Grafikkarten-Rangliste 2021: GPU-Vergleich mit GeForce RTX und Radeon RX für September

Wolfgang Andermahr et al.
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Grafikkarten-Rangliste 2021: GPU-Vergleich mit GeForce RTX und Radeon RX für September

Die Kaufberatungs-Rangliste klärt, welche Grafikkarte von AMD oder Nvidia man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Radeon- und GeForce-Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End (von Full HD bis 4K). Das sind die Empfehlungen für September 2021.

Gaming-Grafikkarten kaufen: Die Katastrophe hält an

Selten zuvor war es so schwer zum Kauf einer bestimmten Grafikkarte zu raten wie seit dem 4. Quartal 2020 und das unabhängig von der Preisklasse. Denn egal ob Einsteiger- oder High-End-Hardware, ein Zustand zieht sich seit fast schon einem Jahr über alle Grafikkarten hinweg: Zur UVP gibt es mit Beharrlichkeit und viel Glück nur die Referenz-Modelle über die Shops von AMD und Nvidia, der Rest liegt im Handel weit darüber. Immerhin: Mittlerweile sind alle Modelle lieferbar, wenn auch preislich völlig überhöht. Das ist aber zumindest schon einmal ein kleiner Fortschritt, vor einigen Monaten waren teilweise alle Grafikkarten komplett ausverkauft. Allerdings ist es fraglich, wie lange dies noch anhalten wird. Denn in den letzten Wochen hat es bezüglich Lieferbarkeit und Preise erneut eine Negativ-Entwicklung gegeben.

RX
6600 XT
RX
6700 XT
RX
6800
RX
6800 XT
RX
6900 XT
RTX
3060
RTX
3060 Ti
RTX
3070
RTX
3070 Ti
RTX
3080
RTX
3080 Ti
RTX
3090
UVP 379,99 € 479,00 € 579,00 € 649,00 € 999,00 € 329,00 € 419,00 € 519,00 € 619,00 € 719,00 € 1.199,00 € 1.549,00 €
Bestpreis (lagernd)
17. Mai*
929 € (9) 1.499 € (3) 1.499 € (3) 1.699 € (9) 949 € (5) 1.499 € (4) 2.299 € (3)
Bestpreis (lagernd)
17. Juni*
799 € (20) 1.049 € (6) 1.249 € (8) 1.589 € (13) 639 € (24) 999 € (2) 999 € (26) 1.499 € (24) 2.199 € (18)
Bestpreis (lagernd)
25. Juni*
749 € (20) 1.099 € (7) 1.199 € (10) 1.599 € (16) 619 € (26) 809 € (3) 899 € (34) 949 € (12) 1.349 € (27) 1.569 € (15) 1.950 € (21)
Bestpreis (lagernd)
02. Juli*
700 € (20) 959 € (7) 1.169 € (9) 1.479 € (18) 579 € (32) 777 € (7) 829 € (35) 819 € (19) 1.329 € (27) 1.549 € (23) 1.889 € (23)
Bestpreis (lagernd)
13. Juli*
739 € (22) 999 € (7) 1.099 € (7) 1.399 € (19) 579 € (36) 749 € (8) 899 € (33) 839 € (19) 1.299 € (27) 1.500 € (25) 1.949 € (26)
Bestpreis (lagernd)
27. Juli*
699 € (20) 1.049 € (7) 1.167 € (9) 1.399 € (18) 539 € (34) 699 € (9) 827 € (33) 874 € (19) 1.279 € (26) 1.499 € (25) 1.949 € (30)
Bestpreis (lagernd)
13. August*
492 € (10) 689 € (19) 1.049 € (8) 1.099 € (10) 1.399 € (17) 569 € (33) 620 € (21) 829 € (26) 899 € (16) 1.089 € (26) 1.489 € (25) 2.094 € (31)
Bestpreis (lagernd)
03. September*
509 € (12) 819 € (19) 1.089 € (3) 1.159 € (12) 1.399 € (21) 579 € (29) 689 € (27) 899 € (20) 1.000 € (12) 1.229 € (25) 1.494 € (28) 2.299 € (18)
*im Preisvergleich, Stand 17.05., 17.06., 25.6., 02.07., 13.07., 27.07., 13.08. und 03.09. nur „lagernd“ (kein eBay)

