Grafikkarten-Rangliste: GPU-Vergleich mit GeForce GTX 1080 Ti für März 2017

Wolfgang Andermahr 1.094 Kommentare
Grafikkarten-Rangliste: GPU-Vergleich mit GeForce GTX 1080 Ti für März 2017

Die Kaufberatungs-Rangliste auf ComputerBase klärt, welche Grafikkarte man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End für den Monat März (2017).

GPU-Vergleich: Die aktuelle GPU-Rangliste (März 2017)

Als Quelle für das Leistungsvergleichs-Ranking und das Preis-Leistungs-Verhältnis dienen die unzähligen Tests von Grafikkarten, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt, und monatlich aktualisierte Preise.

Bestenliste im Benchmark-Vergleich

Im Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

AMD oder Nvidia? Vor- und Nachteile im Vergleich

Auf jeder Gaming-PC-Wunschliste sollten mittlerweile nur noch moderne FinFET-Produkte stehen – sprich AMDs Polaris- oder Nvidias Pascal-Generation. Nvidia hat das gesamte Produktportfolio mittlerweile umgestellt. Sowohl der Einstieg in Form der GeForce GTX 1050 als auch das neue Flaggschiff, die GeForce GTX 1080 Ti, basieren auf der neuen Architektur. Auf den Seiten AMDs sieht dies noch anders aus. Denn Polaris tritt nur in der Einsteiger- und der Mittelklasse an, während das High-End-Segment noch von der – nicht mehr empfehlenswerten – Vorgängergeneration bestückt ist. In der Bestenliste findet sich letztere entsprechend nicht wieder.

Die Grafikkarten der beiden Hersteller AMD und Nvidia unterscheiden sich außerdem in einigen weiteren Punkten:

  • AMD bietet FreeSync, während Nvidia auf G-Sync setzt.
  • Beide Grafikbeschleuniger lassen sich in einem Multi-GPU-System nutzen: Bei AMD hört dieses auf den Namen Crossfire X, bei Nvidia auf SLI.
  • AMD bietet derzeit keine High-End-Lösungen (beispielsweise für Gaming in UHD/4K) an.
  • Nvidia-Grafikkarten benötigen grundsätzlich etwas weniger Strom, sind also energieeffizienter.

Das neue Flaggschiff, die Nvidia GeForce GTX 1080 Ti

Das Grafikkartenjahr 2017 ist diesen Monat endlich gestartet: Es gibt ein erstes neues Produkt. Und was für eins. Im Test der GeForce GTX 1080 Ti ist das neue Flaggschiff nicht nur 35 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080, sondern schlägt auch knapp selbst deutlich teurere Titan X. 819 Euro ist derzeit der Preis für solch eine Grafikkarte, die es ab sofort als GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition zu kaufen gibt. Partnermodelle der GeForce GTX 1080 Ti mit eigenem Kühlsystem und höheren Taktraten werden für Ende des Monats oder möglicherweise auch erst im April erwartet.

Im zweiten Quartal erwartet: AMDs neue Vega-Architektur

Der Dauerkonkurrent AMD bietet dagegen seit gefühlten Ewigkeiten keine High-End-Grafikkarten mehr an, was sich jedoch bald ändern wird. Im Laufe des zweiten Quartals wird AMDs rundum erneuerte Architektur Vega den Platz auf einer ersten Grafikkarte finden – die auch gleich Radeon RX Vega heißen wird. Es handelt sich um das neue Flaggschiff, das es vermutlich gegen die GeForce GTX 1080 Ti aufnehmen wird.

AMD Radeon: Vega-GPU mit neuen Shadern, höherer IPC und HBM2 soll Nvidia im High-End-Segment wieder Paroli bieten können.
AMD Radeon: Vega-GPU mit neuen Shadern, höherer IPC und HBM2 soll Nvidia im High-End-Segment wieder Paroli bieten können.

Preis-Leistung: Die beste Grafikkarte fürs Geld

Die meisten FPS pro Euro in Games liefert zur Zeit die Radeon RX 470 mit vier Gigabyte (siehe Grafik unten). Ebenso bieten die Radeon RX 480 mit acht Gigabyte sowie die GeForce GTX 1050 Ti ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Von den schnelleren Grafikkarten schneiden sowohl die GeForce GTX 1070 als auch die GeForce GTX 1080 gut ab. Letztere deswegen, da Nvidia den Preis für das ehemalige GeForce-Flaggschiff um 100 Euro gesenkt hat. Und quasi sämtliche Modelle haben den neuen Preis bereits umgesetzt bis hin zu den teuren Partnerkarten.

