Grafikkarten-Rangliste 2018: GPU-Vergleich mit Empfehlungen für den Juni

Wolfgang Andermahr 1.804 Kommentare
Grafikkarten-Rangliste 2018: GPU-Vergleich mit Empfehlungen für den Juni

tl;dr: Die Kaufberatungs-Rangliste klärt, welche Grafikkarte man sich auf Basis von Tests und Benchmarks kaufen sollte. Empfohlen werden dabei die besten Gaming-Modelle in den Klassen Einsteiger, Mittelklasse und High-End (von Full HD bis 4K). In den letzten Tagen sind die Kosten teils deutlich gesunken.

Die besten Grafikkarten im Juni 2018

Die Grafikkarte ist nach wie vor die wichtigste Hardware-Komponente in einem Gaming-PC. Wer aktuelle Spiele spielen möchte, der kommt kaum an ihr vorbei, denn die in Intel-CPUs und AMD-CPUs verbauten Grafikeinheiten sind in der Regel zu langsam. Eine Ausnahme bietet die APU Raven Ridge, auch darauf geht diese Kaufberatung ein.

AMD und Nvidia bauen moderne Grafikkarten, die für Spieler unter den Namen Radeon beziehungsweise GeForce verkauft werden. Und Modelle gibt es viele. ComputerBase empfiehlt in dieser Kaufberatung die besten Grafikkarten für Gamer, vom Einsteigermodell bis zum 1.000 Euro teuren High-End-Produkt.

Die aktuelle Grafikkarten-Rangliste wird monatlich überarbeitet, um immer die aktuellsten Preise und neusten Produkte berücksichtigen zu können. Als Quelle für das Leistungsvergleichs-Ranking und das Preis-Leistungs-Verhältnis dienen die unzähligen Grafikkarten-Tests und Benchmarks, die ComputerBase fast im Wochenrhythmus vornimmt. Darüber hinaus steht die große Community im Unterforum „Grafikkarten: Kaufberatung“ rund um die Uhr mit Rat und Tat beiseite.

Die empfohlenen Prozessoren können beispielsweise bei Alternate*, Amazon*, Caseking* oder Mindfactory erworben werden. Die genannten Händler haben ebenso wenig wie die Hersteller weder Einfluss auf die monatlichen Empfehlungen der Redaktion, noch haben sie für diesen Link bezahlt. Stattdessen wird ComputerBase durch den Einkauf über einen dieser Links am Verkaufserlös beteiligt. Die Preise steigen dadurch nicht. Abonnenten von ComputerBase Pro sehen diese Sektion nicht.

Welche Grafikkarte brauche ich? Die Empfehlungen der Redaktion

Die Kaufberatung liefert für jedes Budget die passende Grafikkarte. Wer in der Full-HD-Auflösung spielen möchte, sollte aktuell mindestens nach einer GeForce GTX 1050 Ti Ausschau halten, die es für etwa 170 Euro gibt. Wer eine gute Full-HD-Grafikkarte mit Potenzial für 2.560 × 1.440 haben möchte, sollte hingegen zur Radeon RX 580 oder zur GeForce GTX 1060 greifen. Ab jeweils 285 Euro gibt es einfache Modelle. Wer dagegen ein Modell mit einem besseren und leiseren Kühler sucht, muss rund 340 Euro einplanen. Wer etwas weniger investieren will, findet in der Radeon RX 570 ab 250 Euro einen möglichen Zwischenspieler. Aus Preis-Leistungs-Sicht schenken sich die drei Grafikkarten aktuell nichts, allerdings hat die Radeon RX 570 mit 4.096 MB den kleinsten Speicher.

Ein gutes Modell für (W)QHD mit 2.560 × 1.440 ist die GeForce GTX 1070 Ti für 450 Euro. Die GeForce GTX 1070 lohnt sich aktuell nicht, da diese preislich kaum günstiger als die schnellere Version ist. Seit diversen Ewigkeiten ist mittlerweile auch AMDs Radeon RX Vega 56 wieder eine lohnenswerte Alternative. Die Grafikkarte kostet mit 510 Euro zwar etwas mehr, wer eine schnelle Radeon jedoch haben möchte, muss damit keinen allzu hohen Aufpreis mehr in Kauf nehmen.