Ehrliche Kaufberatung mit Expertise

Diese Rangliste wird mit viel Aufwand gepflegt, sie wird nicht lieblos ins Netz gestellt, um ahnungslose Google-Nutzer mit vermeintlicher Kaufberatung zu befriedigen. Sie wird monatlich überarbeitet, um immer aktuelle Preise und die neusten Produkte berücksichtigen zu können. Basis für die Leistungsvergleichs-Rankings sind die unzähligen Grafikkarten-Tests und Benchmarks, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus seit über 20 Jahren vornimmt. Ganz aktuell:

AMD Radeon RX 6800 und Radeon RX 6800 XT im Test
AMD Radeon RX 6800 und Radeon RX 6800 XT im Test

Darüber hinaus steht die große Community im Unterforum „Grafikkarten: Kaufberatung“ rund um die Uhr mit Rat und Tat beiseite.

Neue Grafikkarten und ein Ausblick

AMD hat letzten Monat mit der Radeon RX 6600 XT (Test) die vermutlich vorerst letzte Grafikkarte der RDNA-2-Generation vorgestellt. Für eine UVP von 380 Euro liefert das Einsteigermodell eine höhere Performance als die Radeon RX 5700 XT und GeForce RTX 3060 bei einer zugleich sehr hohen Energieeffizienz. Full HD und maximale Details sind ohne Raytracing auch in AAA-Spielen kein Problem. Aufgrund des kleinen Infinity Caches verliert die Radeon RX 6600 XT jedoch bei höheren Auflösungen ab WQHD überdurchschnittlich stark an Leistung, Raytracing ist darüber hinaus nicht wirklich flüssig darstellbar. Mit 8 GB bietet die Grafikkarte das Minimum an VRAM, das heutzutage nötig ist. Zu bedenken ist, dass es nur 8 PCIe-4.0-Lanes gibt. Unterstützt das Mainboard nur PCIe 3.0, geht Leistung verloren.

Die GeForce RTX 3080 Ti von Asus, MSI und Nvidia im Test
Die GeForce RTX 3080 Ti von Asus, MSI und Nvidia im Test

Bis RDNA 3 und Lovelace ist noch viel Zeit

Die Nachfolger der aktuellen Generation werden noch lange auf sich warten lassen. 2021 werden entsprechende Produkte nicht erscheinen, 2022 und dort auch erst das zweite Halbjahr sind realistischer. Gesicherte Informationen zur „Next Gen“ sind derzeit noch Mangelware, jedoch nehmen die Gerüchte ein immer realistischer erscheinendes Bild an. Demnach arbeitet AMD mit RNDA 3 an einem Chiplet-Design mit zwei Chips für die Recheneinheiten und einen für den Infinity-Cache undsowie den Speichercontroller. Mit angeblich 15.360 deutlich umgebauten Shadereinheiten könnte das Navi-31-Flaggschiff ein richtiges Rechenmonster werden.

Nvidia belässt es bei der Next-Gen-Technik namens Lovelace dagegen wohl bei einem klassischen monolithischen Chip. Den aktuellen Gerüchten zur Folge soll die schnellste GeForce RTX 4000 über eine vergleichbare Architektur wie Ampere verfügen, mit 18.432 Shadereinheiten aber auf deutlich mehr FP32-ALUs als bisher setzen. Neu ist zudem, dass Nvidia anscheinend wieder auf TSMC anstatt Samsung als Auftragsfertiger setzen wird, 5 nm soll es beim Prozess werden.

