 27. Oktober, war die Website deshalb zeitweilig nicht erreichbar, wie AFP berichtet. Ein Sprecher erklärte, die von den Angreifern genutzte Zugangsmöglichkeit sei mittlerweile identifiziert und geschlossen worden. Die Charité habe ihre Schutzmaßnahmen ausgebaut und Strafanzeige erstattet. Mit den zuständigen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden stehe man im Austausch.

Keine Verbindung zur PHP-Sicherheitslücke

Erst am 21. Oktober hatte die Charité ihre Website aus Sicherheitsgründen vorbeugend abgeschaltet. Anlass war die kritische Sicherheitslücke in PHP, vor der auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte. Bundesweit waren allerlei Einrichtungen und Behörden von vorsorglichen Abschaltungen betroffen. Für die PHP-Lücke wurden noch am selben Tag Sicherheitsupdates bereitgestellt.

Mit diesem Vorfall stehe der nun bestätigte Cyberangriff ausdrücklich nicht in Verbindung, erklärt die Charité in ihrer Erklärung vom 30. Oktober. Auf welchem Weg die Täter tatsächlich eindrangen, ist öffentlich nicht bekannt. Ebenso fehlen Angaben zum genauen Angriffszeitpunkt, zur Zahl der Betroffenen und dazu, wer hinter dem Angriff steckt.

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