Grafikkarten-Rangliste: GPU-Vergleich mit RX Vega 64/56 für September 2017

Wolfgang Andermahr 1.467 Kommentare
Grafikkarten-Rangliste: GPU-Vergleich mit RX Vega 64/56 für September 2017

tl;dr: Die Kaufberatungs-Rangliste auf ComputerBase klärt, welche Grafikkarte man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End (von Full HD bis 4K). Mit dabei zum ersten Mal: Radeon RX Vega 64 und RX Vega 56.

GPU-Vergleich: Die aktuelle GPU-Rangliste für Full HD bis 4K

Als Quelle für das Leistungsvergleichs-Ranking und das Preis-Leistungs-Verhältnis dienen die unzähligen Tests von Grafikkarten, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt, und monatlich aktualisierte Preise. Wie die Grafikkarten genau getestet werden, kann im Benchmark-&-Methodik-Artikel nachgelesen werden.

Bestenliste im Benchmark-Vergleich

Im Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

AMD oder Nvidia? Vor- und Nachteile im Vergleich

Auf jeder Gaming-PC-Wunschliste sollten mittlerweile nur noch moderne FinFET-Produkte stehen – sprich AMDs Vega- beziehungsweise Polaris- oder Nvidias Pascal-Generation. Nachdem Nvidia mit der GeForce-GTX-1000-Serie bereits seit langem sämtliche Grafikkarten auf die aktuelle Generation umgestellt hat, ist das bei AMD erst vor kurzem mit der Radeon RX Vega 64 und der Radeon RX Vega 56 geschehen.

Die Grafikkarten der beiden Hersteller AMD und Nvidia unterscheiden sich in einigen weiteren Punkten:

  • AMD bietet FreeSync (Test), während Nvidia auf G-Sync (Test) setzt. Beide Techniken synchronisieren die Grafikkarte mit dem Bildschirm und können so den Input-Lag reduzieren und Tearing verhindern.
  • Beide Grafikbeschleuniger lassen sich in einem Multi-GPU-System nutzen: Bei AMD hört dieses auf den Namen CrossFire, bei Nvidia auf SLI. Nvidia unterstützt allerdings seit Pascal nur noch maximal zwei parallele GPUs, bei AMD ist CrossFire seit Vega auch offiziell keine Priorität mehr.
  • Nvidia-Grafikkarten benötigen grundsätzlich etwas weniger Strom, sind also energieeffizienter.
  • AMD bietet mit ReLive ein Tool, mit dessen Hilfe Videos aufgezeichnet oder auf YouTube beziehungsweise Twitch gestreamt werden können.
  • Nvidia bietet mit GeForce Experience ein Tool für Spiele-Optimierungen sowie zum Aufzeichnen und Streamen von Videos nach YouTube oder Twitch (Shadow Play). Mit Ansel können aufwendige Screenshots erstellt werden.
  • Im Treiber können AMD-Grafikkarten per „WattMan“ übertaktet werden. Zudem lassen sich Temperaturen sowie Lüftereinstellungen sowohl auslesen als auch modifizieren. Bei Nvidia werden alternative Tools wie MSI Afterburner benötigt.

Radeon RX Vega 64 und RX Vega 56 sind da!

Über ein halbes Jahr waren sie in Aussicht gestellt worden, jetzt sind sie da: Auf Basis der Vega-Architektur haben es Radeon RX Vega 64 und RX Vega 56 (Test) in den Handel geschafft.

Anders als von vielen erhofft kann Vega allerdings nicht mit der GeForce GTX 1080 Ti mithalten. Nvidia hat damit immer noch konkurrenzlos die klar schnellste Grafikkarte im Portfolio. Die Radeon RX Vega 64 hat schlussendlich die GeForce GTX 1080 im Visier und die Radeon RX Vega 56 ist dagegen ein Stück schneller als die GeForce GTX 1070. Allerdings benötigen beide AMD-Grafikkarten dafür deutlich mehr Strom als die Konkurrenz von Nvidia. Zudem gibt es ein Problem: Die Radeon-RX-Vega-Produkte kosten aktuell deutlich mehr als die Unverbindliche Preisempfehlung vorsieht:

Preis-Leistung: Die beste Grafikkarte fürs Geld

Aber auch abseits von Vega bleibt die Preislage eine große Unbekannte, denn die Liefersituation bei Grafikkarten ist aufgrund des Mining-Phänomens immer noch angespannt. Insbesondere Modelle von AMD bleiben deutlich zu teuer, wenigstens lieferbar sind die meisten Produkte wieder.