Grafikkarten der aktuellen Generation kaufen

Aktuelle Grafikkarten-Benchmarks

Im nachfolgenden Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), WQHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen. Das Testsystem wurde Anfang 2021 auf einen Ryzen 9 5950X (Test) umgestellt, sowohl Spiele als auch Treiber wurden aktualisiert. Das ist nötig, da nur so aussagekräftige Empfehlungen gegeben werden können. Wer genauere Details darüber erfahren möchte, wie ComputerBase Grafikkarten testet, findet diese im Artikel „Grafikkarten 2021 im Test: AMD Radeon RX und Nvidia GeForce RTX im Benchmark“.

So lassen sich die Diagramme nutzen

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich durchschalten, in der Regel stehen mehrerer Diagramme in einer Galerie. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere getestete Grafikkarten einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann jeder einfach nachvollziehen, welchen Performancegewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

Was bedeuten AVG-FPS und Perzentil-FPS?
  • AVG-FPS: So viele Bilder pro Sekunde (Frames per Second = FPS) werden im Durchschnitt in der 25 Sekunden währenden Testsequenz berechnet. Ob das Spiel zwischendurch, eventuell nur zwischen einzelnen gerenderten Bildern, hakt, darüber sagen die AVG-FPS (AVG = Average = Durchschnitt) nichts aus.
  • Perzentil-FPS: Die schlechtesten 0,2 Prozent der einzelnen Frames während einer Testsequenz werden ignoriert. 99,8 Prozent aller Messwerte sind besser als der angegebene FPS-Wert. Je niedriger er ist, desto niedriger liegen die schlechtesten 0,2 Prozent FPS. Die Perzentil-FPS liefern damit eine Antwort auf die Frage, wie rund, d.h. ohne Ruckeln und Haken, das Spiel läuft. Auf die Perzentil-FPS hat der Prozessor in der Regel früher einen Einfluss als auf die AVG-FPS.

Benchmarks in Spielen

In der ersten Benchmark-Galerie finden sich die Benchmark-Ergebnisse für klassischer Rasterizer-Spiele, also ohne Raytracing-Zusatz.

Allerdings gibt es immer mehr Spiele, die zusätzlich auch Raytracing unterstützen. Da Raytracing eine realistischere Grafik ermöglicht und die Technologie von AMDs RDNA 2, Nvidias Turing sowie Ampere und den neuen Konsolen Sony PlayStation 5 sowie Microsoft Xbox Series X und Series X unterstützt wird, wird diese in immer mehr Spielen eingesetzt.

Raytracing kostet, wie die nachfolgenden Benchmarks zeigen, jedoch massiv Geschwindigkeit und es ändert sich auch die Reihenfolge bei den Grafikkarten-Benchmarks. Nvidia bietet für mehr Performance bei Raytracing das intelligente KI-Upsampling DLSS (Test), bei AMD gibt es das konkurrierende FidelityFX Super Resolution, kurz FSR, das auf KI und temporale Rekonstruktion verzichtet, aber dennoch einen guten Eindruck hinterlässt.

Welche Grafikkarte brauche ich?

Die Beantwortung dieser Frage hängt in erster Linie von der Auflösung ab, in der gespielt werden soll. Wesentliche sind Full HD (1.920 × 1.080), WQHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160). Das sind die Empfehlungen der Redaktion.

Aufgrund der aktuellen Liefersituation spielen Preise zur Zeit keine Rolle, da sich diese stündlich um große Beträge ändern können. Wer aktuell eine Grafikkarte kaufen will, muss durchweg mit sehr hohen Preisen rechnen. Darüber hinaus ist es möglich, dass Modelle trotz Kaufempfehlung nicht lieferbar sind. Angaben zu konkreten Preisen wurden daher in den nachfolgenden Abschnitten vorerst entfernt.

Die Empfehlungen auf einen (Tabellen)-Blick

Wer die ComputerBase-Empfehlungen auf einen Blick und ohne Details erfahren möchte, der kann einen Blick auf folgende Tabelle werfen. Warum die Redaktion welche Grafikkarte empfiehlt, legt die Redaktion wiederum in den nachfolgenden Abschnitten im Detail transparent dar.