Für Ultra HD Mit 3.840 × 2.160 sollte es mindestens dieselbe Grafikkarte oder aber eine GeForce GTX 1080 sein, die ab 530 Euro zu haben ist. Die konkurrierende Radeon RX Vega 64 ist in den letzten Wochen zwar massiv günstiger geworden, ist mit 600 Euro aber noch ein Stückchen zu teuer. Wer sich in Ultra HD nicht großartig Gedanken um die Detailstufen machen möchte, muss hingegen zur GeForce GTX 1080 Ti greifen. Die Grafikkarte wird ab 760 Euro verkauft.

In der Tabelle finden sich die besten Grafikbeschleuniger für die jeweilige Preisklasse:

Die Preisentwicklung der letzten Monate

Nachdem das Thema Mining die Preise von Grafikkarten für Spieler im letzten Jahr und zuletzt über den Jahreswechsel deutlich ansteigen lassen hat, haben sich die Kosten von fast allen Modellen in den letzten Wochen weiter reduziert. Grund dafür ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der deutliche Kursverlust vieler Kryptowährungen, der auf den Grafikkarten-Markt überschwappt ist.

Vor allem die Radeon-RX-Vega-Modelle sind deutlich günstiger geworden. Und zwar derart, dass beide Grafikkarten gleich teuer beziehungsweise sogar günstiger als im Dezember letzten Jahres sind – es handelt sich wohlgemerkt um die zwei einzigen 3D-Beschleuniger, die das für sich behaupten können. Die Radeon RX Vega 56 gibt es ab 509 Euro zu kaufen. Das ist 18 Prozent günstiger als letzten Monat und sieben Prozent weniger als im Dezember. Die Radeon RX Vega 64 ist mit 600 Euro 14 Prozent günstiger als letzten Monat und kostet genau gleich viel wie vor Weihnachten.

4. Dezember 2017
(lieferbar)
05. Februar 2018
(lieferbar)
03. Mai 2018
(lieferbar)
01. Juni 2018
(lieferbar)
Preisänderung
seit dem 03.05.18
Preisanstieg
seit dem 04.12.17
AMD Radeon
Radeon RX 560 111 Euro 149 Euro 145 Euro 157 Euro 8 Prozent 41 Prozent
Radeon RX 570 206 Euro 309 Euro 260 Euro 250 Euro -4 Prozent 21 Prozent
Radeon RX 580 249 Euro 449 Euro 299 Euro 284 Euro –5 Prozent 14 Prozent
Radeon RX Vega 56 549 Euro 839 Euro 618 Euro 509 Euro -18 Prozent -7 Prozent
Radeon RX Vega 64 602 Euro 999 Euro 700 Euro 600 Euro -14 Prozent 0 Prozent
Nvidia GeForce
GeForce GTX 1050 Ti 149 Euro 164 Euro 169 Euro 170 Euro 1 Prozent 14 Prozent
GeForce GTX 1060 256 Euro 350 Euro 299 Euro 279 Euro -7 Prozent 9 Prozent
GeForce GTX 1070 420 Euro 559 Euro 445 Euro 435 Euro -2 Prozent 4 Prozent
GeForce GTX 1070 Ti 440 Euro 579 Euro 489 Euro 449 Euro -8 Prozent 2 Prozent
GeForce GTX 1080 503 Euro 668 Euro 550 Euro 529 Euro -4 Prozent 5 Prozent
GeForce GTX 1080 Ti 705 Euro 940 Euro 799 Euro 759 Euro -5 Prozent 8 Prozent

Doch auch die meisten anderen Modelle sind im Vergleich zum Mai etwas günstiger geworden. Mit der Radeon RX 560 und der GeForce GTX 1050 Ti sind einzig zwei eigentlich preisgünstige Grafikkarten im Preis gestiegen. Die GeForce GTX 1070 Ti hat mit 449 Euro und damit acht Prozent weniger als letzten Monat den größten Sprung hingelegt. Die Grafikkarte ist damit nur minimal teurer als im Dezember. Die GeForce GTX 1060 ist sieben Prozent günstiger geworden, auf fünf Prozent kommen die GeForce GTX 1080 Ti und die Radeon RX 580.

