Grafikkarten-Rangliste : GPU-Kaufberatung für das Jahr 2017

Weihnachten ist vorbei und der erste Monat im Jahr 2017 steht an. Wer sich noch nicht mit einer neuen Grafikkarte eingedeckt hat, dies jetzt aber tun möchte, erfährt in dieser Kaufberatung mit Grafikkarten-Rangliste, welche Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End aktuell die besten sind.

Basis für den Leistungsvergleich und das Preis-Leistungs-Verhältnis sind die unzähligen Tests von Grafikkarten, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt, und monatlich aktualisierte Preise. Für Enthusiasten heißt es übrigens langsam aber sicher: abwarten.

Die aktuelle Bestenliste in den Benchmarks

Nachfolgend lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weiter Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Diagramm angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt.

Auf jeder Wunschliste sollten mittlerweile nur noch moderne FinFET-Produkte stehen – sprich AMDs Polaris- oder Nvidias Pascal-Generation. Nvidia hat das gesamte Produktportfolio mittlerweile umgestellt. Sowohl der Einstieg in Form der GeForce GTX 1050 als auch das Flaggschiff GeForce GTX Titan X basieren auf der neuen Architektur. Auf den Seiten AMDs sieht dies noch anders aus. Denn Polaris tritt nur in der Einsteiger- und der Mittelklasse an, während das High-End-Segment noch von der – nicht mehr empfehlenswerten – Vorgängergeneration bestückt ist.

Nach einem furiosen Grafikkarten-Sommer ist in den letzten Monaten Ruhe eingekehrt. Einzig Nvidia hat mit der GeForce GTX 1050 und der GeForce GTX 1050 Ti das Einsteigersegment neu besetzt. Die GeForce GTX 1050 duelliert sich mit der Radeon RX 460 von AMD. Auf der Habenseite hat die Nvidia-Karte eine höhere Leistung, dafür gibt es die Karte jedoch nur mit 2.048 MB Speicher, der heutzutage nicht mehr zu empfehlen ist. Deutlich besser weiß die GeForce GTX 1050 Ti zu gefallen. Die Karte hat den doppelten Speicherausbau und ist zudem derzeit Konkurrenzlos.

Nvidia GTX 1080 Ti & AMD Vega: Neue schnellste Grafikkarten in Sicht

Wer Enthusiast ist, nicht aber sofort eine schnellere Grafikkarte benötigt, sollte derzeit vom Grafikkartenkauf absehen. Denn sowohl bei AMD als auch bei Nvidia kündigen sich neue Produkte an, die als zukünftige Flaggschiffe verkauft werden. Bei Nvidia steht die GeForce GTX 1080 Ti vor der Tür, die wie die GeForce GTX Titan X auf die große GP102-GPU setzt. AMDs GPU Vega ist dagegen zwar noch weiter entfernt, scheint aber dafür sehr interessant zu werden.

AMD Vega(10?)-GPU mit HBM2-Stacks
AMD Vega(10?)-GPU mit HBM2-Stacks

Preis-Leistung: Radeon R9 RX 470 4 GB in Führung

Die meisten FPS pro Euro liefert zur Zeit die Radeon RX 470 mit vier Gigabyte. Ebenso bieten die GeForce GTX 1050 Ti, die GeForce GTX mit sechs Gigabyte und die Radeon RX 480 mit acht Gigabyte ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Von den schnelleren Grafikkarten schneidet die Nvidia GeForce GTX 1070 gut ab.

Vergleichstests helfen dem Entschlossenen

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. ComputerBase hat seit dem Sommer vier große Vergleichstests veröffentlicht, die die aktuell populärsten unter den neuen Grafikkarten betreffen:

Stets aktuelle Benchmarks und Vergleiche finden sich in im Archiv für Tests von Grafikkarten. ComputerBase testet transparent, in einem separaten Artikel sind alle Informationen zu Benchmarks und Methoden hinterlegt.

Wie viel Grafikspeicher muss es sein?

Der Bedarf an Grafikspeicher aufgrund der aktuellen Konsolen ist in letzter Zeit massiv gestiegen ist. Wenn man nicht ausschließlich Titel wie Counter-Strike: GO, Dota 2 oder Overwatch spielen, sondern auch mal eine Triple-A-Software wie Battlefield oder Call of Duty starten möchte, sollte die neue Grafikkarte daher mindestens 4.096 MB Speicher haben. Und zwar richtige vier Gigabyte, sodass man auch von einer GeForce GTX 970 absehen sollte.

Grafikkarten mit 3, 4, 6 und 8 GB VRAM im Vergleich
Grafikkarten mit 3, 4, 6 und 8 GB VRAM im Vergleich

Dasselbe gilt natürlich auch für die Zwei-Gigabyte-Modelle der Radeon RX 460 und der GeForce GTX 1050. Und wer sich eine High-End-Karte kaufen möchte, sollte auf einen acht Gigabyte großen Speicher achten. Entsprechend fällt die gesamte High-End-Riege von AMD weg. Das mag aktuell etwas übertrieben wirken, doch haben die genannten Grafikkarten heute schon Schwierigkeiten, die in Zukunft immer größer werden.

Welche Grafikkarte brauche ich?

Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 150 Euro gibt. Darunter ist für etwa 125 Euro die Radeon RX 460 mit vier Gigabyte eine Überlegung wert, allerdings muss man mit der Grafikkarte durchweg die Detailstufe reduzieren. Deutlich mehr Spielraum als bei beiden Probanden hat man mit der Radeon RX 470, die ab 190 Euro zu haben ist – es gibt sie auch mit 8 GB.