1.920 × 1.080
Full HD
2.560 × 1.440
WQHD
3.840 × 2.160
Ultra HD
Eingeschränkt empfohlen ab GeForce GTX 1650 Super
Radeon RX 5500 XT
GeForce RTX 3060
GeForce RTX 2070 Super
Radeon RX 5700 XT
GeForce RTX 3070
GeForce RTX 2080 Ti
Radeon RX 6800
Uneingeschränkt empfohlen ab GeForce RTX 3060
GeForce RTX 2060 Super
Radeon RX 6600 XT
Radeon RX 5700
GeForce RTX 3060 Ti
GeForce RTX 2080 Super
Radeon RX 6700 XT
GeForce RTX 3080
Radeon RX 6800 XT

Empfehlungen für Full HD

Spiele werden immer fordernder und entsprechend muss die Grafikkarte auch trotz gleichbleibender Auflösung immer schneller werden. Hinzu kommt, dass in den letzten Monaten die Anforderungen an den Grafikspeicher („VRAM“) immer größer geworden sind. Modelle mit 4 GB sind überhaupt nicht mehr zu empfehlen, 6 GB nur eingeschränkt. Denn es gibt immer mehr Spiele, wo 6 GB nicht ausreichend sind. 8 GB sollten das anvisierte Minimum sein, Zukunftssicherheit gibt es nur mit noch mehr Speicher. Das gilt insbesondere für Spiele mit aktiviertem Raytracing.

Wer nicht sofort in Bedrängnis geraten möchte, sollte für das Spielen in 1.920 × 1.080 daher mindestens eine GeForce RTX 2060 Super oder eine Radeon RX 5700 im Rechner haben. Die Grafikkarten bieten eine solide Rechenleistung, verfügen über ausreichend Speicher (8 GB) und haben eine gute, wenn auch nicht perfekte Energieeffizienz. Die GeForce RTX 2060 Super unterstützt zudem Raytracing, die Performance ist damit aber meist gering.

Alle langsameren und damit potenziell günstigeren Grafikkarten sind dagegen nur eingeschränkt für Full HD zu empfehlen, sei es weil die Geschwindigkeit oft zu gering, oder weil der Speicher knapp ist. In die Kategorie fallen mehrere Modelle, darunter auch die Radeon RX 5500 XT oder die GeForce GTX 1650 Super. Erstere hat immerhin 8 GB und so fehlt es dann oft „nur“ an der Rohleistung. An dieser mangelt es auch bei der GeForce GTX 1650 Super, doch zusätzlich ist der Speicher mit 4 GB zu klein.

Von den aktuellen Grafikkarten eignet sich die nach UVP 329 Euro teure GeForce RTX 3060 12 GB (Test) sehr gut für das Spielen in Full HD mit maximalen Grafikdetails und oft hohen Frameraten, dasselbe gilt für die Radeon RX 6600 XT (Test) zum UVP ab 380 Euro. Beide Grafikkarten unterstützen darüber hinaus Raytracing, sind im Endeffekt aber zu langsam dafür. Auf der GeForce läuft die neue Technologie vor allem mit DLSS deutlich besser, aber noch lange nicht gut. Hier ist eine schnellere Grafikkarte ratsam.

Empfehlungen für WQHD

Für 2.560 × 1.440 benötigt es dann schon deutlich mehr Rechenleistung. Als Einstiegslösung bietet sich erneut die GeForce RTX 3060 an, doch muss einem bewusst sein, dass die Rechenleistung oft nicht ausreichend sein wird und die Details entsprechend (deutlich) reduziert werden müssen. Es ist eher ratsam, eine Leistungsklasse darüber einzusteigen.

Die GeForce RTX 3060 Ti und die GeForce RTX 3070 sind deutlich besser für die Anforderungen geeignet. Diese bieten mehr FPS, sodass WQHD bei vollen Grafikdetails in den meisten Spielen aktuell kein Problem darstellt. Hinzu kommt die Kombination mit einer guten Energieeffizienz und Nvidias Ökosystem, auf der Gegenseite ist der Speicherausbau mit 8 GB knapp bemessen. Raytracing ist mit beiden Grafikkarten in Full HD meist spielbar, auch wenn genau dann der Speicher eng werden kann. DLSS kann Abhilfe schaffen.

