Grafikkarten-Rangliste : Kaufberatung für August 2016 mit Pascal und Polaris

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Grafikkarten-Rangliste: Kaufberatung für August 2016 mit Pascal und Polaris

Wer auf dem PC anspruchsvolle Spiele spielen will, braucht eine Grafikkarte. Die integrierten Grafikeinheiten von AMD und Intel reichen nur für ältere Titel oder geringe Details aus. Mit den Tipps und Tests der Redaktion fällt die Auswahl der richtigen Grafikkarte leicht.

Grafikkarten setzen seit Jahren auf PCI Express, doch gleich hinter dem Anschluss hören die Gemeinsamkeiten auf. Neben der Wahl zwischen AMD und Nvidia bestimmen die Ansprüche und Prioritäten des Käufers und der Geldbeutel die Kaufentscheidung. Neben der Leistung können die Leistungsaufnahme und damit oftmals auch die Lautstärke der Kühlung, Anschlüsse oder das restliche Ökosystem des Herstellers den Unterschied machen.

Die letzten Monate waren wortwörtlich „der Wahnsinn“ im Grafikkartenmarkt. Sowohl AMD als auch Nvidia haben diverse neue Grafikkarten vorgestellt – so etwas gab es bis jetzt noch nie! GeForce GTX 1080, GeForce GTX 1070, GeForce GTX 1060, Radeon RX 480, Radeon RX 470 und Radeon RX 460 sind die neuen Produkte des Jahrgangs 2016, die durchweg auf moderne FinFET-Fertigungen setzen. Sowohl bei AMD mit der überarbeiteten Architektur „Polaris“ als auch bei Nvidia mit „Pascal“ ist die Energieeffizienz deutlich angestiegen. Darüber hinaus hat AMD noch an einigen weiteren Schrauben gedreht und die Performance der GPU an sich verbessert.

Es sind nur noch FinFET-Karten uneingeschränkt empfehlenswert

Nvidia bietet von allen drei Grafikkarten eine so genannte „Founders Edition“ an. Dabei handelt es sich um nichts anderes als ein Referenzdesign, das auch von Nvidia selbst verkauft wird. Von AMD gibt es dagegen ausschließlich die Radeon RX 480 als Referenzkarte. Die anderen Modelle werden ausschließlich in Partnerdesigns verkauft. Generell sind jedoch von allen neuen AMD- und Nvidia-Grafikkarten Partnervarianten verfügbar, die aus Geschwindigkeits- und auch Lautstärkegründen vorgezogen werden sollten.

Die meisten FPS pro Euro liefern zur Zeit die Radeon RX 470, die Radeon RX 480 und die GeForce GTX 1060. Das ist auffällig, denn bei allen drei Grafikkarten handelt es sich um Neuvorstellungen. Obwohl die alten Modelle preislich in den Abverkauf geraten sind, bieten diese kein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis – weder im Mid-Range-, noch im High-End-Segment. In manchen Fällen, wie bei der Radeon RX 480 und der Radeon R9 390, ist das Verhältnis identisch, doch sollte man dann immer zum neuen Modell greifen. Und zwar aus Gründen der Energieeffizienz und auch der besseren Zukunftstauglichkeit.

Aktuelle Kaufempfehlungen haben viel VRAM

Der Bedarf an Grafikspeicher ist aufgrund der aktuellen Konsolen in letzter Zeit massiv gestiegen ist. Wer nicht ausschließlich Titel wie Counter-Strike: GO, Dota 2 oder Overwatch spielt, sondern auch Triple-A-Software wie Battlefield oder Call of Duty nutzt, sollte deshalb mindestens 4 GB VRAM wählen. Auch von der beim Speicher beschnittenen GeForce GTX 970 ist deshalb abzusehen. Dasselbe gilt für die Zwei-Gigabyte-Modelle der Radeon RX 460 und die 3-GB-Version der GeForce GTX 1060.

Bei High-End sind bereits 8 GB Pflicht

Wer sich eine High-End-Karte kaufen möchte, sollte auf einen acht Gigabyte großen Speicher achten. Damit fallen die gesamte High-End-Riege von AMD sowie die „ältere“ GeForce GTX 980 Ti weg. Das mag aktuell etwas übertrieben wirken, doch haben die genannten Grafikkarten heute schon Schwierigkeiten, die in Zukunft immer größer werden.

Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer Radeon RX 470 ausschau halten, die es für etwa 225 Euro gibt. Darunter ist für etwa 150 Euro die Radeon RX 460 mit vier Gigabyte eine Überlegung wert, allerdings muss man mit der Grafikkarte durchweg die Detailstufe reduzieren. Als einzige alte empfehlenswerte Ausnahme kommt die Radeon R9 380X für 190 Euro ins Spiel – dennoch ist es ratsam, den Aufpreis zur Radeon RX 480 in Kauf zu nehmen. Quasi optimale Full-HD-Grafikkarten gibt es sowohl mit der AMD Radeon RX 480 (8GB) als auch mit der Nvidia GeForce GTX 1060 (6GB), für die jedoch rund 300 Euro bezahlt werden müssen.