Bei AMD liegt einzig und allein die Radeon RX 560 preislich da, wo sich die Grafikkarte gegen die GeForce GTX 1050 Ti einordnen sollte. Bei den restlichen Modellen sieht es dann nicht gut aus. Die Radeon RX 570 kostet so viel wie eine GeForce GTX 1060, ist aber langsamer. Die Radeon RX 580 dagegen kostet gleich 100 Euro mehr als die GeForce GTX 1060 – obwohl beide Grafikkarten eigentlich miteinander konkurrieren. Und die Radeon RX Vega 64 ist mit 640 Euro teurer als eine von Haus aus übertaktete GeForce GTX 1080. Ohne dabei deren Leistung zu bieten. Dies ändert aber nichts daran, dass auch die Nvidia-Grafikkarten teurer sind als sie es einmal waren.

Die große Frage ist, wann sich die Situation wieder normalisiert. Leider sieht es derzeit nicht so aus, dass dies in Kürze der Fall sein wird. Stattdessen scheinen Spieler mit den hohen Preisen noch eine längere Zeit leben zu müssen.

Tests helfen dem Entschlossenen beim Grafikkartenvergleich

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. Die Grundlage für den ComputerBase-GPU-Vergleich bilden umfangreiche Tests aller aktuellen und älteren Grafikbeschleuniger.

Stets aktuelle Benchmarks und Vergleiche, als Grundlage für die GPU-Rangliste, finden sich in im Archiv für Tests von Grafikkarten.

Wie viel VRAM muss es sein? Vier Gigabyte Speicher sind Pflicht

Der Bedarf an Grafikspeicher aufgrund der aktuellen Konsolen ist in letzter Zeit massiv gestiegen ist. Wenn man nicht ausschließlich Titel wie Counter-Strike: GO, Dota 2 oder Overwatch spielen, sondern auch mal eine Triple-A-Software wie Battlefield oder Call of Duty starten möchte, sollte die neue Grafikkarte daher mindestens 4.096 MB Speicher haben.

Bei Grafikkarten hat man häufig die Qual der Wahl. Computerbase gibt Empfehlungen für jede Preisklasse.
Bei Grafikkarten hat man häufig die Qual der Wahl. Computerbase gibt Empfehlungen für jede Preisklasse.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Zwei-Gigabyte-Modelle der Radeon RX 560 und der GeForce GTX 1050. Und wer sich eine High-End-Karte kaufen möchte, sollte auf einen acht Gigabyte großen Speicher achten. Das mag aktuell etwas übertrieben wirken, doch haben die genannten Grafikkarten heute schon Schwierigkeiten, die in Zukunft immer größer werden. In der Rangliste haben wir die Anforderungen entsprechend berücksichtigt.

Welche Grafikkarte brauche ich? Bestenliste von Full HD zu 4K

Die Kaufberatung liefert für jedes Budget die passende Grafikkarte. Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 144 Euro gibt. Das Modell hat auch den Vorteil, in letzter Zeit kaum im Preis gestiegen zu sein. Denn Mining ist nicht das Lieblingsgebiet der GeForce GTX 1050 Ti. Ähnliches gilt für die Radeon RX 560 mit 128 Euro.

Wer eine gute Full-HD-Grafikkarte mit Potenzial für 2.560 × 1.440 haben möchte, sollte zur GeForce GTX 1060 greifen. Ab 274 Euro gibt es einfache Modelle und der Preis ist gar nicht so schlecht. Eine preisliche Alternative von AMD gibt es aktuell leider nicht. Die Radeon RX 570 ist mit 280 Euro gleich teuer, aber zu langsam. Und die konkurrierende Radeon RX 580 ist gleich 100 Euro zu teuer.

Auch High-End kostet deutlich mehr als zuvor

Auch die schnellsten Grafikkarten sind teurer geworden. Ein gutes Modell für 2.560 × 1.440 ist die GeForce GTX 1070 für 437 Euro, auch wenn die Karte vor noch nicht allzu langer Zeit noch einmal 50 Euro weniger gekostet hat. Für 3.840 × 2.160 sollte es mindestens eine GeForce GTX 1080 sein, die ab 498 Euro zu haben ist. Die Radeon RX Vega 56 sowie Radeon RX Vega 64 sind leistungstechnisch eine Alternative zu Nvidia. Doch ist das kleiner Modell derzeit nicht lieferbar und das größere inklusive der „Gratis-Spiele“ schlicht zu teuer. Damit sind beide 3D-Beschleuniger aktuell nur für Besitzer von FreeSync-Monitore empfehlenswert. Wer sich in Ultra HD nicht großartig Gedanken um die Detailstufen machen möchte, muss zur GeForce GTX 1080 Ti greifen. Die Grafikkarte wird ab 697 Euro verkauft, was ein ordentlicher Preis für die Leistung ist.

In der Tabelle finden sich die besten Grafikbeschleuniger für die jeweilige Preisklasse:

Anzeige: Empfohlene Grafikkarten jetzt günstig kaufen

Die empfohlenen Grafikkarten können beispielsweise bei Amazon*, Caseking* oder Alternate* erworben werden.