GeForce RTX 3060 von Asus und MSI im Test
GeForce RTX 3060 von Asus und MSI im Test

Im Hause AMDs bietet sich für die Anforderungen die Radeon RX 6700 XT und die Radeon RX 6800 (Test) an. Erstere bietet bereits ordentliche 12 GB Speicher, letztere gar 16 GB – damit gibt es auch in zukünftigen Spielen keine Probleme. Die Energieeffizienz der Grafikkarten ist ebenso sehr hoch. In Rasterizer-Spielen sind die AMD-Produkte den vorher genannten Konkurrenzmodellen von Nvidia überlegen, in Raytracing-Titeln dagegen klar unterlegen.

Empfehlungen für Ultra HD

3.840 × 2.160 stellt durchweg sehr hohe Anforderungen an die Grafikkarte. Diese kann nicht schnell genug sein und trotzdem müssen die Details immer mal wieder reduziert werden. Zudem wird der VRAM gefordert und auch die Leistungsaufnahme ist am höchsten, sodass es auf ein gutes Kühlsystem ankommt.

Trotz der hohen Anforderungen eignen sich die GeForce RTX 3080 (Test) und die Radeon RX 6800 XT (Test) sehr gut für das Spielen in Ultra HD. Die vergleichbar hohe Geschwindigkeit ermöglicht 4K in jedem Spiel, wenn vielleicht auch nicht bei den maximalen, sondern „nur“ hohen Grafikdetails. Selbst 60 FPS sind keine Seltenheit. Hinzu kommt eine sehr gute Energieeffizienz und es gibt von beiden Modellen mehrere sehr gute Custom-Designs.

AMD Radeon RX 6800 und Radeon RX 6800 XT im Test
AMD Radeon RX 6800 und Radeon RX 6800 XT im Test

Die Vor- und Nachteile sind ähnlich verteilt wie bei den günstigeren Modellen. Die Radeon RX 6800 XT punktet mit einem 16 GB großen VRAM und damit der genau richtigen Speichergröße, die eine High-End-Grafikkarte im Jahr 2021 haben sollte. Die GeForce RTX 3080 bietet dagegen nur 10 GB, die Zukunftssicherheit ist damit eingeschränkt. Derzeit gibt es keine Probleme, das kann sich mit zukünftigen Spielen aber ändern. Auf der Gegenseite ist die GeForce RTX 3080 mit Raytracing klar schneller, in Verbindung mit dem KI-Upsampling DLSS ist auch Ultra HD mit Raytracing drin, was die AMD-Grafikkarte nicht ermöglicht. Hier muss jeder für sich entscheiden, was einem wichtiger ist.

Zu den zwei Grafikkarten gibt es aber auch Alternativen. AMDs Radeon RX 6800 kann ebenso ganz gut mit Ultra HD umgehen, denn die Grafikkarte ähnelt dem XT-Modell sehr. Die Details müssen allerdings manchmal reduziert werden und in der Zukunft gehen die Reserven entsprechend früher aus. Bei Nvidia bietet sich die GeForce RTX 3070 (Ti) an, doch ist das 4K-Potenzial geringer als bei der AMD-Grafikkarte. Dies sollte nur als Notlösung in Betracht gezogen werden.

AMD Radeon RX 6800 XT
AMD Radeon RX 6800 XT

Die schnellsten Grafikkarten sind für 3.840 × 2.160 wenig verwunderlich am besten geeignet. Damit ist die Radeon RX 6900 XT (Test) gemeint, die fast durchweg gleich zur der Radeon RX 6800 XT, aber eben etwas schneller ist. Der Aufpreis (bezüglich dem UVP) ist aber die Mehrleistung kaum wert, sodass sich AMDs Flaggschiff an diejenigen richtet, die nicht aufs Geld achten müssen oder wollen. Die GeForce RTX 3080 Ti ist dann minimal schneller, muss sich aber mit 12 GB VRAM zufrieden geben. Als Ausgleich erhält der Käufer eine höhere Raytracing-Leistung.