Quasi optimale Full-HD-Grafikkarten gibt es sowohl mit der Nvidia GeForce GTX 1060 (6GB) als auch mit der AMD Radeon RX 480 (8GB). Ab rund 250 Euro gibt es einfache Ausführungen der AMD-Karte, die besseren gibt es für 275 Euro. Die Preise der Nvidia-Karten fangen ab 259 Euro an, gute Modelle kosten rund 300 Euro.

Die beiden letzten genannten Grafikkarten eignen sich ebenso für 2.560 × 1.440. Aber nur wenn man dazu bereit ist, ab und zu die Detailstufe zu reduzieren. Deutlich besser schaut es in der Auflösung mit einer GeForce GTX 1070 aus. Diese ist ab 410 Euro zu haben, wobei es sich aber nur um einfache Exemplare handelt. Gute Partnerkarten gibt es für rund 460 Euro.

Und auch bei der Grafikkarte gilt, dass bei reduzierten Details sogar die Ultra-HD-Auflösung möglich ist. Deutlich mehr Spielraum hat man aber mit einer GeForce GTX 1080, die es ab 599 Euro gibt. Auch dabei handelt es sich nur um das einfachste Modell (und entsprechend schlechterem Kühler). Gute Partnerkarten gibt es für etwa 650 Euro – der Aufpreis ist absolut gerechtfertigt.

Die Eckdaten der empfohlenen GPUs im Überblick:

Nvidia GeForce GTX 1050 Ti AMD Radeon RX 470 AMD Radeon RX 480 (8 GB) Nvidia GeForce GTX 1060 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1070 Founders Edition Nvidia GeForce GTX 1080 Founders Edition
Chip: GP107 Polaris 10 GP106 GP104
Transistoren: ca. 3,3 Mrd. ca. 5,7 Mrd. ca. 4,4 Mrd. ca. 7,2 Mrd.
Fertigung: Samsung 14 nm Globalfoundries 14 nm TSMC 16 nm FF+
Shader-Einheiten: 768
2.048
Variante
1.792
2.304 1.280 1.920 2.560
Basis-Chiptakt: 1.290 MHz 926 MHz 1.120 MHz 1.506 MHz 1.607 MHz
Maximaler Chiptakt: 1.696 MHz 1.206 MHz 1.266 MHz 1.848 MHz 1.785 MHz
SP-GFLOPs: 2.605 GFLOPs
4.940 GFLOPs
Variante
4.322 GFLOPs
5.833 GFLOPs 4.730 GFLOPs 6.854 GFLOPs 9.100 GFLOPs
ROPs: 32 48 64
Pixelfüllrate: 54.272 MPix/s 38.592 MPix/s 40.512 MPix/s 88.704 MPix/s 114.214 MPix/s
TMUs: 48
128
Variante
112
144 80 120 160
Texelfüllrate: 81.408 MTex/s
154.368 MTex/s
Variante
135.072 MTex/s
182.304 MTex/s 147.840 MTex/s 214.200 MTex/s 285.600 MTex/s
DirectX (Feature-Level): 12_1 12_0 12_1
GPU ohne Monitor abschaltbar: Nein ✓ (ZeroCore) Nein
Speichermenge: 4.096 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 6.144 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5 8.192 MB GDDR5X
Speichertakt: 3.504 MHz 3.300 MHz 4.000 MHz 5.000 MHz
Speicherinterface: 128 Bit 256 Bit 192 Bit 256 Bit
Speicherbandbreite: 112.128 MB/s 211.200 MB/s 256.000 MB/s 192.000 MB/s 256.000 MB/s 320.000 MB/s
Leistungsaufnahme Typisch/Maximal: ?/75 Watt 120 Watt/? 150 Watt/? ?/120 Watt ?/150 Watt ?/180 Watt

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich langsam, aber stetig, die Garantiezeiträume immer weiter verlängern. So war eine zweijährige Garantie vor kurzem noch der Normalfall. Und mittlerweile bieten viele Hersteller drei Jahre oder mehr an. Erst mit der letzten Generation sind sowohl Gainward als auch Sapphire auf diesen Zug aufgesprungen. Die Könige der Garantie sind nach wie vor EVGA und Zotac, die bis zu zehn beziehungsweise fünf Jahre Garantie auf ihre Grafikkarten bieten.

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

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Die nachfolgende Tabelle enthält alle von ComputerBase aktuell besonders empfohlenen Grafikkarten mit Verweis auf die Online-Händler Amazon und Caseking. Sie wird – wie der gesamte Artikel – monatlich aktualisiert.

Preisklasse Empfehlung Aktuelle Angebote
100 – 160 Euro Palit GeForce GTX 1050 Ti StormX bei Caseking
151 – 225 Euro Gigabyte Radeon RX 470 G1 Gaming bei Caseking bei Amazon
226 – 300 Euro PowerColor Radeon RX 480 Red Devil bei Caseking bei Amazon
oder Palit GeForce GTX 1060 JetStream bei Caseking bei Amazon
301-490 Gainward GeForce GTX 1070 Phoenix GS bei Caseking bei Amazon
491-680 KFA² GeForce GTX 1080 Twin EXOC bei Caseking bei Amazon
681-... Palit GeForce GTX 1080 GameRock Premium 8GB bei Caseking bei Amazon

Weitere Angebote aktueller Grafikkarten gibt es auch bei Alternate.de.

Hinweis in eigener Sache: Die verlinkten Händler weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht.

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