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Die Speicherkeule kommt: Qualcomms Snapdragon-Absatz soll massiv einbrechen

Volker Rißka
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Die Speicherkeule kommt: Qualcomms Snapdragon-Absatz soll massiv einbrechen
Bild: Qualcomm

Qualcomms Quartalsbericht sah halbwegs gut aus, doch der Ausblick vor allem bei SoCs für Smartphones ist kein rosiger: Es geht abwärts. Schuld daran ist natürlich der Speichermarkt, denn Smartphone-Hersteller haben aufgrund der extrem hohen Preise für DRAM und NAND ihre Mengen nun massiv reduziert. Der erwartete Einbruch kommt.

In diesem Quartal soll vor allem im Markt in China der Absatz mit SoCs für Smartphones deutlich einbrechen, dann aber irgendwann den Tiefpunkt erreichen. Die Lager leeren sich, aber die Kundschaft bestellt noch nicht nach, erklärt Qualcomm und hofft, dass es in der zweiten Jahreshälfte wieder zunimmt. Die Ursache hierfür ist auch bereits bei anderen Produkten erkennbar: Die neue Produktion muss nämlich auch die neuen Speicherpreise zahlen. Zwischen am Ende eigentlich gleichen Produkten entsteht so eine massive preisliche Differenz, sichtbar beispielsweise auch bei Grafikkarten und im Vergleich zum Vorjahr ganz ähnlich ausgestatteten Notebooks.

Speicherpreise lassen Snapdragon-Verkäufe einbrechen
Speicherpreise lassen Snapdragon-Verkäufe einbrechen (Bild: Qualcomm)

Die Prognose für das zweite Quartal 2026 sieht im Bereich der SoCs nur noch einen Umsatz von 4,9 Milliarden US-Dollar vor. Das ist der geringste Wert für ein Quartal seit über 20 Quartalen und damit aus dem Jahr 2021. Im letzten Quartal wurden mit SoCs aus dem Bereich noch 6 Milliarden US-Dollar umgesetzt, davor sogar 7,8 Milliarden US-Dollar.

Qualcomms Umsatz und Gewinn
Qualcomms Umsatz und Gewinn (Bild: Qualcomm)
Die Prognose zeigt erstmal weiter nach unten
Die Prognose zeigt erstmal weiter nach unten (Bild: Qualcomm)

Die Schwäche in diesem Bereich wirkt sich umfassend auf Qualcomms Gesamtergebnis aus. Zwar legt das Unternehmen bei Automotive und in anderen Sparten zu, diese können aber das Snapdragon-Geschäft noch lange nicht auffangen. Nachdem der Umsatz im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr schon um zwei Prozent leicht auf 10,6 Milliarden US-Dollar zurückging, liegt die Prognose für das aktuelle Quartal nur noch bei 9,2 bis 10 Milliarden US-Dollar Umsatz.

AI-Beschleuniger als Hoffnungsträger für die Börse

Nach Bekanntgabe des Quartalsberichts ging Qualcomms Aktie erst sieben Prozent ins Minus. Als im Conference Call bekannt wurde, dass Qualcomm im Dezember-Quartal die ersten AI-Beschleuniger ausliefern wird, ging die Aktie dann 12 Prozent ins Plus. Bisher ist Qualcomm im AI-Markt für Datacenter nicht existent, auch ist die erste Generation auf Basis sechs Jahre alter Technik kein direkter Konkurrent für Nvidia & Co. Aber jedes ausgelieferte System befeuert aktuell diese Welt – und damit auch die Aktie. Echte weitere Fakten dazu wird aber wohl erst ein Investor Day im Juni bieten.

Qualcomm Investor Day 2026 am 24. Juni
Qualcomm Investor Day 2026 am 24. Juni (Bild: Qualcomm)
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