Noch einen drauf setzt Nvidia mit der GeForce RTX 3090 (Test), die die aktuell beste, wenn auch klar teuerste Gaming-Grafikkarte ist. Die Rechenleistung ist in Ultra HD nochmal minimal höher, der Speicher ist mit 24 GB schier riesig. Die GeForce RTX 3090 frisst 3.840 × 2.160 meist ohne Probleme, das gilt auch für Raytracing in Verbindung mit DLSS. Die Kosten sind allerdings immens, sodass sich die GeForce RTX 3090 nur für die größten Enthusiasten und auch für diejenigen eignet, die nicht nur Spielen: Für Content Creator mit hohem VRAM-Bedarf ist Nvidias beste Grafikkarte regelrecht perfekt.

Soll ich jetzt kaufen, oder warten?

Warten kann man in der Hardware-Branche bekanntlich immer, denn ein besseres Produkt ist oft nicht weit entfernt. Aktuell ist es jedoch völlig unabhängig von der Grafikkartentechnik sinnvoll zu warten. Die meisten werden quasi dazu gezwungen. Da die Preise völlig außer Kontrolle geraten sind, sind Grafikkarten zu einem regelrechten Luxus-Gut geworden. Selbst simple Einsteiger-Modelle kosten 400 Euro und mehr, High-End-Modelle gibt es nicht unter 1.100 Euro und wer will kann auch nochmals das doppelte davon bezahlen.

Aber immerhin hat es zuletzt ein wenig Besserung gegeben. Die Mining-Restriktionen in China und Nvidias ETH-Bremse für neue GeForce-RTX-Revisionen („LHR“) zeigen eine kleine Wirkung.

Wer dagegen eine Grafikkarte kaufen muss, weil die alte zum Beispiel einen Defekt hat, hat nach wie vor ein richtiges Problem. Es gab wohl noch nie einen so schlechten Zeitpunkt, um sich für den Spiele-Rechner eine neue Grafikkarte zu kaufen.

“Es war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten...“

Und das ist unglaublich schade, da es zugleich schon eine gefühlte Ewigkeiten nicht mehr so gute Grafikkarten gegeben hat. Die neuen High-End-Karten legen nicht nur gut gegenüber der alten Generation zu. Viel wichtiger noch: Es gibt endlich wieder Konkurrenz! Wer die letzten acht Jahre High-End kaufen wollte, musste quasi Nvidia kaufen. AMD hatte entweder das klar schlechtere Produkt, oder aber gleich gar keins. Die Radeon-RX-6000-Serie ist dagegen absolut konkurrenzfähig zur GeForce-RTX-3000-Reihe, in manchen Belangen schlechter, in anderen aber auch besser. Wenn es denn nur vernünftig gehen würde, wäre jetzt eigentlich der beste Zeitpunkt seit Jahren um sich eine Grafikkarte zu kaufen.

Welche GPU für Psychonauts 2, Resi Village, The Ascent und Co.?

Welche GPU in welchen aktuellen Spielen welche Leistung liefert, nimmt ComputerBase ebenfalls unter die Lupe. Technik-Tests gab es in den letzten Monaten unter anderem für F1 2021, Resident Evil Village und The Ascent.

Psychonauts 2 im Technik-Test

Exklusive und geteilte Eigenschaften im Vergleich

Sowohl AMD als auch Nvidia haben um die Grafikkarten herum ein eigenes Ökosystem aufgebaut, das die Spieler zum Kauf überreden und wenn möglich an den Hersteller binden sollen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Eigenschaften, die die Konkurrenz teils nicht bietet. Und natürlich auch welche, die von beiden Herstellern geteilt werden. Hier gibt es einen Überblick.