Die genannten Händler haben weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

Eckdaten der empfohlenen GPUs im Überblick

AMD Radeon RX 580 (8 GB) AMD Radeon RX Vega 56 AMD Radeon RX Vega 64 Nvidia GeForce GTX 1060 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1070 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition
Chip: Polaris 20 Vega 10 GP106 GP104 GP102
Transistoren: ca. 5,7 Mrd. ca. 12,5 Mrd. ca. 4,4 Mrd. ca. 7,2 Mrd. ca. 12,0 Mrd.
Fertigung: Globalfoundries 14 nm TSMC 16 nm FF+
Shader-Einheiten: 2.304 3.584 4.096 1.280 1.920 2.560 3.584
Basis-Chiptakt: 1.257 MHz 1.156 MHz 1.247 MHz 1.506 MHz 1.607 MHz 1.480 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.340 MHz 1.590 MHz 1.630 MHz 1.848 MHz 1.785 MHz 1.797 MHz
SP-GFLOPs: 6.175 GFLOPs 11.397 GFLOPs 13.352 GFLOPs 4.730 GFLOPs 6.854 GFLOPs 9.100 GFLOPs 12.881 GFLOPs
ROPs: 32 64 48 64 88
Pixelfüllrate: 42.880 MPix/s 101.760 MPix/s 104.320 MPix/s 88.704 MPix/s 114.214 MPix/s 158.136 MPix/s
TMUs: 144 224 256 80 120 160 224
Texelfüllrate: 192.960 MTex/s 356.160 MTex/s 417.280 MTex/s 147.840 MTex/s 214.200 MTex/s 285.600 MTex/s 402.528 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_0 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: ✓ (ZeroCore) Nein
Speichermenge: 8.192 MB GDDR5 8.192 MB HBM2 6.144 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5X 11.264 MB GDDR5X
Speichertakt: 4.000 MHz 800 MHz 945 MHz 4.000 MHz 5.000 MHz 5.500 MHz
Speicherinterface: 256 Bit 2.048 Bit 192 Bit 256 Bit 352 Bit
Speicherbandbreite: 256.000 MB/s 409.600 MB/s 483.840 MB/s 192.000 MB/s 256.000 MB/s 320.000 MB/s 484.000 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: 185 Watt/? 210 Watt/? 295 Watt/? ?/120 Watt ?/150 Watt ?/180 Watt ?/250 Watt

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich langsam, aber stetig die Garantiezeiträume immer weiter verlängern. So war eine zweijährige Garantie vor kurzem noch der Normalfall. Und mittlerweile bieten viele Hersteller drei Jahre oder mehr an. Erst mit der letzten Generation sind sowohl Gainward als auch Sapphire auf diesen Zug aufgesprungen. Die Könige der Garantie sind nach wie vor EVGA und Zotac, die bis zu zehn beziehungsweise fünf Jahre Garantie auf ihre Grafikkarten bieten.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Hier finden sich auch Informationen zu Lüftertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Lüfter (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Garantiezeiträume für Grafikkarten werden immer länger.
Garantiezeiträume für Grafikkarten werden immer länger.

Ein Vergleich der Generationen von 2009 bis heute

Im Forum liest man immer wieder die Frage, wie viel mehr Performance beim Wechsel eines älteren Modells auf eine neue Grafikkarte erwartet werden darf. Wer zum Beispiel noch eine GeForce GTX 660 besitzt, möchte den Geschwindigkeitsunterschied zur GeForce GTX 1060 in Erfahrung bringen. Wie viel zusätzliche Leistung es tatsächlich gibt, klärt ComputerBase in vier Artikeln über den Vergleich der Generationen von AMDs und Nvidias Mittel- und High-End-Klasse.

So gibt es einen ausführlichen Vergleich von der Radeon HD 5770 bis hin zur Radeon RX 480 und von der GeForce GTX 460 bis hin zur GeForce GTX 1060. Darüber hinaus gibt es einen Test der High-End-Grafikkarten von der GeForce GTX 480 bis zur GeForce GTX 1080 und von der Radeon HD 5870 bis zur Radeon R9 Fury X.

Netzteil und Prozessor: Was brauche ich?

Eine Grafikkarte allein reicht für den runderneuerten Gaming-PC nicht aus. So ist es möglich, dass aufgrund gestiegener Anforderungen an der Stromversorgung ein neues Netzteil notwendig ist. Zu welchem Modell man greifen sollte, klärt die Netzteil-Rangliste auf ComputerBase. Und wenn die neue Grafikkarte deutlich schneller als das alte Pendant ist, wird möglicherweise auch eine neue CPU benötigt. Auch hierzu bietet Computerbase eine umfangreiche Test-Bibliothek und eine objektive Kaufberatung: Der Aufgabe widmet sich die Prozessor-Benchmark-Rangliste, die mittlerweile auch die neuen AMD-Prozessoren Ryzen 7 1800X, Ryzen 7 1700X sowie Ryzen 7 1700 umfasst.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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