Baldur's Gate 3 im Test: Spielkritik und Fazit

 4/4
Update 2 Wolfgang Andermahr (+1)
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Wie gut ist Baldur's Gate 3?

Endlich wieder ein komplexes Rollenspiel. Und das ist nicht gut, sondern sehr gut, sagen Testberichte: Larian hat die lange Entwicklungszeit mit Verschiebungen und Early Access hervorragend genutzt und Baldur’s Gate 3 zu einem der besten Rollenspiele seit langer Zeit gemacht.

Zumindest soweit sich das sagen lässt, denn finale Urteile sind noch Mangelware. Das liegt am schieren Umfang des Epos: Rund 100 Stunden kalkulieren die meisten Spieler für einen Durchgang ein. Alles gesehen hat man dann allerdings noch lange nicht. Baldur's Gate 3 sei fast schon eine „immersive Sim“ mit einer lächerlich hohen Anzahl von Lösungswegen für Kämpfe und Quests, schreibt PC Gamer. Die Welt lasse sich vielfältig manipulieren, Hintergrundgeschichte, Klasse und Rasse nähmen zudem Einfluss auf Handlungsoptionen – und schon zu Beginn lasse sich viel einfach übersehen. Dazu kommt, wie PCGamesN hervorhebt, dass Larian „Rollenspiel“ wörtlich nimmt und Spieler daher die Freiheit haben, zu tun, was sie wollen, und dabei kreative Lösungen zu finden, auf die das RPG laut GamesRadar+ feinsinnig reagiert.

Was Tester sehen, ist aber schon eine ganze Menge. Mehrere Testberichte listen schlicht auf, welche Ereignisse im Kopf geblieben sind. Immer wieder fallen darunter auch die Mitglieder der Abenteuertruppe, in der Menschen zusammengezwungen werden, die durchaus eigene Interessen haben – schreiben Gamers Global und Destructoid. Jedes Losziehen sei ein Aufbruch in das Unbekannte, aber immer Spannende. Die Welt vor einer düsteren Plage zu retten, ist jedoch auch eine Aufgabe, weil Larian bei D&D-Systemen bleibt, das Regelwerk genau umsetzt und wenig erklärt, bemerkt GameRant.

Am Anfang fühle sich das Spiel deshalb überwältigend an, das Auseinandersetzen mit seinen Mechaniken werde aber belohnt. Dies gilt umso mehr, weil Charaktere nur zwölf Stufen haben und „Builds“ über die Auswahl der Ausrüstung entscheiden, ergänzt GamesRadar+. Bemerkt wird durch die Bank weg zudem, dass die rundenbasierten Kämpfe relativ schwer werden, wenn man sie nicht intelligent angeht und seine Umgebung einbezieht, um sich günstige Ausgangsbedingungen zu verschaffen. Larian setzt also auf Mitdenken statt Händchenhalten.

Fast überall werden deshalb Vergleiche mit Pen-&-Paper-Rollenspielen gezogen. Baldur’s Gate 3 fühle sich an wie eine virtuelle Tabletop-Runde, lautet das Urteil. Es sei „außergewöhnlich“ (GameRant), „zutiefst brillant“ (PC Gamer) und auf Augenhöhe mit den D&D-Größen der 1990er- und 2000er-Jahre (GamesRadar+). In der Bilanz ist der Titel deshalb nicht nur das beste Rollenspiel seit Langem, sondern auch eines der besten Games des Jahres. Mit dem Kauf noch etwas zu warten, kann dennoch sinnvoll sein: In Akt 2 bemerkten einige Tester eine höhere Anzahl von Bugs.

Wertungsüberblick für Baldur's Gate 3
Publikation Wertung
Destructoid w. i. p.
Gamers Global w. i. p.
GamesRadar+ w. i. p.
Gamerant 4.5/5
GameStar w. i. p.
PC Gamer w. i. p.
PCGamesN w. i. p.
Rock, Paper, Shotgun w. i. p.
Metacritic (PC) Presse: 95/100
Nutzer: 9.2/10 (~1.168 Bewertungen)

Fazit

Baldur's Gate 3 ist eine Erfolgsgeschichte. Das Spiel wird sowohl von Presse als auch von Spielern über den grünen Klee gelobt, Kritik gibt es so gut wie gar nicht. Und auch die technische Qualität der PC-Version kann sich sehen lassen, obschon sie gegenüber dem eigentlichen Gameplay etwas abfällt – was schlussendlich aber Meckern auf hohem Niveau ist.

Denn die Performance ist durchaus ordentlich. Baldur's Gate 3 liefert viele FPS, eine sonderlich schnelle Grafikkarte braucht es selbst in Ultra HD nicht. Und in Full HD reicht sogar schon ein langsames Modell. Eine Grafik auf Top-Niveau gibt es dann zwar auch nicht, für ein RPG sieht das Spiel aber zweifelsfrei gut aus.

Intel Arc reagiert noch merkwürdig

AMD-Grafikkarten liefern aktuell unabhängig von der Generation und der Klasse ein wenig mehr FPS als die konkurrierenden Nvidia-Modelle, groß ist der Unterschied aber nicht. Abgeschlagen liegt dann Intels Arc-Serie zurück, wobei Arc A750 und Arc A770 interessanterweise sogar völlig gleich schnell sind – da hakt es wohl noch etwas beim Treiber.

Baldur's Gate 3 im Technik-Test

Absolut gelungen ist in der PC-Version die Integration von Nvidias DLSS Super Resolution, das einen besseren Eindruck als die native Auflösung hinterlässt. Einzig das Nachschärfen mit den Nvidia-Mitteln funktioniert weniger gut als mit dem ebenso im Spiel vorhandenen AMD CAS. Umso ärgerlicher ist es, dass AMDs FSR 2 erst mit einem September-Update folgen soll. Aktuell können nur GeForce-RTX-Besitzer Upsampling benutzen – das darf bei einer großen AAA-Produktion heutzutage eigentlich nicht mehr passieren.

ComputerBase hat Baldur's Gate 3 vom Publisher Larian zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Unternehmens auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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