AMD Radeon Nvidia GeForce
DirectX 12 Ultimate Ja
(ab RX 6000)
Ja
(GeForce RTX)
Raytracing mit DXR 1.1 Ja
(ab RX 6000)
Ja
(GeForce RTX)
Fortgeschrittenes Upsampling Ja
(FidelityFX Super Resolution, FSR, AMD- und Nvidia-GPUs
Ja
(DLSS, GeForce RTX)
KI-Beschleunigung Ja
(aber nur über normale Shader-Einheiten, ab RX 6000)
Ja
(über Tensor-Kerne, GeForce RTX)
Resizable BAR Ja
(ab RX 6000)
Ja
(ab RTX 3000 per BIOS-Update)
Variable Refreshraten Ja
(FreeSync, Adaptive Sync)
Ja
(G-Sync, Adaptive-Sync)
Latenz-Reduzierung in Spielen Ja
(Anti-Lag, Treiber-Feature)
Ja
(Reflex, Treiber und Spiele-API-Lösung)
Bild nachschärfen Ja
(Radeon Image Sharpening, RIS)
Ja
(FreeStyle-Filter)
Videos in Spielen aufzeichnen Ja
(AMD ReLive)
Ja
(Highlights in GeForce Experience)
Umfangreiches Treibermenü mit Überwachung & OC Ja
(WattMan)
Nein
Überwachung und OC per externem Tool Ja Ja
Erstellung aufwendiger Screenshots Nein Ja
(Ansel, spielespezifisch)
Umfangreiche Optionen zum Spiele-Streaming Nein Ja
(Broadcast, GeForce RTX)
Mögliche Treiberoptimierung für mehr FPS/Effizienz Ja
(Chill, Radeon Boost)
Nein
Studio-Optimierungen für RT Ja
(ab RX 6000)
Ja
(Optix, GeForce RTX)

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Hier finden sich auch Informationen zu Kühlertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Kühler (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Weitere Empfehlungen für den Gaming-PC

Nur mit einer Grafikkarte erreicht man bei einem modernen PC nichts. Prozessor, Mainboard, Speicher und noch weitere Komponenten sind ebenso nötig wie wichtig. Hilfe bei der Zusammenstellung ganzer PCs bietet das Forum: Hier arbeiten Leser an ständig aktualisierten Beiträgen, die klären, wie der optimale PC inklusive passendem Prozessor und dem Drumherum für ein bestimmtes Budget aussieht.

Allen voran geht dabei die Zusammenstellungen für den idealen Gaming-PC mit bereits über 6.000.000 Zugriffen. Sie nennt sechs grundlegende Konfigurationen von 450 bis 1.400 Euro. Viele der hier zuvor erwähnten CPUs sind dort direkt wiederzufinden.

Weitere Ranglisten auf ComputerBase

Wer ComputerBase-Empfehlungen für weitere Komponenten wie dem Prozessor haben möchte, kann einen zusätzlichen Blick in weitere Ranglisten der Redaktion werfen.

Parallel zu den Empfehlungen der Redaktion lohnt sich stets ein Blick in den Grafikkarten-Bereich im ComputerBase-Forum. Dort geben gut informierte Mitglieder der Community Hilfestellung, wenn es um Fragen rund um den Kauf einer neuen Grafikkarte geht.

Grafikkarten der aktuellen Generation kaufen

Änderungshistorie

Datum Anpassung Neue GPUs im Vergleich
03. September 2021 Preise und Liefersituation aktualisiert, neuer Spiele-Test
13. August 2021 Preise und Liefersituation aktualisiert, neuer Ausblick, neuer Spiele-Test Radeon RX 6600 XT
02. Juli 2021 Preise und Liefersituation aktualisiert, AMD FSR eingebaut, neuer Spiele-Test
11. Juni 2021 Preise und Liefersituation aktualisiert, neuer Ausblick GeForce RTX 3080 Ti
GeForce RTX 3070 Ti
9. April 2021 Preise und Liefersituation aktualisiert, neuer Spiele-Test, neuer Ausblick Radeon RX 6700 XT

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