Wer hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten aktuell die Radeon RX 570, die Radeon RX 580, die GeForce GTX 1060 und die GeForce GTX 1070 Ti. Auch die GeForce GTX 1070, die GeForce GTX 1080 sowie die Radeon RX Vega 56 bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, was für ein Vega-Modell damit zum ersten Mal seit Monaten wieder der Fall ist.

Tests helfen dem Entschlossenen beim Grafikkartenvergleich

Wer bereits weiß, welche GPU es sein soll, steht in der Regel vor der Wahl der richtigen Variante. Die Grundlage für den ComputerBase-GPU-Vergleich bilden umfangreiche Tests aller aktuellen und älteren Grafikbeschleuniger. ComputerBase hat seit dem Sommer mehrere große Vergleichstests veröffentlicht, die die aktuell populärsten unter den neuen Grafikkarten betreffen:

Mittlerweile konnte sich ComputerBase auf die Nvidia Titan V auf Basis der Volta-Architektur genauer ansehen. Die Grafikkarte ist zwar mit 3.100 Euro deutlich teurer als die GeForce GTX 1080 Ti, dafür aber noch einmal rund 30 Prozent schneller.

Die Grafikkarten von Low-End- bis High-End im Benchmark

Im Grafikkartenvergleich lässt sich die Leistung aller von ComputerBase zuletzt mit demselben Testsystem getesteten Grafikkarten in den Auflösungen Full HD (1.920 × 1.080), QHD (2.560 × 1.440) und Ultra HD (3.840 × 2.160) nachvollziehen.

Die Diagramme in der Bestenliste lassen sich zu diesem Zweck durchschalten. Wer bestimmte Spiele nicht in die Durchschnittsbetrachtung mit einfließen lassen lassen will, kann das über die Schaltfläche „Bearbeiten“ einstellen. Durch einen Klick auf „+ XX Einträge“ lassen sich weitere Elemente einblenden. Wird eine Grafikkarte im Ranking angeklickt, erhält sie den Leistungsindex von 100 Prozent und alle anderen Grafikkarten im selben Diagramm werden relativ dazu mit ihrer Geschwindigkeit dargestellt. So kann man einfach nachvollziehen, welchen Performance-Gewinn ein schnelleres Modell tatsächlich mit sich bringt.

AMD oder Nvidia? Vor- und Nachteile im Vergleich

Die Grafikkarten der beiden Hersteller AMD und Nvidia unterscheiden sich in einigen weiteren Punkten:

  • AMD bietet FreeSync (Test), während Nvidia auf G-Sync (Test) setzt. Beide Techniken synchronisieren die Grafikkarte mit dem Bildschirm und können so den Input-Lag reduzieren und Tearing verhindern. Sie sind aber nicht kompatibel und Monitore unterstützen in der Regel nur einen Standard.
  • Beide Grafikbeschleuniger lassen sich in einem Multi-GPU-System nutzen: Bei AMD hört dieses auf den Namen CrossFire, bei Nvidia auf SLI. Nvidia unterstützt allerdings seit Pascal nur noch maximal zwei parallele GPUs, bei AMD ist CrossFire seit Vega auch offiziell keine Priorität mehr. Für die meisten Spieler ist es sinnvoll, auf beide Technologien zu verzichten.
  • Nvidias Grafikkarten benötigen grundsätzlich etwas weniger Strom, sind also energieeffizienter.
  • AMD bietet mit ReLive ein Tool, mit dessen Hilfe Videos aufgezeichnet oder auf YouTube beziehungsweise Twitch gestreamt werden können.
  • Auch Nvidia bietet mit GeForce Experience ein Tool für Spiele-Optimierungen sowie zum Aufzeichnen und Streamen von Videos nach YouTube oder Twitch (Nvidia Highlights). Mit Ansel können in ausgewählten Spielen aufwendige Screenshots erstellt werden.
  • Im Treiber können AMD-Grafikkarten per „WattMan“ übertaktet werden. Zudem lassen sich Temperaturen sowie Lüftereinstellungen sowohl auslesen als auch modifizieren. Bei Nvidia werden alternative Tools wie MSI Afterburner benötigt.
  • Sowohl AMD als auch Nvidia bieten Spieleherstellern Unterstützung bei der Entwicklung an. Ab und zu gibt es auch eine engere Zusammenarbeit, teils auch mit speziellen und an die eigenen GPUs angepassten Grafikeffekten. Bei Nvidia hört das Programm auf den Namen GameWorks, bei AMD auf Gaming Evolved. Bekannte Grafikeffekte sind zum Beispiel HBAO+ sowie HairWorks (Nvidia) beziehungsweise TressFX (AMD).