Die beiden letzten genannten Grafikkarten eignen sich ebenso für 2.560 × 1.440. Aber nur wenn man dazu bereit ist, ab und zu die Detailstufe zu reduzieren. Deutlich besser schaut es in der Auflösung mit einer GeForce GTX 1070 aus. Diese ist ab 420 Euro zu haben. Gute Partnerkarten gibt es aber erst für rund 500 Euro.

Und auch bei der Grafikkarte gilt, dass bei reduzierten Details sogar die Ultra-HD-Auflösung möglich ist. Deutlich mehr Spielraum hat man aber mit einer GeForce GTX 1080, die es ab 680 Euro gibt. Auch dabei handelt es sich nur um einfache Modelle. Gute Partnerkarten gibt es für etwa 710 Euro – der Aufpreis ist absolut gerechtfertigt.

Die Preissegmente teilen sich meist in nur AMD oder nur Nvidia auf

Bei den Empfehlungen ist auffällig, dass AMD und Nvidia aktuell ein sehr gegensätzliches Portfolio bieten. In den niedrigen Preisklassen sind derzeit nur AMD-Grafikkarten empfehlenswert, in den höheren Preisklassen dagegen ausschließlich Nvidia-Beschleuniger. Einzig die GeForce GTX 1060 und die Radeon RX 480 konkurrieren preislich in der Mitte miteinander.

Für die beliebtesten Spiele reicht eine APU

Für klassische Triple-A-Spiele oder höhere Auflösungen als Full HD braucht es zweifelsohne klassische Grafikkarten. Das gilt jedoch nicht für kleinere Produktionen oder auch für viele der beliebte Mehrspielertitel, die deutlich geringere Anforderungen haben. League of Legends, Dota 2 und World of Warcraft sind nur drei solcher Spiele. Völlig ignoriert werden darf die Hardware jedoch auch nicht bei solchen Spielen.

Auch wenn die AMD-APUs bezüglich der CPU-Leistung quasi sämtlichen Intel-Produkten teils klar unterlegen sind, reißt die immer noch deutlich bessere GCN-GPU vieles wieder raus. Sprich, in den meisten Spielen schaffen es die Kaveri-APUs, schneller als selbst deutlich teurere Skylake-Prozessoren von Intel zu arbeiten – nicht durchweg, im Schnitt aber schon. Wer auf eine diskrete Grafikkarte verzichten will, sollte also zum 121 Euro teuren AMD A10-7870K oder zum nur 91 Euro teuren und nicht viel langsameren A8-7670K greifen.

8 Einträge
Performancerating – CPUs/APUs
Angaben in Prozent
    • G3440 + GeForce GTX 750 Ti
      248,6
    • G3440 + Radeon R7 360
      234,5
    • G3440 + Radeon R7 250X
      223,4
    • G3440 + Radeon R7 250 G5
      191,5
    • G3440 + GeForce GT 740 G5
      188,1
    • G3440 + GeForce GT 740 D3
      159,8
    • G3440 + GeForce GT 730 G5
      154,5
    • G3440 + Radeon R7 250 D3
      137,8
    • AMD A10-7870K
      131,0
    • AMD A10-7850K
      123,5
    • G3440 + Radeon R7 240
      117,5
    • G3440 + GeForce GT 730 D3
      116,0
    • AMD A8-7670K
      114,9
    • AMD A10-6800K
      113,5
    • AMD A10-5800K
      102,8
    • Intel Core i7-6700K
      100,0
    • Intel Core i5-6600K
      95,3
    • Intel Core i7-4790K
      85,6
    • Intel Core i5-4690K
      82,3
    • AMD A6-7400K
      79,3
    • Intel Core i3-4330
      76,3
    • Intel Core i3-4150
      68,6
    • AMD A4-6300
      55,4
    • Intel Pentium G3440
      50,1
    • Intel Celeron G1840
      46,5

Wer nicht viel Geld für eine Grafikkarte ausgeben möchte, den Einbau einer solchen jedoch nicht scheut, hat gar noch eine schnellere und kaum teurere Alternative. Ein Prozessor wie der Intel Pentium G3460 ist bezüglich der CPU schneller als die AMD-Pendants und mit 63 Euro günstig. Mit einer separaten Low-End-Grafikkarte kann dann eine höhere Spieleleistung als selbst mit dem A10-7870K erzielt werden – für kaum mehr Geld. Ein empfehlenswerter 3D-Beschleuniger ist die Radeon R7 250 für 72 Euro, wobei es jedoch notwendig ist, auf GDDR5-Speicher zu achten. Die GeForce GT 740 mit GDDR5 ist ähnlich schnell, derzeit jedoch etwas teurer.

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