Tests helfen dem Entschlossenen beim Grafikkartenvergleich

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. Die Grundlage für den ComputerBase-GPU-Vergleich bilden umfangreiche Tests aller aktuellen und älteren Grafikbeschleuniger. ComputerBase hat seit dem Sommer vier große Vergleichstests veröffentlicht, die die aktuell populärsten unter den neuen Grafikkarten betreffen:

Stets aktuelle Benchmarks und Vergleiche, als Grundlage für die GPU-Rangliste, finden sich in im Archiv für Tests von Grafikkarten. ComputerBase testet transparent, in einem separaten Artikel sind alle Informationen zu Benchmarks und Methoden hinterlegt.

Wie viel VRAM muss es sein? Vier Gigabyte Speicher sind Pflicht

Der Bedarf an Grafikspeicher aufgrund der aktuellen Konsolen ist in letzter Zeit massiv gestiegen ist. Wenn man nicht ausschließlich Titel wie Counter-Strike: GO, Dota 2 oder Overwatch spielen, sondern auch mal eine Triple-A-Software wie Battlefield oder Call of Duty starten möchte, sollte die neue Grafikkarte daher mindestens 4.096 MB Speicher haben. Und zwar richtige vier Gigabyte, sodass man auch von einer GeForce GTX 970 absehen sollte.

Bei Grafikkarten hat man häufig die Qual der Wahl. Computerbase gibt Empfehlungen für jede Preisklasse.
Bei Grafikkarten hat man häufig die Qual der Wahl. Computerbase gibt Empfehlungen für jede Preisklasse.

Dasselbe gilt natürlich auch für die Zwei-Gigabyte-Modelle der Radeon RX 460 und der GeForce GTX 1050. Und wer sich eine High-End-Karte kaufen möchte, sollte auf einen acht Gigabyte großen Speicher achten. Entsprechend fällt die gesamte High-End-Riege von AMD weg. Das mag aktuell etwas übertrieben wirken, doch haben die genannten Grafikkarten heute schon Schwierigkeiten, die in Zukunft immer größer werden. In der Rangliste haben wir die Anforderungen entsprechend berücksichtigt.

Welche Grafikkarte brauche ich? Bestenliste von Full HD zu 4K

Die Kaufberatung liefert für jedes Budget die passende Grafikkarte. Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 145 Euro gibt. Darunter ist für rund 115 Euro die Radeon RX 460 mit vier Gigabyte eine Überlegung wert, allerdings muss man mit der Grafikkarte durchweg die Detailstufe reduzieren. Deutlich mehr Spielraum als bei beiden Probanden hat man mit der Radeon RX 470, die ab 170 Euro zu haben ist – es gibt sie auch mit 8 GB.

Quasi optimale Full-HD-Grafikkarten gibt es sowohl mit der Nvidia GeForce GTX 1060 (6GB) als auch mit der AMD Radeon RX 480 (8GB). Ab 225 Euro gibt es einfache Ausführungen der AMD-Karte, die besseren gibt es für 240 Euro. Die Preise der Nvidia-Karten fangen ab 250 Euro an, gute Modelle kosten rund 290 Euro.

In der Tabelle finden sich die besten Grafikbeschleuniger für die jeweilige Preisklasse:

Anzeige: Empfohlene Grafikkarten jetzt günstig kaufen

Die empfohlenen Grafikkarten können beispielsweise bei Amazon, Caseking oder Alternate erworben werden.

Die genannten Händler haben weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

Weil ComputerBase transparent mit im redaktionellen Angebot eingepflegten „Affiliate-Links“ umgeht, ist diese Sektion trotzdem als Anzeige gekennzeichnet. Abonnenten von ComputerBase Pro sehen diese Sektion nicht.

Die beiden letzten genannten Grafikkarten eignen sich ebenso für 2.560 × 1.440 (QHD/WQHD). Aber nur wenn man dazu bereit ist, ab und zu die Detailstufe zu reduzieren. Deutlich besser schaut es in der Auflösung mit einer GeForce GTX 1070 aus. Diese ist ab 400 Euro zu haben, wobei es sich aber nur um einfache Exemplare handelt. Gute Partnerkarten gibt es für rund 450 Euro.

Für 4K-Auflösung braucht es eine High-End-Grafikkarte

Und auch bei der Grafikkarte gilt, dass bei reduzierten Details sogar die Ultra-HD-Auflösung (4K) möglich ist. Deutlich mehr Spielraum hat man aber mit einer GeForce GTX 1080, die es ab 499 Euro gibt. Auch dabei handelt es sich nur um das einfachste Modell (und entsprechend schlechterem Kühler). Gute Partnerkarten gibt es für etwa 580 Euro – der Aufpreis ist absolut gerechtfertigt.