Welche GPU für Fortnite, PUBG, Overwatch und Co.?

Die klassischen Triple-A-Spiele wie Assassin's Creed, Battlefield, Call of Duty und Co. sind zwar sehr beliebt und sehen auch am besten aus. Doch die höchsten Spielerzahlen haben andere Spiele: reine Online oder E-Sports-Spiele. Fortnite, PUBG und Overwatch haben durchweg Spielerzahlen im zweistelligen Millionenbereich.

Da die Anforderungen geringer sind, gibt es von den Spielen jedoch nur selten Benchmarks. ComputerBase holt dies in einer vierteiligen Test-Serie nach, die sich High-End-, Mittelklasse-, Low-End-Grafikkarten, integrierten Grafikeinheiten in CPUs und APUs sowie Prozessoren annimmt (letzterer ist noch nicht erschienen). Außer den oben genannten Spielen sind in den Tests noch Counter-Strike: GO, Dota 2, GTA V, League of Legends, Rainbow Six: Siege, World of Tanks sowie World of Warcraft vertreten.

Welche GPU für aktuelle Spiele-Blockbuster?

Welche GPU in welchem aktuellen Blockbuster welche Leistung liefert, nimmt ComputerBase ebenfalls unter die Lupe. Technik-Tests gab es in den letzten Monaten unter anderem für Age of Empires: Definitive Edition, Far Cry 5 sowie Kingdom Come Deliverance.

Wie lange Garantie geben die Hersteller?

Es ist durchaus selten, aber von Zeit zu Zeit kann die heimische Grafikkarte auch einmal den Geist aufgeben. Wenn die Hardware einen Defekt aufweist, ist man auf die Garantie des Herstellers angewiesen. Und diese fällt sehr unterschiedlich aus. Teils gar zwischen einzelnen Modellen.

Details zur Herstellergarantie inklusive Übertakten

Einen genauen Überblick über die Situation zu erhalten ist nicht ganz einfach. Selbst die Hersteller tun sich teils schwer, die genauen Garantiebedingungen für jedes Land mitzuteilen. ComputerBase hat den aktuellen Stand der Garantie von jedem wichtigen Hersteller in einem separaten Artikel zusammen gefasst.

Die Garantiezeiträume für Grafikkarten
Die Garantiezeiträume für Grafikkarten

Hier finden sich auch Informationen zu Lüftertausch, Overclocking, Overvolting und dem Flashen des VBIOS – denn nicht immer verliert man dabei auch die Garantie: Bei Asus, EVGA, Gigabyte, MSI, PowerColor und Zotac darf beispielsweise der Lüfter (unter bestimmten Voraussetzungen) gewechselt werden, ohne dass die Garantie erlischt.

Was man sonst so im PC noch braucht und weitere Ranglisten

Nur mit einer Grafikkarte erreicht man bei einem modernen PC nichts. Prozessor, Mainboard, Speicher und noch weitere Komponenten sind ebenso nötig wie wichtig. Hilfe bei der Zusammenstellung ganzer PCs bietet das Forum: Hier arbeiten Leser an ständig aktualisierten Beiträgen, die klären, wie der optimale PC inklusive passendem Prozessor und dem Drumherum für ein bestimmtes Budget aussieht.

Allen voran geht dabei die Zusammenstellungen für den idealen Gaming-PC mit bereits über 6.000.000 Zugriffen. Sie nennt sechs grundlegende Konfigurationen von 450 bis 1.400 Euro. Viele der hier zuvor erwähnten CPUs sind dort direkt wiederzufinden.

Weitere Ranglisten auf ComputerBase

Wer ComputerBase-Empfehlungen für weitere Komponenten wie dem Prozessor haben möchte, kann einen zusätzlichen Blick in weitere Ranglisten der Redaktion werfen.

Parallel zu den Empfehlungen der Redaktion lohnt sich stets ein Blick in den Bereich im ComputerBase-Forum. Dort geben gut informierte Mitglieder der Community Hilfestellung, wenn es um Fragen rund um den Kauf einer neuen Grafikkarte geht.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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