Da für Ultra HD die Performance nicht hoch genug sein kann, ist für die Auflösung ebenso die neue GeForce GTX 1080 Ti eine Überlegung wert. Der Kaufpreis ist mit 820 Euro zwar nicht gerade gering, allerdings ist die Performance auch spürbar besser als mit einer GeForce GTX 1080.

Die Eckdaten der empfohlenen GPUs im Überblick:

AMD Radeon RX 470 AMD Radeon RX 480 (8 GB) Nvidia GeForce GTX 1060 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1070 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition
Chip: Polaris 10 GP106 GP104 GP102
Transistoren: ca. 5,7 Mrd. ca. 4,4 Mrd. ca. 7,2 Mrd. ca. 12,0 Mrd.
Fertigung: Globalfoundries 14 nm TSMC 16 nm FF+
Shader-Einheiten:
2.048
Variante
1.792
2.304 1.280 1.920 2.560 3.584
Basis-Chiptakt: 926 MHz 1.120 MHz 1.506 MHz 1.607 MHz 1.480 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.206 MHz 1.266 MHz 1.848 MHz 1.785 MHz 1.797 MHz
SP-GFLOPs:
4.940 GFLOPs
Variante
4.322 GFLOPs
5.833 GFLOPs 4.730 GFLOPs 6.854 GFLOPs 9.100 GFLOPs 12.881 GFLOPs
ROPs: 32 48 64 88
Pixelfüllrate: 38.592 MPix/s 40.512 MPix/s 88.704 MPix/s 114.214 MPix/s 158.136 MPix/s
TMUs:
128
Variante
112
144 80 120 160 224
Texelfüllrate:
154.368 MTex/s
Variante
135.072 MTex/s
182.304 MTex/s 147.840 MTex/s 214.200 MTex/s 285.600 MTex/s 402.528 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_0 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: ✓ (ZeroCore) Nein
Speichermenge: 4.096 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 6.144 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5X 11.264 MB GDDR5X
Speichertakt: 3.300 MHz 4.000 MHz 5.000 MHz 5.500 MHz
Speicherinterface: 256 Bit 192 Bit 256 Bit 352 Bit
Speicherbandbreite: 211.200 MB/s 256.000 MB/s 192.000 MB/s 256.000 MB/s 320.000 MB/s 484.000 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: 120 Watt/? 150 Watt/? ?/120 Watt ?/150 Watt ?/180 Watt ?/250 Watt

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich langsam, aber stetig die Garantiezeiträume immer weiter verlängern. So war eine zweijährige Garantie vor kurzem noch der Normalfall. Und mittlerweile bieten viele Hersteller drei Jahre oder mehr an. Erst mit der letzten Generation sind sowohl Gainward als auch Sapphire auf diesen Zug aufgesprungen. Die Könige der Garantie sind nach wie vor EVGA und Zotac, die bis zu zehn beziehungsweise fünf Jahre Garantie auf ihre Grafikkarten bieten.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Hier finden sich auch Informationen zu Lüftertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Lüfter (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Garantiezeiträume für Grafikkarten werden immer länger.
Garantiezeiträume für Grafikkarten werden immer länger.

Ein Vergleich der Generationen von 2009 bis heute

Im Forum liest man immer wieder die Frage, wie viel mehr Performance beim Wechsel eines älteren Modells auf eine neue Grafikkarte erwartet werden darf. Wer zum Beispiel noch eine GeForce GTX 660 besitzt, möchte den Geschwindigkeitsunterschied zur GeForce GTX 1060 in Erfahrung bringen. Wie viel zusätzliche Leistung es tatsächlich gibt, klärt ComputerBase in vier Artikeln über den Vergleich der Generationen von AMDs und Nvidias Mittel- und High-End-Klasse.

So gibt es einen ausführlichen Vergleich von der Radeon HD 5770 bis hin zur Radeon RX 480 und von der GeForce GTX 460 bis hin zur GeForce GTX 1060. Darüber hinaus gibt es einen Test der High-End-Grafikkarten von der GeForce GTX 480 bis zur GeForce GTX 1080 und von der Radeon HD 5870 bis zur Radeon R9 Fury X.

Netzteil und Prozessor: Was brauche ich?

Eine Grafikkarte allein reicht für den runderneuerten Gaming-PC nicht aus. So ist es möglich, dass aufgrund gestiegener Anforderungen an der Stromversorgung ein neues Netzteil notwendig ist. Zu welchem Modell man greifen sollte, klärt die Netzteil-Rangliste auf ComputerBase. Und wenn die neue Grafikkarte deutlich schneller als das alte Pendant ist, wird möglicherweise auch eine neue CPU benötigt. Auch hierzu bietet Computerbase eine umfangreiche Test-Bibliothek und eine objektive Kaufberatung: Der Aufgabe widmet sich die Prozessor-Benchmark-Rangliste.

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